<Desc/Clms Page number 1>
Luftreifen mit abnehmbarem Laufband
Die Erfindung bezieht sich auf Luftreifen mit abnehmbarem Laufband, d. h. also auf Luftreifen, die aus einem ringförmigen Laufband und einer tragenden Reifenhülle zusammengesetzt sind.
Luftreifen dieser Art, bei denen die Innenfläche des ringförmigen Laufbandes ein komplementär zur Oberfläche der tragenden Reifenhülle geformtes Profil hat und das Laufband an der tragenden Reifenhülle nur durch die Reibungskräfte festgehalten wird, die zwischen diesen beiden Teilen auftreten, wenn der Reifen aufgeblasen ist, sind an sich bekannt. Um dabei einen festen Sitz des Laufbandes sicherzustellen, ist dieses an seiner Innenseite mit einer undehnbarenBewehrungseinlage versehen, deren Innendurchmesser kleiner ist als der Aussendurchmesser, den die tragende Reifenhülle beim Aufblasen derselben ohne Laufband annehmen würde.
Bei Luftreifen der vorstehend angegebenen Art ist die tragende Reifenhülle oft mit einer Protektoreinlage versehen, die ausserhalb der Karkasse in der Nähe der Aussenfläche der Reifenhülle liegt. Diese Protektoreinlage besteht aus einem oder mehreren Streifen, vorzugsweise zwei Streifen, die üblicherweise aus metallischen Cordfäden hergestellt sind, welche in jeder Streifenlage parallel zueinander verlaufen und in bezug auf die Umfangsrichtung des Reifens unter einem Winkel geneigt sind, der gewöhnlich zwischen 40 und 700 liegt.
Bei Luftreifen dieser Art, bei welchen also die Verbindung zwischen dem ringförmigen Laufband und der Karkasse durch die vom Aufblasdruck erzeugten Reibungskräfte bewirkt wird, sind diese Kräfte an sich ausreichend, um eine feste Verbindung zwischen den erwähnten beiden Reifenteilen sicherzustellen, so dass die Berührungsflächen der tragenden Reifenhülle und des ringförmigen Laufbandes vollkommen glatt und zylindrisch ausgeführt werden könnten.
Es wurde nun aber durch Versuche festgestellt, dass erhebliche Vorteile erzielt werden können, wenn diese Berührungsflächen an beiden Reifenteilen mit komplementären Längsnuten und Längsrippen versehen werden, weil auf diese Weise eine vollkommene Zentrierung des Laufbandes beim Zusammenbau mit der tragenden Reifenhülle erreicht werden kann und überdies verhindert wird, dass während der Fahrt eines mit solchen Luftreifen bereiften Fahrzeuges durch wiederholt in gleicher Richtung auf den Reifen einwirkende Querkräfte eine auch nur geringfügige seitliche Verschiebung des Laufmantels bewirkt wird.
Die Anwendung solcher Nuten und Rippen erfordert aber, dass zwischen der Projektoreinlage und der Bewehrung desLaufbandes eineGummilage vorgesehen wird, deren Dicke mindestens gleich der Tiefeder Nuten ist, wie dies aus Fig. 1 der Zeichnung ohne weiteres entnommen werden kann. Eine derartige Gummilage bringt aber erhebliche Nachteile mit sich. Insbesondere ergibt sich in der zwischen den widerstandsfähigen Einlagen der Reifenhülle und des Laufbandes eingefügten Gummischicht eine erhöhte Wärmeentwicklung beim Lauf des Reifens, und diese erhöhte Wärmeentwicklung in einem sehr empfindlichen Reifenteil kann zu einer wesentlichen Verkürzung der Lebensdauer des Reifens führen. Überdies werden durch eine derartige Gummilage das Gewicht und die Kosten des Reifens wesentlich erhöht.
DieErfindung zielt nun darauf ab, einen Luftreifen mit abnehmbarem Laufband zu schaffen, bei dem Nuten und Rippen der vorstehend erläuterten Art vorgesehen sind, ohne dass dabei die geschilderten Nachteile auftreten.
Ein gemäss der Erfindung ausgebildeter Luftreifen mit abnehmbaremLaufband besteht aus einem ringförmigen Laufband mit einer undehnbaren Bewehrungseinlage und einer tragenden Reifenhülle mit einer
<Desc/Clms Page number 2>
Karkasse und einer Protektoreinlage, wobei die Innenfläche des ringförmigen Laufbandes ein komplemen- tär zur Oberfläche der tragenden Reifenhülle geformtes Profil hat ;
er ist dadurch gekennzeichnet, dass auf der Oberfläche der tragenden Reifenhülle in jener Zone, die in Berührung mit dem Laufband steht, zwei symmetrisch bezüglich der Mittelumfangsebene des Reifens angeordnete Längsnuten vorgesehen sind, welche einen mittleren, glatten Oberflächenteil begrenzen, dessen Breite gleich der Breite des radial äussersten Streifens der Protektoreinlage oder grösser als diese ist, wobei die Tiefenlage des äussersten Streifens der Protektoreinlage gemessen von der Oberfläche der tragenden Reifenhülle, höchstens gleich der Tiefe der Längsnuten ist.
Auf diese Weise kommt dieProtektoreinlage oder zumindest der äusserste Streifen derselben zwischen zwei Längsrippen an der Innenfläche des ringförmigen Laufbandes zu liegen, wenn dieses mit der tragendenReifenhülle zusammengebaut wird. Die widerstandsfähigen Einlagen dieser beiden Reifenteile können daher einander in gewünschtem Ausmass genähert werden, so dass die Dicke der Gummilage, welche die einleitend geschilderten Nachteile verursacht, herabgesetzt werden kann.
Die zweckmässigste Tiefe der Nuten muss von Fall zu Fall unter Berücksichtigung der Reifengrösse und der gesamten Beanspruchungen, denen der Reifen voraussichtlich ausgesetzt wird, ermittelt werden. Im allgemeinen kann aber diese Nutentiefe kleiner sein als bei Luftreifen der einleitend angegebenen Art, weil jener Teil der tragenden Reifenhülle, welcher zwischen den Rippen an der Innenfläche des ringförmigen Laufbandes eingreift, durch die Protektoreinlage verstärkt und daher in Querrichtung weniger deformierbar ist, als dies der Fall wäre, wenn dieser Teil des Reifens nur aus Gummi bestünde.
Die Erfindung bringt noch den weiteren Vorteil mit sich, dass die beiden rippenartigen Längsvorsprünge in der Vulkanisierform, welche den Zweck haben, in der tragenden Reifenhülle die erwähnten Längsnuten auszuformen, jegliche Verschiebung der Protektoreinlage während der Formungs- und Vulkanisiervorgänge verhindern, so dass es möglich ist, eine tragende Reifenhülle zu erhalten, in welcher die Protektoreinlage vollkommen zentriert liegt.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Längsnuten in der tragenden Reifenhülle beiderseits des äussersten Streifens der Protektoreinlage angeordnet ; in diesem Fall ist die Nutentiefe vorzugsweise nicht grösser als die Tiefenlage dieses äussersten Protektorstreifens, wobei unter"Tiefenlage"in diesem Zusammenhang die Dicke des Streifens aus parallelen, gummierten Cordfäden zusätzlich der Dicke derGummilage verstanden werden soll, welche die gesamte Einheit. abdeckt und die Aussenfläche der tragenden Reifenhülle bildet.
Bei einem ändern Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Breite des mittleren, glatten Oberflächenteiles der tragenden Reifenhülle gleich derGesamtbreite derProtektoreinlage, so dass die Längsnuten in der tragenden Reifenhülle beiderseits der gesamten Protektoreinlage zu liegen kommen ; in diesem ist die Nutentiefe vorzugsweise höchstens gleich der Tiefenlage des innersten Streifens der Protektoreinlage, wobei zur Dicke der Protektoreinlage wieder die Dicke der Gummilage zugerechnet werden muss, welche die Aussenfläche der tragenden Reifenhülle bildet.
Die Erfindung soll nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung genauer erläutert werden, in der Fig. l einen Querschnitt eines Luftreifens bekannter Art darstellt, wogegen die Fig. 2 und 3 Querschnitte durch erfindungsgemässe Luftreifen zeigen.
In Fig. 1 ist mit 1 ein ringförmiges Laufband bezeichnet, das mit einer undehnbaren Bewehrungseinlage 2 versehen ist. DasLaufband 1 ist an einer tragenden Reifenhülle 3 angeordnet, die eine Karkasse 4 und eine durch zweistreifenlagen 5 und 6 gebildete Protektoreinlage aufweist. Die tra- gende Reifenhülle 3 und das Laufband l haben in bekannter Weise komplementär zusammenwirkende Kupplungsprofile, die durch eine Reihe von Längsnuten und Längsrippen gebildet werden, so dass es erfor-
EMI2.1
fens 5 der Protektoreinlage sind nun erfindungsgemäss Längsnuten 7 vorgesehen, während an der Innenfläche des Laufbandes zwei Längsrippen 8 ausgeformt sind, welche in die Längsnuten 7 eingreifen.
Der äusserste Streifen 5 der Protektoreinlage liegt dabei im fertigen Reifen zwischen den Längs- rippen 8 des Laufbandes und demgemäss liegen die Bewehrungseinlagen 2 und die Protektoreinlage 5,6 in nur geringem Abstand voneinander.
Fig. 3 zeigt einen Luftreifen mit ähnlichem Aufbau wie Fig. 2 ; der einzige Unterschied gegenüber der Ausführung nach Fig. 2 besteht darin, dass die Längsnuten 7 in der Reifenhülle 3 beiderseits der
<Desc/Clms Page number 3>
gesamtenProtektoreinlage liegen, die von den Streifen 5 und 6 gebildet wird, so dass im fertigen Reifen die gesamte Protektoreinlage zwischen den Rippen 8 des Laufbandes 1 zu liegen kommt.
Es versteht sich, dass die vorbeschriebenen Beispiele im Rahmen der Erfindung noch verschiedene Abwandlungen zulassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Luftreifen mit abnehmbarem Laufband, bestehend aus einem ringförmigen Laufband mit einer undehnbaren Bewehrungseinlage und einer tragenden Reifenhülle mit einer Karkasse und einer Protektoreinlage, wobei die Innenfläche des ringförmigen Laufbandes ein komplementär zur Oberfläche der tragenden Reifenhülle geformtes Profil hat, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Oberfläche der tragenden Reifenhülle in jener Zone, die in Berührung mit dem Laufband steht, zwei symmetrisch bezüglich der Mittelumfangsebene des Reifens angeordnete Längsnuten vorgesehen sind, welche einen mittleren, glattenOberflächenteil begrenzen.
dessen Breite gleich der Breite des radial äussersten Streifens der Protektoreinlage oder grösser als diese ist, wobei die Tiefenlage des äussersten Streifens der Protektoreinlage, gemessen von der Oberfläche der tragenden Reifenhülle, höchstens gleich der Tiefe der Längsnuten ist.