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Tarnfleckenfreie, farbige Fläche
Die Erfindung betrifft unifarbige oder im wesentlichen unifarbige, also tarnfleckenfreie, farbige Flächen, deren visuelle Farbe dem Durchschnitt der im Gelände vorkommenden Farbtöne entspricht. Als farbige Flächen kommen erfindungsgemäss insbesondere solche von Gewebebahnen, Papierbahnen, Kunststoffbahnen od. dgl., aber auch solche von Häuserwänden, Betonplatten usw. in Betracht. Die Erfindung bezweckt, derartige Flächen so auszubilden, dass sie nicht nur bei visueller, sondern auch bei Infrarotbeleuchtung dem umgebenden Gelände angepasst sind.
Die bekannten, insbesondere für militärische Zwecke, nämlich zur Bekleidung von Personen oder zur Abdeckung von Geräten benötigten unifarbige Gewebebahnen werden mit einem Farbstoff einge- färbt, der einen sogenannten geländegängigen Farbton besitzt, nämlich einen solchen, der dem Durchschnitt der im Gelände vorkommenden sichtbaren Farbtöne entspricht. Als solche Farbtöne kommen erfahrungsgemäss Khaki, Erdfarbe, Sandfarbe und verschiedene Olivtöne in Betracht.
Neben dem visuellen Farbton spielt das Verhalten der unifarbigen Gewebe im Bereich der infraroten Wellenlängen, u. zw. insbesondere im Bereich von 750 bis 1400 m li, eine zunehmend bedeutende Rolle, d. h. die gewählte Unifarbe soll auch in dem besagten Infrarotbereich geländegängig, also in ihrem Remissionsvelmögen dem Durchschnitt des Infrarotverhaltens der umgebenden Naturstoffe angepasst sein.
Diese Anforderung wäre leicht zu erfüllen, wenn die zur Färbung der Gewebebahn zur Anwendung gelangenden künstlichen Farbstoffe in ihrem Infrarotverhalten demjenigen der umgebenden Naturstoffe entspräche. Leider ist dies jedoch nicht der Fall.
So ist z. B. einer der wichtigsten Naturstoffe das Blattgrün. Dieses zeigt bereits im nahen Infrarotbereich einen Steilanstieg in der Infrarotremission, den sogenannten Chlorophyllanstieg. Diesen oder einen ähnlichen Anstieg haben im Infrarotbereich nur wenige grüne oder blaue Farbstoffe, deren Infrarotremission jedoch, insbesondere bei der zur Anwendung kommenden Farbstoffkonzentration, viel zu hoch ist. Ähnlich wie beim Blattgriin liegen die Verhältnisse bei andern Naturstoffen.
Versucht man die zu hohe Infrarotremission in der Färbung durch Beimischung stark absorbierender Farbstoffe zu senken, so addieren sich die Absorptionen der gemischten Farbstoffe und der an sich gewünsche Anstieg in der Infrarotremission ist nicht mehr vorhanden. Es ist daher in den meisten Fällen unmöglich, die notwendigen und geforderten Infrarotremissionswerte durch Einfärben der Gewebebahn mit Farbmischungen zu erhalten und so zu dem geländegängigen Durchschnitt auf einem breiten Infrarotwellenbereich zu gelangen.
Es wurde nun gefunden, dass eine visuell unifarbige oder im wesentlichen unifarbige Gewebebahn das gewünschte Infrarotverhalten dann aufweist, wenn ihre visuelle, dem Durchschnitt der im Gelände vorkommenden Farbtöne entsprechende Farbe durch additive Farbmischung aus einer einheitlichen GrundeinfÅarbung des Gewebes und einer vorzugsweise durch Aufdruck erzeugten, teilweise deckenden. Farb- überlagerung gebildet und die durch diese Farbüberlagerung bewirkte Abdeckung der Grundeinfärbung so gewählt ist, dass ein gegenüber dem umgebenden Gelände zu hoher Infrarotremissionswert der Grundeinfärbung ebenfalls durch additive Wirkung auf den Wert herabgedrUckt wird, der dem Durchschnitt der Infrarotremissionswerte des umgebenden Geländes entspricht.
In gleicher Weise lassen sich auch andere
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Flächen, z. B. solche von Kunststoffbahnen, Papierbahnen, Häuserwänden, Betonplatten od. dgl. tar- nen.
Eine farbige Gewebebahn gemäss der Erfindung wird vorzugsweise so hergestellt, dass die ungefärbte
Bahn zunächst einheitlich mit einem visuell etwa die gewünschte geländegängige Farbe aufweisenden Farbstoff vorgefärbt wird, der bei Infrarotbetrachtung einen höheren Remissionswert hat, als der Durch, schnitt des umgebenden Geländes, und auf die so vorbehandelte Gewebebahn ein teilweise deckender
Aufdruck aufgebracht wird, der einesteils den zu hohen Infrarotremissionswert auf den gewünschten Wert herabdrückt, anderseits, bei visueller Betrachtung durch additive Farbmischung mit der Farbe der Grund- einfärbung der Gewebebahn den gewünschten geländegängigen Farbton ergibt.
Hiebei ist besonders vor- teilhaft, dass zur Grundeinfärbung der Gewebebahn und zu deren teilweise deckenden Farbuberlagerung
Farbstoffe oder Farbstoffkombinationen Verwendung finden können, die sich im Färbeverfahren nicht miteinander mischen lassen. In entsprechender Weise lassen sich farbige Kunststoffbahnen od. dgl. her- stellen.
Für die Grundeinfärbung der Gewebebahn werden Farbstoffe bevorzugt, die den Chlorophyllanstieg aufweisen und auf möglichst breitem Wellenbereich gleiche oder annähern4 gleiche Infrarotremission ergeben. Hiebei wird die Grundfärbung so gewählt, dass die durch die spätere Farbüberlagerung bewirkte additive Farbmischung. der gewünschten visuellen Färbung der Gewebebahn entspricht. Für die Farbüber- lagerung werden dagegen Farbstoffe oder Farbstoffkombinationen bevorzugt. die im Infrarotgebiet auf einem möglichst breiten Wellenbereich eine starke Absorption aufweisen. Es ergeben jedoch bei An- wendung des genannten Verfahrens auch solche Grundeinfärbungen und Überlagerungen, die den angege- benen Anforderungen nicht völlig genügen, erhebliche Verbesserungen gegenüber der einfachen Färbung.
Das Auftragen der Farbüberlagerung auf die Grundfärbung der Gewebebahn oder sonstigen Fläche kann z. B. mit Raster-, Picco- oder Gründelwalzen oder mit Konturen- oder Linienwalzen erfolgen, jedoch können auch Tupfen oder andere kleinflächige Muster mit bekannten Einrichtungen aufgetragen wer- den.
Die Farbüberlagerung kann auf dem zu tarnenden Gebilde, beispielsweise einer Gewebebahn nur ein- seitig, aber auch doppelseitig vorgenommen werden, wobei. die Grundeinfärbung der Gewebebahn,
Kunststoffolie od. dgl. auch auf beiden Seiten unterschiedlich sein kann. Sieht man sie doppelseitig vor, so hat man die Möglichkeit, eine Bahn mit verschieden hohen Infrarotremissionswerten und gegebenen- falls auch verschiedenen sichtbaren Farbtönen herzustellen. Wählt man statt einer einheitlich gleichmä- ssigen Farbüberlagerung eine abgestufte, wiesiez. B. durch Gründeleffekte verschiedener Dichte oder durch nur örtlich gravierte Walzen erzielbar ist, so erhält man im Infrarotgebiet in den Remissionswerten Ab- stufungen, die sich erfahrungsgemäss gut bewährt haben.
Beispiel : Eine ungefärbte Gewebebahn wird mittels einer Mischung aus Farbstoffen, die den
Chlorophyllanstieg aufweisen, mit einer einheitlichen Oliv-Grundfärbung versehen. Die fertiggefärbte
Gewebebahn wird anschliessend mittels einer Gründelwalze mit Ferrocyandampfschwarz beidseitig über- gründelt, gedämpft und in bekannter Weise fertiggestellt. Die durch den Überdruck bewirkte visuelle
Farbtonvertiefung ist vorher berücksichtigt worden. Man erhält eine visuell olivgefärbte Gewebebahn, die im Infrarotbereich einen annähernden Chlorophyllanstieg aufweist und von 750 bis 1400 mu einen etwa gleichbleibenden Infrarotremissionswert besitzt, dessen Höhe von der Dichte des Gründeleffektes abhängt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tarnfleckenfreie, farbige Fläche, deren visuelle Farbe dem Durchschnitt der im Gelände vor- kommenden Farbtöne entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass ihre visuelle Farbe durch eine additive
Farbmischung aus einer einheitlichen Grundeinfärbung der Fläche und einer vorzugsweise durch Aufdruck erzeugten, teilweise deckenden Farbüberlagerung gebildet ist, wobei die durch diese bewirkte Abdeckung der Grundeinfärbung so gewählt ist, dass ein gegenüber dem umgebenden Gelände zu hoher Infrarotremissionswert der Grundeinfärbung ebenfalls durch additive Wirkung auf den Wert herabgedrückt wird, der dem Durchschnitt derlnfrarotremissionswerte des umgebenden Geländes entspricht.