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Steuerungseinrichtung für Brennkraftmaschinen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuerungseinrichtung für Brennkraftmaschinen mit mechanisch angetriebenen, mittels eines zwischen die Übertragungsglieder des Ventilantriebes eingeschalteten hydraulischen Steuergliedes in ihrer Hubhöhe verstellbaren Ventilen, wobei das hydraulische Steuerglied aus einem Zylinder besteht, in dem von der einen Seite ein von der Nockenwelle betätigter Antriebskolben und von der andern Seite ein Arbeitskolben eingesetzt ist, der von einer im Innenraum des Zylinders zwischen dem Kolben eingeschlossenen regelbaren Menge einer Steuerflüssigkeit im Hubsinn betätigbar ist.
Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art ist der Ventilstössel dreiteilig ausgebildet und besteht aus zwei achsgleichen Kolben, die durch eine dazwischenliegende Druckfeder im Abstand gehalten sind. Der freie Raum zwischen den beiden Kolben ist durch eine radiale Bohrung über ein'Rückschlagventil und ein Absperrorgan mit Schmiermittel aus dem Druckschmiersystem der Brennkraftmaschine beaufschlagbar. Eine Mitnahme des ventilseitigen Kolbens durch den Antriebskolben und das im Raum zwischen den beiden Kolben eingeschlossene Steueröl erfolgt somit nur bei geöffnetem Absperrorgan. Das Ventil führt in dieser Betriebsstellung seine volle Hubbewegung aus.
Bei absichtlicher oder aber störungsbedingter Unterbrechung der Ölzufuhr findet eine Mitnahme des ventilseitigen Kolbens erst dann statt, wenn die Stirnflächen beider Kolben miteinander in Berührung kommen. Der dabei erzielte minimale Ventilhub reicht gerade dazu aus, den Motor auf Leerlaufdrehzahl zu halten. Damit beschränkt sich die bekannte Einrichtung auf einen selbsttätigen Ausgleich des Ventilspieles.
Die gleiche Funktionsweise zeigt auch eine weitere bekannte Steuerungseinrichtung, bei der der Zwischenraum zwischenAntriebs-und Arbeitskolben über seitliche Schlitze aus einem drucklosen eigenen Ölbehälter beaufschlagbar ist, wobei diese Schlitze durch eine koaxial zu den Kolben längsverschieblich angeordnete Hülse verschliessbar sind. Der Ventilhub kann also auch bei dieser Ausführung lediglich auf einen maximalen und einen minimalen Wert eingestellt werden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, für einen wirtschaftlichen Betrieb der Brennkraftmaschine eine Steuerungseinrichtung mit grosser Anpassungsfähigkeit an die verschiedenartige Belastung der Maschine zu entwickeln. Von der Erkenntnis ausgehend, dass Leistung und Wirkungsgrad von Brennkraftmaschinen in hohem Mass von einer genauen Regelung der Menge und des Verhältnisses der je Arbeitshub in den Zylinder gelangenden Medien abhängen, wird das Erfindungsziel dadurch erreicht, dass der Zylinder in einem am Ventilstösselgehäuse angeschlossenen Gehäuse drehbar gelagert und als Steuerhülse ausgebildet ist, deren Innenraum in an sich bekannter Weise über Eintrittsbohrungen und ein Rückschlagventil mit der Steuermittelzuleitung in Verbindung steht, und dass einer der Kolben gegen Verdrehung gesichert und mit einer schrägen Steuerkante versehen ist,
die den Rücklauf der Steuerflüssigkeit über eine radiale Rücklaufbohrung der Steuerhülse steuert.
Diese Ausbildung ermöglicht es, den Ventilhub in Abhängigkeit von der Motordrehzahl oder anderer Betriebsgrössen zu verändern, wobei der gesamte Bereich von der Ventilöffnung 0 bis zur vollen Ventil- öffnung zur Verfügung steht. Es ist daher eine optimale Anpassung der Ventilerhebung über den gesamten Regelbereich des Motors möglich. Die Vorteile der bekannten Ausführungen derartiger Steuerungseinrichtungen, wie z. B. der selbsttätige Spielausgleich für den Ventilantrieb sowie eine hohe Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit, sind auch bei der erfindungsgemäss ausgebildeten Steuerungseinrichtung voll wirksam.
In weitererAusgestaltung der Erfindung kann der Arbeitskolben an seinem inneren Ende einen zentri-
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schen, vorzugsweise zylindrischen Ansatz kleineren Durchmessers aufweisen, der in der inneren Endlage des Arbeitskolbens in eine zentrische Drosselbohrung der Steuerhülse eingreift. Diese Ausführungsart eignet. sich besonders zur Verwendung an rasch laufenden Brennkraftmaschinen, da hiebei im Bereich des inneren Hubendeseine Dämpfung der Abwärtsbewegung des Arbeitskolbens und somit eine verringerte Ventilschliessgeschwindigkeit erzielbar, sind, wodurch die mechanische Beanspruchung der Ventile und ihrer Sitze erheblich vermindert wird.
Fallweise erweist es sich als vorteilhaft, nach einem weiteren Merkmal der Erfindung den zentrischen Ansatz des Arbeitskolbens und/oder die Drosselbohrung der Steuerhülse mit von der zylindrischen Form abweichenden Umfangsflächen auszubilden, so dass sich je nach Hublage des Arbeitskolbens unterschiedliche Drosselquerschnitte ergeben. Auf diese Weise kann ein beliebiger Verlauf der Schliessgeschwindigkeit des Ventils, beispielsweise durch lineare oder progressive Abnahme des Drosselquerschnittes, und somit eine entsprechende Zunahme der Dämpfung gegen Hubende erzielt werden.
Erfindungsgemäss kann weiters der Arbeitskolben mit dem am Ventilstösselgehäuse angeschlossenen Gehäuse drehfest verbunden und als Steuerkolben mit schräger Steuerkante ausgebildet sein. In diesem Fall kann die Führung für den Steuerkolben direkt im Gehäuse oder an einem daran anschliessenden Teil vorgesehen sein.
Gegebenenfalls kann diese Führung auch einstellbar sein, so dass eine genaue Justierung der Drehlage des Steuerkolben. möglich ist.
Schliesslich besteht ein weiteres erfindungsgemässes Merkmal noch darin, dass bei jeder Stellung der Steuerhülse in der äusseren Endlage des Steuerkolbens zumindest ein Teil der Rücklaufbohrung zum Irnenraum der Steuerhülse hin freiliegt. Durch diese Massnahme wird eine ständige Ölerneuerung im Innenraum der Steuerhülse gewährleistet, so dass ein allmähliches Überhitzen des Öles vermieden wird und ein einwandfreies Funktionieren der Steuerungseinrichtung zu jeder Zeit gewährleistet ist.
Die Erfindung wird im folgenden an mehreren Ausführungsbeispielen an Hand der Zeichnungen näher erläutert : Es zeigen Fig. l einen Axialschnitt durch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen hy- draulischen Steuergliedes, Fig. 2 einen weiteren Axialschnitt durch das Steuerglied in gegenüber der Fig. l um 900 verdrehter Lage und Fig. 3 ein Ventilerhebungsdiagramm für die Steuerungseinrichtung nach Fig. 1 und 2. Fig. 4 zeigt einen Axialschnitt eines weiteren Ausführungsbeispiels und Fig. 5 das zugehörige Hubdiagramm. Schliesslich zeigt Fig. 6 eine weitere Ausführungsvariante des Steuergliedes nach der Erfindung im Axialschnitt und Fig. 7 das Hubdiagramm hiezu.
An einem Auge der Zwischenwand 2 des Motorgehäuses ist das hohlzylindrische Ventilstösselgehäuse 3 mittels seines Flansches 4 befestigt. An das Ventilstösselgehäuse 3 schliesst koaxial das mit einer zentralen abgestuften Bohrung versehene Gehäuse 5 des Steuergliedes 1 mit seinem Flansch 6 an. Der als Rollenstössel ausgebildete Ventilstössel 7 weist einen zylindrischen Führungsteil 8 auf, der im Inneren des Ventilstösselgehäuses 3 axial verschieblich und drehfest gelagert ist. Die am freien Ende des Ventilstösselgehäuses 3 aus diesem vorragende Rolle 9 des Ventilstössels 7 arbeitet mit der Nocke 10 der Nockenwelle 11 zusammen. Der Führungsteil 8 des Ventilstössels 7 besitzt die Form eines zum Gehäuse 5 hin offenen Bechers, dessen Boden eine Druckplatte 12 bildet, auf der sich eine in den Führungsteil 8 koaxial eingesetzte Schraubendruckfeder 13 abstützt.
Das andere Ende dieser Schraubendruckfeder 13 liegt an einem Absatz 14 des Gehäuses 5 unter Vorspannung auf.
Durch die Druckplatte 12 und den Boden des Führungsteiles 8 gehen zwei aussermittig symmetrisch zueinander angeordnete Austrittsbohrungen 15 hindurch. In eine zentrische Bohrung der Druckplatte 12 ist der zylindrische Antriebskolben 18 eingesetzt, der seinerseits durch einen Sprengring 16 axial unverschieblich und durch eine Nase 17, welche in der Druckplatte 12 eingearbeitet ist, drehfest mit der Druckplatte 12 bzw. dem Führungsteil 8 verbunden ist. An seinem freien, der Nok- kenwelle 11 abgewendeten Ende besitzt der Antriebskolben 18 eine über einen Teil seines Umfanges gehende schräge Einfräsung, die eine Steuerkante 19 bildet.
In der abgestuften Bohrung des Gehäuses 5 ist die als Hohlzylinder ausgebildete Steuerhülse 20 ihre Achse drehbar gelagert. Die Steuerhülse 20 weist an ihrem der Nockenwelle 11 abgekehrten Ende einen Ringflansch 21 auf, der über einen Teil seines Umfanges als Zahnsegment 22 ausgebildet ist, in welches eine in einer Querbohrung des Gehäuses 5 längsverschieblich angeordnete Zahnstange 23 eingreift. Der Ringflansch 21 der Steuerhülse 20 liegt einerseits an dem Absatz der abgestuften Bohrung des Gehäuses 5 auf, anderseits stützt sich ein am freien Ende des Gehäuses 5 in die Bohrung eingesetzter Zwischenring 24 auf der Stirnendfläche des Ringflansches 21 auf, so dass dieser axial unverschieblich festgehalten ist.
Der Zwischenring 24 dient zugleich als Anschlussstück für das Hüll-
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rohr 25 der am freien Ende des Steuergliedes 1 angelenkten Ventilstossstange 26. In die Steuerhülse 20 ist nockenwellenseitig der Antriebskolben 18 und an der der Nockenwelle 11 abgewendeten Seite der Arbeitskolben 27 eingesetzt, der an seinem freien Ende ein als Kugelpfanne ausgebildetes Drucklager 28 für das antriebsseitige Ende der Ventilstossstange 26 trägt.
Der von den Stirnflächen der im Abstand voneinander angeordneten Kolben 18 und 27 begrenzte Innenraum 29 der Steuerhülse 20 steht über vier radiale Eintrittsbohrungen 30 mit einer Ringnut 31 in Verbindung, die in der Steuerhülse 20 vorgesehen ist. In diese Ringnut 31 mündet über ein Rückschlagventil 32 die Steuermittelzuleitung 33, die den Flansch 6 des Gehäuses 5 radial durchsetzt. An der der Steuermittelzuleitung 33 gegenüberliegenden Seite des Gehäuses 5 ist ferner eine radiale Entlüftungsbohrung 34 vorgesehen die gleichfalls in die Ringnut 31 mündet und mit einer Entlüftungsschraube 35 verschlossen ist. Die Steuerhülse 20 besitzt im Bereich der Steuerkante 19 des Antriebskolbens 18 eine radiale Rücklaufbohrung 36, die in die weitere Umfangsnut 37 der Steuerhülse 20 mündet.
Die Umfangsnut 37 steht über zwei einander gegenüberliegende Verbin-
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33 und das Rückschlagventil 32 über die Ringnut 31 und die Eintrittsbohrungen 30 einströmende
Drucköl wird der von den Stirnflächen der Kolben 18 und 27 begrenzte Innenraum 29 der Steuerhül- se 20 mit Öl gefüllt.
In der in der Zeichnung dargestellten äusseren Endlage des Antriebskolbens 18, die der Schliess- stellung des Ventils entspricht, lässt der obere Rand des Antriebskolbens 18 einen kleinen Querschnitts- teil der Rücklaufbohrung 36 frei, durch den Drucköl aus dem Innenraum 29 in die Umfangsnut 37 abströmen kann, von wo es über die Verbindungsbohrungen 38 durch das Innere des Ventilstösselgehäu- ses 3 über die Austrittsbohrungen 15 zur Rolle 9 des Ventilstössels 7 gelangt und diesen schmiert.
Beim Anlaufen der Rolle 9 an der Nocke 10 der Nockenwelle 11 führt der Ventilstössel 7 in seinem Gehäuse 3 eine Aufwärtsbewegung gegen die Kraft der Schraubendruckfeder 13 unter Mit- nahme des Antriebskolbens 18 aus. Sobald der obere Rand bzw. die Steuerkante 19 des Antriebskol- bens 18 die Rücklaufbohrung 36 zur Gänze verdeckt, schliesst das im Innenraum 29 eingeschlos- sene Drucköl das Rückschlagventil 32 und treibt den Arbeitskolben 27 im Hubsinn an. Über die Ven- teilstossstange 26 und die weiteren Übertragungsglieder des Ventilantriebes wird hiebei das Ventil ge- öffnet.
Bei weiterer Drehung der Nockenwelle 11 läuft die Rolle 9 des Ventilstössels 7 von der
Nocke 10 ab und der Antriebskolben 18 wird von der Schraubendruckfeder 13, der Arbeitskolben
27 hingegen von den über das Gestänge auf ihn einwirkenden Ventilfedern abwärtsbewegt.
Bei Teillast wird durch den Regler über die Zahnstange 23 und das Zahnsegment 22 die Steuerhülse 20 verdreht, so dass die Rücklaufbohrung 36 in bezug auf die Steuerkante 19 des Antriebs- kolbens 18 eine andere Lage einnimmt. Bei der Aufwärtsbewegung des Antriebskolbens 18 kann so- mit das Drucköl aus dem Innenraum 29 so lange durch die Bohrung 36 abströmen, bis diese entspre- chend der jeweiligen Drehlage der Steuerhülse 20 von der schrägen Steuerkante 19 verschlossen wird. Erst von dieser Lage des Antriebskolbens 18 an erfolgt eine Mitnahme des Arbeitskolbens 27, so dass der Antriebskolben 18 zuerst einen gewissen Leerhub ausführt, während dem der Arbeitskolben
27 in Ruhe bleibt und anschliessend beide Kolben gemeinsam nur mehr einen Resthub ausführen.
Hier- durch ergibt sich also ein späteres Einsetzen der Ventilöffnung und somit auch ein verringerter Hub des Ventils.
Zur Stillsetzung der Brennkraftmaschine kann die Steuerhülse 20 soweit verdreht werden, dass die
Rücklaufbohrung 36 während des gesamten Hubes des Antriebskolbens 18 mit dem Innenraum 29 in Verbindung bleibt, so dass das gesamte darin eingeschlossene Drucköl durch die Bohrung 36 wegge- fördert wird ohne den Arbeitskolben 27 in Bewegung zu setzen.
Diese Vorgänge werden durch das Ventilerhebungsdiagramm der Fig. 3 verdeutlicht. Der vom Punkt
B (Hubbeginn) ausgehende voll gezeichnete Linienzug zeigt den Verlauf der Ventilerhebung bei Vollast (maximaler Ventilhub h). Dem Verlauf der Ventilerhebung bei verschiedenen Teillaststufen entspre- chen die strichlierten Linienzüge, beispielsweise der vom Punkt Bt ausgehende Linienzug mit dem ge- genüber Vollast verringerten Ventilhub h'. Die Verzögerung des Hubbeginnes entspricht hiebei der
Strecke B-B'. Die Ventilschliessbewegung setzt bei allen Lasten im Punkt S ein, da die Hubumkehr der beiden Kolben'18 und 27 durch die Nocken 10 zwangsläufig zur gleichen Zeit erfolgt. Beide
Kolben bewegen sich zuerst mit der durch den Nocken 10 gegebenen Geschwindigkeit nach unten.
Bei
Teillast setzt das Ventil nach dem Hub hl auf, d. h. der Arbeitskolben 27 kommt zum Stillstand, wogegen sich der Kolben 18 noch um den Weg h-hl weiterbewegt. Während dieses Resthubes saugt
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der Antriebskolben 18 wieder Frischöl aus der Leitung 33 an.
Bei einer weiteren Ausführungsform (Fig. 4) die sich besonders für schnellaufende Brennkraftmaschinen eignet, weist der Arbeitskolben 27, an seinem inneren Ende einen zylindrischen Ansatz 39 kleineren Durchmessers auf. Dieser Ansatz 39 ragt in der inneren Hub-Endlage des Arbeitskolbens 27, die der Schliesslage des Ventils entspricht, in eine zentrische Drosselbohrung 40 der Steuerhülse 20.
Dadurch entsteht in der Nähe der Totpunktlage des Arbeitskolbens 27 ein ölerfüllter Ringraum 41.
Beim Niedergang des Arbeitskolbens 27 kann das Öl im Ringraum 41 durch den von der Drosselbohrung 40 und dem zylindrischen Ansatz 39 gebildeten Ringspalt in den Innenraum 29 der Steuerhülse 20 entweichen. Zufolge dieser Drosselwirkungwird der Arbeitskolben 27 in der letzten Phase der Schliessbewegung verzögert. Durch entsprechende Dimensionierung des Ringspaltes kann die Schliessgeschwindigkeit des Ventils auf den gewünschten Wert eingestellt werden.
Die geänderten Hubverhältnisse dieser zweitenAusführungsvariante gehen aus Fig. 5 hervor. Während der Hubverlauf des Antriebskolbens 18, der ja der Bewegung des Ventilstössels 7 zwangsläufig folgt,
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Ansatz 39 des Arbeitskolbens 27 eine kleinere Wirkfläche als der Antriebskolben 18 besitzt, bewegt sich der Arbeitskolben 27 zunächst schneller nach aussen als der Antriebskolben 18. Der bis zum Austreten des zylindrischen Ansatzes 39 aus der Drosselbohrung 40 zurückgelegte Hub des Arbeitskolbens 27 ist daher grösser als der Hub des Antriebskolbens 18. Dem Austrittszeitpunkt des Ansatzes 39 aus der Drosselbohrung 40 entspricht der Punkt B+ im Diagramm.
Da nun die volle Wirkfläche des Arbeitskolbens 27 von Öl beaufschlagt ist, folgt der Arbeitskolben 27 anschliessend der Bewegung des Antriebskolbens 18.
Bei Vollast wird die Rücklaufbohrung 36 von der Steuerkante 19 des Antriebskolbens 18 nicht geöffnet, so dass der Arbeitskolben 27 dem Antriebskolben 18 zunächst bis zum Punkt B folgt.
Von Punkt B'bis B 'bleibt die Stellung beider Kolben unverändert. Von B'an folgt der Arbeits- kolben 27 der rückläufigen Bewegung des Antriebskolbens 18, bis der zylindrische Ansatz 39 in Punkt B 4 in die Drosselbohrung 40 eintaucht und die Öldämpfung wirksam wird. Die Bewegung des Arbeitskolbens 27 wird dadurch gegenüber der des Antriebskolbens 18 verzögert, bis im Punkt Bs das Ventil aufsitzt und der Arbeitskolben 27 zum Stillstand kommt.
Bei Teillast gibt nach einem Teilhub hl die Steuerkante 19 des Antriebskolbens 18 den Ölablauf durch die Rücklaufbohrung 36 frei (Punkt C). Je nach Grösse des freigegebenen Querschnittes entweicht das Öl aus dem Innenraum 29 der Steuerhülse 20 mehr oder weniger schnell, wobei sich der Arbeitskolben 27 trotz der gegenläufigen Bewegung des Antriebskolbens 18 nach innen bewegt und von Punkt C1 nach C2 gelangt. In C schliesst der Antriebskolben 18 wieder die Rücklaufbohrung 36 und von da an führen die beiden Kolben wieder eine gemeinsame Bewegung aus, bis für den Arbeitskolben 27 im Punkt C wieder die Öldämpfung wirksam wird.
Im Bereich kleinerer Teillasten erfolgt das Öffnen der Rücklaufbohrung 36 bereits nach Zurückle- gen des kleinen Teilhubes h des Antriebskolbens 18 (Punkt D). Unter Einwirkung der Ventilfederkraft bewegt sich der Arbeitskolben 27-D nach innen, worauf die Dämpfung wirksam wird. In Punkt D setzt das Ventil bzw. der Arbeitskolben 27 auf.
Wie ersichtlich, hängt unterhalb einer gewissen Teillast die Ventil-Schliessbewegung nur noch von der Federkraft der Ventilfedem und den Strömungsverhälmissen der Abflussbohrung ab, während oberhalb dieser Teillast die Schliessbewegung noch von der Ablaufkurve des Nockens. 10 beeinflusst ist.
Bei der weiteren Ausführungsvariante gemäss Fig. 6 ist der Antriebskolben 18 vollkommen glatt ausgeführt und seine Steuerkante wird von der innenliegenden Kolbenstimfläche gebildet. Hingegen ist der Arbeitskolben 27 mit einer schrägen Steuerkante 192 versehen, die mit einer Rücklaufbohrung 361 der Steuerhülse 20 zusammenarbeitet. Bei dieser Ausführung entfällt eine Drehsicherung des Antriebskolbens 18, wogegen der Arbeitskolben 27 mittels zweier in feststehende Nuten 42 eingreifender Nasen 43. gegen Verdrehen gesichert ist.
Das Hubdiagramm gemäss Fig. 7 gibt die geänderten Hubverhältnisse bei der Variante der Fig. 6 wie-
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ve in Fig. 5.
Bei Teillast öffnet sich die Rücklaufbohrung 361 nach einem Teilhub hl und Öl strömt aus dem Innenraum 29 ab. Da zum Ausströmen ein gewisser Mindestquerschnitt freigelegt werden muss. legt der Arbeitskolben 27 noch den Weg y zurück, erreicht damit den Hub h und beginnt sich nun unter
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dem Einfluss der Ventilfederkraft wieder nach unten zu bewegen bis die Rücklaufbohrung 36 wieder verschlossen ist (Punkt C). Anschliessend folgt der Arbeitskolben 27 den Bewegungen des Stössels 7 bzw. des Antriebskolbens 18 nachdemLinienzugC-C-C.VonPunktCbiszumHübendeC ist wieder die Öldämpfung wirksam.
Für die. einwandfreie Funktion des Steuergliedes 1 ist es von Vorteil die Querschnitte der Steuermittelzuleitung 33 und der Rücklaufbohrung 36 bzw. 361 derart aufeinander abzustimmen, dass ein sicheres Auffüllen des Innenraumes 29 mit Drucköl gewährleistet ist und dass bei Teillast das überschüssige Öl über die Rücklaufbohrung 36, 361 weggefördert wird ohne dass während des Leerhubes des Steuerkolbens. 18 ein Anheben des Arbeitskolbens 27 stattfindet.
Im Rahmen der Erfindung sind weitere Ausgestaltungen der Steuereinrichtung über das gezeigte Ausführungsbeispiel hinaus ohne weiteres möglich. Beispielsweise könnte die vorstehend beschriebene hydraulische Ventilverstellung bei Gasmotoren nicht nur zur Steuerung des Gasventils, sondern auch des Lufteinlassventils verwendet werden, wobei dann beide Steuerungseinrichtungen durch ein gemeinsames Gestänge bedient werden könnten. Die Abstimmung des richtigen Mengenverhältnisses von Gas und Luft in allen Regelbereichen könnte hiebei durch entsprechende Ausbildung der Steuerkanten herbeigeführt werden. Bei einer derartigen Regeleinrichtung entfallen somit auch alle zusätzlichen Luftklappen.
Ferner wäre eine Ausführungsvariante möglich, bei der die Steuerhülse 20 statt verdreht zu werden axial verschoben wird. In diesem Fall entfällt die schräge Steuerkante am Steuerkolben und man kommt mit glattem Kolben aus.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Steuerungseinrichtung für Brennkraftmaschinen mit mechanisch angetriebenen, mittels eines zwischen die Übertragungsglieder des Ventilantriebes eingeschalteten hydraulischen Steuergliedes in ihrer Hubhöhe verstellbaren Ventilen, wobei das hydraulische Steuerglied aus einem Zylinder besteht, in den von der einen Seite ein von der Nockenwelle betätigter Antriebskolben und von der andern Seite ein Arbeitskolben eingesetzt ist, der von einer im Innenraum des Zylinders zwischen den Kolben eingeschlossenen re- gelbarenMenge einerSteuerflüssigkeit im Hubsinn betätigbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder in einem am Ventilstösselgehäuse (3) angeschlossenen Gehäuse (5) drehbar gelagert und als Steuerhülse (20) ausgebildet ist, deren Innenraum (29)
in an sich bekannter Weise über Eintrittsbohrungen (30) und ein Rückschlagventil (32) mit der Steuermittelzuleitung (33) in Verbindung steht, und dass einer der Kolben (18,27) gegen Verdrehung gesichert und mit einer schrägen Steuerkante (19) versehen ist, die den Rücklauf der Steuerflüssigkeit über eine radiale Rücklaufbohrung (36) der Steuerhülse (20) steuert.