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Landwirtschaftliche Maschine zum Bearbeiten bzw. Versetzen von Halm-und Blattgut
Die Erfindung bezieht sich auf eine landwirtschaftliche Maschine zum Bearbeiten bzw. Versetzen von Halm - und Blattgut, mit mehreren, sich zwischen umlaufenden Endscheiben, Haspelkreuzen od. dgl. erstreckenden, gleichsinnig zur Drehrichtung der Haspelkreuze umlaufenden Zinkenträgern mit je zwei Reihen sich radial erstreckender Zinken, deren Zinkenneigung veränderbar ist und die in bodennächster Stellung der Zinkenträger eine in Fahrtrichtung der Maschine verlaufende Bewegung ausführen.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 42529 ist bereits eine Maschine dieser Art bekannt, bei der mittels eines Getriebes sowohl die Umlaufgeschwindigkeit als auch der Drehsinn der Zinkenhaspel geändert werden kann, um so die Maschine als Heuwender wie auch als Rechen einsetzen zu können. Die Zinkenträger laufen bei dieser Maschine mit einer den Haspelkreuzen gleichen Drehzahl um und bringen je nach Umlaufrichtung jeweils die eine Zinkenreihe jedes Zinkenträgers mit dem zu bearbeitenden Gut in Eingriff. Bei Einstellung dieser bekannten Maschine zum Rechen, bei der die Haspelkreuze in einer den Laufrädern entgegengesetzten Umlaufrichtung rotieren, ziehen sich dementsprechend die Zinken kurz nach Eingreifen in das zu bearbeitende Gut auf dem Boden aus diesem heraus, ohne es anzuheben und mitzunehmen.
Bei Einstellung der Maschine zum Wenden des Gutes wird dieses unter Einwirkung der am Boden mit dem Gut kurzzeitig in Eingriff gelangenden Zinken in einer vom Boden ausgehenden Wurfbahn ein Stück nach hinten geschleudert. In beiden Fällen erfolgt keinerlei Anheben und Mitnehmen des Gutes durch die Zinken.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 209099 ist ferner eine Maschine mit rotierenden Haspelkreuzen, Zinkenträgern und an diesen angeordneten Zinken bekannt, welche infolge der Umlaufrichtung der Haspel Gut am Boden in einer gegen Fahrtrichtung gerichteten Bewegung erfassen und zwecks Wenden desselben in einer vom Boden ausgehenden Wurfbahn ein Stück nach hinten schleudern. Ein fest angebrachter Schild deckt die Haspel von oben und teilweise auch nach vorne in Fahrtrichtung hin ab. Dieser Schild hat die Aufgabe, ein Abschleudern von aufgenommenem Gut in Richtung nach vom bzw. oben zu verhindern und so als Schutz zu wirken.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Maschine der eingangs genannten Art zu schaffen, die neben Wenden, Zetten, Schwadenstreuen und Schwadenlegen als Ladegerät einsetzbar ist. Zu diesem Zweck ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass die Zinkenträger mit einer in bezug auf die Drehzahl der Haspelkreuze halbierten Drehzahl umlaufen, die Zinken jeweils in bodennächster Stellung der Zinkenträger zum Boden als Ganzes unter einem Anstellwinkel von annähernd 450 in Drehrichtung geneigt sind und in Fahrtrichtung vor den umlaufenden Zinkenträgern ein an sich bekanntes Leitblech,-rost od. dgl. vorgesehen ist, das mit der Umlaufbahn der Träger einen die Umlaufrichtung erweiter-oder verengbaren Führungskanal bildet.
Die Zinkenträger sind dabei vorzugsweise als Trommeln ausgebildet, während vorteilhaft das Leitblech in seiner Lage zur Umlaufbahn der Zinkenträger in an sich bekannter Weise verstellbar befestigt ist. Um die Maschine mit geringfügigen Änderungen auch als Feldhäcksler verwenden zu können, können die Zinken in an sich bekannter Weise gegen Messer od. dgl. Bearbeitungswerkzeuge austauschbar sein.
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Bei der Maschine nach der Erfindung nehmen die Zinken das Gut in einer in bodennächster Stellung der Zinkenträger in Fahrtrichtung verlaufenden Zinkenbewegung mit und schleudern es "überkopf" nach hinten ab. Die Halbierung der Drehzahl der Zinkenträger gegenüber der Haspelkreuze schafft eine Steuerung der Zinkenneigung während des Haspelkreuzumlaufs, die den Haspelkreuzen eine nacheilende Umlaufbewegung erteilt, auf Grund der die Zinkenreihen abwechselnd mit dem Gut am Boden in Eingriff gelangen und zu diesem eine sich während des Eingriffs ändemde Neigung erfahren, die diese in besonderer Weise an die Bedingungen bei der Aufnahme, der Mitnahme und der Führung bis zum Abwurf anpassen. Der von dem Leitblech in Verbindung mit der Umlaufbahn der Träger gebildete Führungskanal ermöglicht es dabei, durch Erweiterung oder Verengung die Wurfweite des Gutes zu verändern.
Die Neigung der mit dem Gut am Boden in Eingriff gelangenden Zinken in Drehrichtung stellt in Verbindung mit der Neigungssteuerung sicher, dass sich die Zinken im wesentlichen am Abwurfpunkt quer zur Abwurfrichtung des Gutes stellen und sich ohne weitere Mitnahme irgendwelchen Gutes aus diesem glatt herausziehen. Die Anordnung der Zinkenreihen an den Zinkenträgern und die Ausbildung der Zinkenträger als Trommeln schliesst Unwucht- und Schwingungserscheinungen beim Lauf der Maschine aus und ermöglicht es, die Drehzahlen für die Haspel so weit zu. steigern, dass ein sicherer und weiter Abwurf des Gutes erreicht wird.
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt, es zeigen : Fig. 1 eine schematische Ansicht der Rückseite der Maschine im Aufriss, Fig. 2 eine Seitenansicht der Maschine nach Fig. 1.
Die Maschine besteht im einzelnen aus einem als Ganzes mit 1 bezeichneten Maschinenrahmen, der über eine Deichsel 2 und eine Anhängeklaue 3 an der Anhängekupplung eines Schleppers anbringbar ist. Der Maschinenrahmen stützt sich in bekannter Weise über ein Stützrad gegenüber dem Boden ab und kann zum Schwadenlegen schräg zur Fahrtrichtung gestellt werden. Die Haspelkreuze 4, bei dem dargestellten Beispiel mit zwei Zinkenträgern als sich diametral erstreckende Arme ausgebildet, sind auf einer Welle 5 befestigt, deren Enden im Maschinenrahmen 1 gelagert sind. Die Drehachse der in an sich bekannter Weise von der Zapfwelle eines Schleppers mit regelbarer Drehzahl angetriebenen Haspelkreuze 4 ist mit 6 bezeichnet. An Stelle des Zapfwellenantriebs kann auch ein Riemenantrieb vorgesehen sein.
Für diesen Fall ist eine Keilriemenscheibe 7 koaxial auf einem Wellenende befestigt.
Die zu zwei Achsen symmetrischen, vorzugsweise trommelförmigen Zinkenträger 8 sind zwischen den Haspelkreuzen 4 um Achsen 9 drehbar gelagert und werden bei Umlauf der Haspelkreuze 4 über Ketten 10 von einem feststehenden Zahnrad 10'in einem Untersetzungsverhältnis der Drehzahlen gleichsinnig zur Drehrichtung der Haspelkreuze angetrieben, das sich aus der Zahl der Zinkenreihen bestimmt und bei zwei bzw. drei Reihen 1 : 2 bzw. 1 : 3 beträgt. An Stelle eines derartigen Kettenantriebs kann auch ein Planetengetriebe vorgesehen sein, insbesondere dann, wenn an Stelle der dargestellten zwei Zinkentrommeln deren vier vorgesehen sind.
Die dargestellten Zinkentrommeln 8 sind mit zwei Reihen sich diametral erstreckender Zinken 11 versehen, die bei einem vollen Umlauf der Haspelkreuze infolge der entsprechenden Drehzahluntersetzung 1 : 2 jeweils eine halbe Umdrehung ausführen, so dass jeweils bei Stellung einer Zinkentrommel am Boden die mit dem Halm- bzw. Blattgut in Eingriff gelangenden Zinken einen jeweils gleichen Anstellwinkel zum Boden von annähernd 450 in Drehrichtung aufweisen. Das Zahnrad 10' ist mit einem das Rad festlegenden Stellhebel 10"verbunden, der in Rasten eines Stellblechs in an sich bekannter Weise auslösbar gehalten ist. Ein Verschwenken des Stellhebels 10"ermöglicht so in einfacher Weise ein Verändern der Winkelstellung des Zahnrades und damit die Neigung der Zinken.
Bei Drehen der Haspelkreuze beschreiben die Zinkentrommeln 8 mit ihrem Aussenumfang eine gestrichelt dargestellte, gedachte Umlaufbahn 12, die zusammen mit einem Leitblech,-rostod. dgl. 13 einen durch Verstellen der Lage desselben zur Umlaufbahn 12 veränderbaren Führungskanal 14 bildet. Der Führungskanal 14 kann z. B. durch Verschwenken des Leitelements 13 von einem sich in Drehrichtung verjüngenden bis zu einem sich erweiternden Kanal verändert werden, so dass der Strom des erfassten Gutes mehr oder weniger gebündelt und gerichtet wird.
Die in den Zeichnungen dem Boden zugekehrte und unter annähernd 450 angestellte Reihe von Zinken 11 erfasst das auf dem Boden liegende Gut und nimmt dieses unter Umlenkung durch das Leitblech 13 und unter Beibehaltung einer Stellung im wesentlichen quer zur Bewegungsrichtung des Gutes in diesem Bereich bis in etwa die durch die dargestellte obere Zinkentrommel 8 veranschaulichte Stellung mit. Bei Freikommen der Zinkenreihe vom Leitblech 13 bewegt sich das Gut infolge der
Zentrifugalkraft etwa tangential zur rückwärtigen Leitblechkante nach hinten weiter, während sich die
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Zinken 11 quer zur Bewegungsrichtung aus dem Gut herausziehen. Die Flugbahn ist dabei durch die Stellung des Leitblechs 13 bestimmt, während die Wurfweite sich aus der jeweils gewählten Drehzahl der Haspelkreuze 4 samt Trommeln 8 und der Leitblechstellung ergibt.
Diese laufen infolge der symmetrischen Anordnung der Bauteile bzw. deren Ausbildung in bezug auf die Drehachse 6 der Haspelkreuze 4 ohne Unwuchterscheinungen mit hoher Drehzahl um, so dass bei sämtlichen Arbeitsgängen einschliesslich Laden eine hohe Fahrgeschwindigkeit bei unverändert guter Bearbeitung des Gutes sichergestellt ist. Die Drehzahl der Haspelkreuze ist zweckmässig durch Änderung der Zapfwellendrehzahl regelbar und kann den jeweiligen Erfordernissen an Schichthöhe des zu bearbeitenden Gutes auf dem Boden, Art der auszuführenden Arbeit und Art des Gutes angepasst werden.
Bei Einsatz der Maschine zu Ladearbeiten wird in Fahrtrichtung an die Maschine nachfolgend ein Wagen angehängt, auf den das von den Zinken aufgenommene, während der ersten 1800 der Bewegung gehaltene und beschleunigte sowie von dem Leitblech umgelenkte, gerichtete und gebündelte Gut gelenkt wird.
Zur Verwendung der Maschine als Feldhächsler werden die Zinken 11 lediglich durch an sich bekannte Messer od. dgl. Zerkleinerungswerkzeuge ersetzt. Bei dieser Ausführung ist ein Schneiden bzw. Zerkleinern des Gutes infolge der hohen Drehzahl mit einer wesentlich gesteigerten Leistung möglich und kann in gleicher Weise mit einem Laden verbunden werden.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So ist es z. B. denkbar, die Haspelkreuze an der Vorderseite eines Ladewagens an Stelle einer Pick-up-Trommel zu lagern und ausschliesslich als Aufnahmegerät für Halm- und Blattgut zu verwenden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. LandwirtschaftlicheMaschine zum Bearbeiten bzw. Versetzen von Halm- und Blattgut mit mehreren, sich zwischen umlaufenden Endscheiben, Haspelkreuzen od. dgl. erstreckenden, gleichsinnig zur Drehrichtung der Haspelkreuze umlaufenden Zinkenträgem mit je zwei Reihen sich radial erstreckender Zinken, deren Zinkenneigung veränderbar ist und die in bodennächster Stellung der Zinkenträger eine
EMI3.1
die Zinkenträger mit einer in bezug auf die Drehzahl der Haspelkreuze (4) halbierten Drehzahl umlaufen, die Zinken (11) jeweils in bodennächster Stellung der Zinkenträger zum Boden als Ganzes unter einem Anstellwinkel von annähernd 450 in Drehrichtung geneigt sind und in Fahrtrichtung vor den umlaufenden Zinkenträgem ein an sich bekanntes Leitblech (13),-rost od. dgl.
vorgesehen ist, das mit der Umlaufbahn der Träger einen in Umlaufrichtung erweiter-oder verengbaren Führungskanal (14) bildet.