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Aufbringen von Flocken niedriger Denier-Zahl auf eine Unterlage im elektrischen Feld
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufbringung von Flocken geringer Denier-Zahl auf eine Unterlage im elektrischen Feld.
Es ist bekannt, Fasern oder Flocken aus Natur- oder Kunststoff unter der Wirkung elektrostatischer Kräfte in eine auf eine Unterlage aufgebrachte Klebschicht aufzubringen und dort zu verankern, so dass auf der Unterlage ein Oberflächenbelag von plüschartigem Charakter entsteht. Die einem solchen Flockverfahren zugänglichen Flocken müssen jedoch eine bestimmte Stärke oder Denier-Zahl aufweisen, da unterhalb einer solchen die Erzielung einer gleichmässigen und dichten Flock-Oberfläche nicht möglich ist. Ein Grund hiefür ist unter anderem darin zu erblicken, dass Fäden feinster Denier-Zahl nicht zu Flokken aufgeschnitten werden können, ohne dass sich dabei die einzelnen Fasern krümmen. Verbogene Fasern oder Flocken schliessen aber eine Aufbringung im elektrischen Feld und die Erzeugung einer gleichmässigen und dichten Flockware aus.
Weiterhin ist auch der Denier-Zahl der aufzuflockenden Fasern dadurch eine untere Grenze gesetzt, dass feinste Fasern oder Flocken im Moment des Einpfianzens in die Klebschicht eine Verbiegung erfahren und somit dem Eindringen nachfolgender Flocken im Wege stehen.
Die geschilderten Schwierigkeiten machen sich insbesondere dort bemerkbar, wo Flocken feinster Denier-Zahl und grösserer Länge oberhalb etwa 1 mm aufgeflockt werden sollen, so dass infolgedessen die Herstellung von Flockware mit besonders weichem, samt-oder veloursartigem Griff bislang noch nicht gelungen ist.
Dementsprechend geht die Erfindung in erster Linie von der Aufgabe aus, die erwähnten Schwierigkeiten zu überwinden und eine Flockware herzustellen, deren Flockbelag aus feinen Fasern besteht, wie sie bisher im elektrischen Feld nicht ohne weiteres aufgeflockt werden konnten.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass feine Fäden durch eine Klebemasse zu einem Strang verbunden werden und der Strang zu Flockmaterial aufgeschnitten und aufbereitet wird, dass das so gewonnene Flockmaterial in üblicher Weise auf die Unterlage im elektrischen Feld aufgeflockt wird, und dass hierauf die Verklebung der aufgeflockten, zum Strang verbundenen Fadenteilchen durch ein Lösungsmittel oder durch Hitzebehandlung gelöst wird, so dass die Fadenteilchen einzeln von der Unter-
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Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird mindestens ein Teil der Fäden in dem Strang verdrillt oder gekräuselt.
Die Vorteile der Erfindung kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn der Strang zu Flockmaterial mit einer Länge grösser als 1 mm aufgeschnitten wird.
Nach Aufbringung des Flockmaterials und Lösen der Fadenteilchen kann die Flock-Oberfläche durch Bürsten, Kämmen od. dgl. nachbehandelt werden.
Die nachstehende Beschreibung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der weiteren Erläuterung der Erfindung.
Es zeigen : Fig. 1 eine Schnittansicht des erfindungsgemäss auf eine Unterlage aufgebrachten Flockmaterials in einem bestimmten Verfahrensstadium und Fig. 2 eine Schnittansicht des erfindungsgemässen Flockmaterials in einem andern Verfahrensstadium.
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Da, wie erwähnt, die elektrostatische Aufflockung von Fasern unterhalb eines gewissen Titers (De- nier-Zahl) der Fasern auf Schwierigkeiten stösst, geht die Erfindung von dem Gedanken aus, zunächst ein
Flockmaterial von erheblich grösserer Stärke auf eine Unterlage aufzubringen und hierauf die an der Un- terlage verankerten Flocken in Fasern des gewünschten Titers aufzuteilen. Zu diesem Zwecke werden Fäi den der gewünschten niedrigen Denier-Zahl zu einem Strang verbunden und miteinander durch ein Kle- bemittel verklebt. Der Strang wird hierauf zu Flocken aufgeschnitten, die nunmehr selbstverständlich eine erheblich grössere Stärke als die Einzelfäden aufweisen und ohne weiteres einem üblichen Flockver- fahren unterworfen werden können.
Die Anzahl der zu einem Strang verbundenen Fäden richtet sich nach deren Stärke und dem angestrebten Ziel, ein flockfähiges Material zu erhalten. So kann man gegebenen- falls bereits mit zwei Einzelfäden zum Ziel gelangen ; bei Verwendung extrem dünner Einzelfäden können bis zu 100 und mehr solcher Fäden zu einem Strang verbunden werden. Die Flocken werden in ansich bekannter Weise aufbereitet, fein verteilt und mit dem erforderlichen Feuchtigkeitsgrad versehen. Die
Aufflockung selbst geschieht mit Hilfe der dem Fachmann hinlänglich geläufigen Floekverfahrem ein Ein- gehen darauf ist im vorliegenden Zusammenhang nicht erforderlich.
Nach der Aufflockung und Verankerung der Flocken in der Klebschicht der Unterlage, was beispiels- weise durch Hitzetrocknung erfolgen kann, wird nun erfindungsgemäss die Verklebung der Einzelfäden im
Strang gelöst. Dies kann beispielsweise durch ein geeignetes Lösungsmittelbad oder durch eine Hitzebe- handlung, z. B. gleichzeitig mit der Trocknung der Klebschicht auf der Unterlage, erfolgen, so dass das zum Verkleben des Stranges verwendete. Klebemittel zum Verdampfen gebracht wird. Dabei ist lediglich darauf zu achten, dass die zur gegenseitigen Befreiung der Einzelfasern angewandte Massnahme dasjenige
Klebemittel nicht angreift, welches die Flocken mit der Unterlage verhaftet.
Es sind zahlreiche Kleb- stoffe mit zugeordneten unterschiedlichen Lösungsmitteln oder Verdampfungstemperaturen bekannt, so dass eine geeignete Auswahl in jedem Falle ohne weiteres getroffen werden kann. So kann beispielsweise für die Verklebung der Einzelfäden zum Strang ein wasserlöslicher und für die Verankerung der Flocken auf der Unterlage ein wasserunlöslicher Kleber zur Anwendung kommen.
Nach der gegenseitigen Ablösung der Einzelfäden spreizen sich diese etwas voneinander ab und bil- den eine samt- oder veloursartige Oberfläche von grosser, gleichmässiger Dichte und ausserordentlicher
Weichheit.
In Fig. l ist zur Illustration des geschilderten Verfahrens eine Unterlage 2, beispielsweise aus Textil- oder Kunststoff dargestellt, auf welche eine Klebschicht 4 aufgebracht ist. In der Klebschicht 4 sind die aus miteinander verklebten Einzelfäden bestehenden Flocken 1 verankert.
Fig. 2 zeigt dieselben Flocken nach Befreiung und Abspreizung der Einzelfäden 3.
Unter bestimmten Bedingungen kann es sich als zweckmässig erweisen, die zum Strang vereinigten
Fäden zu verdrillen, weil dadurch die gegenseitige Ablösung und Abspreizung der Fäden günstig beein- flusst wird. In manchen Fällen kann es ferner von Vorteil sein, nur einen Teil der Einzelfäden, beispiels- weise die am äussersten Umfang liegende Schicht, mit dem Kern des Stranges zu verdrehen oder einen einzelnen Faden mit dem Strangkern zu verkräuseln, so dass dieser nach dem Ablösen der Einzelfäden weiterhin spiralförmig um das Fadenbündel gewunden bleibt und die Einzelfäden abstützt.
Nach der gegenseitigen Ablösung der mit der Unterlage 2 verhafteten Einzelfäden 3 kann die Ober- fläche der so gebildeten Flockware zum Zwecke der Vergütung noch einer Nachbehandlung, wie Bürsten,
Kämmen od. dgl. unterzogen werden.
Das erfindungsgemässeverfahren eignetsich, wie dargelegt, in erster Linie zur Aufbringung von Flokken feiner und feinster Denier-Zahlen, und insbesondere für Flocken mit einer Länge grösser als 1 mm.
Das Verfahren ist jedoch in keiner Weise auf feine Flocken beschränkt, sondern kann dort, wo es produktionstechnische Gegebenheiten erfordern, ohne weiteres und mit Vorteil auch auf Flocken beliebiger Stärke angewandt werden, da sich in jedem Falle ein dichter Flockbelag ergibt, wie er üblicherweise nicht oder nur schwer erzielbar ist.
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