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Einstellscheibe aus Kunststoff
Die Erfindung betrifft eine Einstellscheibe aus Kunststoff in Form einer Ringscheibe, die der Einstel- lung von Blendenlamellen in photographischen Verschlüssen dient und auf oder in einem zylindrischen Teil relativ zu diesem drehbar gelagert ist.
Bei Kunststoffteilen, die im Spritzverfahren hergestellt werden, empfiehlt es sich, die Teile nach dem Spritzen etwa eine Stunde lang bei 130-1400 C zu tempern, um ein späteres Nachschrumpfen weitgehend auszuschalten. Erfahrungsgemäss ist nun aber der Grad der sich bei der Temperung einstellenden
Schrumpfung von den verschiedenen Faktoren, wie z. B. Spritzdruck, Spritztemperatur usw. abhängig, so dass sich eogtolerierte Durchmesser im voraus nicht genau bestimmen lassen. Auch können aufGrund der relativ grossen wie auch sehr unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Kunststoffen noch nachträglich bei grösseren Temperaturunterschieden unzulässige Veränderungen am Durchmesser von Bohrungen bzw. von zylindrischen Ansätzen auftreten, die die Funktion des betreffenden Teiles in Frage stellen.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, bei Kunststoffteilen für Einstellscheiben obiger Gattung einen Ausgleich zu schaffen, der diese Teile hinsichtlich ihres Führungs-bzw. Lagerspiels unabhängig von dem Einfluss der vorerwähnten unbestimmten Faktoren macht.
Zur Lösung dieses Problems wird gemäss der Erfindung vorgeschlagen, dass die Einstellscheibe mehrere in verschiedenen radialen Abständen von ihrer Mittelachse sowie in Umfangsrichtung zueinander versetzt angeordnete Durchbrüche aufweist und im Bereich ihrer am zylindrischen Teil zur Anlage kommendenGleitfläche mit mehreren Schlitzen versehen ist, die den in unmittelbarer Nähe der Gleitfläche liegenden Durchbrüchen zugeordnet sind, derart, dass federnd nachgiebige Segmente gebildet werden. Auf diese Weise wird die Führung bzw. Lagerung der Kunststoffscheibe von einem Teil derselben gebildet, der unter Vermeidung zusätzlichen Aufwandes federnd nachgiebig ist. Damit wieder ist der unbestimmbare Einfluss, der sich bei Einstellscheiben vorstehender Gattung besonders nachteilig bemerkbar macht, ausgeschlossen.
Ausserdem lassen sich mit der erfindungsgemässen Ausbildung einer Einstellscheibe Veränderungen im Führungs- bzw. Lagerspiel, wie sie beispielsweise bei Temperaturschwankungen auftreten, weitestgehend ausgleichen. Die Anwendung derartiger Kunststoffscheiben hat gezeigt, dass selbst bei erheblichen Temperaturschwankungen nennenswerte Änderungen hinsichtlich des an der Scheibe auftretenden Drehmomentes nicht mehr festzustellen sind. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Anordnung ist ferner darin zu sehen, dass die für das Führungs- bzw. Lagerspiel massgeblichen Bohrungstoleranzen grösser gehalten werden können als bisher, da die federnden Segmente auch bei kleinem Bohrungsdurchmesser einen einwandfreien Einbau sowie eine stets gleichmässige Gängigkeit gewährleisten.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform einer Einstellscheibe aus Kunststoff wird gemäss einem weiteren Vorschlag der Erfindung darin gesehen, dass schlitzartige Durchbrüche vorgesehen sind, die zusammen mit den Schlitzen T-förmige Segmente ergeben. Diese Art der Anordnung macht die Segmente in besonderem Masse federnd nachgiebig und gewährleistet damit ein Maximum an Anpassungsfähigkeit.
Um bei Einstellscheiben aus Kunststoff, die mit seitlich hervortretenden der Einstellung von Blen-
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die Gleitfläche der Ringscheibe im Anordnungsbereich der Führungszapfen jeweils mit einer bogenförmigen Aussparung versehen ist.
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Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachstehenden Beschreibung und der Zeichnung ersichtlich, die ein A usführungs- und Anwendungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung veranschaulicht.
Fig. l zeigt eine Ringscheibe, u. zw. in einer Ausführungsform, wie sie zum Zwecke der Betätigung von Blendenlamellen in photographischen Verschlüssen benutzt werden kann.
Fig. 2 gibt denEinbau derRingscheibe ineineminDraufsicht veranschaulichten photographischenver- schluss zu erkennen, wobei mit gestrichelten Linien der mit der Ringscheibe zusammenwirkende Blenden- stellring sowie die diesem Ring zugeordnete Einstellmarke angedeutet ist.
In der Zeichnung ist mit 1 eine aus Kunststoff gefertigte Scheibe bezeichnet, die im speziellen als
Ringscheibe ausgebildet ist. Ringscheiben dieser Art können zu den vielseitigsten Verwendungszwecken herangezogen werden. So z. B. überall dort, wo relativ niedrige Drehmomente ausreichen, um auf ir- gendeine Weise mit der Ringscheibe in Wirkungsverbindung stehende drehbare Teile bewegen bzw. ein- stellen zu können.
Ein solches Anwendungsbeispiel ist in Fig. 2 veranschaulicht, worin der Boden eines hier nicht wei- ter dargestellten photographischen Verschlussgehäuses mit 2 bezeichnet ist. Der Gehäuseboden 2 wieder weist eine konzentrische Objektivöffnung 3, ferner einen als ringförmigen Ansatz ausgebildeten Rohr- stutzen 4 auf. Dieser derFührung der Ringscheibe 1 dienende Rohrstutzen 4 ist zu diesem Zweck mit einer möglichst glatten Oberfläche zu versehen, da die Ringscheibe 1 im Hinblick auf ihre Funktion innerhalb des Verschlusses mit relativ geringem Spiel auf dem Rohrstutzen 4 drehbeweglich sein muss.
Wie ausFig. 2 ferner ersichtlich, sind an der in Blickrichtung oben liegende Seite des Gehäusebodens zwei diametral einander gegenüberliegende Zapfen 5 angeordnet, die der drehbaren Lagerung der beiden in der Zeichnung mit gestrichelten Linien angedeutetenBlendenlame11en 6 des Verschlusses dienen. Während die Blendenlamellen 6 jeweils einen in radialer Richtung ansteigenden Steuerschlitz 7 aufweisen, ist die in Blickrichtung unterhalb der Blendenlamellen liegende Ringscheibe 1 mit zwei segmentartigen Aussparungen la, ferner mit zwei sich diametral einander gegenüberliegenden Steuerstiften 1b versehen.
Diese greifen in die Steuerschlitz 7 der Blendenlamellen 6 ein. Was die Steuerschlitze 7 anbetrifft, so sind diese mit Bezug auf die in sie eingreifenden Steuerstifte Ib so ausgebildet und angeordnet, dass sich die Blendenlamellen 6 je nach Drehung der Ringscheibe 1 entweder im öffnenden oder im schliessenden Sinne bewegen. Um die Ringscheibe 1 in der einen oder andern Drehrichtung bewegen zu können, ist an dieser ein sich radial ausdehnender Arm 1c ausgebildet, der, wie in Fig. 2 gezeigt, mit einem hierin ebenfalls nur mit gestrichelten Linien angedeuteten Blendeneinstellring 9 formschlüssig verbindet. Der Blendeneinstellring 9 wieder weist eine Blendeneinstellskala 9a auf, die ihrerseits mit einer ortsfesten Marke 10 zusammenarbeitet.
Um die Anordnung der aus Kunststoff gefertigten Ringscheibe 1 bei geringstmöglichem Spiel und leichter Gängigkeit so treffen zu können, dass auch die bei Kunststoffteilen bei Temperaturschwankungen bzw. verändertenluftfeuchtigkeitsverhältnissen häufig auftretenden Schrumpfungen die Drehbeweglichkeit nicht nachteilig zu beeinflussen vermögen, ist die Ringscheibe 1 erfindungsgemäss mit mehreren in verschiedenen radialen Abständen von ihrer Mittelachse sowie in Umfangsrichtung zueinander versetzt angeordneten Durchbrüchen 11 versehen. Ausserdem ist vorgesehen, dass die Ringscheibe 1 im Bereich ihrer am zylindrischen Teil bzw.
Rohrstutzen 4 zur Anlage kommenden Gleitfläche lg mehrere Schlitze 12 aufweist, die eine direkte Verbindung der der Gleitfläche am nächsten liegenden Durchbrüche 11 mit der zentralen Öffnung der Ringscheibe herstellen, derart, dass dabei federnd nachgiebige Segmente 13 gebildet werden. Beim Ausführungsbeispiel wird die Gleitfläche 19 von der inneren Umfangsfläche der Ring- scheibe 1 gebildet. Dient hingegen bei einem ändern Ausführungsbeispiel die äussere Umfangskante der Ringscheibe 1 als Gleitfläche, so sind die Durchbrüche 11 und auch die Schlitze 12 nicht an der inneren Umfangskante der Ringscheibe, sondern in analoger Weise im Bereich ihrer äusseren Umfangskante anzuordnen.
Die Durchbrüche 11 in der Ringscheibe 1 können zur Erzielung des angestrebten Effektes die verschiedensten geometrischen Formen aufweisen, doch lässt sich mit schlitzartigen, T-förmige Segmente ergebenden Durchbrüchen 11, wie sie das in der Zeichnung veranschaulichte Ausführungs- und Anwendungs- beispiel aufweist, die beste Wirkung erzielen.
In jenen Anwendungsfällen von Ringscheiben, die mit seitlich hervortretenden, beispielsweise der Einstellung von Blendenlamellen 6 dienenden Führungszapfen 8 versehen sind, empfiehlt es sich, die zylindrische Gleitfläche lg im Anordnungsbereich der Führungszapfen 1b jeweils mit einer Aussparung le zu versehen. Diese kann, wie im Ausführungsbeispiel veranschaulicht, bogenförmig oder aber auch andersartig geformt sein. Wichtig ist nur, dass im Bereich der Führungszapfen01b die Gleitfläche lg unter- brochen, d. h. zwischen den miteinander zur Anlage kommenden Flächen ein Hohlraum 14 gebildet ist.