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Verfahren und Einrichtung zum Erneuern des Eisenbahnoberbaues
Es ist oereits bekannt, den Eisenbahnoberbau mittels fahrbarer Einrichtungen zu erneuern, wobei solche Einrichtungen zum Entfernen des alten Gleises, zum Reinigen des gleislosen Schotterbettes und zum Verlegen des neuen Gleises in jeweils verschiedener Variation nacheinander zum Einsatz kamen.
Hinsichtlich der wegen einer möglichst geringen Behinderung des Zugsverkehres wünschenswerten hohen Leistung konnte jedoch keine der vorbekannten Einrichtungen voll befriedigen, u. zw. vor allem deshalb nicht, weil die bekannten Verfahren keine kontinuierlich fortschreitende Arbeitsweise zuliessen ; vielmehr behinderten die verschiedenen hintereinander angeordneten Einrichtungen einander in ihrer Tätig - keit und hatten jeweils beträchtliche Stillstandszeiten, so dass sich die Arbeit im ganzen gesehen als unrationell erwies.
Diese Behinderung hatte ihre Ursache vor allem darin, dass die Zufuhr der neuen Schwellen wirtschaft-
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tuberche neue Schwellen verlegt werden. Ausserdem war es jeweils schwierig, die neuen Schienen so in Bereitstellung zu lagern, dass sie beim Reinigen des Schotterbettes und bei der Verlegung der neuen Schwellen nicht im Wege lagen. Man hat deshalb schon versucht, dieser Schwierigkeit durch Verlegen vorgefertigter, aus Schienen und Schwellen zusammengesetzter Gleisjoche zu begegnen, doch bedarf dieses Verfahren kostspieliger Maschinen, ist sehr langwierig und verursacht vor allem dann unüberwindliche Schwierigkeiten, wenn im modernen Gleisbau Schienen in Längen von etwa 120 m verlegt werden sollen, um bie dann zu einem stossfreien Gleis zu verschweissen.
Für die überwiegende Anzahl der vorbekannten Verfahren war im übrigen charakteristisch, dass sie sich komplizierter und kostspieliger Maschinen bedienten, weshalb sich diese Verfahren in der Praxis zumeist nicht durchzusetzen vermochten und dann meist auf primitive und zeitraubende händische Arbeitsweise zurückgegriffen wurde.
Die Erfindung setzt es sich zum Ziel, die Erneuerung eines Eisenbahnoberbaues in möglichst einfa- cher, kontinuierlich fortschreitender Arbeitsweise durchzufuhren und sich dabei im wesentlichen bloss jener Einrichtungen zu bedienen, die ohnehin im Maschinenpark der Bahnverwaltung von vornherein vorgesehen sein müssen. Des weiteren ist es ein Ziel der Erfindung, den Ablauf der Erneuerungsarbeit so zu gestalten, dass die verschiedenen hiezu nötigen Einrichtungen durchwegs in voller Leistung arbeiten können, in dieser Leistung aufeinander abgestimmt sind und sonach keine Pausen einschalten müssen, um auf andere Einrichtungen zu warten. Nur dadurch kann die erfindungsgemäss angestrebte rationelle Arbeitsweise geleistet werden.
Diese Ziele der Erfindung werden im wesentlichen dadurch erreicht, dass in kontinuierlichem Verfahren vorerst das alte Schotterbett bloss in einem längs der Schwellenköpfe verlaufenden Bereich entfernt und seitwärts verlagert wird, so dass beiderseits längs des Gleises verlaufende Gräben in der Schotterbettung gebildet werden, in denen die neuen Schienen zur Bereitstellung verlegt werden können, dass sodann mittels in den Gräben fahrbarer Einrichtungen das alte Gleis entfernt und ein neues Gleis auf dem mittleren Bereich des allenfalls vorher noch gereinigten Schotterbettes aufgelegt und dass schliesslich der seitwärts verlagerte Schotter wieder einwärts verbracht wird.
Diese Massnahme zeitigt insofern mannigfache Vorteile, als die in der Bettung verlaufenden Gräben nunmehr für verschiedene zweckmässige Verfahrensschritte und vor allem als Fahrbahn für die verschiedenen Gleisbaufahrzeuge usw. verwendet werden können. Die in den Bettungsgräben verlegten neuen
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Schienen liegen bei den weiteren Arbeiten, vor allem beim Reinigen der Bettung nicht störend im Wege und die neuenSchwellenkönnen vorteilhafterweise von einem auf dem bereits verlegten neuen Gleis fahrbaren Transportwagen längs der Bettungsgräben-an den bereits verlegten neuen Schwellen vorbei - an
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gen der neuen Schienen, zu stören.
Weitere Merkmale der Erfindung, insbesondere Einrichtungen zur Durchführung des erfindungsge- mässenverfahrens werden im folgenden anHand der Zeichnung erläutert, welche in einer einzigen Figur, die allerdings wegen ihrer Länge unterteilt werden musste, den Ablauf des Verfahrens veranschaulicht.
Die in den einzelnen Arbeitsphasen sich ergebenden Gleisprofile I - IX sind unmittelbar unterhalb des Längsprofiles ersichtlich gemacht.
Das erfindungsgemässe Verfahren beginnt im wesentlichen mit demAusheben der beiden früher schon erwähnten, längs des Gleises unmittelbar neben den Schwellenköpfen verlaufenden Gräben. Hiezu stellt sich das alte Gleis vorerst im Profil nach I dar, wobei die Schienen mit 1 bezeichnet sind. Die mit 2 be- zeichneten neuen Schienen sind schon vorher abgeladen worden und mögen sich - wie dargestellt - vorerst zwischen den beiden alten Schienen 1 befinden. Mit 3 sind die alten Schwellen bezeichnet, die auf der alten (noch nicht gereinigten) Bettung 4 und auf dem Unterbau 5 mittelbar aufruhen.
Zum Ausheben der im Profil II bereits ersichtlichen beiden Längsgräben 6 dient irgendeine bekannte fahrbare Vorrichtung, z. B. vorzugsweise ein fahrbarer Eimerkettenbagger auf einem Fahrgestell 7 mit Eimerketten 8. Zweckmässig besorgt diese Einrichtung auch gleich die Reinigung des solcherart seitwärts verlagerten Bettungsschotters 4', 4", zu welchem Zweck ein Reinigungssieb 9 vorgesehen sein kann. Abgelegt wird der Schotter 4', 4"aus den Gräben 6 durch das Förderband 10.
Es folgt nun eine aus mehreren Hebeböcken irgendeiner bekannten Bauart bestehende Einrichtung 11, welche dem fahrbarenEimerkettenbagger 7, 8 nachgeordnet ist und die neuzuverlegend,' SchienenZ vor- erst in die beiden eben fertiggestellten Gräben 6 kontinuierlich zur Bereitstellung ablegt. Nun liegt - wie das Profil IH zeigt-nur mehr das aus den Schienen l und den Schwellen 3 bestehende alte Gleis auf der noch ungereinigten Bettung 4. Zum Abtransport dieses alten Gleises ist ein Wagenzug 12 vorgesehen, auf welchen die aus Schienen 1 und alten Schwellen 3 bestehenden Gleisjoche von fahrbaren Hebeböcken 13 aufgeladen werden. Diese fahrbaren Hebeböcke 13 können nun vorteilhaft neben den in den Gräben 6 liegenden neuen Schienen 2, z.
B. auf Gummirädern 14, verfahren werden und umfassen dabei im Querschnitt die Wagen des Transportzuges 12, so dass hiedurch die Verladung ausserordentlich erleichtert ist.
Nach Entfernung des alten Gleises stellt sich nun das Bettungsprofil gemäss Profil IV dar.
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Schotterreinigungsmaschinen aufgenommen werden. Diese bestehen beispielsweise aus Schaufelladern 15, die den Schotter auf ein schräg angeordnetes fahrbares Rüttelsieb 16 werfen, von wo er über ein schwenkbares Förderband wieder an die gewünschte Stelle zurückgelangt. Mit Hilfe von Räumschilden od. dgl. kann hiebei dafür gesorgt werden, dass die Gräben 6 offen bleiben und die dort bereitgestellten Schienen 2 nicht verschüttet werden. Das solcherart gemäss den Profilen V und VI gereinigte und wieder aufgeschüttete mittlere Schotterbett 4 wird nun durch eine Planiervorrichtung 18 geebnet und durch einen Oberflächenverdichter 19 in der dem Profil VIII entsprechenden Form verfestigt.
Auf das gereinigte und verdichtete Schotterbett 4 werden nun im nächsten Arbeitsgang die neuen Schwellen 20 verlegt. Die hiezu geeignete Einrichtung besteht zweckmässig aus zwei beiderseits in den Gräben 6 der Bettung neben den dort noch bereitliegenden neuen Schienen 2 verlegten Rollgängen 21, die mit Antrieben 22 ausgestattet sind. Diese Rollgänge 21 sind aus miteinander kuppelbaren Einzelelementen zusammengesetzt, so dass sie durch Abnahme des jeweils letzten Elementes und Anfügen desselben an der Vorderseite schrittweise vorverlegt werden können. Hiebei kam der Rollgang selbst jeweils zum Vorbefördern des letzten Gliedes benutzt werden.
Vor allem dienen die Rollgänge 21 aber dem Befördern der neuen Schwellen 20 an die Verlegestelle, wobei an den vorderen Enden versetzbare Umlenkeinrichtungen 23 vorgesehen sind, mittels welcher die in Längsrichtung nach vorne rollenden Querschwellen 20 an der Verlegestelle ihre richtige Querlage zur Gleislängsrichtung erhalten. Auf den solcherart verlegten neuen Schwellen kann nun schon das aus den bereitgestellten neuen Schienen 2 bestehende Gleis befestigt werden, zu welchem Zweck wieder Hebeböcke 24 vorgesehen sind, welche die Schienen 2 aus den Gräben 6 herausheben und auf die vorverlegten Schwellen 20 auflegen.
Das Profil VIII zeigt, wie die Rollgänge neben den vorbereiteten neuen Schienen 2 Platz finden ; im Profil IX sind die neuen Schienen 2 schon auf die Schwellen 20 aufgelegt und können mittels Schienen- ! chraubmaschinen 25 od. dgL an den Schwellen befestigt werden.
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Zum Abnehmen der neuen Schwellen 20 von einem Transportfahrzeug 26 dient ein fahrbares Hebezeug nach Art e. tnes Kranes 27. Sowohl dieses Hebezeug 27 als auch die früher erwähnten fahrbaren Hebeböcke 24 können so ausgebildet werden, dass sie auf den Rändern der Rollgänge 21 verfahrbar sind ; sie können allerdings auch neben denRollgängen 21 in den Gräben 6 verfahren werden, um Jen Transport der Schwellen 20 bzw. das Vorbefördern des jeweils letzten Rollgangelementes nicht zu behindern. In der Zeichnung ist das Hubzeug lediglich beispielsweise mit Gummirädern 28 ausgestattet, um es auf den Rollgängen 21 verfahren zu können.
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Fertigstellen des Gleises können4"wieder einwärts verbracht werden.
Dies kann mittels Räumschilden 30 erfolgen, die beispielsweise an einem dem Schwellentransporter 26 nachgeordneten Fahrzeug 29 anbringbar sind oder auch mittels eines weiteren Eimerkettenbaggers 7, 8, wie er zu Beginn Verwendung fand.
Ferner muss das Gleis an den Schienenstössen verbunden (verlascht oder verschweisst) werden, wobei in letzterem Falle ein Schienenhobel zum Glätten der Schweissstellen anzusetzen sein wird.
Schliesslich muss das Gleis noch in eine richtige Seiten-und Höhenlage verbracht und in dieser Lage durch Unterstopfen des Gleises fixiert werden. Die hiezu nötigen Maschinen bilden aber ni'. ht Gegenstand vorliegender Erfindung und bedürfen demnach auch keiner Erörterung.
Selbstverständlich sind im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens zahlreiche Abwandlungen denk- bar und es besteht insbesondere hinsichtlich der Art der zur Verwendung gelangenden Einrichtungen eine weitgehende konstruktive Freizügigkeit ; die dargestellten und beschriebenen Einrichtungen stellen jeden- falls lediglich Ausführungsbeispiele dar und beschränken nicht den Umfang der Erfindung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Erneuern des Eisenbahnoberbaues mittels fahrbarer Einrichtungen zum Entfernen des alten Gleises, Reinigen der Schotterbettung und Verlegen eines neuen Gleises auf deir ger eirugten
Schotterbett, dadurch gekennzeichnet, dass vorerst das alte Schotterbett (4) bloss in einem längs der
Schwellenköpfe verlaufenden Bereich entfernt und seitwärts verlagert wird, so dass beiderseits längs des
Gleises (1, 3) verlaufende Gräben (6) in der Schotterbettung gebildet werden, in denen die neuen Schienen (2) zur Bereitstellung verlegt werden können, dass sodann mittels in den Gräben (6) fahrbarer Einrichtun- gen das alte Gleis entfernt und ein neues Gleis (2,20)
auf dem mittleren Bereich des allenfalls vorher noch gereinigten Schotterbettes aufgelegt und dass schliesslich der seitwärts verlagerte Schotter wieder einwärts verbracht wird.