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Einrichtung zum Hochfördern von Milch und Freigabe derselben nach aussen
Die vorliegende Erfindung schafft eine einfache Einrichtung mit der es möglich ist, die aus dem Re- leaser einer Melkmaschinenanlage entnehmbare Milch maschinell auf ein höheres Niveau zu fördern.
Die praktische Erfahrung lehrt, dass nach einer solchen Möglichkeit, so ferne sie mit einem geringen appa- rativen Aufwand erfüllt werden kann, häufig ein Bedürfnis besteht. Es wird also durch die Erfindung eine
Melkmaschinenanlage mitReleaser geschaffen, die es erlaubt, die Milch dem Releaser zu entnehmen, der eine bestimmte, aus Forderungen des Betriebes sich ergebende Höhenlage einnimmt, die es aber auch ermöglicht, die Milch auf ein höheres Niveau zu fördern.
In dem österreichischen Patent Nr. 212073 wird vorgeschlagen, einen Releaser so auszugestalten, dass er auch in einer für Kannenfallbetrieb arbeitenden Melkmaschinenanlage verwendet werden kann und in
Verbindung damit ist auch eine Möglichkeit angegeben worden, die Kannen höher anzuordnen als den
Releaser, d. h. die Milch auf ein Niveau zu fördern, welches höher liegt als die Unterkammer des Releasers. In diesem Falle stehen jedoch die Kannen, die eine Serie von hintereinandergeschalteten Sammelgefässen bilden, unter der Wirkung des von der Vakuumleitung der Melkanlage aufgebrachten Unterdrukkes, d. h. es wird die Milch nicht ins Freie sondern in ein geschlossenes System von Behältern gefördert.
Demgegenüber schafft die vorliegende Erfindung eine Möglichkeit, die Milch an einer Stelle ins Freie zu fördern, welche höher gelegen ist als die Unterkammer des Releasers, der ausserdem eine Oberkammer aufweist.
Die vorliegende Melkanlage kennzeichnet sich dadurch, dass zum Hochfördern der Milch die höhergelegene Ausgabestelle ein verschliessbares Ausgabegefäss aufweist, das über eine abschliessbare Leitung an die Unterkammer des Releasers und über eine weitere Leitung an eine Unterdruckquelle, vorzugsweise die Vakuumleitung der Melkmaschine angeschlossen ist, wobei das Ausgabegefäss periodisch, zweckmässig im Takt mit der Arbeitsweise des Releasers, durch eine in der zur Unterdruckquelle führenden Leitung liegende Steuervorrichtung unter Unterdruck bzw. unter höheren Druck, zweckmässig Atmosphärendruck, setzbar ist, u. zw.
derart, dass die Saugwirkung des Ausgabegefässes besteht, wenn die Unterkammer des Releasers unter höherem Druck, zweckmässig Atmosphärendruck liegt, wobei die den Releaser und das Ausgabegefäss verbindende Leitung ein Rückschlagventil enthält, das geschlossen ist, wenn das Ausgabegefäss mit der Atmosphäre in Verbindung steht.
In der schematischen Zeichnung, die auch der Erläuterung weiterer Erfindungsmerkmale dient, ist ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Anlage dargestellt. Es bezeichnet 1 die Milchsammelleitung und 2 die Vakuumleitung der Melkanlage, 3 den Releaser mit Oberkammer 3a und Unterkammer 3b, die über das Klappenventil 4 verbunden sind ; 5 ist das Auslassventil der Unterkammer, 6 ein Rohr- oder Schlauchanschluss, von dem, über ein Rückschlagventil 7 eine Leitung 8 zu einem höher gelegenen Ausgabegefäss 9 führt. Das Gefäss 9 besitzt ebenfalls eine Auslassklappe 10, die der Auslassklappe 5 des Releasers 3 entspricht.
Letzterer steht durch ein Magnetventil oder durch eine sonstige auf elektrischem Weg arbeitende Einrichtung 12 entweder über einen Einlass 13 mit der Atmosphäre oder über eine Leitung 14 mit der Vakuumleitung 2 in Verbindung, je nachdem, welche Stellung das Ventil 12 auf Grund des ihm vom Relais 15 - das von Steuerkontakte 16,17 seine Befehle erhält-erteilten Arbeitsimpulse einnimmt.
Dem Milchausgabegefäss 9 ist ebenfalls ein Steuerventil 18 zugeordnet, welches je nach Stellung die Verbindung mit der Atmosphäre. über den Einlass 19, oder den Anschluss an die Vakuumleitung 2, über
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die Verbindung 20, herstellt. Das Steuerventil 18 erhält seine Befehle zweckmässig vom entsprechend ausgestalteten Relais 15, wobei es sich empfehlen kann, das Relais so auszuführen, dass es das Ventil 18 gegenüber dem Ventil 12 mit Zeitverschiebung steuert.
Die Arbeitsweise dieser Einrichtung ist folgende : Die Auslassklappe des Releasers 5 wird dauernd geschlossen, etwa mittels einer geeigneten Verriegelung 22, wenn die Milch in das Ausgabegefäss 9 gefördert werden soll. Die Unterkammer 3b des Releasers wird normal über die Klappe 4 gefüllt, in welchem Fall der Raum 3b Unterdruck zeigt. Da im Raum 3b Unterdruck herrscht, ist das Rückschlagventil 7 geschlossen ; infolge der Wechselwirkung der Magnetventile 12 bzw. 18 befindet sich im Gefäss 9 atmosphärische Luft, die Klappe 10 ist gegenüber der Atmosphäre nicht geschlossen und es kann im Gefäss 9 vorhandene Flüssigkeit daher frei austreten. Nach Umschalten des Ventiles 12 wird die Verbindung des Raumes 3b mit der Atmosphäre hergestellt.
Während des Einströmen atmosphärischer Luft in 3b wird infolge der Wechselwirkung der Magnetventile 12 bzw. 18 das Gefäss 9 unter Vakuum gelegt, die Klappe 10 schliesst sich unter Einwirkung der ausserhalb des Gefässes herrschenden Atmosphäre, während sich das Rückschlagventil 7 öffnet. Die Milch wird über die Leitung 8 aus dem Gefäss 3b in das Gefäss 9 hochgesaugt.
Sobald der Flüssigkeitsspiegel im Gefäss 3b bis auf den Kontakt 17 abgesunken ist, tritt die Wechselwirkung der Magnetventile in Funktion, der Raum 3b wird nieder unter Vakuum und das Gefäss 9 unter atmosphärischen Druck gesetzt. Damit beginnt das Spiel von neuem.
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Praxis wirdkeiten der Magnetventile 12 und 18 eine zeitliche Phasenverschiebung legen lässt, deren Ausmass im wesentlichen von der Länge der Leitung 8 abhängen wird. Es soll jedoch auch eine Ausführung in den Rahmen der Erfindung fallen, welche die Ventile 12 und 18 zu einem Doppelventil, allenfalls mit zeitlicher Verzögerung zwischen den Tätigkeiten beider Ventilkörper arbeitend, zusammenfasst.
Obgleich im v) rstehenden die Wirkungsweise des vorliegenden Systems an Hand einer elektrisch gesteuerten Anlage beschrieben wurde, versteht es sich doch, dass diese Steuerungsart nicht eine unbedingte Voraussetzung der Erfindung ist. In jedem Falle ist es zweckmässig, die Tätigkeit des Steuerventils 18 abschalten zu können (im Beispiel durch einen Schalter 24), weil bei Entnahme der Milch durch die Klappe 5 das Ausgabegefäss 9 ausser Tätigkeit bleibt.
Die vorliegende Einrichtung kann auch im Waschbetrieb arbeiten, in welchem Falle an Stelle von Milch eben die Waschflüssigkeit tritt, welche durch die Leitung 1 in das System ein-und durch die Klappe 10 aus diesem austritt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Hochfördern von Milch und Freigabe derselben nach aussen, für eine Melkmaschine, die mit einem eine Ober- und eine Unterkammer besitzenden Releaser versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zum Hochfördern der Milch die höhergelegene Ausgabestelle ein verschliessbares Ausgabegefäss (9) aufweist, das über eine abschliessbare Leitung (8) an die Unterkammer (3b) des Releasers (3) und über eine weitere Leitung (20) an eine Unterdruckquelle, vorzugsweise die Vakuumleitung (2) der Melkmaschine angeschlossen ist, wobei das Ausgabegefäss (9) periodisch, zweckmässig im Takt mit der Arbeitsweise des Releasers, durch eine in der zur Unterdruckquelle (2) führenden Leitung liegende Steuervorrichtung (18) unter Unterdruck bzw. unter höheren Druck, zweckmässig Atmosphärendruck, setzbar ist, u. zw.
derart, dass die Saugwirkung des Ausgabegefässes besteht, wenn die Unterkammer (3b) des Releasers unter höherem Druck, zweckmässig Atmosphärendruck liegt, wobei die den Releaser (3) und das Ausgabegefäss (9) verbindende Leitung (8) ein Rückschlagventil (7) enthält, das geschlossen ist, wenn das Ausgabegefäss (9) mit der Atmosphäre in Verbindung steht.