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Geldbehälter
Die Erfindung bezieht sich auf einen Behälter aus durchsichtigem oder durchscheinendem Kunststoff, vornehmlich auf einen Geldbehälter zur vorübergehenden Unterbringung von eben aufeinander gestapelten sowie abgezählten Banknoten oder von losen Münzen.
In der Praxis ist es bekannt, Banknoten jedweder Werteinheit zu bestimmten Beträgen zu bündeln, wobei man sich zum Zusammenhalten dieser Banknoten eines streifenförmigen Umbandes bedient, wel- ches überdies den Gesamtbetrag der Banknoten kennzeichnet. Derartige gebündelte Banknoten werden dann in den Verkehr gegeben.
Bei dieser Art der Banknoten-Bündelung ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der Empfänger sol- cher Bündel ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Geldausgeber, z. B. dem Kassierer an der Bank, einem Geldüberbringer, beispielsweise einem Geldboten od. dgl. hegt, ob auch der auf dem Umband angegebene Betrag tatsächlich im Umband enthalten ist, d. h. ob die den angegebenen Betrag bildenden Banknoten auch alle vollzählig sind.
Soll dieses Misstrauen beseitigt werden, dann ist es erforderlich, dass der Geldausgeber dem Empfänger, z. B. dem Geldüberbringer od. dgl. alle je ein Bündel bildenden Banknoten vorzählt, und beispielsweise der Überbringer dem Endempfänger wieder alle Banknoten einzeln vorzählt, was jedoch in der Praxis infolge der hiefür nur in Ausnahmefällen zur Verfügung stehenden Zeit kaum durchführbar erscheint, vielmehr wird in der Praxis mehr oder weniger nach Treu und Glauben gehandelt, indem man die Banknoten der einzelnen Bündel nicht vor-oder durchzählt.
Auf der andern Seite ist es einleuchtend, dass z. B. ein Geldüberbringer auf dem Wege von der Bank zum Endempfänger Banknoten aus den lediglich mit einem Umband versehenen und sonst allseitig frei zugänglichen Bündeln entfernen kann, was den Bündeln selbst nicht anzusehen ist, das Fehlen von Banknoten kann erst durch Zählen festgestellt werden. Ausserdem können natürlich auch Banknoten ungewollt aus den Bündeln gezogen werden, oder durch schadhafte Umbänder herausfallen.
Zusammenfassend bleibt zunächst festzustellen, dass es mit Hilfe der bekannten Umbänder zwar möglich ist, eine Vielzahl von Banknoten vorübergehend zusammenzuhalten, ein entscheidender Nachteil aber darin besteht, dass diese Art der Bündelung ein ewiges Misstrauensgefühl zwischen dem Geldausgeber und dem Empfänger hervorruft, sofern die Einzelnoten der einzelnen Bündel nicht vorgezählt werden, was bekanntlich in den meisten Fällen unterbleibt.
Der Erfindung liegt nun der Gedanke zugrunde, das bisher bestehende Misstrauensverhältnis zwischen dem Geldausgeberund dem Empfänger zu beseitigen, gleichzeitig zur schonenderen Behandlung der Banknoten ebenfalls im entscheidenden Masse ebenso beizutragen, wie zur Rationalisierung des Bargeldverkehrs und nicht zuletzt dafür zu sorgen, dass das unhygienische Papiergeld hygienisch verpackt wird.
Die Erfindung geht aus von einem Behälter, der unter Bildung einer Siegelhülle an seinem bzw. seinen offenen Enden mit Hilfe einer Schrift-oder Signierzeichen aufweisenden Schweissverbindung versiegelt ist, und erreicht das angestrebte Ziel in vorteilhafter Weise dadurch, dass an wenigstens einer Seite nahe der und etwa parallel zur Schrift- oder Signierzeichen-Schweissverbindung auf deren der Packungsmitte zugekehrten Seite eine Längsschlitz- oder -schnitt-Perforation vorgesehen ist, wobei ein Einreissschlitz der Perforation innerhalb einer Längsseitenkante der Packung mündet.
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Diese neue Siegelhülle bringt nun eine Reihe von entscheidenden Vorteilen mit sich. Und zwar wird zunächst beim Empfang dieser in Siegelhüllen vorgesehenen Banknoten ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen dem Geldaus-oder-abgeber und dem Empfänger geschaffen, der jetzt weiss, dass der Betrag, der auf der Hülle angegeben ist, sich auch tatsächlich in der Hülle befindet, sofern diese nicht beschä- digt ist. Denn bei der neuen Siegelhülle, die im Sinne von Druckknopfverschlüssen od. dgl., wie sie bei
Geldbörsen üblich sind, verschlussmittellos ausgebildet sind, können die Banknoten nur unter Zerstörung der Siegelhülle aus dieser herausgenommen werden.
Die Möglichkeit des Herausziehens einer Banknote aus dem Bündel - wie dies bei mit Umband umschlungenen Banknoten möglich ist-ist bei dieser neuen
Hülle völlig ausgeschlossen.
Die bei Banknotenbündeln mit Umband eigentlich durchzuführende Vorzählarbeit durch den Geldaus- oder-abgebergegenüber dem Empfänger erübrigt sich bei Verwendung von Siegelhüllen gemäss der Erfin- dung ganz und gar ; denn der auf der Hülle angegebene Betrag stimmt immer, sofern die Hülle unverletzt ist. Der Empfänger kann jetzt die Bündel beruhigt entgegennehmen.
Ferner können die Geldinstitute mit Hilfe dieser Siegelhüllen schon Tage vor den Lohnzahlungster- minen ihreversiegelten Geldpakete - in jedervon der Kundschaft verlangten Sortierung - vorbereiten und sind dadurch jeder Auszahlungswelle an Lohntagen gewachsen. Ferner wird ein reibungsloser Schalterverkehr ebenso gewährleistet, wie zum rationalisierten Bargeldverkehr beigetragen wird.
Eine Prägeschweissung gemäss der Erfindung, bei der auf der flächenhaften Schweissnaht zusätzlich irgendwelche Zeichen, z. B. ein Prägeeindruck der Sparkasse oder der Bank, oder auch andere Fragezei- chen vorgesehen sind, macht eine Siegelhülle fälschungssicher. Denn gerade die Nachbildung der Schriftoder Signierzeichen ist für den Nachahmer nicht nur schwierig, sondern sie stellt überdies dann auch eine Art von Urkundenfälschung dar. Die Prägeschweissung soll dem Bankkunden die Echtheit des Inhaltes garantieren.
Es hat sich ferner gezeigt, dass nicht nur die Hülle selbst, sondern auch die Siegelverbindung derart haltbar sind, dass man sie auch für Münzen mit Vorteil verwenden kann. Denn diese Plastik-Klarsicht- Siegelhüllen lassen Verwechslungen von 10-oder 50-Pfennigstücken, oder l-oder 2-Markstücken nicht zu und schliessen Stockungen beim Füllen durch Hartgeldzählmaschinen aus.
Zusammenfassend bleibt zunächst einmal festzuhalten, dass es der Erfindung gelungen ist, eine Verpackungshülle zu schaffen, die es dem Empfänger schon rein äusserlich zu erkennen gibt, dass der Pakkungsinhalt nicht nur vollständig, sondern auch echt. ist, weil das betreffende Geldinstitut, z. B. die Städtische Sparkasse od. dgl., ihr Siegel in die schweissversiegelten Verschlüsse hineingibt. Das Geldinstitut garantiert damit sowohl für die Echtheit als auch für die Vollständigkeit des Inhaltes. Das gleiche gilt auch sinngemäss dann, wenn die Siegelhülle für andere Zwecke verwendet wird. In diesem Falle garantiert das Siegel des Ausgebers der Hülle für die Vollständigkeit des Inhaltes.
Dies gilt in beiden Fällen jedoch nur, wenn die Schrift- oder Signierzeichen aufweisende Schweissversiegelung noch unbeschädigt ist, wenn die Siegelhülle in die Hände des Empfängers gelangt.
Kommt nun die schweissversiegelte unversehrte Siegelhülle in den Besitz des Empfängers, d. h. erhält ein z. B. Kunde eines Geldinstitutes eine mit Banknoten gefüllte Packung, so muss der Empfänger -
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fach entlang ihrer Perforation aufreisst.
Auf diese-Weise wird dem Empfänger eine ganz entscheidende Hilfe zuteil, indem er jetzt jede Pakkung öffnen kann, ohne sich erst z. B. eines Schneidwerkzeuges, bedienen zu müssen. Man erfasst zum Zwecke des Öffnens der Packung diese selbst mit der einen Hand, während man die andere Hand im Bereiche der Schrift- oder Signierzeichen-Schweiss-Verbindung angreifen lässt.
Durch Ziehen in Längsrichtung der Packung wird der schon im Bereiche der Seitenlängskante mündende Einschnitt der Perforation in Richtung auf die gegenüberliegende Längsseitenkante, also in Längsrichtung der Perforation selbst weiter eingerissen, so dass der zwischen den Perforations-Einschnitten bisher verbliebene Folienwerkstoff auf diese Weise von Perforations-Einschnitt zu Perforations-Einschnitt weiter aufgerissen wird, bis man eine Öffnung erhält, durch die man hindurchlangen und den Inhalt entnehmen kann.
Soll nun im Rahmen der Erfindung die Siegelhülle zur Aufnahme von Münzen Verwendung finden, wird vorgeschlagen, die Perforation nur über einen Teil der Packungsbreite hinweg vorzusehen, wobei die Länge der Perforation den Durchmesser der Münzen geringfügig übersteigen soll. Auf diese Weise kann man in verblüffender Weise eine Art Schüttelbörse schaffen, wobei man die Münzen bequem aus der durch Aufreissen der Perforation gebildeten Öffnung entnehmen kann. Somit wird verhindert, dass die Münzen direkt alle aus der Packung herausgleiten, man kann sie vielmehr einzeln entnehmen. Der beim Einreissen oberhalb der Perforation sich bildende Streifen legt sich wieder vor die Öffnung, so dass die Münzen nicht
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unbeabsichtigt herausrutschen können.
Es versteht sich hiebei von selbst, dass die Länge der Perforation zur Bildung eineröffnung zur Entnahme von 5-oder 10-Pfennigstücken kürzer ist, als die Öffnung für bei- spielsweise von 5-Markstücken.
Bei Verwendung der Packung zur Aufnahme von Banknoten wird vorgeschlagen, die Perforation über i die gesamte Breite der Packung hinweg vorzusehen, so dass eine Öffnung über die Gesamtbreite der Pak- kung hinweg entsteht, durch die die Banknoten entnommen werden können.
Es liegt hiebei durchaus im Bereiche des Möglichen, dass man diese Perforation auch an einer, oder auch gar an beiden Längsseitenkanten der Packung vorsehen könnte, wenn dieses sich aus irgendwelchen
Gründen besonders zweckdienlich erweisen sollte. Und schliesslich wird auch durch die praktische Hand- habung der Packung in nicht vorhersehbarer Weise zur Erhöhung des Gebrauchswertes einer solchen Pak- kung beigetragen.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben ; u. zw. zeigen : Fig. 1 eine schaubildliche Wiedergabe einer mit Banknoten gefüllten Geldpackung, Fig. 2 eine vergrösserte Wie- dergabe einesTeiles der Packung im Bereiche der Perforations-Mündung an der Längsseitenkante derPak- kung, Fig. 3 eine ebenfalls im Schaubild wiedergegebene Münzen-Packung, und Fig. 4 eine Darstellung einer Banknoten-Packung im Teil-Schaubild.
Dabei ist mit 11 die Packung selbst bezeichnet, die aus durchsichtigem oder durchscheinendem Kunst-
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beidendig mit einer Schrift- oder Signierzeichen aufweisenden Schweissverbindung 13 versiegelt.
Zur besseren Handlichkeit beim Öffnen der Packung. ist diese zweckmässig parallel zur Schweissver- siegelung 13 auf deren der Packungsmitte zugekehrten Seite mit einer Langschlitz-Perforation 14 versehen, die-wie ersichtlich-so angeordnet ist, dass ein Einschnitt auf wenigstens einer Seite im Bereiche der Längsseitenkante 15 der Packung 11 mündet.
Diese Perforation 14 kann sich-wie die Fig. 3 zeigt-nur über eine Teillänge der Packungsbreite hin- weg erstrecken, u. zw. in dem Falle, wenn in der Packung Münzen 12a untergebracht werden sollen, so dass beim Öffnen der Packung nur eine Teilöffnung entsteht, durch die die Münzen einzeln entnommen werden können. Bei der Packung nach den Fig. 1 und 4 erstreckt sich die Perforation über die gesamte Breite, so dass hier eine Vollöffnung gebildet wird, durch die Banknoten 12 entnommen werden können.
Im übrigen sind die dargestellten und beschriebenen Ausführungen nur Beispiele für die Verwirklichung der Erfindung und diese nicht allein hierauf beschränkt, vielmehr sind noch mancherlei andere Ausführungen und Anwendungen möglich.
Dies bezieht sich insbesondere auf die Schweissversiegelung und auf die Perforation. Auch könnte diese Siegelhülle anderweitig mit Erfolg eingesetzt werden, wenn es darum geht, geheimzuhaltende Schriften od. dgl. einerseits im betriebsinternen Verkehr, oder auch für einen Aussenverkehr an einen Empfänger zu schaffen, ohne dass der Überbringer vom Inhalte Kenntnis nehmen kann. Wichtig ist, dass der Empfänger eine unversehrte Schweissversiegelung vorfindet, wobei er dann mit Hilfe der Perforation die Packung leicht öffnen kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Behälter aus durchsichtigem oder durchscheinendem Kunststoff, vornehmlich Geldbehälter zur vor- übergehenden Unterbringung von eben aufeinander gestapelten sowie abgezählten Banknoten oder von losen Münzen, der unter Bildung einer Siegelhülle an seinem bzw. seinen offenen Enden mit Hilfe einer Schrift- oder Signierzeichen aufweisenden Schweissverbindung versiegelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einer Seite nahe der und etwa parallel zur Schrift-oder Signier-Schweissverbindung auf deren der Packungsmitte zugekehrten Seite eine Längsschlitz- oder -schnitt-Perforation (14) vorgesehen ist, wobei ein Einreissschlitz der Perforation innerhalb einer Längsseitenkante (15) der Packung mündet.