<Desc/Clms Page number 1>
Elektronische Auswahlschaltung
Die im Stammpatent Nr. 210485 beschriebene elektronische Auswahlschaltung dient zur Lösung der Aufgabe, aus einer Mehrzahl von Einrichtungen, von denen beliebige belegt sein können, die in einer definierten Reihenfolge erste freie Einrichtung durch Zuführung eines Potentials zu bezeichnen, das sich von den übrigen Einrichtungen zugeführten Potentialen durch seine Höhe unterscheidet.
Damit vermag die Auswahlschaltung an die Stelle von bekannten Wählern zu treten. Ihr wichtigster Vorteil ist darin zu sehen, dass für jeden beliebigen Wählvorgang praktisch stets die gleiche Zeit benötigt wird, unabhängig davon, welche Stelle in der Reihenfolge der Einrichtungen die durch den Wählvorgang schliesslich bezeichnete Einrichtung einnimmt.
Diese elektronische Auswahlschaltung umfasst eine der Zahl der an sie angeschlossenen Einrichtungen entsprechende Zahl von Schaltstufen. Jede Einrichtung führt der ihr zugeordneten Stufe ein Potential zu, dessen Höhe den momentanen Belegungszustand der Einrichtung anzeigt. Entsprechend den beiden möglichen Zuständen, nämlich Frei- und Belegtzustand, können diese Potentiale also mit zwei Werten, nämlich als Frei-und Belegtpotential, auftreten. Da in den einzelnen Stufen und im Zusammenwirken der Stufen immer nur Potentialdifferenzen wirksam sind und ausgewertet werden, bestehen bezüglich der absoluten Werte dieser Potentiale keine einschränkenden Bedingungen. Diese absoluten Werte können damit für alle Stufen gemeinsam entsprechend den äusseren Bedingungen festgelegt werden, unter denen die Auswahlschaltung zu arbeiten hat.
Zur Bezeichnung der durch einen Wählvorgang bestimmten Einrichtung führt die Auswahlschaltung dieser Einrichtung ein Bezeichnungspotential zu, das in seiner Höhe von dem allen übrigen Einrichtungen zugeführten Potential abweicht.
Jede Schaltstufe besitzt einen Prüfeingang, dem die zugehörige Einrichtung das ihren momentanen Belegungszustand anzeigende Potential übermittelt, und einen Bezeichnungsausgang, über den sie gegebenenfalls ihrer zugehörigen Einrichtung das zu deren Bezeichnung dienende Potential zuführt. Im weiteren hat jede Schaltstufe einen Koppeleingang und einen Koppelausgang aufzuweisen, wobei über das dem Koppeleingang zugeführte Potential die eigene Schaltstufe beeinflusst werden kann, während sie mittels des über den Koppelausgang abgegebenen Potentials in der Lage ist, andere Schaltstufen zu beeinflussen. Entsprechend den jeweils zwei Werten, die das dem Prüfeingang zugeführte und das vom Bezeichnungsausgang abgegebene Potential annehmen können, nämlich Frei- und Belegtpotential bzw.
Bezeichnungspotential und neutrales Potential, können auch die Potentiale des Koppeleingangs und des Koppelausgangs jeweils zwei Werte annehmen.
Diese Schaltstufe ist gemäss Anspruch 2 des eingangs genannten Zusatzpatentes durch ihre Wirkungsweise wie folgt gekennzeichnet : Das Potential des Bezeichnungsausgangs nimmt nur dann einen bestimmten (Bezeichnungspotential) der beiden Werte (Bezeichnungspotential, neutrales Potential) an, wenn die dem Prüfeingang und dem Koppeleingang zugeführten Potentiale bestimmte Werte (Freipotential, Freigabepotential) besitzen ; bei Auftreten des bestimmten Potentialwertes (Bezeichnungspotential) am Bezeichnungsausgang nimmt das am Koppelausgang auftretende Potential den Komplementärwert (Sperrpotential) des dem Koppeleingang zugeführten Potentials (Freigabepotential) an ;
das Potential des Koppelausgangs nimmt dann etwa den Wert des Potentials des Koppeleingangs an, wenn das Potential des Koppeleingangs den ein Auftreten des bestimmten Potentialwertes (Bezeichnungspotential) am Bezeichnungsausgang verhindernden Wert (Sperrpotential) besitzt.
Dieses charakteristische Verhalten einer Schaltstufe bezüglich der Abgabe von Potentialen in Abhängigkeit von zugeführten Potentialen lässt sich auch wie folgt schematisch in Form von drei Kriterien angeben :
1. wenn der Koppeleingang das Freigabepotential und der Prüfeingang das Freipotential besitzt, dann besitzt der Bezeichnungsausgang das Bezeichnungspotential und der Koppelausgang das Sperrpotential ; * 1. Zusatzpatent Nr. 219103.
* 2. Zusatzpatent Nr. 219104.
<Desc/Clms Page number 2>
2. wenn der Koppeleingang das Freigabepotential und der Prüfeingang das Belegtpotential besitzt, dann besitzt der Bezeichnungsausgang das neutrale Potential und der Koppelausgang das Freigabe- potential ;
3. wenn der Koppeleingang das Sperrpotential besitzt, dann besitzt der Bezeichnungsausgang das neutrale Potential und der Koppelausgang das Sperrpotential, unabhängig davon, welches Potential der
Prüfeingang besitzt.
Schaltstufen der vorstehend gekennzeichneten Art haben, wenn keine besonderen Massnahmen ge- troffen sind, zunächst die Eigenschaft, dass die Abgabe des Bezeichnungspotentials nur solange statt- findet, als der Schaltstufe Freipotential zugeführt wird. Diese Eigenschaft ist nicht immer zweckmässig ; in der Regel ist es erforderlich, eine Einrichtung so bald als möglich nach ihrer Belegung als belegt zu kennzeichnen, was bedeutet, dass das ursprünglich dem Prüfeingang zugeführte Freipotential gleich nach dem Auftreten des Bezeichnungspotentials am Bezeichnungsausgang in das Belegtpotential übergeht.
Um die Abgabe des Bezeichnungspotentials z. B. für Durchschaltezwecke auch nach dem Verschwinden des Freigabepotentials weiterhin aufrechtzuerhalten, ist es erforderlich, der Schaltstufe Speichereigen- schaft zu geben.
Ein weiterer Grund, einer Schaltstufe Speichereigenschaft zu geben, besteht darin, dass
Auswahlschaltungen, deren vorstehend gekennzeichneten Schaltstufen keine Speichereigenschaft haben, in den an sich sehr seltenen Fällen zu Doppelbelegungen neigen, wenn während eines Bezeichnungs- vorganges eine Einrichtung, die in der Bezeichnungsreihenfolge vor der zu bezeichnenden Einrichtung liegt, nachträglich noch frei wird und der ihr zugeordneten Schaltstufe der Auswahlschaltung Freipotential zuführt.
Im Stammpatent Nr. 210485 sind nun schon Auswahlschaltungen beschrieben, bei denen die vorstehend genannten Randbedingungen dadurch erfüllt sind, dass jede Schaltstufe einen Speicher enthält, der bei zeitlich begrenzter Freigabe dann in die Arbeitslage überführt wird, wenn mindestens der Prüfeingang Freipotential besitzt, und bei denen Mittel vorgesehen sind, durch die die Abgabe des Bezeichnungspotentials am Bezeichnungsausgang bis nach Beendigung der Freigabe des Speichers gesperrt werden kann.
Charakteristisch für die Betriebsweise der vorstehend genannten Auswahlschaltungen, deren Schaltstufen mit Speichern ausgestattet sind, ist, dass sie je Anreiz einen einzigen Bezeichnungsvorgang durchführen und dass die zu Beginn des Bezeichnungsvorganges in die Arbeitslage gekippten Speicher nach Beendigung der Bezeichnung wieder gemeinsam in die Ruhelage zurückgekippt und damit für den nächsten, durch einen eigenen Anreiz ausgelösten Bezeichnungsvorgang bereitgestellt werden. Durch diesen Anreiz wird dann wieder zunächst die Einspeicherung vorgenommen, an die sich dann der weitere Funktionsablauf anschliesst.
Solange die für die Einstellung der Speicher massgeblichen Kriterien, bei den vorstehend genannten Anordnungen also die Freipotentiale, von den von der Auswahlschaltung bedienten Einrichtungen selbst abgegeben werden, zeigen sich die Vorteile der genannten Betriebsweise uneingeschränkt. Anders liegen jedoch unter Umständen die Verhältnisse, wenn die momentanen Belegungszustände der von der Auswahlschaltung bedienten Einrichtungen aus vom ganzen Vermittlungssystem bedingten Gründen in einem eigenen Zustandsspeicher festgehalten werden, der auf Abfrage die entsprechenden Kriterien, also Frei- oder Belegtpotential, der Auswahlschaltung zuführt.
Wenn, was aus Kostengründen allgemein angestrebt wird, dieser Zustandsspeicher aus ferromagnetischen Ringkernen aufgebaut ist, so geht zunächst die in den einzelnen Ringkernen eingespeicherte Information bei der Abgabe an die Auswahlschaltung verloren und muss also wieder entsprechend den durch den Bezeichnungsvorgang geänderten Verhältnissen neu eingespeichert werden. Während dieser Einspeicherung steht der zuständige Speicher für andere, ebenfalls auf seine Mitwirkung angewiesene Vorgänge nicht zur Verfügung. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, diese als Totzeiten zu wertenden Einspeicherzeiten auf das kleinstmögliche Mass zu verringern.
Diese Aufgabe wird mit Hilfe der in den Schaltstufen der Auswahlschaltung aus eingangs genannten Gründen zweckmässig vorzusehenden Speicher gelöst, die in einer bestimmten Weise betrieben werden, wozu die Schaltstufen dieser Betriebsweise angepasst sind.
Jede dieser Schaltstufen der Auswahlschaltung ist eine Weiterbildung der im Stammpatent Nr. 210485 bereits beschriebenen, mit Speichern ausgestatteten Schaltstufen und weist das zusätzliche Merkmal auf, dass der Speicher der Schaltstufe bei Auftreten des Bezeichnungspotentials am Bezeichnungsausgang und Zuführung eines Taktimpulses zu einem Takteingang in die Ruhelage zurückgeführt wird.
Dieses zusätzliche Merkmal kann bereits vorgeschlagenen Schaltstufen verschiedener Art durch Hinzufügung zusätzlicher Mittel verliehen werden, ohne dass dabei die ursprünglichen Schaltstufen anordnungsund funktionsmässig geändert werden müssen. Es lassen sich jedoch auch ohne grössere Schwierigkeit neue Schaltstufen angeben, die ebenfalls dieses zusätzliche Merkmal aufweisen. Zur Verwirklichung der zu bereits vorgeschlagenen Schaltstufen hinzuzufügenden Mittel, wie zur Verwirklichung neuer Schaltstufen, stehen in erster Linie, wie im eingangs angeführten Patent ausführlich dargelegt, die aus der theoretischen Behandlung von Schaltaufgaben bekannten "logischen Grundbausteine" wie "Und"- Schaltung, "Oder"-Schaltung usw. zur Verfügung.
Im folgenden wird an Hand der anliegenden Figur als Ausführungsbeispiel eine Schaltstufe gemäss der Erfindung beschrieben, für deren Anordnung weitere Gesichtspunkte massgeblich sind.
In Fernsprechanlagen kommt des öfteren der Fall vor, dass eine an sich freie Einrichtung nicht ohne weiteres auch bezeichnet werden darf, sondern dass die Bezeichnung noch von einem weiteren Kriterium
<Desc/Clms Page number 3>
abhängig gemacht werden muss. Als Beispiel dafür kann ein Leitungsabschnitt eines indirekt gesteuerten Vermittlungssystems angesehen werden, für dessen Bezeichnung es nicht ausreicht, dass er nur gerade frei ist. Seine Bezeichnung muss vielmehr auch davon abhängig gemacht werden, ob er auch mit einem weiteren, im betreffenden Fall geeigneten Leitungsabschnitt zusammengeschaltet werden kann. Dementsprechend müssen also jeder Schaltstufe der die Bezeichnung durchführenden Auswahlschaltung zwei
EMI3.1
bestimmte Art der Verwendung des dem zweiten Prüfeingang zugeführten Kriteriums.
Der Speicher einer Schaltstufe wird auf jeden Fall in die Arbeitslage gekippt, wenn dem ersten Prüfeingang Freipotential zugeführt wird, selbst wenn gemäss dem dem zweiten Prüfeingang zugeführten Kriterium bereits feststeht, dass die betreffende Schaltstufe die ihr zugeordnete Einrichtung nicht bezeichnen kann. Dementsprechend wird auch beim anschliessenden Auswahlvorgang der Speicher dieser Schaltstufe nicht in die Ruhelage zurückgestellt, wozu Bezeichnungspotentialabgabe erforderlich wäre, und bleibt damit für folgende Auswahlvorgänge in Bereitschaft, bei denen ja dann der Fall eintreten kann, dass auf Grund der dann vorliegenden Verhältnisse das dem zweiten Prüfeingang zugeführte Kriterium die Bezeichnung der zugehörigen Einrichtung gestattet.
Eine Neueinspeicherung ist damit nur noch dann erforderlich, wenn die Speicher sämtlicher Schaltstufen nacheinander in die Ruhelage zurückgeführt worden sind oder wenn, obwohl noch Speicher in Arbeitslage sind, trotz eines Anreize keine Bezeichnung stattfindet, da letzterer Fall besagt, dass für die eben durchzuführende Vermittlungsaufgabe keine geeignete Einrichtung frei ist, obwohl noch Einrichtungen an sich frei sind. Durch die Neueinspeicherung werden dann die mittlerweile freigewordenen Einrichtungen noch berücksichtigt.
Ferner ist die als Ausführungsbeispiel gezeigte Schaltstufe so ausgelegt, dass dann, wenn die aus solchen Schaltstufen aufgebaute Auswahlschaltung mit willkürlich festlegbarem Nullpunkt der Bezeichnungsreihenfolge betrieben werden soll, der Nullpunkt elektronisch festgelegt werden kann.
Ein weiterer für die Anordnung des Ausführungsbeispiels massgeblicher Gesichtspunkt ist die in zunehmendem Mass verfolgte Tendenz, zwecks Anwendung automatischer Herstellungsverfahren die Anordnungen unter möglichst weitgehender Verwendung sogenannter Standardbaugruppen aufzubauen.
Das im folgenden beschriebene Ausführungsbeispiel kommt mit nur zwei verschiedenen derartigen Standardbaugruppen aus.
Die erste Standardbaugruppe, im oberen Teil der Figur mit dem Bezugszeichen El ausführlich wiedergegeben, stellt einen invertierenden Verstärker mit einem pnp-Transistor in Emitterschaltung dar, dessen mit einem Arbeitswiderstand ausgestatteter Kollektor zu einem Ausgang g führt. Drei untereinander gleichwertige Eingänge a, b und c sind über eine Gatterschaltung bildende Richtleiter unter Zwischenschaltung einer zur Vorspannungszuführung dienenden Widerstandskombination an die Basis des Transistors geschaltet. Die jeder solchen Baugruppe zugeführten Betriebs- und Vorspannungen sind so gewählt, dass der Transistor bei negativem oder fehlendem Potential an den Eingängen a, b und c stromführend ist, womit dann der Ausgang g positives Potential besitzt.
Wenn mindestens einer der Eingänge a, b oder c positives Potential besitzt, so ist der Transistor gesperrt und der Ausgang g besitzt negatives Potential. Die Bezeichnungen "positives Potential" und "negatives Potential" beziehen sich auf einen aus beiden Werten zu bildenden Mittelwert und sind dementsprechend als Relativwerte aufzufassen.
Die andere Standardbaugruppe, im mittleren Teil der Figur mit dem Bezugszeichen K ausführlich wiedergegeben, stellt eine bekannte, mit zwei gleichstromgekoppelten Transistoren in Emitterschaltung aufgebaute bistabile Kippschaltung dar. Die Basis jedes Transistors ist über einen Richtleiter mit in Reihe geschalteter Widerstandskombination zur Vorspannungszuführung an einen Eingang a bzw. b geschaltet ; ausserdem sind die Verbindungspunkte der Widerstandskombinationen mit den Richtleitern über Kondensatoren an einen gemeinsamen Eingang e geführt. Der Kollektor des einen Transistors ist an einen Ausgang g und die Basis des andern Transistors über eine aus einem Richtleiter und einem Kondensator bestehende Reihenschaltung, an deren Verbindungspunkt eine Widerstandskombination zur Vorspannungszuführung geschaltet ist, an einen Eingang d geführt.
Die Kippschaltung ist voll symmetrisch aufgebaut, doch sind nicht verwendete Teile in der Figur weggelassen.
Bei der folgenden Beschreibung der Schaltstufe werden aus Gründen der Einfachheit die verwendeten vorstehenden beiden Standardbaugruppen mit E bzw. K und ihre Eingänge und Ausgänge durch Vorsetzen des betreffenden Buchstaben bezeichnet ; dementsprechend trägt beispielsweise der Ausgang der Standardbaugruppe E2 die Bezeichnung gE2.
Die Schaltstufe besteht aus vier Baugruppen E1E4 der ersten Art und einer als Speicher wirkenden Baugruppe K der zweiten Art. Die Betriebs- und Vorspannungen der Transistoren sind so gewählt, dass die Baugruppen unmittelbar, also ohne potentialverlagernde Mittel, zusammengeschaltet werden können.
EMI3.2
steuereingang ss und an den Bezeichnungsausgang z geschaltet ; der Ausgang gEl dieser Baugruppe EI ist an den Eingang aK der Baugruppe K geführt.
Die weiteren Eingänge bK, cK und dK dieser Baugruppe K sind an den Bezeichnungsausgang z, an einen Takteingang t und an einen Rückstelleingang r geführt ; der Ausgang gK dieser Baugruppe K ist an den Eingang bE2 der Baugruppe E2 geschaltet,
<Desc/Clms Page number 4>
EMI4.1
legung des Nullpunktes der Bezeichnungsreihenfolge dienenden Eingang n gelegt ; der Ausgang gE3 dieser Baugruppe E3 ist an den Eingang cE2 der Baugruppe E2 und an den Eingang bE4 der Baugruppe E4 geschaltet, deren Ausgang gE4 an den Koppeleingang k2 und deren Eingang cE4 an den Bezeichnungsausgang z geführt sind.
Für die Erläuterung der Wirkungsweise der Schaltstufe ist es ausreichend, nachzuweisen, dass und in welcher Weise sie die einleitend genannten drei Kriterien und die weiteren vorstehend genannten Bedingungen erfüllt, da Schaltstufen dieser Art dann ohne weiteres zu einer Auswahlschaltung mit dem gewünschten Verhalten zusammengeschaltet werden können. Die verwendeten Bezeichnungen "positives Potential" und "negatives Potential" sind, wie schon gesagt, als Relativwerte zu verstehen. Als Grenzfall kann auch einer der beiden Werte verschwinden, was bedeutet, dass dann der betreffende Eingang überhaupt kein definiertes Potential erhält. Da dieser Grenzfall aber nur eine Vereinfachung darstellt und stets auf den Fall eines geeigneten definierten Potentials zurückgeführt werden kann, bildet er keine Ausnahme.
Bei dem hinsichtlich seiner Anordnung vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel sind Belegtpotential, Freigabepotential und Bezeichnungspotential positiv ; dementsprechend sind Freipotential,
EMI4.2
ebenfallsstufe zugeordnete Einrichtung in Verbindung treten soll. Eine Bezeichnungspotentialabgabe der Schaltstufe darf nur dann stattfinden, wenn dem zweiten Prüfeingang p'das negative Freipotential zugeführt wird. Der Speichersteuereingang ss führt positives Potential ; um die Einspeicherung zu ermöglichen, wird ihm ein negativer Impuls zugeführt. Der Takteingang t und der Rückstelleingang r können, da sie zu abgeblockten Eingängen der Kippschaltung K führen, beliebiges Potential haben. Zur Auslösung der entsprechenden Vorgänge führen sie den Schaltstufen positive Impulse zu.
Der zur Festlegung des Nullpunktes vorgesehene Eingang n erhält positives Potential, wenn die Auswahlschaltung mit willkürlich festlegbarem Nullpunkt betrieben werden soll und die betreffende Schaltstufe die erste in der Bezeichnungsreihenfolge sein soll ; andernfalls erhält dieser Eingang n negatives Potential oder bleibt unbeschaltet.
EMI4.3
vom Speichersteuereingang ss zugeführten positiven Potentials. In der Kippschaltung K führt der an den Ausgang gK geschaltete Transistor Strom, wodurch der Ausgang gK positives Potential dem Eingang bE2 zuführt, das am Ausgang gE2 und damit am Bezeichnungsausgang z negatives, als neutrales Potential wirkendes Potential zur Folge hat. Diese Potentialverhältnisse sind unabhängig davon, welche
EMI4.4
zugeführt werden.
Wenn dem Prüfeingang p das negative Freipotential und dem Koppeleingang kl das positive Freigabepotential zugeführt werden und die Einspeicherung durch Übergang des positiven Potentials des Speichersteuereingangs ss in negatives Potential ermöglicht wird, so stellen sich folgende Potentialver-
EMI4.5
positive Potential reicht jedoch nicht aus, den stromführenden Transistor zu sperren und damit die Kipp- schaltung K zu kippen. Wird nun dem Eingang cK vom Takteingang t ein positiver Impuls zugeführt, so addiert sich dieser zu dem vom Eingang aK gelieferten positiven Potential, sperrt den bis dahin stromführenden Transistor und kippt damit die Kippschaltung K in die Arbeitslage, in der sie auch nach Ab- klingen des dem Eingang cK zugeführten Impulses bleibt.
Damit ist der durch das Freipotential am Prüfeingang p zum Ausdruck gebrachte Freizustand der zugehörigen Einrichtung in der Schaltstufe eingespeichert. Durch das Kippen der Kippschaltung K führt nun der Ausgang gK und damit der Eingang bE2 negatives Potential. Infolge des positiven Freigabepotentials am Koppeleingang kl hat nun der Eingang bE3 positives Potential, wodurch am Ausgang gE3 und damit am Eingang cE2 negatives Potential auftritt. Nachdem also die Eingänge bE2 und cE2 negatives Potential haben, hängt die Bezeichnungspotentialabgabe noch davon ab, welches Potential der zweite Prüfeingang p'führt, an den der Eingang aE2 geschaltet ist.
Falls dieser zweite Prüfeingang p'negatives Potential besitzt, erhält der Ausgang gE2 positives Potential, das am Bezeichnungsausgang z als Bezeichnungspotential auftritt. Dieses positive Potential gelangt im weiteren auch zu den Eingängen cE4 und cE 1 und ferner zum Eingang bK. Am Eingang cE4 hat es positives Potential am Ausgang gE4 zur Folge, das am Koppelausgang k2 als Sperrpotential wirkt. Über den Eingang bK verlagert es die Basisvorspannung des wegen der Arbeitslage der Kippschaltung K stromführenden Transistors in positiver Richtung, ist aber nicht in der Lage, die Kippschaltung Kin die Ruhelage zurückzukippen.
Am Eingang cEl wirkt es in gleicher Weise wie dem Prüfeingang p und damit dem Eingang sJS zugeführtes positives Belegtpotential und hat damit, falls der Speichersteuer- eingang ss noch negatives Potential hat, am Ausgang gEl negatives Potential zur Folge, das ebenfalls, da es dem Eingang aK zugeführt wird, das Kippen der Kippschaltung K durch Verlagerung des Basispotentials des stromlosen Transistors in negativer Richtung vorbereitet.
<Desc/Clms Page number 5>
Zur Beendigung der Bezeichnungspotentialabgabe wird dem Takteingang t ein weiterer positiver
Impuls zugeführt. Dieser Impuls addiert sich zu dem über den Eingang bK schon in positiver Richtung verlagerten Basispotential des stromführenden Transistors und sperrt diesen, womit der andere Transistor wieder stromführend wird und die Kippschaltung K wieder in die Ruhelage zurückkehrt, in der das
Potential des Ausgangs gK positiv ist. Damit nimmt der Bezeichnungsausgang z wieder das negative neutrale Potential an.
Dass dieses Zurückkippen der Kippschaltung K einwandfrei geschieht, obwohl die zum Kippen erforderliche Vorbereitungsspannung am Eingang bK verschwindet, da sie vom Aus- gang gK der Kippschaltung abgeleitet wird, gewährleistet der zur Zuführung des Taktimpulses dienende
Kondensator, der, einmal auf die Vorbereitungsspannung aufgeladen, diese während des Kippvorganges festhält und damit als Speicher wirkt.
Falls dagegen der zweite Prüfeingang p'unter den angenommenen Verhältnissen, nämlich Freipotential am ersten Prüfeingang p und Freigabepotential am Koppeleingang kl und den sich dabei einstellenden
Potentialverhältnissen, positives Belegtpotential führt, so erzwingt dieses über den Eingang aE2 negatives
Potential am Ausgang gE2, das am Bezeichnungsausgang z als neutrales Potential wirkt und auch zu den
Eingängen cE4, cEl und bK gelangt. Da der Koppeleingang kl positives Freigabepotential besitzt, das am Eingang bE3 auftritt, hat der Ausgang gE3 und damit der Eingang bE4 negatives Potential, was zu- sammen mit dem negativen Potential des Eingangs cE4 positives Potential am Ausgang gE4 und damit
Freigabepotential am Koppelausgang k2 zur Folge hat.
Damit ist die in der Bezeichnungsreihenfolge nächste Stufe, deren beide Prüfeingänge p und p'Freipotential besitzen, in der Lage, Bezeichnungs- potential abzugeben.
Wenn dem Prüfeingang p das postive Belegtpotential und dem Koppeleingang kl das postive Frei- gabepotential zugeführt werden, so ergeben sich folgende Potentialverhältnisse. Infolge des positiven Belegtpotentials am Prüfeingang p und damit am Eingang aEl behält der Ausgang gEl negatives Potential, auch wenn zwecks Ermöglichung der Einspeicherung das positive Potential des Speichersteuereingangs ss in negatives Potential übergeht. Wegen des vom Ausgang gEl abgegebenen negativen Potentials am Eingang aK bleibt die Kippschaltung K in Ruhelage, wenn ein am Takteingang t auftretender positiver Impuls ihrem Eingang cK zugeführt wird. Es führt also der an den Ausgang gK angeschaltete Transistor weiterhin Strom, wodurch der Ausgang gK und damit der Eingang bE2 weiterhin positives Potential behalten.
Damit behält der Ausgang gE2 negatives Potential, das am Bezeichnungsausgang z als neutrales Potential wirkt. Damitbleibenauch diePotentialverhältnisse an den an den Bezeichnungsausgangz angeschalteten Eingängen cEl, bK und cE4 unverändert. Das dem Koppeleingang kl zugeführte positive Freigabepotential hat negatives Potential am Ausgang gE3 zur Folge, womit nun die beiden Eingänge bE4 und cE2 negatives Potential besitzen, was am Ausgang gE4 positives, am Koppelausgang k2 als Freigabepotential wirkendes Potential zur Folge hat.
Wenn dem Koppeleingang kl das negative Sperrpotential zugeführt wird, so besitzt der Ausgang gE3 positives Potential, das am Ausgang gE4 negatives, am Koppelausgang k2 als Sperrpotential wirkendes Potential zur Folge hat, unabhängig davon, welche Potentiale den beiden Prüfeingängen p und p'zuge- führt werden und in welcher Lage sich die Kippschaltung K befindet. Das positive Potential des Ausgangs gE3 hat im weiteren auch negatives Potential am Ausgang gE2 zur Folge, das am Bezeichnungsausgang z ebenfalls unabhängig von den Potentialen der Prüfeingänge p und p'und der Lage der Kippschaltung K als neutrales Potential auftritt.
Wie aus vorstehender Erläuterung hervorgeht, erfüllt die in der Figur dargestellte Schaltstufe die eingangs genannten drei Kriterien und kann damit mit gleichartigen Schaltstufen zu einer Auswahlschaltung zusammengeschaltet werden, wozu jeweils der Koppeleingang kl jeder Schaltstufe an den Koppelausgang k2 der jeweils vorhergehenden Schaltstufe anzuschalten ist.
Wenn in dieser Weise eine Kettenschaltung gebildet wird, so erhält man eine Auswahlschaltung mit stets gleichbleibender Bezeichnungsreihenfolge, die von einem festen Nullpunkt ausgeht. In diesem Fall bleiben die zur Festlegung des Nullpunktes dienenden Eingänge n der Schaltstufe unbeschaltet. Die genannte Steuerung der Bezeichnungspotentialabgabe wird dann in der Weise durchgeführt, dass dem Koppeleingang kl der in der Kettenschaltung ersten Schaltstufe eine Steuereinrichtung vorgeschaltet ist, die der ersten Schaltstufe nur während der gewünschten Dauer der Bezeichnungspotentialabgabe Freigabepotential zuführt. Diese Zuführung des Freigabepotentials kann zu jedem beliebig späten Zeitpunkt vorgenommen werden, da die Einspeicherung des Belegungszustandes der von der Auswahlschaltung bedienten Einrichtungen vom Vorhandensein des Freigabepotentials unabhängig ist.
Diese Eigenschaft ergibt auch das gewünschte Verhalten, erst dann eine Neueinspeicherung vornehmen zu müssen, wenn entweder sämtliche durch die Einspeicherung in Arbeitslage gebrachten Speicher nacheinander durch Bezeichnung der zugehörigen Einrichtungen in die Ruhelage zurückgestellt worden sind oder wenn die Auswahlschaltung trotz noch in Arbeitslage befindlicher Speicher wegen der den zweiten Prüfeingängen p'zugeführten Potentiale nicht in der Lage ist, die vorliegende Schaltaufgabe zu lösen.
In der Regel werden Auswahlschaltungen bevorzugt, bei denen der Nullpunkt und damit die Bezeichnungsreihenfolge willkürlich festgelegt und z. B. mit jedem Bezeichnungsvorgang geändert werden können. Für diese Betriebsart ist die vorstehend genannte Kettenschaltung der Schaltstufen zu einer Ringschaltung zu schliessen. Die Festlegung des Nullpunktes erfolgt dann in der Weise, dass dem zusätzlichen Eingang n derjenigen Schaltstufe, die die erste in der Bezeichnungsreihenfolge sein soll, ein
<Desc/Clms Page number 6>
positives Potential zugeführt wird, während die entsprechenden Eingänge aller übrigen Schaltstufen negatives Potential erhalten.
Dieses einem einzigen Eingang n zugeführte positive Potential spielt die gleiche Rolle wie im Fall der Auswahlschaltung mit stets gleichbleibendem Nullpunkt das dem Koppeleingang kl der ersten Schaltstufe zugeführte Freigabepotential und kann daher in gleicher Weise wie dieses zur Steuerung der Bezeichnungspotentialabgabe herangezogen werden.
Auf Grund obenstehender Erläuterungen der Wirkungsweise einer einzelnen Schaltstufe kann nun auf das bei der aus solchen Schaltstufen aufgebauten Auswahlschaltung erwünschte Verhalten eingegangen werden, das darin besteht, dass eine Neueinspeicherung erst dann vorgenommen werden muss, wenn die Speicher sämtlicher Schaltstufen wieder in die Ruhelage zurückgekippt sind oder wenn trotz noch in Arbeitslage befindlicher Speicher eine Bezeichnung nicht stattfinden kann, weil den zweiten Prüfeingängen p'der betreffenden Schaltstufen Belegtpotential zugeführt wird.
Zur Inbetriebnahme der Auswahlschaltung wird der ihren Prüfeingängen p vorgeschaltete Zustandsspeicher, der die den Belegungszustand der zugehörigen Einrichtung betreffenden Informationen liefert, zur Informationsabgabe aktiviert und gleichzeitig durch einen negativen Impuls am Speichersteuereingang ss die Einspeicherung in die Speicher K der Schaltstufen ermöglicht ; durchgeführt wird diese Einspeicherung dann durch einen positiven Impuls am Takteingang t.
Wird nun dem Koppeleingang kl der ersten Schaltstufe das postive Freigabepotential oder dem zusätzlichen Eingang n der jeweils ersten Schaltstufe ein entsprechendes, den Nullpunkt festlegendes positives Potential zugeführt, so gibt die in der Bezeichnungsreihenfolge erste Schaltstufe mit in Arbeitslage befindlichem Speicher K, deren zweitem Prüfeingang p'ausserdem Freipotential zugeführt wird, am Bezeichnungsausgang z Bezeichnungspotential ab.
Gleichzeitig mit der Beendigung der Bezeichnungspotentialabgabe durch Abschalten des positiven Freigabepotentials am Koppeleingang kl der ersten Schaltstufe oder des den Nullpunkt festlegenden positiven Potentials am zusätzlichen Eingang n der jeweils ersten Schaltstufe wird der Speicher K der eben Bezeichnungspotential abgebenden Schaltstufe durch einen über den Taktimpulseingang t sämtlichen Schaltstufen zugeführten positiven Impuls wieder in die Ruhelage zurückgekippt.
In Arbeitslage befindliche Speicher K anderer Schaltstufen bleiben von dieser Rückstellung unberührt.
Wird nun wieder zur Durchführung einer weiteren Bezeichnung die Abgabe des Bezeichnungspotentials durch entsprechende Potentialzuführung zum Koppeleingang kl der ersten Schaltstufe bzw. zum zusätzlichen Eingang n der jeweils ersten Schaltstufe freigegeben, so gibt die unter den neueintretenden Verhältnissen erste Schaltstufe mit in Arbeitslage befindlichem Speicher K und Freigabepotential am zweiten Prüfeingang p'Bezeichnungspotential ab. In dieser Weise kann eine Bezeichnungspotentialabgabe nach der andern ohne Neueinspeicherung bewirkt werden, bis schliesslich entweder die Speicher K sämtlicher Schaltstufen wieder in die Ruhelage zurückgekippt sind oder keine Schaltstufe mehr vorhanden ist, bei der gleichzeitig der Speicher K sich in Arbeitslage befindet und der zweite Prüfeingang p'Freipotential besitzt.
Erst wenn einer dieser beiden Fälle eingetreten ist, muss eine Neueinspeicherung vorgenommen werden. Bei den aufeinanderfolgenden Bezeichnungsvorgängen ist es ohne weiteres möglich, nach jedem einzelnen Bezeichnungsvorgang den Nullpunkt und damit die Bezeichnungsreihenfolge zu ändern.
Falls die an die Bezeichnungsausgänge z der Auswahlschaltung angeschalteten Einrichtungen hinsichtlich der Auswertung der ihnen zugeführten Bezeichnungspotentiale taktgesteuert sind, kann von der bisher beschriebenen Steuerung der Bezeichnungspotentialabgabe abgesehen werden. In diesem Fall ist dann durch die Taktsteuerung der Einrichtungen sicherzustellen, dass die Auswertung des Bezeichnungspotentials nur dann stattfinden kann, wenn die Bezeichnungspotentialabgabe eindeutig ist.
Abschliessend ist noch auf die Bedeutung des Rückstelleingangs r einzugehen. Unter den vorstehend erläuterten normalen Betriebsverhältnissen ist eine Rückstellung der Speicher K der einzelnen Schaltstufen mittels eines dem Rückstelleingang r zugeführten Impulses nicht erforderlich, da diese Rückstellung bereits ein Teil der Wählerfunktion ist. Bedeutung erlangt sie jedoch im Fall einer Störung oder bei routinemässiger Umschaltung auf eine Ersatzeinrichtung. Wenn der Auswahlschaltung z. B. nach einem Betriebsspannungsausfall oder zur Inbetriebnahme die Betriebsspannungen zugeführt werden, so hängt es vom Zufall ab, welche Speicher K dabei die Ruhelage einnehmen und welche in die Arbeitslage kippen.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.