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Haltevorrichtung für Werkstücke, insbesondere von zylindrischer Gestalt
Die Erfindung bezieht sich auf eine Haltevorrichtung für Werkstücke, insbesondere von zylindrischer
Gestalt, bestehend aus einem Grundkörper mit einer Mehrzahl von darin radial verlaufenden Bohrungen, in deren jeder ein Kolben gleitbar und flüssigkeitsdicht gelagert ist, so dass die Kolbenkopfteile radial zum Gehäusekörper stehen, während die inneren Enden der Bohrungen untereinander im Gehäusekörper zur Beaufschlagung mit einem allen Bohrungen gemeinsamen Druckmedium in Verbindung stehen, um auf den Kolben bei Druckausübung auf das Druckmedium mit Hilfe einer Betätigungseinrichtung einzu- wirken.
Die Erfindung bezweckt vor allem eine solche zapfen-oder domförmige Haltevorrichtung zu schaf- fen, die hohle oder rohrförmige Werkstücke von innen her festhält.
Die erfindungsgemässe Haltevorrichtung unterscheidet sich bekannten gegenüber dadurch, dass an je- dem Ende des Gehäusekörpers getrennte koaxialeStellungshalter zum Anfassen am Umfang des Werkstükkes vorgesehen sind, um dieses mindestens anfänglich koaxial zum Gehäusekörper festzulegen, bis das Werkstück von den Enden der radialen Kolben erfasst und festgehalten ist. Eine bevorzugte Ausgestaltung besteht darin, dass der Gehäusekörper mindestens eine Endbohrung aufweist, die mit den untereinander verbundenen radialen Bohrungen in Verbindung steht und in der ein Stössel gleitbar gelagert ist, der zur Druckerzeugung für das Druckmedium zwecks Betätigung der radialen Kolben dient, wobei eine Mutter am Gehäusekörper gelagert ist, um den Stössel axial zu verschieben.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht ; es zeigen : Fig. 1 eine dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechende Haltevorrichtung in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht ; Fig. 2 die Vorrichtung gemäss Fig. 1 in einer Stirnansicht in Richtung des Pfeiles A der Fig. 1 ; Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. l ; Fig. 4 eine gegenüber der Fig. 1 geringfügig abgewandelte Haltevorrichtung in einem Teillängsschnitt ; Fig. 5 eine dem zweiten Ausführungsbeispiel entsprechende Haltevorrichtung in einem Axialschnitt.
Die in den Fig. 1 - 3 dargestellte Haltevorrichtung ist etwa dornförmig ausgebildet und zur Aufnahme eines Rohres von innen her bestimmt. Sie besteht im wesentlichen aus einem etwa zylindrischen Gehäusekörper 1 mit einer Anzahl radial angeordneter Bohrungen 2, in denen je ein gegenüber der Bohrung abgedichteter Kolben 3 verschiebbar ist. Zur Abdichtung werden Dichtringe 4 mit einem 0-Querschnitt bevorzugt, die in entsprechenden Ringnuten der Bohrungen 2 oder vorzugsweise der Kolben 3 gehalten sind.
Die Kolben 3 sind innerhalb zweier mit Abstand nebeneinanderliegender Querebenen des Gehäusekörpers 1 - zu jeweils drei entlang dem äusseren Umfang des Genäusekörpers gleichmässig verteilten Kolben-angeordnet. Sie können also jeweils von innen nach aussen bewegt werden, sind jedoch vorzugsweise gegenüber einem vollständigen Herausziehen aus ihren Bohrungen 2 gesichert. Zum Zwecke dieser Sicherung sind die Kolben 3 mit jeweils auf einen kleineren Durchmesser abgesetzten äusseren Kopftcilen 5 versehen, die angepasste Bohrungen äusserer Abdeckplatten 6 des Gehäusekörpers 1 nach aussen durchsetzen.
Die Abdeckplatten sind als am äusseren Umfang des Gehäusekörpers 1 in dessen Längsrichtung verlaufende Flachbänder ausgebildet, die zugleich über zwei axial aufeinanderfolgende Bohrungen 2 gelegt und am Gehäusekörper 1 beispielsweise angeschraubt sind. Damit sie in radialer Richtuiig nicht nach aussen vorstehen, sind sie in jeweils eine entsprechende Längsnut des Gehäusekörpers 1 eingelassen. Im übrigen lässt die Darstellung ohne weiteres erkennen, dass im Falle der Anordnung der Kolben 3 in mehr
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als zwei nebeneinanderliegenden Querebenen des Gehäusekörpers 1 eine solche Abdeckplatte zugleich alle in axialer Richtung des Gehäusekörpers 1 aufeinanderfolgenden Bohrungen 2 abdecken kann.
An jede Bohrung 2 schliesst innen noch ein zu einer Längsbohrung 10 führender Verbindungskanal 9 an. Die vorzugsweise axiale Bohrung 10 ist an ihren Enden dicht abgeschlossen, wozu sie gemäss Fig. 1 an ihrem rechten Ende ein durch einen Gewindestift 11 abgeschlossenes Gewindeloch aufweist. Dabei befindet sich der Gewindestift 11 am innerenEnde einer Zentrierbohrung 12 desGehäusekörpers 1 derart versenkt, dass die Zentrierbohrung zum Zwecke einer Aufnahme der Haltevorrichtung zwischen zwei Spitzen einer Werkzeugmaschine noch entsprechend frei liegt. Weitere Gewindestifte können auch noch an andern Stellen des Gehäusekörpers 1 zum äusseren Abschluss von Bohrungen dienen, die im übrigen in nachstehend noch beschriebener Weise als Druckmittelkanäle dienen sollen. So ist z.
B. am äusseren Ende einer ebenfalls in die Bohrung 10 einmündenden radialen Bohrung 17 ein Gewindestift 13 vorgesehen. Dadurch ist erreicht, dass in die Bohrung 10 eingeführtes Drucköl oder ein ähnliches Druckmittel durch die radialen Kanäle 9 zugleich alle Kolben 3 beaufschlagt und zur Verschiebung der Kolben 3 ausgenutzt werden kann.
Gewünschtenfalls kann das Druckmittel auch aus einem zähflüssigeren oder gar plastisch verformbaren Medium bestehen, wie z. B. aus einem Silikon-Kitt oder einem sogenannten Bouncing-Kitt, sofern diese Medien strömungstechnisch noch geeignete Druckmitteleigenschaften besitzen. Die Verwendung solcher zähflüssigeren Druckmittel bringt den Vorteil mit sich, dass an den Kolben 3 keine Leckverluste zu befürchten sind und unter Umständen sogar auf die Anordnung besonderer Dichtringe 4 verzichtet werden kann.
Die Haltevorrichtung weist weiterhin Mittel auf, um dem in den Kanälen und Bohrungen befindli- cher. Druckmittel einen Überdruck im Sinne einer Auswärtsbewegung der Kolben 3 mitteilen zu können.
Diese Mittel können aus einem weiteren Kolben oder Stössel oder vorzugsweise aus einer Anzahl von Stö- sseln 15 bestehen, die an einem Ende des Gehäusekörpers 1 in konzentrisch angeordneten und in Umfangs-
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verschiebbar sind. DieLängsbohrungen 16 münden in je eine der bereits genannten radialen Bohrungen 17 und stehen damit mit dem Druckmittelsystem in Verbindung. Werden die Stössel 15 also von aussen her in die Bohrungen 16 hineinbewegt, so werden durch den dadurch erzeugten Überdruck des Druckmittels die Kolben 3 in ihren Bohrungen 2 radial nach aussen verschoben.
Um die Stössel 15 gemeinsam in ihren Bohrungen 16 verschieben zu können, ist vor deren äusseren Enden noch eine Ringscheibe 19 vorgesehen, die an der Stelle der einzelnen Stössel 15 vorzugsweise noch eine ringförmige Führungsnut od. dgl. aufweist. Die Ringscheibe ist auf einem axialen Schraubenbolzen 20 geführt, der an der dortigen Stirnseite in den Gehäusekörper 1 fest eingeschraubt ist. Auf das äussere Ende des Schraubenbolzens 20 ist eine Mutter 21 aufgeschraubt, durch welche die Ringscheibe 19 gegen den Gehäusekörper 1 verschoben werden kann.
Eine solche Verschiebung der Ringscheibe 19 verursacht sodann eine entsprechende Axialverschiebung der Stössel 15 und damit beim Druckmittel die Druckerzeu-
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Ende des Gehäusekörpers l geführt ist und dadurch zugleich die nach aussen vorstehenden Enden der Stössel 15 verdeckt.
Soll ein rohrförmiges Werkstück 23 an der beschriebenen Haltevorrichtung festgelegt werden, damit es anschliessend an seinem äusseren Umfang bearbeitet werden kann, so wird es bei in die Bohrungen 2 zurückbewegten Kolben 3 axial zum Gehäusekörper 1 über diesen und damit über die Kolben 3 gestreift.
Damit das Werkstück 23 schon vor seiner endgültigen Festlegung am Gehäusekörper 1 axial ausgerichtet ist, ist an den im Durchmesser reduzierten Endteilen 25 des letzteren noch je eine Ringscheibe 24 festgelegt, die an ihrem äusseren Umfang eine Anzahl genau kalibrierter Ansätze 26 aufweist (vgl. Fig. 2), die dem Werkstück 23 eine genau axiale Führung geben. Die Ringscheiben 24 sind am Gehäusekörper 1 vorzugsweise lösbar befestigt und zu diesem Zweck auf entsprechende Aussengewinde der Endteile 25 aufgeschraubt.
Nach der richtigenAusrichtung des Werkstückes 23 auf dem Gehäusekörper 1 mit Hilfe der Führungteile 24 wird die Mutter 21 auf den Schraubenbolzen 20 im Sinne einer Einwärtsverschiebung der Stössel 15 aufgeschraubt. Dadurch wird auf das in den Kanälen 9 und den Bohrungen 10,16 und 17 befindliche Druckmittel ein entsprechender Druck ausgeübt, der die Auswärtsverschiebung der Kolben 3 verursacht, bis das Werkstück 23 durch die Kolben 3 am Gehäusekörper 1 sicher festgehalten ist. Hienach kann der Gehäusekörper 1 in einfacher Weise beispielsweise zwischen zwei Spitzen einer Werkzeugmaschine aufgenommen und von dieser gedreht und mittels eines üblichen Drehstahles von aussen her bearbeitet werden.
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Ist das Werkstück 23 einmal durch die Kolben 3 am Gehäusekörper 1 festgelegt, so kann man die Führungsteile 24 erfahrungsgemäss wieder abschrauben, ohne dass die vorherige zentrische Festlegung des Werkstückes dadurch beeinträchtigt wird. Durch die Ausbildung der Führungsteile 24 in der aus Fig. 2 hervorgehenden Weise kann man von aussen her ohne weiteres zwischen die einzelnen Ansätze 26 eingreifen und dadurch den Führungsteil vom Gehäusekörper 1 abschrauben. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass nun das Werkstück 23 in gewissem Umfange, d. h. im Bereich seiner beiden Stirnseiten auch von innen bearbeitet werden kann.
Weist das zu bearbeitende Werkstück eine konische Bohrung auf, so muss die Grösse der Führungsteile dem inneren Durchmesser des Werkstückes an der Auflagestelle entsprechen. Auch in diesem Falle kann nach der endgültigen Festlegung des Werkstückes am Gehäusekörper 1 durch die Kolben 3 auf eine weitere Anwendung der betreffenden Führungsteile verzichtet werden, weil die Kolben 3 sich in ihrer Auswärtsbewegung dem konischen Verlauf der Bohrung des Werkstückes ohne weiteres anpassen.
Die Stärke des Anpressdruckes der Kolben 3 kann durch ein entsprechend weites Aufschrauben der Mutter 21 auf den Schraubenbolzen 20 geregelt werden. Wenn der dargestellte Schraubmechanismus für diese Druckerzeugung auch besonders einfach und geeignet erscheint, so könnte die Druckerzeugung
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Damit die Kolben 3 nach beendeter Bearbeitung des Werkstückes 23 alle richtig in den Gehäusekör- per 1 zurückbewegt werden können, sind sie und vorzugsweise auch die Stössel 15 der Betätigungsvorrich- tung durch Federn 27 bzw. 30 in ihrer Ausgangsstellung vorgespannt. Die Federn 27, 30 sind zweckmässig als Schraubenfedern ausgebildet, von denen die Federn 27 die äusseren zapfenförmigen Enden 5 der Kol- ben 3 umgeben und einerseits an den äusseren Kolbenflächen 29 und anderseits an der Innenfläche der
Abdeckplatten 6 abgestützt sind. Die auf die Stössel 15 einwirkenden Schraubenfedern 30 befinden sich in den inneren Teilen der Bohrungen 16 und spannen die Stössel 15 gegen die Ringscheibe 19 nach aussen vor.
Sowie die Ringscheibe 19 durch ein entsprechendes Lösen der Mutter 21 nach aussen nachgeben kann, bewegen sich also die Stössel 15 durch die Kraft der Federn 30 nach aussen, wodurch das Druckmittel entlastet wird und die Kolben 3 durch die Kraft der Federn 27 nach innen zurückgleiten können.
Die erfindungsgemässen Haltevorrichtungen können sowohl bezüglich ihrer Länge als auch bezüglich ihres Durchmessers in unterschiedlichen Abmessungen hergestellt werden, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass längere Rohre in einfacher Weise durch zwei lediglich in ihre Enden hineingesteckt Haltevorrichtungen der beschriebenen Art festgelegt werden können.
Die äusseren Enden 31 der Kopfteile 5 der Kolben 3 sind zweckmässig in der dargestellten Weise abgerundet, konisch od. ähnl. verjüngt, um gegenüber dem Werkstück durch eine entsprechend verkleinerte Anlagefläche einen genügend hohen Anpressdruck erzeugen zu können. Die Enden 31 können noch gerändelt od. ähnl. bearbeitet sein, um gegenüber dem Werkstück eine möglichst rutschfeste Anlage zu gewährleisten. Sie können ausserdem mit den Kopfteilen 5 des Kolbens 3 einstückig oder auch auswechselbar verbunden sein. Weiterhin können die Kolben 3 gewünschtenfalls-beispielsweise durch eine entsprechend unrunde Querschnittsausbildung er Kopfteile 5 und deren Führung in genau angepassten Ausnehmungen der Abdeckplatten 6 - gegen ein selbsttätiges Verdrehen gesichert sein.
Bei der in Fig. 4 dargestellten Abwandlung des ersten Ausführungsbeispieles dient zur Druckerzeugung lediglich ein einziger, in einer axialen Bohrung 33 des Gehäusekörpers 1 dicht geführter Kolben 32. Zu diesem Zweck weist der Gehäusekörper 1 an seinem einen Ende einen entsprechenden zylindrischen Ansatz 34 auf. Der Kolben 32 ist ausserdem mittels einer axialen Bohrung dicht auf einem axialen Schraubenbolzen 35 geführt, der die Bohrung 33 von aussen her axial durchsetzt und fest in den Grundkörpei 1 eingeschraubt ist. Auf das äussere Ende des Schraubenbolzens 35 ist wieder eine Mutter 21 aufgeschraubt, über welche der Kolben 32 in die Bohrung 33 hineinverschoben werden kann.
An seinem inneren Ende weist der Schraubenbolzen 35 noch Verbindungskanäle 36 auf, durch welche der an den Kolben 32 innen anschliessende Raum der Bohrung 33 mit der etwa axialen Bohrung 10 des Gehäusekörpers 1 in Verbindung steht. Schraubt man also die Mutter 21 auf den Schraubenbolzen 35 weiter auf, so wird dadurch das im inneren Teil der Bohrung 33 befindliche Druckmittel unter Druck gesetzt und bewirkt über die Kanäle 36 und 9 sowie über die Bohrung 10 eine entsprechende Auswärtsbewegung der Kolben 3 gegen das Werkstück 23 in der bereits beschriebenen Weise. Bei einem Zurückschrauben der Mutter 21 kann ausser dem Kolben 3 auch uer Kolben 32 noch durch eine gesonderte (nicht dargestellte) Schraubenfeder selbsttätig nach aussen zurückbewegt werden.
Dieselbe Zurückbewegung kann aber auch durch eine entsprechende Kupplung des Kolbens 32 mit der Mutter 21 bewirkt werden. Ausserdem kann zwischen der Mutter 21 und dem Kolben 32 auch noch eine dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechende Schutzkappe mit einem Aussenmantel 22 vorgesehen sein.
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Gemäss einer weiteren Abwandlung kann der Führungsteil gemäss Fig. 4 als Federringscheibe 37 ausgebildet sein, die durch eine auf ein entsprechendes Gewinde des Ansatzes 34 aufgeschraubte Ringmutter 39 am Gehäusekörper 1 festgehalten wird. Die Federringscheibe 37 hat einen etwas grösseren Aussendurchmesser als der lichten Weite des Werkstückes 23 entspricht, so dass sie bei ihrem Einschieben in das Werkstruck 23 an ihrem äusseren Rand etwa sphärisch nach aussen gewölbt wird. Wird daraufhin die Ringmutter 39 gegen dieFederringscheibe 37 angezogen, so wird diese entsprechend gegen das Werkstück 23 gespannt und hält dieses am Gehäusekörper 1 fest, bis die Kolben 3 die endgültige zentrische Halterung übernehmen.
Wird die Ringmutter 39 umgekehrt vom Gehäusekörper 1 wieder abgeschraubt, so lässt die Vorspannung der Federringscheibe 37 auch wieder entsprechend nach, so dass die Scheibe wieder aus dem Werkstück 2S ausgebaut werden kann.
Bei dem in Fig. 5 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel weist der Gehäusekörper 61 selbst die Form eines Rohrstückes auf, wobei die in Bohrungen 62 geführten Kolben 63 aus dem Gehäusekörper 61 nach innen herausschiebbar sind. Dabei stehen die einzelnen Bohrungen 62 über ihre äusseren Enden mit dortigen Längsbohrungen 70 des Gehäusekörpers 61 in Verbindung.
Gemäss dem zweiten Ausführungsbeispiel sind die Kolben 3 entlang dem Gehäusekörper 61 innerhalb dreier Querebenen angeordnet, obgleich die Zahl der Querebenen selbstverständlich auch noch erhöht werden könnte. Wird auf ein die Bohrungen 70 und die äusseren Teile der Bohrungen 62 ausfüllendes Druckmittel ein Druck ausgeübt, so werden dadurch die Kolben 63 in jeweils axialer Richtung radial zum Gehäusekörper 61 nach innen verschoben, bis sie an einem in die Bohrung des Gehäusekörpers 61 eingebrachten Werkstück 73 anliegen. Das Werkstück 73 ist gemäss Fig. 5 an seinem äusseren Umfang konisch ausgebildet. Da sich die Kolbenhübe der Kolben 63 der äusseren Formgebung des Werkstückes 73 jedoch einzeln anpassen können, ändert sich dadurch nichts an der sicheren Festlegung des Werkstückes 73 im Gehäusekörper 61.
Zumindest vor seiner endgültigen Festlegung wird das Werkstück 73 am Gehäusekörper 61 mittels zweier ringförmiger Führungsteile 74 genau zentrisch ausgerichtet, die am Gehäusekörper 61 beispielsweise mittels Schrauben 72 lösbar festgelegt sind. Dabei müssen die Innendurchmesser der beiden Führungsteile 74 selbstverständlich dem an der dortigen Festlegungsstelle vorhandenen Aussendurchmesser des Werkstückes 73 angepasst sein.
Zur Druckerzeugung dienen bei diesem Ausführungsbeispiel mehrere entlang einem äusseren zentrischen Kreisbogen gleichmässig verteilt angeordnete Stössel 75, die in konzentrischen Bohrungen 76 eines dortigen flanschartigen Aussenbundes 77 des Gehäusekörpers 61 angeordnet oind. Die Stössel 75 ragen einerseits aus dem Aussenbund 77 etwas heraus und wirken mit einer dort auf den Gehäusekörper 61 aufgeschraubten Ringmutter 71 zusammen. Die inneren Enden der Bohrungen 76 stehen über jeweils eine radiale Bohrung 69 mit einer Längsbohrung 70 in Verbindung. Wird die Ringmutter 71 auf den Gehäusekörper 61 weiter aufgeschraubt, so wird dadurch das vor den Stösseln 75 und in dem beschriebenen Druckmittelsystem befindliche Druckmittel unter Druck gesetzt und bewirkt durch die Bohrung 69,70 und 62 die bereits beschriebene Verschiebung der Kolben 63 gegen das Werkstück 73.
Während bei dem ersten Ausführungsbeispiel alle Kolben 3 von einem einzigen Druckmittelsystem her gesteuert werden, können bei einer dem zweiten Ausführungsbeispiel entsprechenden, in Fig. 5 dargestellten Ausbildung der Haltevorrichtung auch mehrere voneinander unabhängige Druckmittelsysteme Verwendung finden. Da die Stössel 75 alle völlig gleichartig von der gemeinsamen Ringmutter 71 her verschoben werden, ist trotzdem dafür gesorgt, dass die einzelnen Druckmittelsysteme - und damit auch alle Kolben 63-stets mit dem gleichen Druck beaufschlagt werden. Löst man die Ringmutter 71 dagegen, so fällt auch der Druck der Druckmittelsysteme entsprechend ab und die Kolben 63 geben das Werkstück 73 wieder entsprechend frei.
Damit die Kolben 63 selbsttätig in dem Gehäusekörper 61 zurückverschoben werden, können sie auch noch mit (in Fig. 5 nicht dargestellten) Schraubenfedern zusammenwirken, so wie sie in Verbindung mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben sind.
Das Werkstück 73 kann mit der dem zweiten Ausführungsbeispiel entsprechenden Haltevorrichtung leicht in ein Drehbankfutter 79 eingespannt werden, wie es in Fig. 5 strichpunktiert angedeutet ist. In ähnlicher Weise eignet sich die Haltevorrichtung aber auch zur Festlegung an einer Stirnplatte od. dgl.
Daraufhin kann das Werkstück 73 bequem entlang seinem inneren Umfang und an seinen Stirnflächen bearbeitet werden. Nimmt man die Führungsteile 74 nach der endgültigen Festlegung des Werkstückes 73 am Gehäusekörper 61 ab, so kann sich die Bearbeitung in begrenztem Umfange auch auf den Aussenumfang der beiden Enden des Werkstückes 73 erstrecken.
Die verschiedenen Bohrungen 62,69, 70 des Gehäusekörpers 61 der Druckmittelsysteme sind an ihren äusseren Enden durch entsprechende Stopfen dicht abgeschlossen. Ein völliges Herausschieben der Kolben 63
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aus dem Gehäusekörper 61 in dessen Hohlraum hinein wird durch eine den Hohlraum des Gehäusekörpers 61 auskleidende Buchse 64 verhindert, die an der Stelle jedes Kolbens 63 eine an den im Durchmesser reduzierten Kopfteil 65 des Kolbens angepasste Bohrung aufweist.
Die Erfindung ist nicht an die Einzelheiten der beschriebenen Ausführungsbeispiele gebunden. Es ist z. B. von untergeordneter Bedeutung, in welcher Weise die zur Aufnahme der Flüssigkeitssysteme dienenden Kanäle der Gehäusekörper hergestellt sind. Diese Kanäle wurden in der Beschreibung grösstenteils als Bohrungen bezeichnet, weil diese-Art der Herstellung in der Regel am zweckmässigsten sein dürfte. Beim' zweiten Ausführungsbeispiel könnten statt der in Fig. 5 dargestellten Buchse 64 auch eine Anzahl dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechender Abdeckplatten vorgesehen und die als voneinander getrennt beschriebenen Druckmittelsysteme könnten in einfacher Weise auch miteinander verbunden sein, ohne dass dadurch der Schutzbereich der Erfindung verlassen wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Haltevorrichtung für Werkstücke, insbesondere zylindrischer Gestalt, bestehend aus einem Grundkörper mit einer Mehrzahl von darin radial verlaufenden Bohrungen, in deren jeder ein Kolben gleitbar und flüssigkeitsdicht gelagert ist, so dass die Kolbenkopfteile radial zum Gehäusekörper stehen, während die inneren Enden der Bohrungen untereinander im Gehäusekörper zur Beaufschlagung mit einem allen Bohrungen gemeinsamen Druckmedium in Verbindung stehen, um auf die Kolben bei Druckausübungauf das Druckmedium mit Hilfe einer Betätigungseinrichtung einzuwirken, dadurch gekennzeichnet, da an jedem Ende des Gehäusekörpers (1, 61) getrennte koaxiale Stellungshalter (24, 37, 74) zum Anfassen am Umfang des Werkstückes (23, 73) vorgesehen sind, um dieses mindestens anfänglich koaxial zum Gehäu- sekörper (1, 61)
festzulegen, bis das Werkstück von den Kopfteilen (5, 65) der radialen Kolben (3,63) erfasst und festgehalten ist.