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Verfahren zur Herstellung eines Jeuerwehrschlauches und nach diesem Verfahren hergestellter Feuerwehrschlauch
Klassische Feuerwehrschläuche bestehen aus einem stark geschlagenen Gewebe, durch welches das
Druckwasser beim Gebrauch des Schlauches durchsickert und das gesamte Gewebe vollständig netzt. Die
Gewebefasem quellen hiebei und dichten den Schlauch soweit, dass die restlichen Sickerwasserverluste praktisch nicht mehr ins Gewicht fallen. Die vollständige Durchnässung des Schlauches und das ständige Nachsickem von Wasser stellen einen wirksamen Schutz für den Schlauch gegen Hitzeeinwirkung dar, was bei Feuerwehrschläuchen aus naheliegenden Gründen sehr erwünscht ist.
Der grosse Nachteil dieser
Schläuche besteht darin, dass sie in gebrauchtem, nassem Zustand derart hart werden, dass sie praktisch nicht mehr auf die Haspel gerollt werden können und daher in gestreckter Lage zum Trocknen aufgehängt werden müssen.
Es wurden daher in neuerer Zeit häufigFeuerwehrschläuche mit einer vollständig dichtenden Innenauskleidung beispielsweise aus Gummi, Kunstgummi oder Kunststoff verwendet. Das Gewebe dieser Schläuche bleibt abgesehen vom Wasser, das von aussen an sie gelangt, vollständig trocken, so dass diese Schläuche nach Gebrauch verhältnismässig leicht wieder aufgehaspelt werden können. Die gute Geschmeidigkeit dieser bekannten Schläuche liegt zum Teil auch darin begründet, dass das Gewebe verhältnismässig lose und schwach geschlagen ausgeführt werden kann, da es nicht die Aufgabe hat, übermässige Wasserverluste durch die Schlauchwand zu vermeiden.
Der grosse Nachteil dieser mit vollständig dichter Innenverkleidung versehenen Feuerwehrschläuche besteht darin, dass das Gewebe normalerweise überhaupt nicht genetzt wird, und daher bei Hitzeeinwirkung leicht beschädigt oder vollständig zerstört wird.
Die Erfindung beruht nun auf der Idee, die Vorteile der vollständigen Durchnässung des Schlauchgewebes, die bei den bekannten Rohschläuchen auftrat, mit den Vorteilen der mit einem Dichtungsmittel behandelten Schläuche zu verbinden und damit einen auch in nassem Zustande leicht biegbaren und wickelbaren, aber trotzdem hitzebeständigen Feuerwehrschlauch zu schaffen. Das Verfahren nach vorliegender Erfindung zur Herstellung eines Feuerwehrschlauches ist dadurch gekennzeichnet, dass man auf die Wandung eines lose geschlagenen Gewebeschlauches, der in durchnässtem, gequollenem Zustande ungenügend dichtet, jedoch aber trotzdem biegsam bleibt, ein elastisches oder plastisches Dichtungsmittel, z. B.
Latex aufträgt, so dass seine Durchlässigkeit weitgehend unabhängig von der Quellfähigkeit des Schlauchgewebes herabgesetzt, jedoch nicht vollständig beseitigt wird. Der so hergestellte Feuerwehrschlauch kennzeichnet sich dadurch, dass er aus einem losen Gewebe, das auch in genetztem, gequollenem Zustande leicht biegbar bleibt, jedoch keine genügende Dichtheit gegen Wasserverluste aufweist, besteht, und dass er an der Innenseite dieses Gewebes einen porösen Belag eines elastischen oder plastischen Dichtungsmittel aufweist, welcher Belag den Wasserverlust auf ein vorgeschriebenes Mindestmass beschränkt, ohne die Biegbarkeit des Schlauches zu behindern, so dass der Schlauch Im Betrieb durchnetzt und damit gegen Hitzeeinwirkung geschützt trotzdem auch in diesem Zustande auf eine Haspel leicht aufwickelbar ist.
Auch in diesem Falle kann, wie bei den oben erwähnten, absolut dichten Schläuchen, ein lose geschlagenes Gewebe verwendet werden, welches auch bei vollständiger Durchnassung noch biegsam bleibt. Wird dieses an sich lose Gewebe noch in beschränktem Masse mit einem Dichtungsmittel, beispielsweise Gummi, Kunstgummi oder Kunststoff behandelt, welches Dichtungsmittel an sich auch elastisch oder plastisch verformbar Ist, entsteht ein Schlauch, welcher nicht vollständig dicht ist und somit im Betrieb in der erwünschten Weise durchnässt und damit gegen Hitzeeinfluss geschützt wird,
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welcher aber infolge des lose geschlagenen Gewebes und dem Vorhandensein eines weichen, elastischen
Dichtungsmittels auch in nassem Zustand geringe Steifigkeit aufweist und somit sofort nach Gebrauch leicht wieder auf die Haspel gerollt werden kann.
Es ist zwar auch bereits bekannt, die wesentlich billigere Baumwolle an Stelle anderer Fasermaterialien zur Herstellung von Feuerwehrschläuchen verwendbar zu machen, indem die Baumwolle mit einem
Quellmittel, z. B. Zellulose, imprägniert wird. Damit wird die mangelhafte Quellfähigkeit der Baum- wolle verbessert. Der mit solcher Baumwolle hergestellte Schlauch entspricht jedoch in seinen Eigen- schaften durchaus den eingangs erwähntenRohschläuchen aus Fasermaterial mit eigenergeniigenderquell- fähigkeit.
Da Zellulose ähnliche Eigenschaften aufweist wie natürliche Fasern und übrigens den Haupt- bestandteil solcher Fasern darstellt, werden die mit Zellulose imprägnierten Baumwollschläuche durch das Quellen in durchnässtem Zustand steif und unbiegsam und können nach dem Gebrauch ebenfalls nicht aufgehaspelt werden.
Die Herstellung des erfindungsgemässen Schlauches kann beispielsweise wie folgt vorgenommen wer- den : Der rohe Schlauch wird in üblicher Weise auf einer Rund-oder Flachwebmaschine mit einer Dichte von 22 Zettel pro 5 cm und 21 Schuss pro 5 cm bei einem Gewicht von 29 bis 31 kg pro 100 m bei 55mm
Durchmesser hergestellt. Der so hergestellte Rohschlauch wird nun einseitig verschlossen und anderseitig an eine Druckwasserleitung angeschlossen und mit Druckwasser gefüllt, so dass das Gewebe vollständig durchnässt wird. Der Schlauch wird dann in vertikaler Lage in einen Behandlungsturm gehängt, worauf während etwa 15 Sekunden ein Dichtungsmittel ohne Druck von oben in den Schlauch eingelassen wird, so dass die ganze Schlauchfläche berieselt und mit dem Dichtungsmittel benetzt wird.
Hierauf wird das eine Schlauchende verschlossen und dasselbe oder gegebenenfalls ein ähnliches Dichtungsmittel während einer Minute mit einem Druck von 5 Atmosphären in den Schlauch eingeführt. Als Dichtungsmittel wird beispielsweise vorvulkanisierter Latex in 60'%aiger Emulsion, beispielsweise das unter der Markenbezeich- nung"Revultex"bekannte Mittel, verwendet.
Es wird bei dieser Behandlung rund 1 kg dieser 60o/aigen
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zuletzt beschriebenenDruckbehandlung das Dichtungsmittel gleichmässig in das nicht besonders gut dichtende Schlauchgewebe ein, wobei auf der Innenseite der Schlauchwand eine poröse, lose zusammenhängende Latex-Schicht entsteht, durch welche Unebenheiten der Schlauchinnenwand weitgehend ausgegli- chen'werden, welche jedoch keine vollständige Dichtung gegen Wasserverlust nach aussen darstellt.
Ein in dieser Weise hergestellter Schlauch hatte einen Wasserverlust von 1 bis 1, 21 auf einer Länge von 10 m in 5 Minuten. Ein stark geschlagener, roher, unbehandelter Schlauch hat bei gleichen Dimensionen und unter entsprechenden Voraussetzungen einen Wasserverlust von 2, 5 l. Der gesetzlich vorgeschriebene Maximalwert des Wasserverlustes beträgt 61. Trotz dieses sehr geringen Wasserverlustes, welcher jedoch hinreicht, um den Schlauch gegen den Einfluss grosser Hitze zu schützen, bleibt der Schlauch auch bei vollständigerDurchnässung seines Gewebes viel geschmeidiger als ein Rohschlauch.
Ausserdem ist der Durchflusswiderstand im erfindungsgemässen Schlauch bedeutend geringer als in Rohschläuchen entsprechender Dimensionen, da wie erwähnt, das aufgetragene Dichtungsmittel Unebenheiten an der Schlauchinnenwand weitgehend ausgleicht. Dieser Ausgleich bezieht sich vor allem auch auf Webfehler, die bei den bekannten Rohschläuchen im allgemeinen zur Unbrauchbarkeit des betreffenden Schlauchstückes geführt haben, weil durch Webfehler unzulässige lokale Wasserverluste verursacht wurden. Beim erfindungsgemässen Schlauch werden solche durch Webfehler verursachte Undichtigkeiten durch besonders intensiven Auftrag des Dichtungsmittcls an den fehlerhaften Stellen unschädlich gemacht. Es entsteht daher bei dem erfindungsgemässen Schlauch auch weniger Ausschuss als bei den bekannten Rohschläuchen.
Ausserdem können natürlich die Kosten der Herstellung-des Rohgewebes deshalb erheblich gesenkt werden, weil das Gewebe nur lose geschlagen ist. Gegenüber den im obenstehenden Herstellungsbeispiel angeführten Zahlen für den zu behandelnden Rohschlauch beträgt das Gewicht eines bisher üblichen, stark geschlagenen Rohschlauches 34 kg pro 100 m und das Gewebe weist zirka 25 Zettel und Schüsse auf je 5 cm auf. Da das Gewebe des erfindungsgemässen Schlauches weniger dicht ausgeführt werden kann, ist es auch möglich, ein gröberes, festeres Garn für den Schuss zu verwenden, wodurch eine höhere Reissfestigkeit des Schlauches erzielt wird als bei den bisher üblichen Rohschläuchen.
Da der erfindungsgemässe Schlauch ein lockereres Gewebe aufweist als die bekannten Rohschläuche und ausserdem durch den Dichtungsmittelauftrag an der Innenseite nicht sehr intensiv durchnässt wird, nimmt der Schlauch gesamthaft gesehen wesentlich weniger Wasser auf als die bekannten Rohschläuche, so dass er dementsprechend auch wesentlich rascher trocknet als ein entsprechender Rohschlauch.
An Stelle von vorvulkanisiertem Latex können natürlich auch andere geeignete Dichtungsmittel ver-
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wendet werden, beispielsweise irgendwelche Kunstgummiarten, wie Neopren, wobei allerdings den oben beschriebenen Verfahrensschritten noch ein Vulkanisiervorgang folgen muss. Natürlich könnte auch ein geeigneter, verhältnismässig weicher Kunststoff in solchem Masse aufgetragen werden, dass der Schlauch nicht vollständig gedichtet wird und somit sein Gewebe beim Gebrauch benetzt wird. Die angegebenen
Dichtungsmittel können in beliebiger, geeigneter Konzentration angewendet werden. Z. B. kann Latex in 40% iger Verdünnung verwendet werden.
Das Gewebe kann vorzugsweise nach der Dichtung mit einem fäulnishindernden und/oder wasserabstossenden Mittel Imprägniert werden, welches jedoch die Wasser- durchlässigkeit des Schlauches nicht erheblich beeinflusst.
Natilrlich ist man auch in der Art des Auftragens des Dichtungsmittels nicht an die obenstehenden Angaben gebunden, da es viele Möglichkeiten zur Erzielung einer die gewünschte Durchlässigkeit aufweisenden Abdichtung gibt. Es kann beispielsweise nur in der erwähnten Weise das Dichtungsmittel während genügender Zeit ohne Druck von oben durch den Schlauch durchgeleitet werden. Anderseits kann man sich auf die oben beschriebene Behandlung durch Füllung des Schlauches mit dem unter Druck stehenden Dichtungsmittel beschränken.
Die oben angegebenen Schlauchgewichte bzw. Schuss- und Zettelzahlen gelten für Naturfasergewebe. Sind geringere oder höhere Druckfestigkeiten verlangt, so konnen natürlich entsprechend leichtere oder schwerere Gewebe in Frage kommen. Andere Verhältnisse ergeben sich selbstverständlich auch bei Verwendung von Kunstfasern wie z. B. Terylene oder Trevira, welche bei wesentlich geringerem Gewicht die erforderliche Zugfestigkeit aufweisen. Bei Verwendung von ganz aus Kunstfasern bestehenden oder Kunstfasern enthaltenden Garnen können Gewichte des nachträglich zusätzlich zu dichtenden Rohschlauches von 20 bis 22 kg für die oben angegebenen Abmessungen erzielt werden.
Unter dem Dichtungsmittel ist nicht unbedingt ein solches zu verstehen, welches als Masse, z. B. als Suspension, Lösung od. dgl. Flüssigkeit in das Gewebe des Rohschlauches eingetragen werden kann, sondern es kann darunter auch ein bereits vorhandener, in den Schlauch einführbarer Dichtungsbelag verstanden werden. Es ist beispielsweise üblich, Textilschläuche dadurch vollständig zu dichten, dass eine dichte, vorbereitete Gummihaut bzw. ein dichter dünner Gummischlauch in den rohen Textilschlauch eingezogen und darin anvulkanisiert wird.
Es wäre nun selbstverständlich ohne weiteres möglich, zur Erzielung eines Schlauches gemäss der Erfindung an Stelle eines absolut dichten Dichtungsschlauches einen die gewünschte Porosität aufweisenden Schlauch einzuvulkanisieren, wobei diese Porosität entweder durch Verwendung eines an sich porösen, z. B. schaumartigen Materiales zur Herstellung des einzubringenden Dichtungsschlauches erzeugt würde, oder indem man einen zusammenhängend fabrizierten Dichtungsschlauch an sich gebräuchlicher Art durch Quetschen oder Durchführen zwischen Nadelwalzen oder ein sonstiges geeignetes Verfahren perforieren würde.
Es wäre selbst möglich, eine dichte, in den rohen Textilschlauch einvulkanisierte Dichtungshaut mittels von aussen durch das Textilgewebe und die Dichtungshaut durchdringender Nadeln von Walzen od. dgl. zu perforieren, um nachträglich die gewünschte Dichtheit zu erzielen. Ein solches Verfahren würde sich sogar auch eignen, um bereits vorhandene Schläuche mit nach irgendeinem bekannten Verfahren erzeugter dichter Innenbeschichtung zu behandeln und damit inSchläuche gemäss vorliegender Erfindung umzuwandeln. Es ist selbstverständlich, dass dieses und
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Anstatt in der oben beschriebenen Art ein flüssiges Dichtungsmittel in freiem Gefälle durch den hängenden Rohschlauch durchzuleiten, und/oder den Schlauch mit unter Druck stehendem Dichtungsmittel zu füllen, kann der Rohschlauch auch über eine, z.
B. magnetisch festgehaltene Spritzdüse gezogen werden, aus welcher das Dichtungsmittel in gleichmässiger Verteilung gegen die Innenwand des Rohschlauches gespritzt wird. Da ohnehin eine Zuleitung zur Düse erforderlich ist, wird man sie normalerweise an einer Zuleitung durch den Schlauch ziehen bzw. an der Zuleitung befestigen und den Schlauch über die Düse ziehen.
Schliesslich wäre es auch denkbar, den Schlauch durch ein Bad eines geeigneten Dichtungsmittels durchzuführen und die Schlauchwand im geeigneten Ausmass zu dichten.
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