<Desc/Clms Page number 1>
Tintenbehälter für Kugelschreiber
Die Erfindung betrifft einen Tintenbehälter für Kugelschreiber, in welchem auf einer Schreibtinten- säule ein nicht fester Folgestöpsel aufsitzt, der längs der Behälterwand gleitet, aus einer tintenartigen Substanz besteht, welche von der Tinte im Behälter in Zusammensetzung und Beschaffenheit verschieden ist und sich mit letzterer nicht vermischt, jedoch an der Kugelspitze vorbei zur Schreibfläche austreten kann.
Bei einer bekannten Schreibvorrichtung dieser Art besteht der Folgestöpsel aus einem eingedickten Mineralöl einer bestimmten Farbe. Dadurch kann zwar der vollständige Verbrauch der eigentlichen Schreibtinte durch Austritt der gefärbten Masse des Folgestöpsels auf das Schreibpapier angezeigt werden, jedoch ist es nicht möglich, die Masse des Folgestöpsels zum Weiterschreiben zu benützen. Dazu kommt, dass der Raum für den Folgestöpsel nicht zur Aufnahme von Tinte ausgenützt werden kann, wodurch die Aufnahmekapazität des Behälters beeinträchtigt wird.
Die Nachteile des bekannten Behälters können erfindungsgemäss dadurch vermieden werden, dass die Tinte im Behälter eine Tinte auf Glykolbasis ist, wogegen diejenige im Folgekörper eine solche auf Ölbasis ist.
Der in der Zeichnung veranschaulichte Kugelschreiber besitzt einen Tintenbehälter l, aus welchem die Tinte 2 der Kugelspitze 3 zufliesst. In dem Tintenbehälter 1 ruht der gleitbare Folgestöpsel 4 auf der Oberfläche der Tintensäule 2 und steht in enger Berührung mit der Innenwand des Behälters. Die Tintensäule 2 besteht aus einer Schreibtinte derjenigen Art, welche gegen die Berührung mit der Luft geschützt werden muss, wogegen der Stöpsel 4 aus einer Tinte derjenigen Type besteht oder eine solche enthält, die nicht gegen Luftzutritt geschützt zu werden braucht und im wesentlichen mit der Tinte der Säule 2 unvermischbar ist.
Die Konsistenz der Stöpselmasse 4 muss so gewählt werden, dass dieser nicht aus dem Behälter herausfliesst, wenn der Kugelschreiber umgedreht wird, doch muss die Viskosität so niedrig sein, dass die Masse zur Kugelspitze 3 fliessen und durch die Rotation der Schreibkugel während des Schreibens auf die Schreibfläche gebracht werden kann. Wenn der Innendurchmesser des Behälters 1 gross ist, ist es unter Umständen notwendig, die zur Bildung des Stöpsels 4 verwendete Tinte weiter einzudicken, was mittels einer Metallseife oder eines andern geeigneten Verdickungsmittels erfolgen kann.
Wenn die Konsistenz der tintenartigen Stöpselmasse dadurch so fest wird, dass diese Masse nicht mehr durch die engen Kanäle, die zu der Kugel führen, hindurchtreten kann, ist es gegebenenfalls notwendig, den Durchmesser des Behälters so zu vermindern, dass die dann notwendige Konsistenz der Tintenmasse eine solche ist, dass letztere zur Kugel fliessen kann.
Es ist auch möglich, mechanische Mittel zur Unterstützung des Tintenstöpsels zu verwenden, wie z. B. einen kolbenartigen Körper aus festem Material, wie z. B. Polystyrol. der von der Tintenmasse umgeben ist.
Es ist klar, dass die zur Bildung des Stöpsels 4 verwendeten Tinten nicht von der schnelltrocknenden Art sein können und dass daher die Schreibeigenschaften dieser Tinten schlechter sind als diejenigen der Tinten in der Haupttintensäule 2. Der Vorteil gegenüber den bis jetzt bekannten Ausbildungen besteht
<Desc/Clms Page number 2>
jedoch darin, dass der Kugelschreiber auch dann noch zum Schreiben benützt werden kann, nachdem die den Folgestöpsel bildende Substanz die Schreibkugel erreicht hat, so dass dieser behelfsmässig solange weiterbenützt werden kann, bis ein Ersatzbehälter beschaffbar ist.
Die für den Stöpsel 4 verwendete Tinte kann eine Farbe aufweisen, die sich etwas oder beträchtlich von derjenigen der in der Hauptsäule 2 enthaltenen Tinte unterscheidet, so dass der Benützer leicht den Verbrauch der in der Säule 2 enthaltenen Tinte feststellen kann.
Als Beispiele für Tinten, welche gegen Luftzutritt geschützt werden müssen und daher zur Bildung der Haupttintensäule geeignet sind, können solche Tinten erwähnt werden, welche flüchtige Lösungsmittel enthalten, die verdampfen und ein Eintrocknen der Tinte im Kugelschreiber verursachen können, oder Tinten, die einen Stoff enthalten, welcher Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und dadurch eine Koagulierung und Erstarrung der Tinte bewirkt, mit dem Resultat, dass der Kugelschreiber nach einer längeren Zeit unbrauchbar wird, deren Dauer von dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft auf demjenigen Platz, wo er gelagert ist, abhängt.
Bei den im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders geeigneten Tinten auf Glykolbasis kann es auch geschehen, dass die Tinte, wenn sie der Luft ausgesetzt ist, aus dieser Feuchtigkeit absorbiert und dadurch erhärtet oder erstarrt. Demgemäss wird ein Kugelschreiber, dessen Behälter mit einer solchen Tinte auf Glykolbasis gefüllt ist, zu schreiben aufhören, weil die Tinte zu einer festen Masse erhärtet und daher nicht länger fliessen kann. Eine geeignete Tinte auf Glykolbasis hat in Gew.-Teilen folgende Zusammensetzung :
EMI2.1
<tb>
<tb> 1lriäthylenglycol <SEP> 100
<tb> B <SEP> -Naphthol <SEP> 30 <SEP>
<tb> Azosol <SEP> Fast <SEP> Black <SEP> MA <SEP> 12
<tb> Azosol <SEP> Brilliant <SEP> Blue <SEP> B <SEP> 80
<tb>
Das Triäthylenglycol kann zur Gänze oder teilweise durch andere Glycole, wie z. B.
Diäthylenglycol, Propylenglycol bzw. andere Alkohole und polare Lösungsmittel ersetzt werden. Das ±--Naphthol bewirkt ; dass die Farbstoffe bis zu einem gewissen Ausmass löslich gemacht werden. Die oben genannten Azosol-Farbstoffe werden von der General Dyestuffs Corporation hergestellt und sind Tintenfarbstoffeherkömmlicher Art. Wenn gewünscht, kann der Tinte ein Reinigungsmittel zugesetzt werden, um dadurch die Farbstoffe noch besser in Lösung halten zu können und der Kugelspitze eine gleichmässigere Schreibfähigkeit zu verleihen.
Gemäss der Erfindung wird auf die Oberfläche der Haupttintensäule 2 eine Tintenmasse mit geeigneter Konsistenz aufgebracht, die einen nachsinkenden Stöpsel 4 bildet, welcher die oben erwähnte Tinte davor schützt, mit der im Behälter vorhandenen Luft in Berührung zu kommen oder auszufliessen. Die für diesen Folgestöpsel verwendete Tintenmasse muss eine solche Zusammensetzung besitzen, dass sie durch die Aussenluft nicht verändert wird. Als Tintenmasse zur Bildung des Stöpsels 4 hat sich eine übliche Tinte auf Ölbasis mit entsprechender Konsistenz, die entweder Mineralöl oder Rizinusöl enthält, als besonders geeignet erwiesen, wenn die Haupttintensäule aus der oben näher definierten Tinte auf Glykolbasis besteht. Die Länge des Folgestöpsels 4 soll natürlich so gering wie möglich sein.
Wenn der Behälter einen eher kleinen Durchmesser besitzt, so dass die Haupttintensäule 2 nicht die Tendeuz aufweist, aus dem Behälter auszufliessen, wenn der Kugelschreiber umgedreht wird, zeigt es sich, dass der einzige Zweck des Stöpsels 4 derjenige ist, die Tinte 2 vor ihrer Berührung mit der Aussenluft zu schützen, in welchem Fall die Länge des Stöpsels 4 auf ein Minimum reduziert werden kann, in Abhängigkeit von derjenigen Tintenmenge des Stöpsels 4, welche an der Innenwandung des Behälters haften bleibt und durch welche die Länge des Stöpsels 4 vermindert wird, bis dessen Masse die Kugelspitze 2 erreicht.
Wenn bei weiteren Behältern der Stöpsel 4 die Tinte auch am Ausfliessen hindern soll, erwies sich in der Praxis eine Stöpsellänge von 1 bis 11/2 mal dem Innendurchmesser des Reservoirs als in den meisten Fällen zufriedenstellend.
Es ist wesentlich, dass die den Stöpsel bildende Masse möglichst unvermischbar mit der Tinte der Säule 2 ist, doch hat es sich in der Praxis erwiesen, dass eine Vermischung der beiden Tinten an der-Be- rührungsfläche so lange keine praktische Wirkung hervorbringt, als der Hauptteil des Stöpsels 4 intakt bleibt und seine Eigenschaft, als Verschluss zu wirken, beibehält.