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Klemmkraft-Prüfgerät für Seilklemmen am Zugseil von Seilbahnen
Die Erfindung betrifft ein Klemmkraft-Prüfgerät für Seilklemmen zum Festklemmen von Gondeln, Ses- seln od. dgl. am Zugseil vonseilbahnen, Sesselliften od. dgl. Zur Überprüfung der Klemmkraftvon Seilklem- men am Zugseil von Seilbahnen wurden bisher lediglich mechanisch arbeitende Prüfgerät verwendet, z. B. in Verbindung miteiner Federwaage ; solche Prüfgeräte haben sich jedoch in der Praxis einerseits wegen ihrer umständlichen Handhabung und anderseits wegen der verhältnismässig ungenauen Ergebnisse nichtbewährt.
Nach der Erfindung wird nun ein Klemmkraft-Prüfgerät für Seilklemmen von besonders vorteilhafter Verwendbarkeit und auch genauer Arbeitsweise geschaffen, u. zw. dadurch, dass es mit einem am Zugseil festklemmbaren Gehäuse mit einem in seiner Längsrichtung liegenden Druckzylinder, an welchem ein Manometer angeschlossen ist sowie mit zwei im Druckzylinder gegenüberliegenden Kolben ausgestattet ist, deren einander abgewendete Kolbenstangen aus dem Druckzylinder gegenüberliegend herausragen,
wobei die eine Kolbenstange über eine aus dem Gehäuse herausragende Betätigungsspindel gegen die nachgiebig wirksame Vorspannung einer Druckfeder in den Druckzylinder hineinschiebbar ist und die andere Kolbenstange an ihrem aus dem Gehäuse parallel zum Zugseil herausragenden Ende eine zum Andruck an den einen Seilführungsansatz der Seilklemme dienende Druckplatte trägt.
Weiters kann das Prüfgerät derart ausgebildet sein, dass die Betätigungsspindel mit ihrem inneren Ende schräg gegen das Ende der aus dem Druckzylinder austretenden einen Kolbenstange hin ragt und an der Innenkante des abgewinkelten freien Endes eines im Gehäuse angeordneten Schwinghebels anliegt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Prüfgerätes ist die Betätigungsspindel in einer Gewinde- querbohrung eines im Gehäuse schwenkbar und zugleich quer zur Längsachse des Druckzylinders gelagerten Bolzens verschraubbar geführt und der Schwinghebel ist im Gehäuse um eine parallel zur Bolzenachse verlaufende und zugleich auf der dem Seil abgelegenen Seite des Druckzylinders zwischen diesem und dem Bolzen gelegene Achse schwenkbar gelagert, wobei die kurvenförmig abgerundete Aussenkante seiner Ha- kenabwinklung über das freie Ende der Kolbenstange zur Steuerung der Hineinbewegung der Kolbenstange und des Kolbens in den Druckzylinder dient.
Das erfindungsgemäss ausgebildete Klemmkraft-Prüfgerät weist gegenüber den bisher gebräuchlichen Geräten zweigrosse Vorteile auf : Es bildet eine kleine, verhältnismässig unempfindliche und leicht handhabbare Baueinheit und weiters ermöglichst es mit der Druckmessung über ein Manometer eine sehr genaue, den praktischen Anforderungen vollauf genügende Messung.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Klemmkraft-Prüfgerätes dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 ein Zugseil mit angeklemmter Seilklemme und angesetztem Klemmkraft-Prüf-
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; Fig. 2,Längsrichtung des Gehäuses verlaufender Druckzylinder 2 festgelegt ist, und ferner aus zwei im Druckzylinder 2 gegenüberliegend angeordneten Kolben 3 und 4, deren einander abgewendete Kolbenstangen 5 und 6 aus dem Druckzylinder 2 gegenüberliegend-und zugleich in Längsrichtung des Gehäuses 1 - herausragen. Der zwischen den beiden Kolben 3 und 4 eingeschlossene sowie zum Betrieb der Vorrichtung miteiner Druckflüssigkeit, z. B. Öl, angefüllte Zylinderraum steht mit einem am Druckzylinder 2 angebrachten Manometer 7 in Verbindung.
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Neben dem Druckzylinder 2 sind im Gehäuse 1 weiterhin zwei parallel nach aussen ragende Haltearme 8 und 9 festgelegt, die Bestandteile einer Klemmvorrichtung zum Anklemmen des nachte- hendnoch näher beschriebenen Klemmkraftprüfgerätes an einem Zugseil 10 einer Seilbahn, eines Ses- selliftes od. dgl. sind. Etwa an der Stelle, wo die beiden Haltearme 8 und 9 aus dem Gehäuse 1 quer nach aussen ragen, sind sie von einem zugleich quer zum Gehäuse 1 verlaufenden Lagerbolzen 11 durchsetzt, auf dem zwischen den Haltearmen eine Klemmbacke 12 schwenkbar gelagert ist.
Wie aus den Fig. l und 2 hervorgeht, verläuft eine übliche dreieckförmige Ausnehmung der Klemmbacke derart in Längsrichtung des Gehäuses l, dass das in die Klemmbacke eingelegte Zugseil 10 gerade entlang dem Gehäuse 1 und damit zugleich parallel zu den Kolbenstangen 5 und 6 gerichtet ist. Der eine Haltearm 8 endet etwa neben der Achse des in die Klemmbacke 12 eingelegten Seiles und ist dort über ein Gelenk 13 mit einem Haltebügel 14 verbunden, der aus seiner in Fig. 2 dargestellten, über die Klemmbacke 12 geschwenkten Betriebslage gemäss Fig. 2 entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeschwenkt werden kann. In der dargestellten Betriebslage kann das äussere Ende des Haltebügels 14 mit dem äusseren Ende des gegenüber dem Haltearm 8 längeren Haltearmes 9 mittels einer üblichen Verriegelungsvorrichtung 15 verriegelt werden.
An seinem aussen liegenden Stegteil ist der Haltebügel 14 von einer Klemmschraube 16 durchsetzt, die an ihrem, in der dargestellten Betriebsstellung der Klemmvor- richtungzwischendiebeidenHaltearme 8 und 9 hineinragenden inneren Ende eine zweite Klemmbacke 17 trägt. Wird die Klemmschraube 16 bei in seiner Betriebsstellung verriegeltem Haltebügel 14 in die Klemmvorrichtung hineingeschraubt, so wird dadurch das Seil 10 zwischen den beiden Klemmbacken 12 und 17 sicher festgeklemmt.
Im Gehäuse 1 ist vor dem freien Ende der Kolbenstange 5 ein Schwinghebel 18 um einen quer zum Seil 10 entlang der dem Seil abgelegenen Wandung des Gehäuses l verlaufenden Lager- bolzen 19 schwenkbar gelagert. Der Schwinghebel 18 weist ein hakenförmig gebogenes freies Ende 20 auf, wobei die kurvenförmig abgerundete Aussenkante der Hakenabwinkelung mit dem freien Ende der Kolbenstange 5 zusammenwirkt. Auf der der Kolbenstange 5 gegenüberliegenden Seite des Schwinghebels 18 ist im Gehäuse weiterhin neben dem Lagerbolzen 19 noch ein weiterer Bolzen 21 schwenkbar gelagert, der in seinem Mittelteil eine Gewindequerbohrung 22 aufweist. Die Gewindequerbohrung ist von einer Betätigungsspindel 23 durchsetzt, die mit ihrem inneren Ende an der Innenkante des abgewinkelten freien Endes des Schwinghebels 18 anliegt.
Das aus dem Gehäuse 1 herausragende äussere Ende der Betätigungsspindel 23 trägt ein Handrad 24.
Die vom Kolben 4 ausgehende Kolbenstange 6 durchsetzt das Gehäuse l nach aussen und trägt an ihrem dortigen freien Ende an der Stelle einer gelenkigen Lagerung 25 eine Druckplatte 26, die an ihrer dem Zugseil 10 zu gelegenen Seite eine der Form des spitz auslaufenden freien Endes eines üblichenSeilführungsansatzes 27 einerSeilklemme 28 angepassteAusnehmung 29 aufweist. Ausserhalb des Druckzylinders 2 trägt die Kolbenstange 6 im Gehäuse 1 noch einen Aussenbund 3D, an dem eine den nach aussen anschliessenden Teil der Kolbenstange umgebende und anderseits an der dortigen Gehäusestirnwand anliegende Druckfeder 31 abgestützt ist. Die Djuckfeder erzeugt eine nach- giebig wirksame.
Vorspannung der beiden Kolbenstangen 5,6 gegen die Betätigungsspindel.
Die von der Kolbenstange 6 durchsetzte Stirnwand des Gehäuses 1 weist zur besseren Führung der Kolbenstange 6 noch eine äussere Führungsbuchse 32 auf, auf der eine Exzenterbuchse 33 verdrehbar gelagert ist. Der Aussendurchmesser der Exzenterbuchse 33 ist so bemessen, dass die Buchse bei der in Fig. 1. dargestellten Betriebslage des Klemmkraft-Prüfgerätes mit dem durch die Druckplatte 26 hindurchragenden freien Ende eines Seilführungsansatzes 27 zusammenwirken kann. Schliesslich ist an der Exzenterbuchse 33 noch ein radial nach aussen ragender Handbetätigungshebel 34 befestigt.
Das betriebene Klemmkraft-Prüfgerät wird folgendermassen angewendet :
Es sei angenommen, dass die Klemmkraft der in Fig. 1 dargestellten, den Seilführungsansatz 27 aufweisenden Seilklemme 28 überprüft werden soll. Zu dieser Überprüfung wird das Prüfgerät gemäss der aus'Fig. l ersichtlichen Weise von rechts über das Zugseil 10 gegen den Seilführungsansatz 27 geschoben, bis die Druckplatte 26 mit ihrer Ausnehmung 29 gerade über den Ansatz ragt und an diesem spielfrei anliegt. Daraufhin wird das Gehäuse 1 mittels der den Haltebügel 14 aufweisenden Klemmvorrichtung fest am Zugseil 10 festgeklemmt, wobei die Klemmschraube 16 bei verriegeltemHaltebügel 14 entsprechend angezogen wird.
Sollte bei dieser vorbereitenden Stellung desGe- häuses 1 der Seilführungsansatz 27 an der Stelle der Druckplatte 26 noch einen nennenswerten Abstand vom Zugseil 10 haben, so wird nunmehr mittels des Handbetätigungshebels 34 die Exzenterbuchse 33 so lange verdreht und dabei gegen den Seilführungsansatz 27 gepresst, bis das Zugseil 10- dadurch entsprechend herangezogen und ausgerichtet ist.
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Daraufhin wird nunmehr das Handrad 24 langsam im Uhrzeigersinn gedreht, wodurch über den Schwinghebel 18 die Kolbenstange 5 nebstKolben 3 in den Druckzylinder 2 hineinbewegtwird.
Über die Druckflüssigkeit wird damit auch die Kolbenstange 6 aus der andern Seite des Druckzylinders 2 hinausbewegt und die Druckplatte 26 gegen den Seilführungsansatz 27 gepresst. Hiebei wird zu- nächst die Druckplatte 26 noch um einen kleinen Betrag über den Seilführungsansatz 27 zu schiebensein ; bald wird jedoch eine endgültige Anlage erreicht sein, woraufhin nunmehr der Kolben 4 und die Kolbenstange 6 gegenüber dem Druckzylinder 2 nicht weiter verschoben werden können. Eine weitere Betätigung des Handrades 24 hat also eine entsprechende Verdrängung des Drucköles nach dem Manometer 7 hin zur Folge, welches den damit erzeugten Druck, der natürlich auch auf den Kolben 4 wirkt, genau anzeigt.
Kann durch das Weiterdrehen des Handrades 24 die Anzeige des Manometers 7 bis über den vorgeschriebenen Mindestwert der Klemmkraft hinaus gedreht werden, dann ist dadurch nachgewiesen, dass die Klemmkraft der Seilklemme 28 ausreicht.
Sollte beim Betätigen des Handrades 24 der vorschriftsmässige Druck nicht erreicht werden, dann könnte dies unter Umständen auch daran liegen, dass die Klemmvorrichtung das Gehäuse 1 nicht genügend fest mit dem Zugseil 10 verbindet. Hierüber kann man sich jedoch auf einfache Weise durch geeignetes Anlegen einer üblichen Messuhr Gewissheit verschaffen.
Die Erfindung ist nicht an alle Einzelheiten des beschriebenen Ausführungsbeispiels und der dargestellten Zeichnungen gebunden. Statt der in den Unteransprüchen niedergelegten Ausgestaltungen des Hauptgedankensder Erfindung sind auch noch zahlreiche andere Abwandlungen und A usgestaltungen denkbar, ohne dass dadurch der in den nachstehenden Ansprüchen niedergelegte Schutzbereich der Erfindung verlassen wird.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Klemmkraft-Prüfgerät für Seilklemmen zum Festklemmen von Gondeln, Sesseln od. dgl. am Zugseil von Seilbahnen, Sesselliften od. dgl., gekennzeichnet durch ein am Zugseil (10) festklemmbaresGehäuse (1) mit einem in seiner Längsrichtung liegenden Druckzylinder (2), an welchem ein Manometer (7) angeschlossen ist, und durch zwei im Druckzylinder (2) gegenüberliegend angeordnete Kolben (3 bzw. 4), deren einander abgewendete Kolbenstangen (5 bzw.
6) aus dem Druckzylinder gegenüberliegend herausragen, wobei die eine Kolbenstange (5) über eine aus dem Gehäuse (1) herausragende Betätigungsspindel (23) gegen die nachgiebig wirksame Vorspannung einer Druckfeder (31) in den Druckzylinder (2) hineinschiebbar ist und die andere Kolbenstange (6) an ihrem aus dem Gehäuse (1) parallel zum Zugseil (10) herausragenden Ende eine zum Andruck an den einen Seilführungsansa tz (27) der Seilklemme (28) dienende Druckplatte (26) trägt.