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Verfahren zur Herstellung einer unter Vorspannung stehenden kraftschlüssigen Verbindung von Teilen, insbesondere solchen einer elektrischen Maschine
Beim Bau von Maschinen und Geräten ergibt sich oft die Aufgabe, mehrere Teile untereinander zu einer festen, unter Vorspannung stehenden Anlage zu bringen, die sich auch während des Betriebes der
Maschine oder des Gerätes möglichst nicht lockern soll. Die unveränderbar feste Anlage ist besonders bei
Maschinen oder Geräten wichtig, deren Teile stossweisen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Zur Lösung dieser Aufgabe ist es bekannt, die elastischenEigenschaiten von Materialien auszunutzen. Dies geschieht z. B. durch Einsetzen von metallischen oder gummiartigen Federn.
Es ist aber auch beispielsweise für Trockengleichrichteranordnungen kleiner Bauart, die aus Gleichrichterplatten, Anschlussorganen und elektrisch isolierenden Zwischenlagen bestehen, bekannt, die Anordnung mit einem vorgereckten Kunststoffschlauch, z. B. aus Polyvinylchlorid zu überziehen, der dann durch thermische Entreckung aufgeschrumpft wird. Die hiebei auftretenden Schrumpfkräfte sind jedoch relativ klein, da der Elastizitätsmodul der reckbaren Kunststoffe gering ist.
Beispielsweise im Elektromaschinenbau wird hingegen häufig eine verhältnismässig grosse Verspannkraft zwischen zu verspannenden Teilen verlangt, da die Vorspannung der Teile ausreichen muss, um auf Grund von Fliehkraftbeanspruchungen, Wärmeausdetinungen oder Materialschrumpfungen entstehende Ver- formungen aufnehmen zu können. Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung einer unter Vorspannung stehenden kraftschlüssigen Verbindung von Teilen unter Verwendung eines oder mehrerer Spannelemente geschaffen, das die gestellten Forderungen besonders gut erfüllt.
Gemäss der Erfindung werden die Spannelemente, die aus vernetztem, thermoelastisch verformbarem hochmolekularem Stoff bestehen, vor dem Zusammenfügen mit den zu verspannenden Teilen bei einer über der Erweichungstemperatur des hochmolekularen Stoffes liegenden Temperatur in Richtung der zur Herstellung der Vorspannung erforderlichen Kraft verformt und im verformten Zustand eingefroren. Dann werden die Spannelemente mit den zu verspannenden Teilen zusammengefügt und anschliessend mit diesen zusammen wieder über die Erweichungstemperatur des hochmolekularen Stoffes erwärmt. Durch die besondere Wahl und Vorbehandlung der Spannelemente vor dem Zusammenfügen mit den zu verbindenden Teilenwird erreicht, dass das Spannelement bei einer nochmaligen Erwärmung bestrebt ist, seine ursprüngliche Form anzunehmen, sich also auszudehnen oder zusammenzuziehen.
Es übt dadurch einen Druck bzw. Zug auf die umgebenden Teile aus, dessen Grösse abhängig vom Verformungsgrad ist. Bei genügend hoch gewähltem Verformungsgrad lassen sich auf diese Weise ohne weiteres Kräfte erzielen, die in der Grössenordnung liegen, wie sie beispielsweise im Elektromaschinenbau benötigt werden. Die Wärmebehandlung nach dem Zusammenfügen der miteinander zu verbindenden Teile löst den eingefrorenen Spannungszustand des Spannelementes und dieses legt sich an die umgebenden Teile an, wobei die Federkraft, welche die Teile miteinander verspannt, durch Wahl der Temperatur der Wärmebehandlung in bezug auf den Erweichungsbereich des Materials des Spannelementes und durch den Grad der vorhergehenden Verformung einstellbar ist.
Um die vor dem Zusammenfügen der miteinander zu verbindenden Teile erforderliche Verformung des Spannelementes zu erzielen, kann der hochmolekulare Stoff vor dem Einfrieren bei einer über der Erweichungstemperatur liegenden Temperatur in Richtung der gewünschten Federkraft gestaucht werden.
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Unter Erweichungstemperatur ist hiebei die Formbeständigkeit in der Wärme nach Martens zu verstehen, wie sie beispielsweise in den deutschen Norm-Blättern DIN 53458 und DIN 53462 erläutert ist. Es ist aber auch möglich, den hochmolekularen Stoff vor dem Einfrieren bei einer über der Erweichungstemperatur liegenden Temperatur zu recken. Häufig wird es zweckmässig sein, das Spannelement aus einem durch Reckung oder Stauchung vorgespannten Halbzeug herzustellen, das dann entsprechend der für das Spannelement gewünschten Form beispielsweise mit einem spanabhebenden Werkzeug nachbearbeitet wird.
Beispielsweise durch den Zusatz von in möglichst hohem Masse eil1baufähigen Flexibilatoren und Verdünner lassen sich Elastizitätsmodul und Erweichungsbereich des hochmolekularen Stoffes in weiten Grenzen variieren. Die erreichbare Federkraft des Spannelementes kann also durch geeignete Wahl der Zusätze und Füllstoffe den Anforderungen entsprechend bestimmt und z. B. auf einen höheren Elastizitätsmodul als den des reinen Materials eingestellt werden. Durch Beimengung geeigneter Füllstoffe können aber auch andere physikalische Eigenschaften des hochmolekularen Stoffes verändert werden. So kann der hochmolekulare Stoff durch Beimengung von Füllstoffen auf eine hohe Wärmeleitfähigkeit eingestellt werden, was im Elektromaschinenbau häufig erwünscht ist.
Soll die Erweichungstemperatur auf eine bestimmte Höhe eingestellt werden, kann die die Temperaturage des Erweichungspunktes des hochmolekularen Stoffes festlegende Maschensteifigkeit seines Mo-
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tungsprozess bifunktionelle Verbindungen eingestellt werden. Hiefür geeignete bifunktionelle Verbindungen sind beispielsweise Dicarbonsäuren, wie Adipinsäure, Sebacinsäure oder Dodecenylbernsteinsäure.
Aber auch zwei-und höherwertige Alkohole mit langem aliphatischem Molekülteil mit möglichst mehr als vier Kohlenstoffatomen, wie beispielsweise l, 6-Hexandiol oder 1, 4-Butandiol, können hiefür verwendet werden.
Auch die die thermoelastische Verformbarkeit des hochmolekularen Stoffes festlegende Maschenweite seines Molekülgerüstes lässt sich frei einstellen. Ohne die Maschensteifigkeit zu beeinflussen, können zur Vergrösserung der Maschenweite beispielsweise zweiwertige Alkohole verwendet werden, die durch Addition einwertiger Phenole, z. B. des Xylenols, an gebräuchliche Epoxydharze, z. B. auf Bisphenol-Basis, im Epoxydzahlbereich von 0,54 bis 0,22 gewonnen werden, wobei an ein Molekül des Epoxydharzes zwei Moleküle des Phenols addiert sind. Zur Vergrösserung der Maschenweite können aber auch Glykolevom Typ des 2,2-Bisparaoxyäthyoxyphenylpropans verwendet werden.
Bei Verwendung eines hochmolekularen Stoffes, der aus einem Grundstoff und einem Vernetzer hergestellt wird, kann die Einstellung der Maschenweite auch durch Vergrösserung des Grundstoff-Vernetzer-Verhältnisses vorgenommen werden.
Damit eine möglichst hohe Verformung erreicht wird, empfiehlt es sich, einen nicht zu engmaschig vernetzten, hochmolekularen Stoff zu verwenden. Hiefür kommen vernetzte Polymerisate in Frage, also beispielsweise vernetzt polymerisierende Mischungen aus Styrol und Divinylbenzol oder aus Methacrylsäuremethylester und Äthylenglykoldimetbacrylat. Aber auch bei Raumtemperatur können kautschukelastische Stoffe verwendet werden, die dann bis zum erfolgten Einbau unter die Erweichungstemperatur gekühlt werden müssen.
Besonders geeignet für die Durchführung des Erfindungsgedankens sind Giessharze, wie beispielsweise Epoxydharze oder ungesättigte Polyesterharze. So kann als Giessharz ein Epoxydharz mit einer Epoxydzahl von 0,2 bis 0,3 verwendet werden, das beispielsweise mit einem Dicarbonsäureanhydrid ausgehärtet wird. Die Maschenweite eines solchen gehärteten Epoxydharzes ist ausreichend, um eine grosse Verformung zu ermöglichen.
Ein aus einem solchen gehärteten Giessharz bestehendes Spannelement kann dadurch hergestellt werden, dass ein aus diesem gehärteten Giessharz bestehender Formkörper bei einer oberhalb des Erweichungpunktes des gehärteten Giessharzes liegenden Temperatur in Richtung der erwünschten Federkraft verformt, also beispielsweise gestaucht oder gereckt wird. Nach dem Abkühlen unter die Erweichungstemperatur lässt sich der so hergestellte Formkörper bearbeiten, also beispielsweise schleifen und sägen, ohne dass Risse auftreten. Der Grad der Verformung wird so gewählt, dass er innerhalb des elastischen Bereiches liegt.
Im allgemeinen wird der hochmolekulare Stoff der Spannelemente so ausgewählt, dass die Betriebstemperatur der zu verspannenden Teile unterhalb der Erweichungstemperatur des Giessharzes liegt. Nach dem Zusammenfügen der Spannelemente mit den zu verspannenden Teilen wird dann durch Erwärmen
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ren Stoffes ausgelöst und die gewünschte feste Anlage bzw. kraftschlüssige Verbindung hergestellt. Anschliessend lässt man die Anordnung wieder abkühlen. Da die Betriebstemperatur hiebei stets unter der Erweichungstemperatur liegt, wird die auf diese Weise erzielte Verspannung zwischen den zu verspannenden Teilen durch den Betrieb der Maschine bzw. des Gerätes nicht beeinflusst.
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Man kann den hochmolekularen Stoff der Spannelemente aber auch so auswählen, dass die Betriebs- temperatur der zu verspannenden Teile im Bereich der Erweichungstemperatur und darüber liegt. Hiebei bleibt dann auch während des Betriebes die elastische Federkraft der Spannelemente wirksam.
Mit Hilfe des Verfahrens gemäss der Erfindung können beim Bau von Maschinen und Geräten mitein- ander zu verspannende Teile untereinander kraftschlüssig verbunden werden, so dass sie sich auch während des Betriebes der Maschine oder des Gerätes nicht lockern.
Da die gemäss der Erfindung verwendeten Spannelemente aus vernetztem, hochmolekularem Stoff im allgemeinen sehr gute Isolationswerte aufweisen, lassen sie sich besonders günstig beim Bau von elektrischen Maschinen und Geräten einsetzen. So können mit solchen Spannelementen beispielsweise die Wikkelköpfe einer elektrischen Maschine versteift werden. Hiezu wurden bisher Zwischenlagen aus Hartpapierplättchen verwendet, die durch eine Verschnürung in ihrer Lage festgehalten wurden. Dieses bekannte Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass durch das Austrocknen der Hartpapierplättchen und durch das Nachgeben der Wickelkopfisolierung eine Lockerung eintritt, so dass keine ausreichende Versteifung mehr gewährleistet ist.
Verwendet man jedoch zum Versteifen der Wickelköpfe einer elektrischen Maschine gemäss der Erfindung ausgebildete Spannelemente, so lässt sich durch die Ausnutzung der Federkraft des in verformtem Zustand eingefrorenen hochmolekularen Stoffes eine einwandfreie Versteifung der Wickelköpfe erzielen.
Zur Erläuterung der Erfindung sei eine solche Versteifung der Wickelköpfe an Hand des in den Fig. 1-3 dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Die Wickelköpfe 1 der Nutstäbe einer elektrischen Maschine, von der lediglich das Blechpaket 2 schematisch angedeutet ist, können eine maximale Wikkelkopftemperatur von 800 C erreichen. Zur Versteifung sind die Wickelköpfe 1 durch rechteckförmige, aus einem vernetzten Giessharz bestehende Spannelemente 3 abgestützt, deren Höhe a gleich dem Abstand zwischen zwei benachbarten Wickelköpfen ist, während ihre Grundfläche der Höhe und Länge der aus der Nut herausragenden geraden Teile der Nutstäbe entspricht.
Das Giessharz der Spannelemente 3 ist ein Bisphenol-Epoxydharz mit einer Epoxydzahl von 0,23 bis 0,26, das mit einer auf die Epoxydzahl ab- gestimmten Härtermischung kombiniert ist, die hälftig aus Hexahydrophthalsäureanhydrid und Adipinsäure besteht. Die Erweichungstemperatur des Giessharzes der Spannstücke 3 ist auf etwa 700 C eingestellt. Durch das Verändern des Verhältnisses zwischen Hexahydrophthalsäureanhydrid und Adipinsäure lässt sich die Erweichungstemperatur des Giessharzes variieren.
Zum Versteifen der in der Fig. l dargestellten Wickelköpfe geht man in der Weise vor, dass man zunächst aus der angegebenen Giessharzmischung die in der Fig. 2 perspektivisch angedeuteten rechteckförmigen Formkörper mit der Höhe b herstellt. Diese Formkörper werden dann auf eine oberhalb ihres Erweichungspunktes liegende Temperatur, also beispielsweise auf 90 C, erhitzt und an den Seiten, mit denen sie später an den Wickelköpfen anliegen, gestaucht, so dass ihre Höhe, wie in der Fig. 3 angedeu-
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Zustand auf eine unter der Erweichungstemperatur des Giessharzes liegende Temperatur abkühlen, so dass der verformte Zustand eingefroren wird.
Da die Höhe a-e kleiner als dieentfernung zwischen zwei benach- barten Wickelköpfen ist, lassen sich die Formkörper als Spannelemente 3 leicht in die Zwischenräume der zu versteifenden Wickelköpfe einfügen. Nach dem Einfügen werden die Spannelemente 3 gemeinsam mit den Wickelköpfen 1 auf eine oberhalb des Erweichungspunktes des Giessharzes liegende Temperatur, also beispielsweise auf 800 C, erhitzt, so dass die Federkraft der in ihrer Höhe gestauchten Spannelemente 3 wirksam wird. Die Spannelemente 3 pressen sich daher gegen die Wickelköpfe 1 an, so dass diese versteift werden. Der Pressdruck bzw. die Federkraft der Spannelemente 3 hängt von dem Verformungsgrad ab. Im allgemeinen empfiehlt es sich, b = 2a zu wählen.
Da die maximale Wickelkopftemperatur der in der Fig. l dargestellten Wickelköpfe im Bereich der Erweichungstemperatur des Giessharzes der Spannelemente 3 liegt, wird bei Überlastung der Maschine, bei denen die Wickelkopftemperatur ihren maximalen Wert erreicht, stets die Federkraft der Spannelemente wirksam, so dass sich die Spannelemente auch bei Verformungen der Wickelköpfe eng an diese anpressen und mithin die Versteifung der Wickelköpfe erhalten bleibt.
Der Abstand zwischen benachbarten Wickelköpfen verschiedener Maschinen ist im allgemeinen nicht gleich. Damit die Fertigung der Spannelemente vereinheitlicht werden kann, kann man den Zwischenraum zwischen benachbarten Wickelköpfen abweichend von derschematis chen Darstellung der Fig. 1-3 mit mehreren Spannelementen gleicher Grösse und Form ausfüllen.
Es ist aber auch möglich, die Zwischenräume zwischen benachbarten Wickelköpfen mit einem Spannelement und zusätzlich mit unelastischen Beilagen auszufüllen, so dass ungeachtet der variablen Masse zwischen benachbarten Wickelköpfen stets Spannelemente gleicher Grösse und Form verwendet werden
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können.
Das Verfahren gemäss der Erfindung kann auch zum Festlegen der Wicklung einer elektrischen Ma-
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Teilen in Bohrungen, also beispielsweise zur Befestigung der Bolzen einer Kupplung in den zugehörigen
Bohrungen oder auch zum Befestigen von Schleifringen auf Wellen. Schliesslich können die Spannelemen- te auch zur Bildung einer festen Anlage von Polspulen auf dem Polschaft verwendet werden.
Als weiteres Beispiel der Verwendung des Verfahrens gemäss der Erfindung sei an Hand der Fig. 4 und 5 die Herstellung von Nutenverschlusskeilen näher erläutert. In der Fig. 4 ist im Blechpaket 4 einer elektri- schen Maschine die Nut 5 angedeutet, die durch den Nutenverschluss 6 abgeschlossen wird. Der Nuten- verschlusskeil 6 besteht aus einem gemäss der Erfindung ausgebildeten Spannelement, das aus einem ver- netzten Giessharz besteht, dessen Erweichungstemperatur oberhalb der normalen Betriebstemperatur des
Nutenverschlusskeiles 6 liegt. In dem dargestellten Beispiel sei angenommen, dass die Betriebstempera- tur, die der Nutenverschluss 6 maximal erreichen kann, bei 80-900 C liegt. Als Giessharz ist ein Epoxyd- harz auf der Basis von Bisphenol mit einer Epoxydzahl von 0,23 bis 0,26 gewählt, dem als Härter Phthal- säureanhydrid zugesetzt ist.
Die Erweichungstemperatur dieses Giessharzes ist auf 1000 C eingestellt.
Zur Herstellung der Nutenverschlusskeile geht man von der in der Fig. 5 dargestellten Platte aus, de- ren Höhe h der Breite der herzustellenden Nutenverschlusskeile 6 und deren Länge der Länge der Nuten- verschlusskeile entsprechen. Diese Platte wird, wie durch den eingezeichneten Pfeil angedeutet, in Rich- tung ihrer Höhe bei einer oberhalb der Erweichungstemperatur liegenden Temperatur, also bei 1300 C, verformt, wobei während der Stauchung durch eine Hilfsvorrichtung dafür gesorgt wird, dass die Platte nicht ihre Länge, sondern nur ihre Breite verändern kann. Anschliessend lässt man diese Platte in verform- tem Zustand auf unterhalb der Erweichungstemperatur liegende Temperaturen abkühlen, so dass der ver- formte Zustand eingefroren wird.
Diese Platte wird, wie in der Fig. 5 durch die eingezeichneten Schnitt- linien angedeutet, zu Nutenverschlusskeilen zerschnitten, deren Breite gleich der Höhe h der Platte ist.
Während also bei den bekannten Verfahren zur Herstellung von Nutenverschlusskeilen die Höhe der Plat- ten, aus der die Nutenverschlusskeile zugeschnitten werden, gleich der Höhe der Nutenverschlusskeile ist, werden bei dem Verfahren gemäss der Erfindung die Nutenverschlusskeile so geschnitten, dass ihre Breite in der Stauchrichtung liegt. Infolgedessen müssen sie anschliessend-noch, wie es durch die gestrichelten
Linien in der Fig. 5 angedeutet ist, abgeschrägt werden.
Die auf die beschriebene Weise hergestellten Nutenverschlusskeile lassen sich, da sie schmäler als die Nutbreite gemacht werden können, leicht in die Zähne der Nut 5 einfügen. Anschliessend werden die Nutenverschlusskeile auf eine über 1000 C, also über der Erweichungstemperatur des gehärteten Giessharzes liegende Temperatur erwärmt, so dass ihre Federkraft wirksam wird und sie sich mit ihren Seiten fest an die Zähne der Nut 5 anpressen. Auch nach dem nochmaligen Abkühlen auf Temperaturen unter den Erweichungspunkt bleibt dieser Anpressdruck erhalten.
Da die Nutenverschlusskeile 6 auch nach dem Anpressen an die Nutzähne noch stark verformt sind, lässt sich, falls während des späteren Betriebes eine Lockerung einzelner Nutenverschlusskeile eintritt, durch einfaches Erwärmen über den Erweichungspunkt wieder ein fester Sitz der Nutenverschlusskeile erreichen.
In gleicher Weise lässt sich das Verfahren gemäss der Erfindung zum Verspannen vonKommutatorlamellen verwenden. Als Ausführungsbeispiel hiefür ist in der Fig. 6 ein aus den Lamellen 7 und den Spannelementen 8 aufgebauter Kommutator einer elektrischen Maschine wiedergegeben. Das Giessharz der Spannelemente ist so gewählt, dass die Betriebstemperatur des Kommutators unterhalb der Erweichungtemperatur des Giessharzes liegt. Die Spannelemente 8 werden aus einem Bisphenol-Epoxydharz mit einer Epoxydzahl von 0,23 bis 0,26 hergestellt, das mit Hexahydrophthalsäureanhydrid ausgehärtet wird. Bei einer über der Erweichungstemperatur liegenden Temperatur werden sie verformt und anschliessend abgekühlt.
Nach dem Zusammenfügen des Kommutators. aus den Lamellen 7 und den in verformtem Zustand eingefrorenen Spannelementen 8 wird der Kommutator erwärmt, so dass der von den Spannelementen 8 hervorgerufene Pressdruck den festen Zusammenhalt des Kommutators gewährleistet. Da die Betriebstemperatur des Kommutators unterhalb der Erweichungstemperatur aes Giessharzes liegt, ist eine Verformung des Kommutators während des Betriebes nicht zu befürchten. Sollte jedoch ein Nacharbeiten oder eine erneute Verfestigung des Kommutators erforderlich sein, so lässt sich durch einfaches Erwärmen des Kommutators über die Erweichungstemperatur des Giessharzes die Federkraft der Spannelemente 8 stets erneut wirksam machen, so dass sie sich auch bei etwaigen Verformungen der Lamellen 8 gegen diese pressen.
Bei den bisher behandelten Ausführungsbeispielen wurden die Spannelemente in Form von Formkörpern oder Halbzeug nach dem Erwärmen über der Erweichungstemperatur gestaucht. Es ist aber auch möglich, die im Rahmen der Erfindung erforderliche Verformung durch Reckung durchzuführen. Als Beispiel
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hiefür sei die Herstellung von Schleifringen für elektrische Maschinen erwähnt. Hiebei geht man von einem Formkörper in Zylinderform oder Hohlzylinderform aus, der nach dem Erwärmen über die Erwei- chungstemperatur in Richtung seiner Achse gezogen und mithin gereckt wird. Nach dem Abkühlen unter die Erweichungstemperatur können dann auf das in dieser Weise hergestellte Spannelement die metalli- schen Ringe aufgeschoben werden.
Infolge der Reckung hat dann das zylinderförmige Spannelement nach dem erneuten Erwärmen über die Erweichungstemperatur das Bestreben, sich radial auszudehnen, so dass die metallischen Ringe fest auf dem den Tragkörper bildenden Spannelement aufsitzen. Der Vorteil, der in der Herstellung von Schleifringen mit Hilfe eines solchen Spannelementes zu sehen ist, liegt darin, dass das den Tragkörper bildende Spannelement nachträglich ohne Gefahr einer Rissbildung nachgearbei- tet werden kann. Geht man also beispielsweise von einem vollzylindrischen Formkörper aus, so kann die erforderliche Bohrung nachträglich massgenau gebohrt werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung lässt sich jedoch auch in anderer Form anwenden. So ist es bei- spielsweise in Weiterführung des Erfindungsgedankens möglich, mehrere aus vernetztem, thermoelastisch verformbarem ul1d il1 verformtem Zustand eingefrorenem. hochmolekularem Stoff bestehende Spannele- mente, z. B. zu linsenförmigen Körpern verformte Kügelchen, in einem elastischen Stoff, insbesondere in ein flexibles Band, einzubetten. Man erhält auf diese Weise ein wickelfähiges Element zum Verspannen von Teilen, was für manche Zwecke wünschenswert ist.
Beider Verwendung eines kautschukelastischen
Bandes empfiehlt es sich, hiefür ein kaltvulkanisierendes Material zu verwenden, dessen Vulkanisierungs- temperatur unterhalb der Erweichungstemperatur des in verformtem Zustand eingefrorenen, hochmoleku- laren Stoffes liegt. Verwendet man für das Band hingegen ein Material, dessen Vulkanisierungstemperatur über der Erweichungstemperatur des hochmolekularen Stoffes liegt, so muss man durch geeignete Formen oder Pressen dafür Sorge tragen, dass der verformte Zustand der Spannelemente aufrechterhalten wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer unter Vorspannung stehenden kraftschlussigen Verbil1dul1g von Teilen, insbesondere solchen einer elektrischen Maschine, unter Verwendung eines oder mehrerer Spannelemente, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannelemente aus vernetztem, thermoelastisch verformbarem, hochmolekularem Stoff bestehen und vordem Zusammenfügen mit den zu verspannenden Teilen bei einer über der Erweichungstemperatur des hochmolekularen Stoffes liegenden Temperatur in Richtung der zur Herstellung der Vorspannung erforderlichen Kraft verformt und im verformten Zustand eingefroren werden, dass dann die Spannelemente mit den zu verspannenden Teilen zusammengefügt und anschliessend mit diesen zusammen wieder über die Erweichungstemperatur des hochmolekularen Stoffes erwärmt werden.