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Spinn- oder Zwirn-Ring
Die Erfindung betrifft einen Spinn-oder Zwirn-Ring, bei welchem Steg und Flansch einstückig aus einlagigem Blech geformt sind und der Flansch als doppelte, T-förmige Abwinklung mit nach aussen gerich- tetem, freien Rand ausgebildet ist.
Bei solchen Spinnringen ist es bekannt, die beiden Teile, die durch die doppelte, erst nach innen zur Ringmitte und dann nach aussen gerichtete Abwinklung entstehen, fest zusammenzudrücken, so dass sie den Ringflansch bilden. Diese Ausführungsform hat den Nachteil, dass infolge der hohen Laufgeschwindigkeit des Spinnläufers der Ringflansch wie auch der Spinnläufer selbst stark erwärmt werden, wodurch die Abnutzung beider Teile beschleunigt und die Anzahl der Fadenbrüche erhöht wird.
Bei einer andern bekannten Ausführungsform eines Spinnringes ist der Ringflansch als geschlossener Hohlraum ausgebildet und dient als Ölkammer. Die Herstellung solcher Ringe ist kompliziert und teuer ; ausserdem ist bei kleinen Spinn- oder Zwirn-Ringen die Stärke von Steg und Flansch natürlich begrenzt, so dass bei Ausbildung aus mehrlagigem Blech nur sehr geringe Stärken verwendet werden können und dadurch die Bearbeitung wesentlich erschwert wird-insbesondere die Härtung des Ringes. Auch hier ist die Kühlung, im Verhältnis zu dem Herstellungsaufwand, noch mangelhaft.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines möglichst einfach herstellbaren Spinn- oder Zwirn-Ringes, bei welchem dennoch die Kühlung des Ringflansches in hohem Masse gewährleistet ist.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass der obere Schenkel des Ringflansches im Abstand von der nach innen gerichteten Abwinklung verläuft, so dass ein nach aussen offener Luftspalt entsteht, der sich nach innen bis zur Innenseite des Innenbordes des Ringes erstreckt. Durch diese erfindungsgemässe Massnahme, die beiden gegensinnig abgewinkelten Flanschschenkel in einem gewissen Abstand voneinander zu halten und zwischen ihnen einen nach aussen geöffneten Spalt vorzusehen, wird gegenüber dem Stand der Technik das Kühlproblem durch eine einfach und billig, z. B. im Tiefziehverfahren, herstellbare Konstruktion besser gelöst. Durch den Luftzutritt bis zur Innenseite des Innenbordes des Ringes wird eine gute Kühlung des Flansches und damit eine Erhöhung der Lebensdauer des Ringes erreicht.
Im Rahmen der Erfindung kann der den Luftspalt nach oben begrenzende Flanschschenkel in an sich bekannter Weise nach aussen-abwärts geneigt sein. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der obere Flanschschenkel im Querschnitt nach oben konvex, z. B. nach einem Kreisbogen verlaufend, ausgebildet. Durch diese Massnahme wird erreicht, dass sich die Mündung des Spaltes etwa in Richtung auf das äussere Ende des umlaufenden Läufers öffnet, welcher durch seine Bewegung eine kühlende Luftströmung in dem Spalt erzeugt.
In den Zeichnungen sind zwei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Spinn- oder Zwirn-Ringes dargestellt. Es zeigen : Fig. l einen vollständigen Spinn-Ring mit zylindrischem Steg im Mittelschnitt, Fig. 2 und 3 den Ringflansch - vergrössert - allein bzw. während des Aufsetzens des Spinnläufers und schliesslich Fig. 4 eine Variante des Spinn-Ringes mit aufgesetztem Spinnläufer.
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Durch die einseitige Öffnung des Ringflansches kann ferner ein Spinnläufer 9 auf den Ringflansch leicht und ohne Gefahr einer Deformierung aufgesetzt und wieder von ihm abgenommen werden, da dabei das äussere Ende des Läufers in den Luftspalt eintreten kann (siehe Fig. 3);
die nun noch erforderliche Ausweitung des Läufers kann von dem federnden Material ohne bleibende Verformung leicht aufgenommen werden. Der obere Schenkel 7 des Flansches kann daher gegenüber dem üblichen Profil gemäss DIN 64 000 verlängert werden, ohne dass sich beim Aufsetzen der Läufer Schwierigkeiten ergeben ; diese Verlängerung ergibt eine grössere Fläche des als Kühlrippe wirkenden oberen Schenkels 7 des Flansches, wodurch die Kühlwirkung des Luftspaltes 8 noch unterstützt wird.
Die ausreichende Flanschkühlung während des Betriebes hat sich nämlich als äusserst wichtig erwiesen : während bisher angenommen wurde, dass für die Lebensdauer von Spinn-Ring und -Läufer allein die Härte der Laufflächen massgebend ist, hat sich in Versuchen mit dem erfindungsgemässen Flanschprofil gezeigt, dass auf Grund der guten Kühlung auch mit wesentlich geringeren Materialhäten eine hohe Lebensdauer erreicht wird ; dies ist darauf zurückzuführen, dass nicht mehr wie bisher ein Ausglühen des Spinnläufers und Verschleifen auf dem Ring erfolgt, sondern dass das Läufermaterial auch bei hohen Laufgeschwindigkeiten seine Anfangshärte beibehält.
Der obere Schenkel 7 des Ringflansches ist vom Ringzentrum nach aussen gegenüber der Waagrechten leicht geneigt. Es wird so vermieden, dass der Spinnläufer bei starkem Fadenzug so weit nach innen gezogen wird, dass sein Ende an der Innenseite des Steges 2 zur Anlage kommt und den ruhigen Lauf des Spinnläufers stört. Als besonders vorteilhaft hat sich ein Neigungswinkel von 7045'erwiesen.
An seinem unteren Ende wird der Ringsteg 2 (Fig. 1) von einem Tragring 10 fest umschlossen, der mit seinem Aussendurchmesser an die Aufnahme-Bohrung in der Ringbank angepasst ist. Der Tragring 10 besteht vorzugsweise aus Kunststoff und kann auf dem Spinn-Ring durch Pressen und Kleben oder durch Aufspritzenbefestigt werden jbeim Aufspritzenkann zur sichereren Halterung des Ringes der Ringsteg an seinem Aussendurchmesser mit Unebenheiten, wie z. B. Sicken, Durchdrückungen, Einkerbungen od. dgl. versehen werden. Einer Spinnring-Grösse können so wahlweise Tragringe mit verschiedenen Aussendurchmessern zugeordnet werden, wodurch Herstellungskosten eingespart werden, da die mit einem Ziehwerkzeug hergestellte Ringtype für verschiedene Ringbanksitze verwendbar ist.
Der beschriebene Spinn-Ring hat neben den genannten Vorzügen den Vorteil, dass er gegenüber den ganz oder teilweise aus massivem Material hergestellten Ausführungsformen nur ein geringes Gewicht besitzt und dadurch die mehrere Ringe tragende Ringbank leichter wird, so dass für ihren Antrieb geringere Kräfte zu überwinden sind.
Fig. 4 zeigt ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäss ausgebildeten SpinnRinges 11 im Profil. Der Ring ist ebenfalls nach dem Tiefziehverfahren hergestellt. An den Ringsteg 12 schliesst sich eine zum Ringzentrum gerichtete Abwinklung 13 an, die in einen entgegengesetzt abgewinkelten oberen Schenkel 14 des Ringflansches übergeht. Diese Abwinklungen bilden den
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gleitet. Die Abwinklung zwischen den Flanschseiten 13 und 14 ist so ausgeführt, dass ein in den Ringflansch führender Kühlluftspalt 17 entsteht. Dabei verläuft der obere Schenkel 14 des Flansches kreisbogenförmig nach aussen abfallend bis dicht an die Laufbahn des äusseren Endes des Spinnläufers ; ihre Länge ist jedoch so bemessen, dass der Spinnläufer im Normallauf nicht das Ende des oberen Schenkels des Ringflansches berührt.
Die Wirkungsweise dieser Anordnung besteht darin, dass beim Betrieb durch die Läuferbewegung am äusseren Ende 18 des Spinnläufers 16 an der Mündung 20 des Spaltes 17 ein Luftwirbel erzeugt wird, der bis in das Innere des Spaltes greift und die in diesem befindliche erwärmte Luft heraussaugt sowie frische Kühlluft zuführt. Diese Kühlluft gelangt an die der Lauffläche 15 gegenüberliegende Wan-
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des Flanschbordes 15 vermieden wird, was eine erhebliche Erhöhung der Lebensdauer von Ring und Spinnläufer zur Folge hat. Der Prozess der Kühlluftzufuhr wird besonders dadurch gefördert, dass das freie Ende des oberen Schenkels des Ringflansches auch in anderer Form, beispielsweise waagrecht mit einer schrägen oder senkrechten Abwinkelung, ausgebildet sein kann.
Wesentlich dabei ist lediglich, dass die Mündung des Kühlluftspaltes 17 oberhalb des äusseren Läuferendes liegt, wenn sich der Spinnläufer im Betriebszustand befindet, und dass das Ende des oberen Schenkels 14 des Ringflansches in diesem Zustand dicht an die Bewegungsbahn des Spinnläufers oberhalb von dessen äusserem Ende reicht.