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Sektorensteuerstift für photographische Sektorenverschlüsse
Gegenstand der Erfindung ist ein Sektorensteuerstift für photographische Sektorenverschlüsse.
In photographischen Zentralverschlüssen werden die zum Öffnen und Abdecken der Verschlussöffnung benutzten Sektoren im allgemeinen von einem während des Verschlussablaufs bewegten Sektorenring ge- steuert. Dabei sind z. B. die Sektoren um geMsefeste Drehpunkte gelagert und mit dem Sektorenring durch eine Stift-Schlitz-Anordnung beweglich verbunden. Bekannt ist auch eine umgekehrte Anordnung der Elementenpaare, d. h. eine drehgelenkige Verbindung zwischen Sektoren und Sektorenring und eine
Stift-Schlitz-Anordnung zwischen den Sektoren und dem Gehäuse.
Bekanntlich ist man bei kurzen Verschlusszeiten gezwungen, die Sektoren aus Material von nur we- nigen hundertstel Millimeter Stärke auszuführen, um die zu bewegenden Massen klein zu halten. Da die Sektoren möglichst frei, d. h. ohne grössere Reibung gegeneinander oder gegenüber den Begrenzungsflä- chen des Sektorenraumes,"fliegen"müssen, ist es zweckmässig, den Schlitz des einen Elementenpaares dem Sektor zuzuordnen. Bei kurzen Verschlusszeiten, z. B. von 1/500 sec treten nun so erhebliche Be- schleunigungen auf, dass trotz der geringen Sektorenmasse erhebliche Beschleunigungskräfte an den Stel- len der Bewegungsübertragung und in den Lagerungen auftreten und aufzunehmen sind.
Es ist leicht einzusehen, dass insbesondere an den Sektorenschlitzen infolge der ungünstigen Berührungsbedingungen erheb- liche Materialbeanspruchungen auftreten müssen. Bei sehr hohen Schalthäufigkeiten, z. B. von 105 Schal- tungen, wie sie mitunter für Spezialaufgaben gefordert werden, kommt es hier zu merklichen Abnutzun- gen selbst dann, wenn die Sektoren im Bereich der Schlitze etwa durch aufgenietete Bandstahlplättchen bereits verstärkt wurden. Diese Abnutzungen können in zweifacher Hinsicht zur Ursache von Störungen werden. Einmal entsteht an den Abnutzungsstellen Grat, durch den eine erhöhte Reibung zwischen dem
Sektor und den Begrenzungsflächen des Sektorenraumes hervorgerufen werden kann. Die nicht unerhebli- che Bildung bzw.
Aufwerfung von Grat am Sektorenschlitz lässt auf plastische Verformungen während des
Verschlussvorganges schliessen. Die Folge hievon kann eine Verminderung der Verschlussgeschwindigkeit, d. h. eine Verlängerung der Verschlusszeiten, sein. Zum andern kann durch die infolge Abnutzung in den
Sektorenschlitzen vergrösserten Bewegungsspiele und unter Wirkung der Schwerkraft eine Unsymmetrie in die am öffnen und Schliessen beteiligten Sektoren gelangen, die schliesslich zu einem"Zusammenschla- gen" der sich schliessenden Sektoren führt. Im letzteren Fall wird der Verschluss funktionsunfähig.
Zur Verminderung bzw. Beseitigung der genannten Schwierigkeiten sind schon Vorschläge bekanntge- worden. So wurde vorgeschlagen, die Reibungsverhältnisse durch Einführen zylindrischer Laufbuchsen zu verbessern. Die Massnahme setzt, um ein tatsächliches Abrollen zwischen Buchse und Sektorenschlitz zu gewährleisten, ein nur schwer zu verwirklichendes Durchmesserverhältnis von Zapfen und Buchse voraus.
Nachteilig erweist sich auch die zusätzliche Lagerluft zwischen Buchse und Zapfen. Schliesslich werden auch die Berührungsverhaltnisse zwischen Buchse und Sektorenschlitz nicht verbessert. Deshalb wurde auch schon vorgeschlagen, die Buchse abzuflachen, so dass die zu übertragenden Kräfte sich auf einen weiteren
Berührungsbereich verteilen können. Die Folge hievon sind wieder ungünstiger Reibungsverhältnisse ; auch gilt das bezüglich der zusätzlichen Lagerluft bereits Gesagte.
Gemäss der Erfindung wird zur Beseitigung der genannten Nachteile ein Sektorensteuerstift vorge- schlagen, der aus einer Metallbuchse mit einem hohen Elastizitätsmodul, etwa wie von Stahl oder Bronze, und aus einer Kunststoffhalterung mit einem geringen Elastizitätsmodul, etwa wie von "Nylon" besteht.
Mit Rücksicht auf die gedrängten Raumverhältnisse wird vorzugsweise die Buchse nach beiden Seiten hin mit einem Innenkegel versehen. Die Buchse ist dann zweckmässig unter Verformung der Halterung auf
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diese kraftschlüssig aufgezogen. Gemäss einer andern Ausführungsform der Erfindung kann die Buchse aber als zylindrischer Kreisring ausgebildet sein und die Halterung mittig eine Ringwulst aufweisen.
Mit der Erfindung werden die genannten Schwierigkeiten dadurch beseitigt, dass der Stift der Stift-
Schlitz-Anordnung als elastisches Lager ausgebildet wird. Dadurch werden die Spitzen der auftretenden
Lagerkräfte so weitgehend gedämpft, dass es zu keinen plastischen Verformungen mehr an der Beri'hrungs- stelle zwischen Sektorenschlitz und Stift kommt. Demgemäss werden die Verschleisserscheinungen auf ein unschädliches minimales Mass herabgesetzt. Die aus einem Material mit hohem Elastizitätsmass, z. B.
Stahl oder Bronze, bestehende Buchse steht mit ihrer zylindrischen Aussenfläche im Eingriff mit dem Sek- torenschlitz. Sie wird von der Halterung, die aus einem Material mit geringem Elastizitätsmass, z. B.
Nylon, besteht, im unbelasteten Zustand lagerichtig gehalten. Die Halterung ist im Verschlussgehäuse so angeordnet, dass die Buchse bei zunehmender Kraftwirkung in Richtung der Kraft geringfügig ausweichen kann. Sie bindet dabei einen Teil der Bewegungsenergie der Sektoren, die diesen infolge der Elastizität der Halterung nach Erreichen der grössten Deformation zum grossen Teil wieder zugeführt wird. Insbesondere bei kurzen Verschlusszeiten wirkt sich dies als zusätzlicher Vorteil der Erfindung aus.
Durch die konische Anordnung der Buchse wird erreicht, dass die Halterung auf Biegung beansprucht und nicht so leicht abgeschert werden kann. Möglich ist es auch, die Aufnahmelöcher in den den Sektorenraum begrenzenden Platinen anzusenken, um gegebenenfalls eine weitere Verminderung der Biegesteifigkeit der Halterung zu erreichen. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Buchse beidseitig in Senkungen der Platinen eingelassen. Sie besitzt axial genügend Bewegungsspiel, um unter der Wirkung der Sektorenkräfte seitlich ausweichen zu können. Die Senkungen sind so gross gehalten, dass gegebenenfalls noch auftretende Gratbildungen zu keiner reibenden Berührung mehr mit den Platinen führen können.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, u. zw. zeigt :
Fig. 1 eine mögliche Ausgestaltung der Erfindung im Schnitt, Fig. 2 eine andere Ausführungsform der Erfindung.
In Fig. 1. sind die den Sektorenraum begrenzenden Platinen 1, 2 mittels einer in die Platine 2 eingenieteten Distanz-Gewindebüchse 3 und einer Schraube 4 miteinander verbunden. Die Platinen 1, 2 weisen für die Aufnahme der Halterung 5 Bohrungen 6, 7 sowie für die Aufnahme der Buchse 8 Senkungen 9,10 auf. Die Buchse 8 ist aussen zylindrisch mit einem der Schlitzweite des Sektors 11 angepassten Durchmesser und innen mit zwei sich zur Mitte hin verjüngenden Hohlkegebtümpfen 12,13 geformt. Der mittels Nieten 14 durch Plättchen 15 verstärkte Sektor 11 wirkt je nach seiner Lage innerhalb des Sektorenraumes mit einer Kraft auf die Buchse 8, die senkrecht oder geneigt gegen diese gerichtet sein kann.
Bei senkrechter Kraftrichtung und mittigem Kraftangriff wird die Halterung 5 als Träger auf zwei Stutzen auf Biegung beansprucht. Bei aussermittigem Kraftangriff oder geneigter Kraftangriffsrichtung tritt noch eine zusätzliche Torsionsbeanspruchung der Halterung auf.
Eine andere Ausführungsform des Sektorensteuerringes ist in Fig. 2 gezeigt. Hier ist die Buchse 8 als zylindrischer Kreisring ausgebildet, was die Fertigung gegenüber der Ausführungsform gemäss Fig. 1 wesentlich erleichtert. Dagegen ist die Halterung mittig mit einer Ringwulst 16 versehen, was bei gespritzten Kunststoffteilen leicht herstellbar ist, und auf welche die zylindrische Buchse 8 aufgezogen wird. Im Ausgangszustand, also vor Aufziehen der Buchse B, hat die Halterung 5 die gestrichelteingezeichnete Form.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Sektorensteuerstift für photographische Sektorenverschlüsse, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einer Metallbuchse mit einem hohen Elastizitätsmodul, etwa wie von Stahl oder Bronze, und aus einer Kunststoffhalterung mit einem geringen Elastizitätsmodul, etwa wie von "Nylon" besteht.