AT23624B - Hilfsvorrichtung zur Vermeidung von Überspannungen beim Schalten in Hochspannungsanlagen. - Google Patents

Hilfsvorrichtung zur Vermeidung von Überspannungen beim Schalten in Hochspannungsanlagen.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Hilfsvorrichtung zur Vermeidung von Überspannungen beim Schalten in Hochspannungsanlagen. 



   Beim Ein-und Ausschalten von Hochspannungskabeln, längeren Freileitungen und   überhaupt Hochspannungsapparaton müssen   bekanntlich besondere Vorsichtsmassregeln angewendet werden, damit nicht durch die Funkenstrecken Schwingungen eingeleitet und gefährliche Überspannungen erzeugt werden. Solche Überspannungen sind bekanntlich am meisten zu fürchten beim Schalten unbelasteter Kabel. Die dagegen anzuwendenden Massnahmen müssen natürlich immer den Zweck haben, das abzuschaltende Kabel auch während des Öffnens des Schalters noch im vorherigen Spannungszustande zu erhalten, um das Auftreten von oszillatorischen Entladungen an den Funkenstrecken zu verhindern und demnächst nach Öffnen dos Schalters das abgetrennte Kabel spannungslos zu machen.

   Zu dem Ende hat man bisher regelbare (drehbare) Transformatoren benutzt oder Drosselspule mit Windungsschaltern, endlich auch besondere Anlassmaschinen. In einfacherer Weise und betriebssicherer wird der Zweck mit der nachfolgend beschriebenen Hilfsvorrichtung erreicht. 



   Die Vorrichtung und   Schaltungsanordnnng   ist in der Figur   schematisch   dargestellt. in der beispielsweisen Anwendung auf ein Dreiphasennetz. Darin bedeutet 9 einen Dreh-   stromgenerator,'11   die zugehörigen   Netzleitungen,   von denen unter Vermittlung der Schalter 8 die Kabel   k abgezweigt   sind. Die Hilfsvorrichtung besteht nun aus einem Transformator mit drei Wicklungen, von denen w1 und   w2   gleiche Windungszahlen haben und in gleichem 
 EMI1.1 
 die zweckmässig für niedrige Spannung bestimmt wird, ist auf einen induktionsfreien Widerstand   r von angemessener Grösse geschaltet.   



    Denkt man sich zunächst die Wicklung 103 offen, sämtliche Schalter aber geschlossen, so wird in den gleichen Wicklungen w1 und w : ! nur der Magnetisierungsstrom des Trans-   formators fliessen.   Hinsichtlich   der Magnetisierungsverhältnisse wird nichts geändert, wenn die Wicklung w3 auf den induktionsfreien Widerstand r geschaltet ist. Nahezu die gleiche Spannung der Anschlusspunkte von w1 und w2 bleibt aber auch noch erhalten, wenn nunmehr die Schalter s, die, wie   üblich,   zu einem dreipoligen Schalter zusammengefasst zu   denken sind, geöffnet werden   ; infolgedessen können sich auch keine Funkenstrecken an dun Schaltern und   keine Schwingungen in   den Kabeln ausbilden. 



     Ebenso werden gefahrliche Schwingungen   in den Kabeln vermieden, wenn nun ferner die Schalter s1 geöffnet werden. da an den Schaltern Lichtbogen entstehen, deren Grösse von dem Widerstande r abhängt. Solche Lichtbögen lassen bekanntlich keine schnellen Schwingungen auftreten, im Gegensatz zu den   scharf knallenden Ladungsfunken beim   Schatten unbelasteter Kabel, die stets Schwingungen veranlassen. Die Anwendung des   lu-   lastungswiderstandes wirkt also schwingungsdämpfend. 



   Der Gebrauch der Vorrichtung ergibt sich ans vorstehendem, das sich sinngemäss   natürlich   auf Netze jeder Phasenzahl bezieht, wie folgt :
Sollen die unbelasteten Kabel k vom Netze altgetrennt werden, so werden zunächst die bis dahin offenen Schalter s, und   82   der Hilfsvorrichtung geschlossen, darauf die Schalter s geöffnet, sodann die Schalter si wieder geöffnet, worauf endlich durch Öffnen der Schalter s2 die Kabel auch von der   Hilfs\ orrichtung   getrennt werden. 

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 EMI2.1 
 Gefährdung wirksam vorgebeugt wird. 



   Die Hilfsvorrichtung, die oben in der Anwendung zum unmittelbaren Verbinden der Kabel mit dem Netze und zum Abtrennen erläutert wurde, ist auch sehr geeignet zur Spannungsprüfung von Kabeln. Man benutzte bisher einen besonderen Generator, wenn nötig in Verbindung mit einem Transformator, der allmählich auf die   Pr (tfepannung   gebracht wurde. Ein solcher besonderer Generator steht aber im allgemeinen nicht zur Verfügung und man musste deshalb als einfacheres Mittel einen Prüftransformator benutzen,   dessen   eine Wicklung an das Netz angeschlossen, dessen andere Wicklung mit den zu prüfenden Kabeln verbunden wurde.

   Diese   Prüfungseinrichtung   hat ersichtlich wieder den Nachteil im Gefolge, dass durch das Schliessen und Öffnen der Verbindungen des Transformators Überspannungen erzeugt werden, die weit über die beabsichtigte   Prüfspannung   hinausgehen. 



  Mit der Hilfsvorrichtung können nun aber die zu prüfenden Kabel ohne Gefahr durch Überspannungen mit dem Netze verbunden oder von ihm getrennt werden, wie beschrieben. 



  DieHauptschalterssindfürdieBenutzungderVorrichtungzuPrüfzweckenoffenbezw. 
 EMI2.2 
   Prüfen   benutzt werden, so ist das Übersetzungsverhältnis der Wicklungen   M   und   iv, nicht,   wie vorher, als 1 : 1 sondern in einem der beabsichtigten Prüfspannung entsprechenden zu wählen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
1. IIilfsvorrichtung zur Vermeidung von Überspannungen beim Schalten in Hochspannungsanlagen, gekennzeichnet durch einen Transformator mit drei Wicklungen, von denen die erste durch Schalter mit dem Netze, die zweite mit den Anschlusspunkte der Kabel oder der Apparate verbunden wird, während die dritte auf einen Belastungswiderstand geschlossen ist, derart, dass beim Schliessen und Öffnen der Schalter in geeigneter Folge durch die dämpfende Wirkung des Belastungswiderstandes die Ausbildung von Funkenstrecken und Schwingungen vermieden wird.

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform der Hilfsvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Anordnung der ersten und zweiten Wicklung im Verhältnisse 1 : 1, zu dem Zwecke, durch Anschliessen dieser Wicklungen vor und hinter den Hauptschaltern der Kabel unter Betätigung der Schalter in geeigneter Folge die unmittelbare Verbindung der Kabel mit dem Netze und ihre Abtrennung gefahrlos ausführen zu können.
    3. Ausführungsform der Hilfsvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Anordnung der ersten und zweiten Wicklung in solchem Verhältnisse, dass bei offenen Hauptschaltern den Kabeln vom Netze aus eine beliebig zu bestimmende (Prüf-) Spannung ohne Gefährdung durch Überspannungen gegeben werden kann.
AT23624D 1904-10-29 1905-02-16 Hilfsvorrichtung zur Vermeidung von Überspannungen beim Schalten in Hochspannungsanlagen. AT23624B (de)

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