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Zweigang-Getriebenabe mit Rücktrittschaltung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Zweigang-Getriebenabe mit Rücktrittbremse und Rücktritt- schaltung, bei der die Rücktrittschaltung vor dem Eingriff der Rücktrittbremse betätigt wird.
Bei allen bekannten Zweigang-Getriebenaben mit Rücktrittbremse und Rücktrittschaltung wird beim
Betätigen der Bremse der nächste Gang eingeschaltet. Dieses ungewollte Schalten beim Bremsen verhindert ein Weiterfahren, mit dem alten, ursprünglich eingeschalteten Gang. Erst nach einem Antreten und erneu- tem Rücktreten kann im ursprünglich eingeschalteten Gang weitergefahren werden. Dieser Nachteil wirkt sich auf die Fahrsicherheit besonders aus, wenn nach einem Bremsvorgang z. B. der grosse Gang einge- schaltet ist und ein schnelles Anfahren erforderlich wird, was in diesem Gang sehr schwer ist.
Dieser Nachteil wird durch die vorliegende Erfindung vermieden, u. zw. dadurch, dass der zur Betätigung der Bremse erforderliche Rücktrittsverdrehungswinkel mindestens so gross ist wie der Durchschaltverdrehungswinkel, der zum Durchschalten von einem Gang bis zum übernächsten, d. h. bis zur Wiederherstel- lung des ursprünglichen Ganges erforderlich ist. Somit wird kurz vor dem Bremsen immer der Gang, der im Antrieb vorhanden war, wieder eingeschaltet. Beim Weiterfahren wird eine zusätzliche Betätigung zum Einschalten des ursprünglichen Ganges überflüssig. Die Erfindung bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Rücktrittschaltsystem, sondern kann bei jedem beliebigen Rücktrittschaltsystem angewendet werden.
Das Wesentliche ist nicht die konstruktive Ausgestaltung sondern die Erziehung einer bestimmten Schaltfolge.
Die beiliegenden Figuren erläutern die Erfindung. Es stellen dar :
Fig. l einen halben Längsschnitt durch eine erfindungsgemäss aufgebaute Zweigangnabe, Fig. 2 die Abwicklung einer in der Zweigangnabe gemäss Fig. 1 verwendeten Schaltverzahnung in einer ersten Schaltstellung, Fig. 3 die Abwicklung der Schaltverzahnung nach Fig. 2 in einer zweiten Schaltstellung.
In Fig. l erkennt man eine Nabenachse 5. Auf dieser Nabenachse 5 sitzt ein Lagerringkörper 30. Auf dem Lagerringkörper 30 ist mittels eines Kugellagers 32 ein'Antreiber 2 gelagert, der mit einem Kettenrad 1 vereinigt ist. Auf dem Antreiber 2 ist mittels eines weiteren Kugellagers 36 eine Nabenhülse 38 einseitig gelagert. Die andere Lagerung der Nabenhülse 38 ist von einem Kugellager 40 auf einem Lagerringkörper 42 gebildet.
Der Antreiber 2 ist gleichzeitig Planetenradträger eines Planetengetriebes. Er weist zu diesem Zweck Planetenradlagerbolzen 44 auf. Auf diesen Planetenradlagerbolzen 44 sind Planetenräder 3 gelagert. Die Planetenräder 3 kämmen einerseits mit einem Sonnenrad 4, welches bei der Nabenachse 5 ist und anderseits mit einem Hohlrad 6.
Der Planetenradträger 2 weist eine Innenverzahnung auf. Diese Innenverzahnung steht im Eingriff mit einer Aussenverzahnung 46 einer Kupplungshülse 17. Die Kupplungshülse 17 weist ihrerseits eine Innenverzahnung 48 auf. Diese steht im Eingriff mit einer Aussenverzahnung 50 eines Brems- und Sperrklin kenträgers 14. Auf dem Brems- und Sperrklinkenträger 14 ist mittels eines Flachgewindes 15 ein Bremskörper 12 verschraubbar. Der Bremskörper 12 trägt nicht eingezeichnete Sperrklinken, die mit einer Sperr klinkenverzahnung 52 der Nabenhülse 38 in Eingriff stehen.
Der Bremskörper 12 weist eine konische Bremsfläche 54 auf, welche zum Eingriff mit einem Hohlkonus 56 eines geteilten Bremsmantels 58 be-
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jeweils erst dann eintritt, wenn von einer Schaltstellung auf die übernächste geschaltet worden ist, d. h., wenn die ursprüngliche Schaltstellung wiederhergestellt ist. Dies bedeutet, dass beim Bremsen die Schalt- stellung per Saldo nicht verändert wird, so dass nach dem Aufhören des Bremsens wieder der gleiche Gang vorliegt, der vor dem Einleiten des Bremsvorganges vorgelegen hatte.
Die Schaltfolge kann also so dargestellt werden :
1. Nabe ist in Antriebsstellung. Von dieser Stellung aus erfolgt ein Bremsvorgang durch Rücktrittbe- wegung. Dabei wird :
2. während des Rücktretens der nächste Gang eingeschaltet,
3. durch weiteres Rücktreten wieder der ursprüngliche Gang eingeschaltet,
4. kurz darauf die Bremse zum Wirken gebracht,
5. nach dem Bremsen die Nabe wieder im ursprünglich eingeschalteten Gang in Antriebsstellung ge- bracht. Die Ausgangsstellung 1) ist wieder erreicht.
Es wird also immer auf die übernächste Gangschaltstellung durchgeschaltet.
Das erfindungsgemässe Schaltsystem ist für alle Rücktrittschaltnaben geeignet. Im Falle des hier be- schriebenen Ausführungsbeispieles erfolgt die Schaltung über Schaltverzahnungen, welche beim Rückwarts- treten durchFedergesperre mit relativ zueinander sich verdrehenden Teilen gekuppelt sind. Die Ankupplung der Schaltverzahnungen an sich relativ zueinander verdrehende Teile beim Rückwärtstreten konnte auch mittels Konusgesperre oder Klinkengesperre erfolgen. An die Stelle zweier Schaltverzahnungen könnte auch eine einzige Schaltkulisse treten, die auf einen Mitnehmer einwirkt.