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Winkeldrehpflug
Die Erfindung bezieht sich auf einen Winkeldrehpflug mit Drehwinkel von etwa 65 bis 900, bei dem nur ein einziger Pflugkörperträger die rechten und linken Pflugkörper aufnimmt, wobei die Furchenbreite für die beiden Arbeitsseiten getrennt einstellbar ist.
Bei den meisten bisher bekanntgewordenen Winkeldrehpflügen sind, mit Ausnehme von solchen, die auf eine Möglichkeit der Breitenverstellung überhaupt verzichten, zwei getrennte Pflugkörperträger vorgesehen, welche auf den Auslegern eines in einem Wendekörper drehbar gelagerten Winkels in den Schar- ebenen schwenkbar angelenkt sind und mittels eines Spannschlosses od. dgl. im Winkel gegenüber der Wen- deachse verstellt werden können. Diese Bauarten haben trotz Verwendung von Leichtbauelementen ein für Kleintraktore zu hohes Gewicht und sind dementsprechend teuer. Weiters wird von der Fertigung eine zu hohe Genauigkeit verlangt, um Arbeitstiefendifferenzen vom rechten zum linken Pflugkopf zu vermeiden.
Ferner ist ein Winkeldrehpflug bekanntgeworden, bei dem ein einziger Pflugkörperträger vorgesehen ist und bei dem dieWendeachse um eine annähernd lotrechteAchse schwenkbar ist. Diese Verschwenkung der Wendeachse und damit des Pflugkörperträgers geschieht selbsttätig beim Wenden des Pfluges, indem zwei Arme, von denen der eine in der einen Scharebene und der andere in der andern Scharebene liegt, in eine Führung eingreifen, die geteilt ist und jeder dieser beiden Führungsteile für sich in ihrer Lage gegenüber dem Wendekörper einstellbar ist. Der Pflugkörperträger ist somit gegenüber dem Wendekörper nur in einer einzigen Ebene verschwenkbar, wenn auch das Ausmass der Verschwenkung für jede Arbeitsseite getrennt einstellbar ist. Der bauliche Aufwand dieser Einrichtung ist erheblich und wirkt sich verteuernd auf den Pflug aus.
Auch der erfindungsgemässe Winkelpflug verwendet nur einen einzigen Pflugkörperträger für beide Arbeitsseiten und lässt eine nachträgliche Korrektur von Fertigungsfehlern zu, insbesonderekann der Pflug bei geringer Beschädigung durch Auffahren auf Steine u. dgl. an Ort und Stelle nachgestellt werden.
Beim erfindungsgemässen Winkeldrehpflug mit nur einem Pflugkörperträger, der drehbar und schwenkbar mit dem Wendekörper verbunden ist, wird dies dadurch erreicht, dass der Pflugkörperträger in den beiden Scharebenen gegenüber dem Wendekörper verschwenkbar angeordnet ist. Eine besonders vorteilhafte Ausbildung ergibt sich, wenn der Pflugkörperträger auch in den zu den Schar ebenen senkrechten Ebenen verschwenkbar ist, weil dadurch für jede Arbeitsseite unabhängig die Furchentiefe eingestellt werden kann.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine Draufsicht auf den Pflug, Fig. 2 einen Schnitt durch die Wendewelle, Fig. 3 einen Schnitt durch ein einfaches Kugelgelenk und Fig. 4 schematisch den angebauten Pflug zur Erläuterung der dynamischen Pflugkräfte.
In einem Wendekörper 1 ist eine Wendewelle 2 drehbar gelagert, die mittels eines Handhebels oder einer üblichen Automatik drehbar und durch Schnapper und Rasten in den Endlagen feststellbar ist. Auf der Wendewelle 2 ist ein Pflugkörperträger 3 derart gelagert, dass er in den beiden Scharebenen pendeln kann.
Zu diesem Zweck kann ein Kreuz- oder Kugelgelenk 12 vorgesehen sein. Weiters sind verstellbare Anschläge vorgesehen, welche die Ausschwenkung begrenzen, u. zw. dient ein Anschlag 4 zur Begrenzung in der Richtung der Arbeitsbreite und ein Anschlag 6 für die Arbeitstiefe. Die entsprechenden Anschläge für die linke Arbeitsseite sind mit 5 und 7 bezeichnet. Die Wendewelle weist an ihrem hinteren Ende für jeden Anschlag eine Abflachung auf, auf denen dieser seitlich gleiten kann.
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Befindet sich der Pflug in Arbeit, so ergeben im Grundriss Fig. 4, die Kraft R mit der Anlagenkraft A die Widerstandskraft W. Die Kraft R unterliegt festen Bedingungen und schliesst mit der Fahrtrichtung einen Winkel von etwa 10 bis 200 ein. Von A ist die Richtung annähernd gegeben, die Grösse hängt von der Richtung der Kraft W ab. Die Widerstandskraft W kommt im Schnittpunkt der Kraftlinien R und A zur
Wirkung und verbindet diesen mit dem ideellen Zugpunkt 0, dem Schnittpunkt der unteren Hubwerkslen- ker. Ein gegebenenfalls vorhandener Seitenversatz durch die Einwirkung des oberen Hubwerkslenkers so- wie Rollen- und Sohlenwiderstand sind für diese Betrachtung bedeutungslos und brauchen nicht berück- sichtigt werden.
Liegt nun, wie beim erfindungsgemässen Winkelpflug, die Wirkungslinie der Widerstandskraft W fur- chenseitig des Gelenkes 12, so wird der Pflugkörperträger 3 ein Drehmoment Ma erfahren und um das Ge- lenk 12 bis zum Anliegen eines der Anschläge 4,5 ausschwenken. Der sodann vorliegenden Winkellage zwischen Pflugkörper und Wendeachse 2 entsprechend stellt sich der Pflugkopf wie üblich auf eine be- stimmte Furchenbreite ein. Beim Verstellen der Anschläge 4,5 wird der Anstellwinkel geändert und die
Furchenbreite dementsprechend grösser oder kleiner.
Im Aufriss gesehen ergibt sich aus dem Arbeitswiderstand auf den Pflugkörperträger ein in Fahrtrich- tung rollendes Drehmoment um das Gelenk 12. Diesem wird mittels der Anschläge 6,7 entgegengewirkt, so dass bei Hineindrehen der Anschläge der Pflugkörperträger entgegen diesem Drehmoment verstellt wird und somit die Arbeitstiefe des Pfluges rechts und links getrennt eingestellt werden kann.
Weiters sieht die Erfindung dieVerwendung eines einfachen Gelenkes gemäss Fig. 3 vor, bei welchem ein imPflugkörperträger befestigter Bolzen 10 in eine Bohrung in der Wendewelle 2 eingreift, die an dieser Stelle eine kugelige Verdickung 8 aufweist.
Andere Ausführungsformen, wie die Verwendung eines Pendelkugellagers an Stelle des Gelenkes, wo- bei die Welle 2 mit dem Wendekörper fix verbunden ist und sich der Pflugkörperträger um die Welle dreht, sind möglich. Ebenso können dieAnschläge 4,5, 6,7 zwischen an der Wendewelle und demPflugkörper- träger befestigten Auslegern wirken.
, An Stelle der freien Einstellung des Pflugkörperträgers gegenüber der Wendewelle kann auch eine zwangsläufige Einstellung, z. B. mittels Spindel und Mutter oder Exzenter od. dgl. vorgesehen werden.
Auch ist es möglich, den Pflugkörperträger nur drehbar auf derWendewelle anzuordnen und diese z. B. durch ein einstellbares Lager, gegenüber dem Wendekörper in der beschriebenen Weise einstellbar zu machen.
Schliesslich soll erwähnt werden, dass unter Umständen auf die Einstellbarkeit der Furchentiefe verzichtet oder diese in anderer Weise gegebenenfalls unabhängig von der Furchenbreiteeinstellung, vorgenommen werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Winkeldrehpflug mit nur einempflugkörperträger, der dreh- und schwenkbar mit dem Wendekörper verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Pflugkörperträger (3) in den beiden Scharebenen gegenüber dem Wendekörper (1) verschwenkbar angeordnet ist.