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Tragsattel
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Tragsattel zur Beförderung von Lasten mittels Tragtieren, wie solche zur Versorgung unzugänglicher Plätze z. B. im Hochgebirge, für militärische Zwecke u. dgl. verwendet werden. Die Erfindung bezweckt die Verminderung des Eigengewichtes solcher Sättel und da- mit die Vergrösserung der einem Tragtier zumutbaren, transportierbaren Nutzlast, eine vereinfachte Baui weise ohne Preisgabe an Robustheit, eine günstige Auflage des Sattels am Körper des Tieres, um eine gleichmässige Lastverteilung bei anatomisch richtigem Lastangriff und damit eine Schonung des Tieres zu sichern und schliesslich eine leichte Anpassbarkeit des Sattels an Tiere verschiedener Körpermasse.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Tragsattel mit einem oberen, vorzugsweise rahmenförmigen
Tragkörper, von dem nach unten Arme abstehen, welche auf jeder Längsseite des Sattels ein Paar bilden, wobei die unteren Enden jedes dieser Armpaare durch eine hochkantstehende Längsstrebe verbunden sind.
Ein bekannter Sattel dieser Bauart besitzt Armpaare, die eine längs- und querstarre Holzleiste miteinander verbinden. Dieser Sattel ruht mittels Polstern auf dem Tragtier auf. Sättel dieser Art sind Tragtieren von stärker verschiedenen Körpermassen nicht anpassbar.
Der erfindungsgemässe Tragsattel zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass die in Längsrichtung biegsame Längsstrebe mit einer oberen, zu ihr im wesentlichen parallelen Längsstrebe, die hinsichtlich des Tragkörpers und der Armpaare quer zur Längssymmetrieebene des Sattels verstellbar ist, durch diagonal verlaufende, vorzugsweise verflochtene Gurten in Verbindung steht.
Dieser Grundgedankte der Erfindung kann in verschiedener Weise ausgestaltet werden, beispielsweise dadurch, dass auch die Armpaare am Tragkörper - wie an sich bekannt-quer zur Längssymmetrieachse des Sattels verstellbar und feststellbar angelenkt und mitEinstellgliedern (Stellschrauben, Einstellsegmen- ten, Steckbolzeneinrichtungen od. dgl.), welche eineverbindung zwischen dem Tragkörper und den Füssen bilden, versehen sind. Diese Massnahme erlaubt es, den Öffnungswinkel der Armpaare zu verändern und damit den Sattel der Körpergrösse des Tragtieres gut anzupassen.
Diesem Zweck wird noch besser Rechnung getragen, wenn die oberen Längsstreben quer zur Längsachse des Sattels dadurch verstellbar und feststellbar sind, dass sie mit den Armen jedes Paares über Einstellglieder in Verbindung stehen.
Weitere Merkmale der Erfindung werden im folgenden an Hand der Zeichnung erläutert, in der ein
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Tragsattels schematisch dargestellt ist. Es zeigt Fig. 1 den
Sattel in Ansicht von vorne und Fig. 2 in Seitenansicht.
Der Aufbau des Sattels ist folgender :
Von einem oberen Tragkörper 1, der ein Rahmen, eine gelochte Platte oder eine sonstige mit gerin- gern Gewicht und entsprechender Festigkeit ausgeführte Konstruktion sein kann und der im vorliegenden
Fall aus zweiQuerrohren 1a und zwei Längsstreben 1b besteht, die auch mit Traghaken 2 zur Befestigung weiterer Lasten ausgestattet sind, sowie mit (nicht gezeichneten) Verschnürungen, Halteriemen oder sonsti- gen Halteeinrichtungen zur Befestigung der Last, ragen im gegenseitigen Längsabstand voneinander ange- ordnet zweiArmpaare3 nach abwärts, wozu diese Arme an Gelenke 4 aufnehmenden Platten 5 angreifen.
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baren Kopf 8 axial unverschiebbar, aber drehbar gelagert ist, am Tragkörper 1 gesichert.
Durch Einstellen der Spindel 6 kann der Winkel, den jeder Arm 3 mit dem Tragteil l einschliesst, verändert werden. Die unteren Enden der beiden Armpaare sind mittels einer Längsstrebe 10 verbunden, die auch als eine heraus-
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klappbare, lastaufnehmende Trage ausgeführt sein kann oder man wendet diese Trage 12 zusätzlich zu einer Längsverbindung an. Untere Längsstreben 14 greifen mittels einer lösbaren Bolzenverbindung 16, die mit einem von mehreren Löchern 18. hier deren drei, in Verbindung gebracht werden kann, ebenfalls indirekt an den unteren Enden der Arme 3 an.
Die unteren Längsstreben 14 liegen an den Flanken des Tragtieres an und stehen über ein System von
Gurten 20, die ähnlich den bekannten Satteltraggurten wirken und sich kreuzend angeordnet und zweck- mässig verflochten sind, mit oberen Längsstreben 22 in Verbindung. Die oberen Längsstreben, ebenfalls hochkantstehende, sonst aber biegsame Strahlblechstreifen mit Leder-oder Kunststoffüberzug, an dem die
Gurten angreifen, sind über Schraubspindeln 24 und drehbare Ankermuttern 26 mit den Armen 3 verbunden und mithin hinsichtlich der letzteren in Richtung zur Längssymmetrieachse des Tragsattels verstellbar, wozu die Spindeln 24 über Gelenke 28 mit den Längsstreben 22 verbunden sind.
Es ist zweckmässig, wenn das Einstellglied 6 des Armes 3 und die Spindel 24 der zugeordneten oberen Längsstrebe 22 eine gemeinsame Drehachse 30 aufweisen, wie dies in der Zeichnung schematisch dargestellt ist, in der man die Mutter
32 der Spindel 6 und den Haltekopf 34 der Mutter 26 erkennt, die beide an der Achse 30 angreifen.
Man erkennt somit, dass es durch Verstellen der Bolzen 6 und 24 sowie durch Übergang auf ein ande- res Befestigungsloch 18 möglich ist, die Breite des Sattels, den gegenseitigen Abstand der oberen Längsstreben und die Spannung der Gurten zu verändern und damit einerseits Drehungen der letzteren auszu- gleichen, anderseits aber auch den Sattel verschiedenen Tragtieren anzupassen, eine Arbeit, die leicht und schnell durchgeführt werden kann.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen Sattels ist darin gelegen, dass zwischen den oberen Längsstreben 22 ein freier durchgehender Raum besteht, denn dies ermöglicht nicht nur eine anatomisch richtige Auflage des Sattels auf dem Rücken des Tieres, sondern verschafft diesem auch Abkühlung nach oben.
Die Diagonalanordnung der Gurten führt dazu, dass der aussermittige Angriff einer Last, die, betrachtet über die Länge des Sattels, ungünstig verteilt ist, also z. B. eine kopflastige Beanspruchung des Sattels ergibt, abgeschwächt wird ; denn die diagonal verlaufenden Gurten übertragen Gewichte, die aussermittig angreifen, auch auf Teile des Sattels, die hinsichtlich dieses Lastangriffes als entgegengesetzt gelegen angesehen werden können. Eine derartige Massnahme ist besonders für den Transport militärischer Lasten nützlich, die oft sperrig und überstehend sind, wie dies beispielsweise bei Geschützläufen, Lafetten, Bau- holz. Trägern u. ähnlichen langgestreckten Teilen der Fall ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tragsattel mit einem oberen, vorzugsweise rahrnenförmigen Tragkörper, von dem nach unten Arme abstehen, welche auf jeder Längsseite des Sattels ein Paar bilden, wobei die unteren Enden jedes die- ser Armpaare durch eine hocbkantstehendeLängsstrebe verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die in Längsrichtung biegsame Längsstrebe (14) mit einer oberen, zu ihr im wesentlichen parallelen Längsstrebe (22), die hinsichtlich des Tragkörpers (1) und der Armpaare (3) quer zur Längssymmetrieebene des Sattels verstellbar ist, durch diagonal verlaufende, vorzugsweise verflochten Gurten (20) in Verbindung steht.