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Zapfenlager für um etwa 1800 schwenkbare Fenster od. dgl.
Die Erfindung betrifft ein Zapfenlager, das für um etwa 1800 schwenkbare Fenster od. dgl. vorgesehen ist und im wesentlichen aus einem Lagergehäuse mit zwei parallelen Drehzapfen besteht, von denen einer eine feststehende Achse hat.
Es sind bereits zahlreiche verschiedene Ausführungen von Zapfenlager-Fensteraufhängungen bekannt, die jedoch durchwegs nur einen verhältnismässig kleinen Schwenkwinkel des Fensters von etwa 350 um den feststehenden Zapfen zulassen und eine weitere Schwenkbewegung um den in Beziehung zum feststehenden Zapfen versetzten zweiten Zapfen erforderlich machen.
Da dieSchwerpunktachse des Fensters in Beziehung zu zumindest einem dieser Zapfen verlagert wird, sind beträchtliche Bremskräfte erforderlich, um das Fenster in einer gewünschten Öffnungsstellung fest- stellen zu können. Das Fenster bereitet infolgedessen der Hausfrau lästige und beschwerliche Handhabungsprobleme.
Zur Beseitigung dieser Nachteile sollten die Drehzapfen nahe einander angeordnet und ihr Abstand von der Schwerpunktachse des Fensters so gering wie möglich gehalten werden, um die unausgeglichenen Kräfte auf ein Minimum zu reduzieren und die Notwendigkeit friktionssteigernder Anordnungen einzuschränken. Diese Massnahmen liessen sich jedoch mit den bekannten Konstruktionen nicht durchführen.
Das Zapfenlager soll ferner auf verschiedene Weise verstellbar sein, um in einer Fensterkonstruktion od. dgl. durch Schwankungen in den Abmessungen infolge von Schwellung od. dgl. auftretende Veränderungen und Ungenauigkeiten kompensieren zu können.
Eine weitere Forderung besteht darin, dass sich die Fensterfüllung leicht vom Fensterrahmen trennen lassen soll, ohne umständliches Ausschrauben von Bolzen od. dgl. und ohne Risiko für unbeabsichtigtes Loslösen der Füllung.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Zapfenlagers, das die Nachteile herkömmlicher Konstruktionen nicht aufweist und die Erfüllung vorstehender Forderungen ermöglicht. Ein weiterer Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines Zapfenlagers, durch das sich eine Fensterfüllung od. dgl. durch einen Winkel von etwa 900 um die feststehende Zapfenachse in einem leichten und gut ausgewuchteten Drehmoment schwenken lässt.
Das Zapfenlager nach der Erfindung besteht aus zwei parallelen Zapfen, von denen der eine starr am Fensterrahmen od. dgl. und der zweite lösbar an der Fensterfüllung od. dgl. befestigt ist. Die Zapfen sind in Form kreisrunder, verhältnismässig dicker, in einem gemeinsamen Gehäuse drehbar angeordneter Scheiben ausgeführt und mit einer vorzugsweise bogenförmigen Ausfräsung versehen, deren radiale Tiefe kleiner als der Mittenabstand zwischen den Scheiben ist. Die Scheiben überlappen einander derart, dass der Umkreis der ersten Scheibe bei ihrer Drehung durch einen Winkel von etwa 900 in die Aussparung der zweiten Scheibe eingreift und deren Drehung verhindert, bis die Aussparungen beider Scheiben einander direkt gegenüberliegen.
In dieser Stellung verriegelt eine Sperrvorrichtung die Drehung der ersten Scheibe, woraufhin der Umkreis der zweiten Scheibe in die Aussparung der ersten Scheibe eingreift und deren Drehung verhindert, während gleichzeitig die zweite Scheibe frei drehbar wird.
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Durch diese Einrichtung wird während des Schwenkens der Fensterfüllung durch einen Winkel von 900 um den feststehenden Zapfen jede Schwenkbewegung um den zweiten Zapfen unmöglich gemacht. Nach Beendigung der 900-Schwenkbewegung liegen die Aussparungen einander direkt gegenüber, und zwecks Fortsetzung der Schwenkbewegung wechselt nun die Verriegelung von der zweiten Scheibe zur ersten über.
EineAusführungsform der Erfindung wird nachstehend an Hand eines Beispieles unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, von denen Fig. 1 eine Prinzip-Seitenansicht eines Zapfenlagers für ein Schwingfenster zeigt, wobei die Lagerteile sich in ihrer dem geschlossenen Fenster entsprechenden Lage befinden, Fig. 2 die gleiche Ansicht wie in Fig. 1 bei um etwa 300 geöffneter Fensterfüllung zeigt, Fig. 3 die gleiche Ansicht wie in Fig. 1 bei um etwa 900 geöffneter Fensterfüllung zeigt, Fig. 4 die gleiche Ansicht wie in Fig. 1 bei um etwa 1800 geschwenkter Fensterfüllung zeigt, Fig. 5 einen Schnitt entlang
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- VVII - VII in Fig. l zeigt.
In den Zeichnungen wurde von einer besonderen Darstellung des Fensterrahmens und der Fensterfül- lung abgesehen, da deren mögliche Formen und Anordnungen jedem Fachmann geläufig sind.
Jede Fenstereinrichtung erfordert in der Regel die Anordnung zweier Zapfenlager, je eine für jeden seitlichen Rahmenteil. Einfachheitshalber wird nur eine Anordnung beschrieben werden, da Form und
Konstruktion der andern sich von selbst ergeben.
Unter Bezugnahmeauf Fig. 5 besteht ein Zapfenlager aus einem Gehäuse 3 zwei einander teilweise überlappenden, in kreisrunden Bohrungen 4 bzw. 5 im Gehäuse 3 drehbar angeordneten Scheiben
6,7, einer an der ersten Scheibe 6 starr angebrachten Befestigungsplatte 1 und einer an der zwei- ten Scheibe 7 lösbar angebrachten, jede Drehverlagerung zwischen den beiden Elementen verhindern- den Befestigungsplatte 2.
Platte 1 ist vorzugsweise mit einem Fensterrahmen od. dgl. und Platte 2 mit einer Fensterfüllung od. dgl. verschraubt.
Das vorzugsweise aus Leichtmetall gefertigte Gehäuse 3 weist zwei in das Gehäuse von gegenüberliegenden Seiten eingelassene, mit Boden versehene Bohrungen 4,5 kreisrunden Querschnittes auf, de- ren Durchmesser und Tiefe im wesentlichen dem Durchmesser und der Dicke der Scheiben 6,7 entsprechen und die sich ein wenig überschneiden. In den Bohrungen 4,5 ist der Boden in der Mitte für durch die entsprechende Scheibe mittig hindurchgehende Stehbolzen durchbohrt, von denen jeder mit einem gegen die Aussenwand des Gehäuses anliegenden Kopf versehen ist. Der erste dieser Bolzen 9 (Fig. 5) erstreckt sich über die gegenüberliegende Fläche der Scheibe 6 hinaus, ist mit einem Gewinde versehen und kann mittels Mutter und Unterlegscheibe an der Platte 1 befestigt werden, um die Scheibe 6 starr ar. letzterer festzuklemmen.
Der zweite Stehbolzen 12 (Fig. l) dient der drehbaren Lagerung der Scheibe 7 in der Bohrung 5 mittels einer feststehenden, mit Innengewinde versehenen Buchse (nicht dargestellt).
Beide Scheiben 6,7 sind mit offenem Schlitz radialer Erstreckung versehen, zwischen deren Enden in Deckung mit jedem Schlitz sich eine axiale Öffnung 20 mit entgegengesetzt konischen Teilen erstreckt. Diese Öffnung dient zur Aufnahme von Spreizanordnungen 13 bzw. 14, vorzugsweise aus einer konischen Schraube und einer konischen Mutter (Fig. 6) bestehend, die durch Anziehen oder Nachlassen den Schlitz erweitern bzw. verengen. Die hiedurch verursachte Veränderung der Reibung zwischen dem Umkreis jeder Scheibe und der entsprechenden Wandung jeder Öffnung 4,5, ermöglicht das Einstellen der Scheiben 6,7 in jeder Winkelstellung, unabhängig von der Lage des Schwerpunktes der Fensterfüllung.
Jede Scheibe 6,7 weist an ihrem Umkreis eine im wesentlichen bogenförmige Aussparung 15, 16 auf, die sich vorzugsweise über einen so grossen Teil der Scheibenbreite erstreckt, wie er der Länge der gemeinsamen Teile der Öffnungen 4,5 entspricht. Da auf diese Weise der Umkreis der einen Scheibe in die Aussparung der andern Scheibe eingreifen kann, können die Scheiben einander so weit überlappen, wie es der radialen Tiefe der Aussparung entspricht.
Wenn die Aussparung der einen Scheibe mitten vor dem Kreuzfeld der Öffnungen 4,5 liegt, und der Umkreis der andern Scheibe in diese Aussparung eingreift, wird ein Drehen der ersteren Scheibe verhindert, während die andere Scheibe frei drehen kann.
Die mit der Befestigungsplatte 1 fest verbundene Scheibe 6 hat in ihrer, an den Boden der Öffnung 4 angrenzenden Oberfläche eine bogenförmige Nut 18, in die ein vom Boden der Öffnung vorspringender Stehbolzen 17 zur Bildung einer Bolzen-Nut-Verbindung eingreift. Nach dem Drehen der Scheibe 6 durch einen vorbestimmten Winkel wird ihre weitere Drehbewegung durch ein Ende der gegen den Bolzen 17 anliegenden Nut 18 verriegelt. In dieser Stellung liegt die Aussparung 15 mit-
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ten vor dem Kreuzfeld der Öffnungen 4,5, mit andern Worten, die Aussparungen 15, 16 der Scheiben 6,7 liegen einander direkt gegenüber.
Die zweite Scheibe 7 kann in dieser Stellung ihre Drehbewegung beginnen, wobei ihr äusserer Umkreis in die Aussparung 15 der ersten Scheibe 6 eingreift und letztere drehfest verriegelt, während nun die zweite Scheibe 7 frei drehen kann.
Der durch die Scheibe 6 hindurchgehende mittige Bolzen 9 kann auf gegenüberliegenden Seiten abgeflacht oder mit viereckigem Querschnitt od. dgl. versehen sein und sich durch eine bogenförmige Nut 8 in der Befestigungsplatte 1 zur Bildung einer drehfesten Verbindung erstrecken. Alternativ kann die Scheibe auf dieser Seite mit einem viereckigen, in die bogenförmige Nut eingreifenden Vorsprung versehen sein. Nach Lockern der Mutter (Fig. 5) lässt sich die Mitte der Scheibe 6 entlang der bogenförmigen Nut verschieben, um auf diese Weise eventuelle, durch Abmessungsschwankungen, wie Setzung, Schwellung od. dgl. verursachte Änderungen in der Fensterkonstruktion auszugleichen.
Die mit der Befestigungsplatte 2 starr verbundene Scheibe 7 hat in ihrer an die Platte angrenzenden Oberfläche eine diametral verlaufende Nut 10, vorzugsweise mit T-Querschnitt. Diese T-Nut 10 dient zur Aufnahme eines Riegels 11 entsprechenden Querschnittes, der starr an der Befestigungsplatte 2 befestigt ist. Beim Schwenken der Befestigungsplatte 2 in Übereinstimmung mit der Fen- sterfüllung, wird folglich die Scheibe 7 bei dieser Bewegung mitgenommen. Um das Einführen des Riegels 11 in die Nut 10 zu ermöglichen, ist in der Wandung des Gehäuses 3 eine Nut mit entsprechendem Querschnitt (nicht dargestellt) vorgesehen. Die beiden Nuten sind vorzugsweise so angeordnet, dass die Fensterfüllung beim Schwenken um 1800 aus den Lagern gehoben werden kann, wobei die Nuten einander direkt gegenüberliegen. Es erübrigt sich somit jede Loslösmassnahme.
Die Fensterfüllung ist auf analoge Weise montiert.
Um ein Verstellen des Reibungseingriffes zwischen den Scheiben 6, 7 und der umgebenden Öffnungen 4,5 ohne Zerlegen irgendwelcher Teile zu ermöglichen, können durch den Boden jeder Öffnung 4, 5 Löcher 19 (Fig. l, 2 und 3) in gleichem radialem Abstand von der Mitte wie die Öffnungen 20 in den Scheiben gebohrt werden. Wenn ein Loch 19 zum Decken mit einer Öffnung 20 gebracht wird, werden dit Spreizanordnungen 13, 14 für ein geeignetes Einstellwerkzeug zugänglich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zapfenlager für um etwa 1800 schwenkbare Fenster od. dgl., bestehend aus zwei parallelen Drehzapfen, von denen der eine eine feststehende Mittelachse hat und starr an einer an der feststehenden Konstruktion, z. B. einem Fensterrahmen angebrachten Befestigungsvorrichtung befestigt ist, während der andere Drehzapfen an einem Ende starr an einer Befestigungsvorrichtung befestigt ist, die an einer beweglichen Konstruktion, z.
B. einer Fensterfüllung, angebracht werden kann, dadurch gekennzeich- net, dass die Zapfen in Form kreisrunder, verhältnismässig dicker, in einem Gehäuse (3) drehbar angeordneter Scheiben (6, 7) ausgeführt und mit einer vorzugsweise bogenförmigen Aussparung (15,16) versehen sind, deren radiale Tiefe geringer als der Mittenabstand zwischen den Scheiben ist, wobei die Scheiben einander derart überlappen, dass der Umkreis der ersten Scheibe bei deren Drehung durch einen Winkel von etwa 900 in die Aussparung der zweiten Scheibe eingreift und deren Drehung verhindert, bis
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die Aussparung der ersten Scheibe eingreift und deren Drehung verriegelt, während gleichzeitig die zweite Scheibe frei drehbar wird.