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Schaufelmalzwender mit Luftzuführung.
Es liegt auf der Hand, dass die Bereitung des Malzes in äusserst günstiger Weise beeinflusst werden würde, wenn es gelänge, dem Darrgut in solcher Weise entsprechend temperierte Frischluft zuzuführen, dass möglichst jedes Korn mit dieser in Berührung kommt. Dadurch könnte die auf der Darrhorde herrschende Temperatur in einfachster Weise ganz genau geregelt und so mit absoluter Sicherheit die Bildung von Steinmalz, sowie das Dumpfwerden des Malzes verhindert werden.
Die Ausführung dieses Gedankens ist bereits in verschiedener Weise versucht worden.
Einmal hat man zum Wenden des Malzes ein wellenförmig gebogenes, gelochtes Rohr verwendet, welches über die Horde hin verschoben und zugleich um seine Längsachse in Drehung gesetzt und in welches Frischluft eingeblasen wird. Sodann hat man, da eine ausgiebige Durcharbeitung des Dnrrgutes bei Verwendung dieser Vorrichtung nicht stattfindet und also das nicht erreicht wird, was, wie oben dargelegt, das zu erstrebende Ziel ist, nämlich die je nach Umständen temperierte Frischluft praktisch genommen Illit jedem einzelnen Korn in Berührung zu bringen, die Zuführung von Frischluft auch bei Schaufelmalzwendern anzuwenden versucht, indem man einen Wender konstruierte, dessen Schaufel unter dem siebartig gelöcherten Boden einen abgeschlossenen Hohlraum besassen, dem durch die hohle Welle und die hohlen Arme Luft zugeführt wurde.
Auch diese Vorrichtung konnte aber nicht völlig befriedigen, da die Luftzuführung zu dem auf der Schaufel liegenden Darrgut nicht genügte. Zudem erwies sich der zu dem gedachten Zwecke konstruierte Schaufelmalzwender (vgl. die deutsche Patentschrift Nr. 58973) als zu kompliziert, um Eingang in die Praxis finden zu können.
Die Erfindung bezweckt nun die Anwendung der Luftzuführung bei Schaufelmalzwendern in der Weise, dass jeweilig die durch die Schaufeln soeben blossgelegte und alsdann die hinter dem Wender zurückbleibende, neu gebildete Oberflächenschicht des Darrgutes von der zugeführten Frischluft bestrichen wird. Gerade hier vermag dieselbe am vorteilhaftesten zu wirken.
Erreicht wird diese Wirkung durch die Anordnung der Luftzuführungsrohre in solcher Weise, dass die Luft gerade unterhalb der Schaufeln bezw. hinter den einzelnen derselben und unmittelbar hinter dem Malzwendor ausströmt.
In den beiliegenden Zeichnungen ist die Erfindung in Verbindung mit einem Schaufelmalzwender mit Kippschaufeln-einer violfach zur Anwendung gelangten Ausführungs- form-erläutert. Fig. l zeigt die Vorrichtung in Ansicht, Fig. 2 im Schnitt. Fig. 3 und 4 stellen eine Abänderung dar.
Der Schaufelmalzwender besteht aus einer Welle a, um welche herum, gegeneinander versetzt, die Arme b mit den Schaufeln c angeordnet sind. Die Schaufeln c sind bei der hier dargestellten Ausführungsform in bekannter Weise als Kippschaufeln ausgebildet, d. h. sie sind an dem Ende der Arme schwenkbar befestigt und kippen unter ihrem eigenen Gewicht bezw. unter demjenigen des aufgenommenen Malzes bei der Drehung der Welle nach Überschreitung der höchsten Lage so weit um, wie es ein, den Arm umfassender Ring d zulässt, so dass das aufgenommene Malz wieder horabgeworfen wird. Die Wolle a wird in bekannter Weise durch ein geeignetes Triebwerk auf Bahnen e über die Malz. darre hinweggeführt und dabei in Umdrehungen versetzt.
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Die Welle a und die Arme b des Malzwenders sind nun, wie bei den vorerwähnten, bekannten Ausführungen, hobl ausgebildet und in dieses Rohrsystem wird von einem Robr f aus Frischluft eingeführt. Diese Frischluft, welche von einem beliebigen Gebläse, einem Kompressor oder dgl. erzeugt wird, kann je nach Bedarf temperiert und eventuell angefeuchtet, oder im Gegenteil, getrocknet werden, so dass ihre Beschaffenheit genau dem jeweiligen Zustande des Darrgutes angepasst ist.
Der Gegenstand der Erfindung ist nun die Anordnung der Ausströmungsöffnungen für diese eingepresste Frischluft in der Weise, dass sie gerade dort erfolgt, wo jeweilig heue Schichten des Malzes blossgelegt worden sind, so dass im Laufe des Arbeitsganges möglichst jedes Korn mit der Luft in Berührung kommt. Das wird in der Weise erreicht, dass die Ausströmungsöffnungen g gerade hinter den Rührschaufeln liegen. Die Luft trifft also stets auf diejenige Fläche des Darrgutes, welche unter der Wirkung der gerade arbeitenden Schaufel von neuem blossgelegt worden ist und kann hier ihre Wirkungen ausüben.
Zweckmässig ist es, die Ausströmung so anzuordnen, dass durch sie ein lebhafter Luftwirbel erzeugt wird. Zu diesem Zwecke enden, wie auf der Zeichnung dargestellt, die Kanäle in feingelochten Rohren, aus denen die Luft wie aus einer Brause ausströmt. Selbstverständlich könnte unter Umständen auf Anordnung dieser Brausevorrichtung verzichtet werden.
Will man dabei zugleich in der aus der deutschen Patentschrift Nr. 58973 bekannten Art auch das jeweilig auf der Schaufel lagernde Gut der Wirkung des Luftstromes aussetzen, so stellt man die Schaufeln aus feingelochtem Blech oder aus Drahtsieb her und locht die Brause in der Weise, dass eine Anzahl von Luftstrahlen gerade von unten gegen das Sieb geblasen werden kann. Ist der Luftdruck stark genug, so dringt die Luft durch das auf der Schaufel befindliche Darrgut.
Die Wirkung wird nun ferner noch dadurch vervollkommnet, dass eine Einrichtung getroffen ist, um die hinter dem Malzwender zurückbleibende, neugebildete Oberfläche des Darrgutes ebenfalls mit Frischluft zu bestreichen. Das geschieht durch ein hinter dem Malzwender herlaufendes, horizontal über die Oberfläche des Darrgutes reichendes gelochtes Rohr, in welches ebenfalls die geeignet temperierte, eventuell befeuchtete Frischluft eingeblasen wird. Da der Malzwender sich abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen bewegt, so muss natürlich an seinen beiden Seiten je ein Rohr der beschriebenen Art angeordnet werden, von denen jedoch immer nur das vorzugsweise in Betracht kommt, welches in der jeweiligen Bewegungsrichtung hinter dem Malzwender läuft.
Die Rohre müssen sich, wie bemerkt, mit dem Malzwender bewegen. Sie werden daher zweckmässig an dom Lager der Malzwenderwelle befestigt, wie aus der Zeichnung ersichtlich. h sind die beiden Rohre, welche horizontal über die Oberfläche des Darrgutes hin sich erstrecken und bei i auf dem Lager der Welle befestigt sind. Die Luft- zuführung geschieht durch ein Rohr k und einen Schlauch l von entsprechender Länge zweckmässig aus derselben Luftquelle, aus welcher das Rohr f gespeist wird. Die Rohre sind natürlich ausserhalb des Drehungskreises der Schaufeln angeordnet, so dass sie mit diesen nicht in Berührung kommen. Sie verlaufen zunächst oberhalb der Bahnen e, auf
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Die horizontalen Teile der Rohre müssen, wie bereits bemerkt, im bestimmten ge. ringen Abstand über der Oberfläche des Darrgutes liegen. Da die Höhe der Schicht nicht immer die gleiche sein wird, so empfiehlt es sich, die Höhe dieses horizontal verlaufenden Rohrteiles einstellbar zu machen. Es kann das dadurch geschehen, dass man die Muffe 9 einstellbar befestigt oder den senkrecht verlaufenden Teil der Rohre teleskopartig verschiebbar anordnet, usw.
Fig. 3 und 4 zeigen, in welcher Weise die Erfindung bei Malzwendern ausgeführt werden könnte, bei denen die Welle und die Arme nicht hohl ausgebildet sind, welche also nachträglich erst für die Anwendung der Erfindung umgebaut werden sollen. Bei solchen Malzwendern verlegt man entlang der Welle a und den Armen b Luftrohre tM, welche, gegebenenfalls durch Rohrringe n, zu einem Rohrsystem miteinander verbunden sind und, genau wie bei Fig. 1 und 2, ebenfalls hinter den Schaufeln c in Brausen 9 münden. Diesem Rohrsystem führt man dann die Frischluft durch eine Bohrung zu, welche auf einer Seita der Welle in deren Achse angebracht ist und an welche das Luftrohr f angeschlossen wird.
Lediglich der Einfachheit halber sind in Fig. 3 und 4 die horizontal laufenden Rohre h mit ihrer Luftzuführungseinrichtung nicht dargestellt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaufelmalzwender mit Luftzuführung durch die hohle Welle und hohlen Arme oder durch besondere, an der Welle und den Armen entlang verlegte Rohre, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Ausströmungsöffnungen der Luftkanäle gerade hinter den Wendeschaufeln liegen, so dass die Luft das Malz gerade an der durch die Tätigkeit der Schaufeln jeweilig freigelegten Oberfläche bestreicht.