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Handspritzpistole zum elektrostatischen Farbspritzen
Die Erfindung betrifft eine Handspritzpistole zum elektrostatischen Farbspritzen, bei der zwischen einem rotierenden, insbesondere aus Kunststoff hergestellten, einen Halbleiter bildenden Spritzkopf und einer Hochspannungsquelle ein hochohmiger Widerstand zwischengeschaltet und der am Erdpotential lie- gende Handgriff der Pistole am einen Ende und der Spritzkopf am anderen Ende eines rohrförmigen Trägers aus Isolierstoff angeordnet ist.
Ein bekanntes Handspritzgerät dieser Art hat den Nachteil, dass zur Erzeugung der benötigten Hochspannung als Stromquelle ein Generator vorgesehen ist, der nach dem Prinzip der elektrostatischen Teilung funktioniert, jedoch allzu grossen Raum beansprucht, und dessen Herstellung und Betrieb mit hohen Kosten verbunden ist. Um die verwendete Elektronenröhre aufzuheizen, dauert die Induktion der Hochspannung ungefähr eine halbe Minute und dies gibt beim jeweiligen Neueinschalten nach den zwischen den einzelnen Anstrichzeitabschnitten benötigten Pausen einen bedeutenden zusätzlichen Zeitverlust.
Zur Vermeidung dieses Nachteiles wird gemäss der Erfindung vorgeschlagen, zur Erzeugung des elektrostatischen Feldes einen spannungsmultiplizierenden Oszillator vorzusehen. Dieser ist nämlich bedeutend einfacher, kleiner und billiger herzustellen, als der nach dem Prinzip der elektrostatischen Teilung arbeitende Generator, ferner ist er geeignet, beim Einschalten praktisch ohne Zeitverzug in Betrieb gesetzt zu werden, wodurch die Nebenzeiten beim Farbenspritzen stark herabgesetzt werden.
In der Zeichnung ist als Beispiel das erfindungsgemässe Gerät in zwei Ausführungen dargestellt. Fig. 1
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einem Ständer montierte Spritzpistole dargestellt. Fig. 3 ist der vertikale Schnitt der axialen Luftführungkonstruktion des Spritzkopfes in grösserem Massstab.
Fig. 4 ist die linksseitige Seitenansicht gemäss Fig. 3. In Fig. 5 ist der Weg der gespritzten Farbe und die Lage des Spritzbildes bei Verwendung eines Spritzkopfes gemäss Fig. 3 und 4 dargestellt. Fig. 6 veranschaulicht die Spritzkopfkonstruktion mit radialer Luftführung.
Am Gerät ist ein Griff l (Fig. l), eine Betätigungsklinke 2 und ein rohrförmiger Träger 3 aus Isolierstoff vorgesehen, mit dem der unter Hochspannung gesetzte Spritzkopf oder die Zerstäuberglocke 15 vondemaufErdpotentialgebrachtenHandgriff1isoliertwird. DieFarbelässtsichunterderWirkung des Behälter-Luftdruckes oder unmittelbar mit Hilfe einer Pumpe durch die Rohrleitung 4 hindurch zu dem im Handgriff 1 befindlichen Ventil 5 führen, welches sich mit Hilfe der Klinke 2 gegen die Feder 13 öffnen lässt.
Der Farbstoff strömt vom geöffneten Ventil 5 über das Rohr 6, das Kunststoff-Isolierrohr 7 und das Mundstück 8 hindurch in den Napf 16 des Spritzkopfes 15, erreicht durch die kreisbogenförmigen Schlitze 22 (Fig. 4) den äusseren Rand des Spritzkopfes 15 und gelangt schliesslich unter der Wirkung des elektrostatischen Kraftfeldes zum Werkstück.
Zum Drehen des Spritzkopfes 15 dient im gezeigten Beispiel die von einem Kompressor hergestell- te Pressluft, welche über den Schlauch 9 (Fig. 1) dem im oberen Teil des Griffes 1 befindlichen Luftventil 10 zuströmt, wobei sich dieses gegen die Federkraft 14 ebenfalls von der Klinke 2 öff-
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lässt. Die Luft erreicht, vom Ventil(in Fig. 1 sind nur die beiden Endstücke des Rohres 11 dargestellt). Die Luft strömt durch die Düse 12 zu den schräg liegenden Bohrungen 17 und bringt den Spritzkopf 15 zum Drehen.
Die zum Zerstäuben benötigte Spannung von 60 bis 80 kV wird zu dem am Tragrohrende 7 befestigten Teil des Spritzkopfes 15 mit Hilfe des durch den Griff 1 der Pistole geführten, polyäthylen-
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isolierten Hochspannungskabels 18 - den Widerstand 21 mit 20 - 200 Megohm passierend-geleitet, wobei dieser Widerstand das Entstehen einer die Bildung glühender Funken verursachenden Stromstärke wirksam verhindert. Schliesslich sind am Pistolengriff 1 die Befestigungsösen 19 - 20 vorgesehen, um die Pistole nach Fig. 2 am Ständer fixieren zu können.
In Fig. 5 ist eine andere Ausführungsform dargestellt, welche geeignet ist, die Pistole als Nachspritzgerät imFarbspritzautomaten zu verwenden bzw. den Farbstoff zu tiefliegenden, schwer erreichbaren Ausnehmungen eines Werkstückes vordringen zu lassen. Bei dieser Bauart nimmt das Mundstück bzw. die Öffnung der Düse 12 eine Lage in geradliniger Verlängerung der Düse ein, und eine kranzartig angeordne- teReihe von schrägen Bohrungen 17 ermöglicht die Drehung des Spritzkopfes 15 nach Art eines Tur binenrades (Fig. 4). Durch die von dem aus dem Spritzkopf strömenden Luftstrahl erzeugte Druckverminderung bzw. Saugwirkung lässt sich die Bahn der vom Rand 23 des Spritzkopfes herausgeschleuderten Farbteilchen in gewünschtem Masse gegen die Mitte ablenken.
Bei der Bauart nach Fig. 6, bei der die Spritzpistole nicht als Hilfs- sondern als Hauptgerät verwendet wird, ist eine Ablenkung des Farbstrahls nicht notwendig, und so wird der aus der Düse heraustretende Luftstrahl seitwärts (radial) geführt. Zu diesem Zwecke sind am Streukopf 15 an Stelle der schrägen Bohrungen 17 einige Radialschaufeln 24 vorgesehen. Das Mundstück bzw. die Öffnung 25 der Düse 12 liegt radial und befindet sich in einer auf die Schaufeln 24 gerichteten Lage.
Gemäss einer andern nicht dargestellten Bauart kann dasEndsti1ck der Düse 12 von der axialen Lage in die radiale gedreht werden oder ist austauschbar ausgeführt ; in diesem Fall sind am Spritzkopf 15 die schrägen Bohrungen 17 und die radialen Schaufeln 24 zugleich angebracht.