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Schiebedeckel aus thermoplastischem Material für Schachteln und Ziehvorrichtung zur Herstellung des Deckels
Die Erfindung betrifft eine Verpackung in Form einer Schachtel mit Schiebedeckel aus thermoplastischem Material, welche insbesondere als sogenannte"Klarsichtpackung"verwendbar ist und die verschie- densten Gegenstände engumschliessend aufzunehmen vermag. Beispielsweise sollen drei Stück verpackter Seife in die Schachtel eingelegt werden können, und es kommt darauf an, dass der Schiebedeckel das eingelegte Gut nahezu zwischenraumlos bedeckt. Hiebei soll das Verpacken der von einem Transportband zugeführten Ware sowie das Verschliessen der Schachtel mit dem Deckel rasch und in einem Zuge erfolgen.
Schiebedeckel für Schachteln, bei denen zueinander parallele Wände je einen seitlich nach aussen abstehenden, in gleicher Ebene liegenden Rand aufweisen, wobei ein als Deckel dienendes Folienblatt nach der gleichen Seite hin U-förmig nach innen gefalzte Randteile aufweist, welche die beiden einander gegenüberliegenden Ränder der Schachtel von aussen umgreifen, sind an sich bekannt.
Es wurde nun gefunden, dass die Randteile des Deckels nach blossem Umbiegen um 1800 nicht leicht über die Ränder der Schachtel aufgeschoben werden können. Jedenfalls stünden in diesem Falle die umgebogenen Teile von den Schachtelrändern ab und ergeben hiedurch keinen einwandfreien Verschluss.
Das blosse Umbiegen der Randteile um 1800 wäre ferner nur bei einem Folienmaterial möglich, welches nicht spröde ist, weil sonst die Gefahr besteht, dass die umgebogenen Teile absplittern.
Um diesen Nachteilen zu begegnen, wird ein Schiebedeckel vorgeschlagen, bei dem die gefalzten Randteile des Folienblattes mit einer kreisbogenförmigen Krümmung um mehr als 1800 nach der gleichen Seite des Blattes verlaufen und sich anschliessend mit einem Knick von der Folienblattebene wegerstrecken.
Zweckmässig liegen die gefalzten Randteile mit den einen Knick bildenden Stellen mit Vorspannung am Folienblatt an.
Die Erfindung betrifft ferner die Ausgestaltung einer Ziehvorrichtung zur Herstellung des Deckels aus einer Kunststoffolie. Wesentlich ist ein plattenförmiger, der Breite des Deckels entsprechender Ziehdorn, der mit einer Bodenplatte und zwei einander gegenüberliegenden seitlichen Führungskörpern ein Lichtraumprofil bildet, welches im Querschnitt dem durchzuziehenden Folienblatt mit seinen gefalzten Randteilen entspricht. Erfindungsgemäss sind die den Randteilen des Schiebedeckels entsprechenden Partien des Lichtraumprofiles im Querschnitt kreisbogenförmig ausgebildet, wobei sie nach einer Krümmung von mehr als 1800 mit einem Knick, vorzugsweise unter einem Winkel von 20 bis 450, nach aussen divergieren.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Schiebedeckels samt Schachtel sowie der Ziehvorrichtung für die Herstellung des Deckels wird nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert, in der Fig. 1 schaubildlich eine Schachtel mit erfindungsgemässen Schiebedeckel und Fig. 2 ein Detail im Schnitt zeigen. Fig. 3 ist eine Ansicht der gesamten Vorrichtung zur Herstellung des Schiebedeckels von der Seite, Fig. 4 ist eine Draufsicht auf die Vorrichtung in Fig. 3. Fig. 5 veranschaulicht im Schnitt die Ziehvorrichtung für den Deckel.
In den Zeichnungen ist mit 1 die in bekannter Weise durch Tiefziehen einer PVC-Kunststoffolie hergestellte Schachtel bezeichnet. In der Ebene der Schachtelöffnung sind die zueinander parallelen Wän- de mit nach aussen abstehenden Rändern 2 versehen. Je zwei zueinander parallele Ränder 2, die also in einer Ebene liegen, sind von den gefalzten Randteilen 3 eines Folienblattes umschlossen, welches als Schiebedeckel 4 dient.
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Zweckmässig wird man die Schachtel in ihren Dimensionen so bemessen, dass die eingesetzte Ware dicht umschlossen ist. Durch Verschieben des Deckels kann man die Ware leicht entnehmen, beispiels- weise überprüfen und wieder in die Schachtel einsetzen und letztere unter Aufschieben des Deckels ver- schliessen.
Es hat sich nun als besonders vorteilhaft erwiesen, den umgebogenen Rändern eine gewisse Vorspan- nung zu geben, mit der sie am Folienblatt anliegen. Als günstigste Form erwies sich ein Kreisprofil, d. h., dass die den Randteilen entsprechenden Partien so gefalzt werden, dass sie im Querschnitt kreisbogenförmig sind und überdies mit Vorspannung am Deckelblatt anliegen. Nach einem weiteren Gedanken der Erfin- dung können sich die kreisbogenförmigen Partien nach einer Krümmung von mehr als 1800 mit einem
Knick von der Folienebene wegerstrecken. Diese Massnahme begünstigt das leichte Einschieben des
Deckels, indem also der Falz anschliessend an den Knick wieder aufgebogen ist.
In Fig. 3 ist im Schema eine Vorrichtung zum Ziehen der Deckel 4 dargestellt.
Auf einem Tisch 11 ist eine Folienrolle 12 gelagert. Eine Einlaufvorrichtung 13 mit einem
Führungsblech 14 und mit verschiebbarenSeitenbacken 15 ermöglicht das saubere Einziehen der Fo- lie in die anschliessende beheizbare Ziehvorrichtung 16.
Die Ziehvorrichtung 16 besteht im wesentlichen aus einer Bodenplatte 17, an der seitliche Füh- rungskörper 18 angeschraubt sind. Brückenteile 19 verbinden die Führungskörper 18 und tragen einen plattenförmigen Ziehdorn 20. Durch die Bodenplatte, den Ziehdorn und die beiden Führungskörper ist ein Lichtraumprofil 21 gebildet, welches dem Querschnitt des zu falzenden Schiebedeckels 4 ent- spricht. Es ist zu ersehen, dass die Randteile des Profils kreisbogenförmig um mehr als 180 verlaufen und an der Stelle 22 einen Knick besitzen, von dem aus sich die anschliessende Partie des Profils 21 unter einem Winkel von 20 bis 450 gegenüber der Folienblattebene wegerstreckt.
Die Führungskörper 18 sind am Anfang der Ziehvorrichtung 16 mit einer Einzugskurve versehen, die ein allmähliches Umbiegen der Randteile der durchgezogenen Folie ermöglicht.
Der Ziehvorrichtung 16 ist ein Niederhalter 23 nachgeschaltet, welcher zugleich als Kühleinrichtung dient. Das in denRandpartien gefalzteFolienblatt behält die ihm gegebene Verformung bei. Eine Transporteinrichtung 24 mit angetriebenen Gummiwalzen 25 dient zum sanften Zusammendrücken der Randteile der Folie, wodurch eine erwünschte Vorspannung erzielt wird, mit der sie an der Folie anliegen.
Der Transportvorrichtung 24 ist eine übliche Schneidvorrichtung 26 nachgeschaltet, die von einem mit einem Mikroschalter 27 versehenen Anschlag 28 gesteuert wird. Nach dem Auslösen der Schneidvorrichtung durch denMikroschalter fällt der fertige Schiebedeckel 4 über eineAblaufbahn 28 in einen Sammelbehälter 29. Mit 30 ist ein Antriebsmotor, mit 31 ein stufenloses Getriebe bezeichnet, welches über einen Antrieb 32 die Transportrollen 25 antreibt.
Es ist zu ersehen, dass durch Auswechseln bzw. Verstellen der verschiedenen Teile der Anlage Deckel beliebiger Dimensionen kontinuierlich hergestellt werden können.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schiebedeckel aus thermoplastischem Material für Schachteln, bei denen zwei zueinander parallele Wände je einen seitlich nach aussen abstehenden, in gleicher Ebene liegenden Rand aufweisen, wobei ein als Deckel dienendes Folienblatt nach der gleichen Seite hin U-förmig nach innen gefalzte Rand-. teile aufweist, welche die beiden einander gegenüberliegenden Ränder der Schachtel von aussen umgreifen, dadurch gekennzeichnet, dass die gefalztenRandteile (3) desFolienblattes mit einer kreis- bogenförmigen Krümmung um mehr als 180 nach der gleichen Seite des Blattes verlaufen und sichanschliessend mit einem Knick von der Folienblattebene wegerstrecken.