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Verfahren zur Herstellung einer Platte mit trichterförmigen Höhlungen bzw. Durchlochungen mittels einer Ätzbehandlung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Platte mit einer oder mehreren trichterför- migen Höhlungen bzw. Durchlochungen, bei dem die Platte mittels eines Ätzgrundes, der an der Plat- tenseite an der Stelle einer zu bildenden Höhlung bzw. Durchlochung mit einer entsprechenden Öffnung versehen ist und an der andern Plattenseite eine geschlossene Schicht bildet, abgedeckt und anschliessend geätzt wird.
Für Dekorationszwecke und aus andern Gründen ist es häufig erwünscht, dass in einer Platte geätzte Höhlungen oder, wenn die Platte durchgeätzt worden ist, Durchlochungen mehr oder weniger trichterförmig sind, d. h. dass die Wandung einer Höhlung oder Durchlochung durchschnittlich einen deutlichen Winkel mit der Stärkerichtung der Platte einschliesst.
Bei den bekannten Ätzverfahren zur Erzielung solcher trichterförmiger Höhlungen bzw. Durchlochungen erfolgt der Ätzvorgang, von einer bestimmten Seite der Platte ausgehend, in verschiedenen aufeinanderfolgenden Phasen, wobei die Öffnung in dem Ätzgrund zwischenzeitlich vergrössert wird. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass der das Plattenmaterial in der soeben beendeten Ätzphase schützende Ätzgrund im ganzen durch einen Ätzgrund mit Öffnungen mit einem grösseren Durchmesser ersetzt wird.
Es ist bekannt, statt dieses verhältnismässig verwickelten Verfahrens einen Ätzgrund zu verwenden, der sich leicht von der Platte abstreifen lässt, und jeweils einen rings um die Öffnung verlaufenden Teil des Ätzgrundes loszuschneiden und von der Platte abzuziehen, so dass die aufeinanderfolgenden Ätzphasen mit einer stets grösseren Öffnung in dem Ätzgrund stattfinden. Dieses Ätzverfahren ist im ganzen zwar weniger arbeit- und zeitbeanspruchend als das zuerst genannte, aber dem gegenüber steht, dass die Herstellung des Ätzgrundes im gewünschten Muster nicht auf photographischem Wege erreicht werden kann und die Entfernung jeweils nur eines Ätzgrundstreifens bei kleineren Abmessungen besonders präzise Arbeit erfordert.
Die Erfindung bezweckt, ein Verfahren zu schaffen, bei dem im Gegensatz zu den bekannten Verfahren kein zwischenzeitliches Ändern des Ätzgrundmusters notwendig ist und der Ätzvorgang demnach kontinuierlich erfolgen kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren weist das Merkmal auf, dass an der Seite mit Öffnungen der Ätzgrund um die einer zu ätzenden Höhlung bzw. Durchlochung entsprechende Öffnung mit wenigstens einer zum Öffnungsrand parallel laufenden, verhältnismässig schmalen Aussparung versehen wird, wobei der zwischen dem Rand der Öffnung und dieser Aussparung bzw. zwischen aufeinanderfolgenden, dieselbe Öffnung in verschiedenen Abständen umgebenden Aussparungen, verbleibende Ätzgrundstreifen eine Breite aufweist, die kleiner ist als das Zweifache der Plattenstärke, und die Platte von dieser Seite ausgehend wenigstens so weit geätzt wird, bis sich je unter einer Öffnung und der diese umgebenden Aussparung (en) eine einzige Höhlung bzw. Durchlochung der Platte gebildet hat.
Das Verfahren nach der Erfindung eignet sich besonders zur Erzielung einer durchlöcherten Schneidplatte für ein Trocken-Rasiergerät. Es ist bekannt, eine Schneidplatte dadurch herzustellen, dass eine Metallfolie mit einer Stärke von etwa 50 Mikron auf der einen Seite völlig abgedeckt und auf der andern Seite auf photographischem Wege mit Hilfe einer perforierten Maske mit einer ein regelmässiges Muster
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von Öffnungen aufweisenden Ätzgrundschicht versehen und die Folie anschliessend geätzt wird. Mittels
Anwendung der erfindungsgemässen Massnahme wird eine Schneidplatte mit trichterförmigen Durchlo- chungen erhalten.
Wird eine solche Schneidplatte derart montiert, dass das Messer längs derjenigen Seite der Platte ro- ! tiert. an der die Durchlochungen ihren kleinsten Durchmesser, d. h. ihre kleinste lichte Weite, haben, so sind die grösseren Durchmesser der Durchlochungen an der andern Plattenseite günstig zum Einführen der abzuschneidenden Haare in die Öffnungen.
Eine günstige Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung, angewendet zur Herstellung einer durchlöcherten Schneidplatte für ein Trockenrasiergerät aus einer Metallfolie in der Stärke von etwa
50 Mikron, bei dem diese Folie mit einem Ätzgrund versehen wird, der an einer Folienseite ein regel- mässiges Muster von Öffnungen aufweist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen einen kleinsten
Durchmesser von etwa 600 Mikron aufweisen und je von einer Aussparung mit einer Breite von etwa
40 Mikron umgeben sind, wobei die Breite des Ätzgrundstreifens zwischen einer Öffnung und einer diese umgebenden Aussparung gleichfalls etwa 40 Mikron beträgt.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der ein die Herstellung einer Schneid- platte für ein Trockenrasiergerät betreffendes Ausführungsbeispiel dargestellt ist. In den Figuren sind ver- schiedene Stadien während der Bearbeitung einer Metallfolie wiedergegeben. Fig. 1 zeigt einen Quer- schnitt, gemäss der Linie I-I in Fig. 2, eines Teiles der Folie mit dem aufgebrachten Ätzgrund, Fig. 2 ist eine Draufsicht des in Fig. 1 dargestellten Folienteiles. Die Fig. 3 und 4 zeigen im Querschnitt, ähn- lich wie in Fig. 1, Zwischenstadien der Folie während des Ätzvorganges, Fig. 3 kurz nach dem Anfang des Ätzens und Fig. 4 in einem späteren Stadium. Fig. 5 zeigt den gleichen Querschnitt am Ende der Ätzbehandlung.
Bemerkt wird, dass die Figuren nicht massgerecht gezeichnet sind. Insoweit dies von Wichtigkeit ist, sind im nachfolgenden für verschiedene Abmessungen geeignete Zahlenwerte angegeben.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel des Verfahrens nach der Erfindung wer- den, ausgehend von einem etwa 500 Mikron starken Metallfolienstreifen 1, z. B. aus gerolltem Feder- stahl, mehrere-durchlöcherte Schneidplatten für Trockenrasiergeräte hergestellt. Der Streifen 1 wird da-
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an der Unterseite, in Form einer nichtunterbrochenen Schicht 2 angebracht, während an der andern Seite, d. h. in den erwähnten Figuren an der Oberseite, der Ätzgrund eine Schicht 3 bildet, die an mehreren Stellen mit einer Öffnung 4 und einer diese umgebenden, parallel zu deren Rand verlaufenden schmäleren Aussparung 5 versehen ist. Die Öffnungen 4 sind im dargestellten Falle kreisförmig und haben einen Durchmesser von etwa 600 Mikron.
Die Öffnungen sind in einem regelmässigen Muster, z. B. in den Knotenpunkten eines viereckigen Gitters mit einem Gitterstich von 1000 bis 1400 Mikron, vorgesehen.
Die jede Öffnung 4 mit Abstand umgebende Aussparung 5 hat eine Breite von etwa 40 Mikron und der Ätzgrundstreifen 6 hat zwischen der Öffnung 4 und der umgebenden Aussparung 5 gleichfalls eine Breite von etwa 40 Mikron. Das dargestellte Muster der Ätzgrundschicht 3 an der Oberseite des Metallfolienstreifens 1 kann auf photographischem Wege erzielt werden. Dazu wird auf diese Seite des Streifens 1 zunächst eine nichtunterbrochene Photo-Ätzgrundschicht aufgebracht, die darauf gemäss dem Negativ des Musters der gewünschten Öffnungen 4 und 5, z. B. über ein photographisches Negativ, belichtet wird, wobei also sämtliche Teile der Schicht mit Ausnahme derjenigen, welche den zu bildenden Öffnungen und Aussparungen entsprechen, belichtet werden.
Durch die Härtung unter der Einwirkung des Lichtes bleibt nach der anschliessenden Behandlung der Schicht mit einem Lösungsmittel für die nicht-gehärteten Teile, das sogenannte Entwickeln, auf der Oberseite der Folie 1 die Ätzgrundschicht 3 mit den Öffnungen 4 und den Aussparungen 5 zurück. Vorzugsweise wird bei dieser photographischen Bildung des Ätzgrundes 3 von einer geschlossenen Schicht ausgegangen, die im wesentlichen aus mit Ammoniumbichromat empfindlich gemachtem, in Wasser unlöslichem Polyvinylbutyral mit einem Butyralgehalt von wenigstens 50% besteht, wobei dann das Entwickeln mit Hilfe von z. B. Äthanol erfolgt. Die so erzielte Ätzgrundschicht 3 haftet besonders gut am Streifen 1.
Die Ätzgrundschicht 2 an der Unterseite des Streifens 1 kann aus dem gleichen Material wie die Schicht 3 bestehen. Die Schicht 2 wird dann, da sie keine Öffnungen aufweist, über ihre ganze Oberfläche belichtet. Die Schicht 2 ist auch dadurch erzielbar, dass auf diese Folienseite eine nicht-photoempfindliche Schutzschicht auf einem gut haftenden Lack, z. B. einem Nitrolack, aufgebracht wird.
Nach dem Aufbringen der Schichten 2 und 3 wird der Streifen 1 in ein Ätzbad eingebracht und in diesem geätzt. Der Ätzvorgang kann bei geeigneter Zusammensetzung des Bades auf chemischem Wege erfolgen, z. B. in einer Ferrichloridlösung mit einem spezifischen Gewicht von 1, 35. Der Ätzvorgang
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standenen Durchlochung nicht so trichterförmig verläuft wie an den andern Stellen. Dies ist z. B. ohne
Bedenken zulässig. an den Enden der oben erwähnten länglichen Durchlochungen, die durch eine längli- che Gestalt der Öffnungen 4 erzielt sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer Platte mit einer oder mehreren trichterförmigen Höhlungen bzw.
Durchlochungen, bei dem die Platte mittels eines Ätzgrundes, der an einer Plattenseite an der Stelle einer zu bildenden Höhlung bzw. Durchlochung mit einer entsprechenden Öffnung versehen ist, und an der andern Plattenseite eine geschlossene Schicht bildet, abgedeckt und anschliessend geätzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass an der Seite mit. Öffnungen der Atzgrund um die einer zu ätzenden Höhlung bzw.
Durchlochung entsprechende Öffnung mit wenigstens einer zum Öffnungsrand parallel laufenden, verhältnismässig schmalen Aussparung versehen wird, wobei der zwischen dem Rand der Öffnung und dieser Aussparung bzw. zwischen aufeinanderfolgenden, dieselbe Öffnung in verschiedenen Abständen umgebenden Aussparungen, verbleibende Ätzgrundstreifen eine Breite aufweist, die kleiner ist als das Zweifache der Plattenstärke und die Platte von dieser Seite ausgehend wenigstens so weit geätzt wird, bis sich je unter einer Öffnung und der diese umgebenden Aussparung (en) eine einzige Höhlung bzw. Durchlochung der Platte gebildet hat.