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Feuerbeständiges, mehrschichtiges Brüstungselement
Die Erfindung bezieht sich auf ein feuerbeständiges, mehrschichtiges Brüstungselement.
Die moderne Bauweise geht immer mehr, besonders wenn es sich um hohe Häuser handelt, davon ab, die Wände mit Mauerwerk oder Beton hochzufahren. sondern strebt danach, im Interesse einer beschleu- nigten Bauweise, fertige Stabl- oder Leichtmetallgertiste zu verwenden. die nicht mehr ausgemauert, sondern mit ebenfalls vorgefer+igcen Fenstern und Brüstungselementen ausgestattet werden. Hiebei besteht der Wunsch, dass die vorwiegend undurchsichtig ausgestalteten Brüstungselemente in gleicher Weise eingesetzt werden können, wie die Verglasung. Dabei sollen die Brüstungselemente zusätzlich verschiedene weitere Forderungen erfüllen : Sie sollen in der Aussenhaut möglichst schmutzabweisend und leicht zu reinigen sein.
Dieses ergibt sich aus der raschen Verschmutzung der Fassaden als Folge der zunehmenden Industrialisierung, der ansteigenden Anzahl von Verkehrsmitteln, welche Abgase, Rauch, ölige Dämpfe, Flugasche, Schwefeldioxyd und Schwefelsäure als Abfallprodukte erzeugen und damit der Atmosphäre zufuhren. Das Brüstungse1ement soll darüber hinaus mindestens den gleichen Dämmwert gegen Kälte, Wärme und Schall besitzen, wie das durch das Brf1stungse1ement ersetzte Mauerwerk. Das Brttstungse1e- ment soll feuerhemmend sein. Das Brüstungselement darf in seiner Dicke ein bestimmtes Mass nicht überschreiten. Das Gewicht soll mit Rücksicht auf eine kostensparende Leichtbauweise möglichst gering sein.
Das Brüstungselement soll aussen und innen ästhetisch ansprechen, insbesondere soll es allen Farbwünschen für die Aussenhaut gerecht werden. Durch die natürliche Temperatureinwirkung, insbesondere die Sonnenbestrahlung, darf sich die Planität der Aussenhaut nicht ändern. Fabrikationstechnisch dürfen keine grossen Schwierigkeiten auftreten, insbesondere unter Berücksichtigung einer fliessbandmässigen Fertigung, und schliesslich dürfen die Herstellungskosten ein bestimmtes Mass nicht überschreiten, da andernfalls aus wirtschaftlichen Gründen eine Verwendung des Brüstungselementes nicht in Betracht kommt.
Es sind bereits BrUstungselemente bekanntgeworden, welche einzelne der genannten Forderungen erfüllen. Derartige bekannte Brüstungselemente bestehen beispielsweise aus zwei Deckschichten und einer inneren Dämmschicht aus wärmeisolierenden Stoffen. Auch hat man bereits Metallfolien und feuerhemmende Schichten eingebaut. Die Deckschichten waren bei diesen bekannten Brüstungselementen aus Glas oder auch aus Blech gefertigt.
Es hat sich aber nun gezeigt, dass diese bekannten Brüstungselemente keinen ausreichenden Schutz gegen das Ausbreiten von Bränden bieten.
Durch die Erfindung wird ein feuerfestes, mehrschichtiges Brüstungselement geschaffen, welches den bekannten Ausführungen in jeder Hinsicht überlegen ist. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass auf einer wärmedämmenden, aus mit nicht brennbarem Bindemittel vereinigten Mineralfasern bestehenden Platte mindestens einseitig eine Asbestplatte angeordnet ist, welche an ihrer aussen liegenden Seite eine glattflächige Verkleidung besitzt und die entgegengesetzte Seite der wärmedämmenden Platte mit einer mechanisch stabilen Platte, vorzugsweise aus Asbestzement, abgedeckt ist, wobei die einzelnen Platten durch Feuerkitt miteinander verbunden sind.
Durch die Kombination gemäss der Erfindung wird folgendes erreicht :
Bekanntlich sollen Brüstungselemente, die ja in grossem Umfange bei Hochbauten eingesetzt werden, zumindest eine Feuerhemmung bewirken gegen Brände, welche von einem unteren Stockwerk in ein dar-
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überliegendes Stockwerk von aussen übergreifen. Es ist nun natürlich bekannt, Gegenstände gegen das Übergreifen von Bränden durch Asbestpappen oder Asbestplatten zu schützen. Asbest hat aber den Nach- teil, dass es ein Material mit einer relativ guten Wärmeleitfähigkeit ist. Daher kann lediglich bei An- wendung einer Asbestplatte niemals auf längere Zeit eine Feuerhemmung erzielt werden, da der Asbest selbst die Wärme aufnimmt und nach innen fortleitet.
Durch die Kombination der oben genannten Platten gelingt es aber, die primär von der Asbestplatte aufgenommene Wärme von dem zu schützenden Innen- raum eines Gebäudes weitgehend fernzuhalten, da das feuerfeste, mehrschichtige Brüstungselement als geschlossene Einheit eine hinreichende Wärmedämmzahl aufweist.
Aus geschmacklichen Gründen und zum Zwecke einer leichten Reinigung ist die nach aussen gerich- tete Asbestplatte mit andern Stoffen, vorzugsweise Opakglasscheiben, verkleidet. Als Verkleidung können beispielsweise auch eine Schieferplatte, Opakglasplatten oder Mosaik oder ein Überzug aus Kunststoff dienen.
Als besonders zweckmässig hat es sich erwiesen, wenn erfindungsgemäss zwischen der stark wärme- dämmenden Platte aus nicht brennbaren anorganischen Stoffen und beispielsweise der Asbestzementplatte eine Metallfolie, vorzugsweise eine Aluminiumfolie, eingelegt ist. Die Aluminiumfolie hat vornehm- lich die Aufgabe, alsDampfsperre zu wirken und darüber hinaus, jedoch in untergeordnetem Masse, durch
Reflektierung von Wärmestrahlung zusätzlich dem Durchdringen der Wärme auf die dem Feuer abgewen- dete Seite des Brüstungselementes, Widerstand zu leisten.
Erfindungsgemäss ist vorgesehen, im Bedarfsfall auch beide Seiten der stark wärmedämmenden Platte aus nicht brennbaren anorganischen Stoffen spiegelsymmetrisch aufzubauen, also in der Reihenfolge Alu- miniumfolie-Asbestplatte-Dämmschicht-Asbestplatte-Aluminiumfolie.
Die beidseitige Verkleidung kann je nach Geschmack oder Verwendungszweck ausgebildet werden.
Ein derart aufgebautes Brüstungselement kann sowohl von der einen als auch von der andern Seite dem
Feuer ausgesetzt werden, ohne dass das Feuer auf die jeweilig dem Feuer abgewendete Seite durchdringt
Eine solche Bauplatte ist nicht nur für Fassadenverkleidungen geeignet, sie kann auch im Wohnungs-ins- besondere für den Schiffsbau als feuerbeständiges Bauelement für Innenwände verwendet werden.
In der Zeichnung sind zwei Brüstungselemente gemäss der Erfindung in Ausführungsbeispielen sche- matisch dargestellt. Das Brüstungselement gemäss Fig. 1 besteht aus der stark wärmedämmenden Platte 1 aus nicht brennbaren anorganischen Stoffen, der bei der Montage nach aussen gerichteten feuerfesten As- bestplatte 2 und der Asbestzementplatte 4. Zwischen der Platte 1 und der Asbestzementplatte 4 ist die
Aluminiumfolie 3 eingelegt. Die Befestigung der Platten untereinander erfolgt zweckmässig durch einen handelsüblichen Feuerkitt. Auf der nach aussen gerichteten Seite des Brüstungselementes ist eine Opak- glasscheibe 5 als Verkleidung vorgesehen. Diese Scheibe kann mit einem bekannten Kunststoffkleber an der Asbestplatte 2 befestigt sein.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform eines Brüstungselementes. Das Brüstungselement besteht aus der stark wärmedämmenden Platte 1 aus nicht brennbaren anorganischen Stoffen, den beidseitig ange- brachten Asbestplatten 2 und 6 sowie den zwischengelegten Aluminiumfolien 3 und 7. Die eine Aussen- seite ist mit der Glasmosaikplatte 8 verkleidet, während auf der entgegengesetzten Seite das Brüstung- element durch die Holzfaserplatte 9 begrenzt ist.
Zur Verbesserung der Stabilität, insbesondere auch bei Lagerung und Transport können alle Einzel- teile des Binstungselementes gemeinsam von einem stabilen Rahmen umgeben sein. Dieser Rahmen kann vorzugsweise aus Schaumbeton bestehen.
Versuche haben ergeben, dass ein Brüstungselement gemäss der Erfindung nicht nur feuerhemmend wirkt, sondern sogar einen feuerbeständigen Bauteil darstellt. Ein Brüstungselement gemäss der Erfindung entsprechend dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 wurde bei einem Brandversuch-während einer Prüfzeit von 11/2 Stunden dem Feuer und anschliessend 3 Minuten dem Löschwasser ausgesetzt, ohne dass sich ihr
Gefüge bis auf ein Springen der Opakglasplatte so wesentlich geändert hatte, dass die Standfestigkeit und
Tragfähigkeit verloren gegangen wäre.
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