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Verpackung von Zellstofferzeugnisabschnitten und Verfahren zu deren Herstellung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Verpackung für Zellstofferzeugnisse, beispielsweise Taschentücher aus Papier, Gesichtstücher aus Zellstoffwatte und wegwerfbare Windeln und auf ein Verfahren zu deren Herstellung. Doch sollen diese soeben aufgezählten Erzeugnisse nur als beispielsweise Anwendungen von flächig ausgebildeten Zellstofferzeugnissen gelten, ohne dass damit Vollständigkeit beabsichtigt ist.
Solche Zellstofferzeugnisse, insbesondere Papiertaschentücher, wurden nach dem bisher bekanntewordenen Stande derTechnik mehrfach nach dem Schneiden auf geeignete Grösse, z. B. dreimal gefaltet. Mehrere solcher vorgefalteter Taschentücher, die meist quadratisches Format aufweisen, wurden z. B. in 10-Stück-Packungen für sich verpackt und dann durch Über- oder Nebeneinanderstellen von zwei Verpackungsstössen daraus eine grössere, handelsgängige Verkaufseinheit geschaffen, indem sie entweder gemeinsam verpackt, durch ein Umschlagband oder Klebestreifen, Etiketten u. dgl. zusammengehalten wurden.
Nach einem neueren Vorschlag besteht eine Brechpackung aus zwei für sich gefalteten und übereinandergelegten Taschentücherstössen, die nur auf fünf Seiten eingehüllt und dann zur Einheit verschlossen werden. Man will auf diese Weise erreichen, dass zwei solche, nebeneinandergestellte Stapel in sich genügend steif sind, um leicht aufgebrochen werden zu können.
Im wesentlichen kam es nach den bisher bekanntgewordenen Vorschlägen darauf an, dem Verbraucher eine Mehrheit von Taschentüchern od. dgl. in einer Verkaufseinheit anzubieten, die durch Aufbrechen oder Aufreissen zu öffnen war. Man kann auch in diesem Zusammenhang, um den raschen Gebrauch der wegwerfbaren Papiertaschentücher zu sichern, Öffnungserleichterungen, z. B. durch Übereinanderschlagen von mehreren Faltungen, durch Aussparungen usw. anbringen. Diese Aufbrech-oder kurz ge- nannt - Brechpackungen, haben sich im Laufe der letzten Jahre vielseitig eingeführt.
Die Erfindung geht nun von einer Bahn aus Zellstoff, einer Mehrheit von Wattevliesen u. dgl. aus, die in bekannter Weise zunächst in der Laufrichtung der Bahn ein-, zwei-oder noch mehrfach gefaltet und dann zick-zack-förmig, harmonikaartig oder sonstwie in Falten gelegt wird. In die Biegelinien dieser Bahn werden, wie bei nicht längsgefalteten Bahnen an sich bekannt, in bestimmten Abständen, entsprechend der Grösse der beabsichtigten Taschentücher, Gesichtstücher, Windeln u. dgl. Trennlinien so gelegt, dass der Zusammenhalt der Bahn durch Bildung von Verbindungsstegen gesichert ist. Dieses Trennen kann durch Stanzen, Schneiden, Perforieren und auf jede andere Weise erfolgen, die nicht eine vollständige Auflösung der Bahn zur Folge hat. Es können ebenso rotierende Messer wie hin-und herbewegliche Schneidewerkzeuge dienen.
Wesentlich für die Ausgestaltung gemäss der Erfindung ist ferner, dass der Rand der einzelnen Vliesund Zellstoffwattelagen durch Prägen bzw. Pressen verstärkt wird, so dass die Trennung, Stanzung usw. leichter ausgeführt werden kann. Auf diese Weise wird erreicht, dass die stehenbleibenden Verbindungsstege zwischen den benachbarten Tüchern in ihren mechanischen Festigkeitseigenschaften verbessert werden.
Gemäss den erfinderischen Erkenntnissen würde jedoch ein solcher Stapel ohne besonderen praktischen Gebrauchswert sein, wenn nicht die Verpackungshülle in besonderer Weise ausgebildet wäre. Erfindungs- gemäss wird deshalb vorgeschlagen, diesen Stapel in eine Hülle einzuschlagen, deren Öffnungsseite aus
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einem schmalen Schlitz besteht, der entlang der Kante zwischen einer Schmal- und einer Deckseite die- ser Packung verläuft. Der Schlitz kann auch in der Nähe dieser Kante angeordnet sein. Gemäss den wei- teren erfinderischen Überlegungen ist ein Rand dieses Schlitzes auf der einen Seite nach innen weisend ausgebildet und durch Stoff- oder Leimauftrag, Faltung oder sonstige Einlagemittel, wie Drähte, Bänder,
Streifen, versteift, so dass die Entnahme des Inhaltes erleichtert wird.
Infolge der oben erwähnten Faltung und der unvollständigen, Verbindungsstege bildenden Art des Trennens des Flächengebilde ! aus Zellstoff- erzeugnissen besteht ein mechanischer Zusammenhang zwischen den benachbarten Taschentüchern oder
Gesichtstüchern. Wird nun durch den Schlitz das erste Taschentuch herausgezogen, dann schliesst sich mühelos das zweite Taschentuch an und wird zur nächsten Entnahme freigelegt. Durch die Verstärkung des Schlitzes wird das Trennen der Nachbartücher erleichtert.
Schon beim Herausziehen wird das einzelne Papierblatt weitgehend entfaltet. Es braucht nur noch die Querfaltung aufgeschlagen zu werden, damit das Taschentuch oder das Gesichtstuch für den Verbraucher dienstbereit offen liegt. Der Hauptvorteil der vorgeschlagenen Faltungsweise im Zusammenhang mit der gewählten Packung besteht darin, dass bei der Entnahme eines Tuches gleichzeitig das nächste benach- barte bereits greifbar mit aus der Packung heraustransportiert wird.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäss ausgestalteten Verpackung besteht darin, dass der Herstel- lungsgang denkbar einfach wird, weil nur wenige Maschinen zur Durchführung der Arbeitsweise benötigt werden. Das Format der Taschentücher bzw. Gesichtstücher kann entweder quadratisch oder rechteckig sein. Gerade im letzteren Fall können ästhetisch ansprechende Seiten-Verhältnisse nach Art des Goldenen
Schnittes gewählt werden. Neben der Einfachheit der Durchführung liegt noch ein weiterer Vorteil der vorgeschlagenen Verpackung darin, dass zusätzliche Aufreissfäden oder Aufreissbänder erspart werden kön- nen. Im übrigen weist das einzelne Tuch weit weniger durch Faltung beanspruchte Linien auf, abgesehen davon, dass die Entfaltung für den Gebrauch sich viel rascher durchführen lässt.
Es ist weiter möglich, die gewählte Packung genügend dicht zu verschliessen, z. B. durch Anordnung von Klebestreifen, so dass die Taschentücher mit Parfüm- und Duftstoffen oder heilenden bzw. pflegenden Mitteln versehen werden können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Taschentücher, Gesichtstücher oder Windeln bis zu ihrem endgültigen Verbrauch in durchaus hygienischer Weise verpackt bleiben.
Die Taschentücher bleiben bis zu ihrem endgültigen Verbrauch in einer sauberen, einwandfreien Form, ohne dass sie durch Verknittern oder Zutritt von Schmutz unansehnlich werden.
Beachtlich ist bei der neuen Verpackung weiter die Verbilligung in der Herstellung. Zweckmässig werden in einer Verkaufseinheit zwei Stapel von Taschentüchern oder Gesichtstüchern, z. B. durch Klebestreifen oder auf sonstige Weise gemeinsam verpackt, zum Verkauf angeboten.
. Die erfindungsgemäss ausgebildete Verpackung und das Verfahren zu deren Herstellung sind im folgenden an Hand der Zeichnung beispielsweise erläutert, u. zw. zeigen : Fig. 1 eine Endlosentfaltung der Zellstoffbahn, die Fig. 2a, b, c Beispiele für die Faltung der Bahn in der Querrichtung, Fig. 3 einen Querschnitt durch eine beispielsweise Verpackung, Fig. 4 die Packung im Schaubild und die Beispiele für die Anordnung von Versteifungsmitteln an dem Entnahmeschutz.
Die Zellstoffbahn l wird im einfachsten Beispielfall nahezu hälftig gefaltet, so dass die beiden Randteile in den Linien 2 und 3 einander benachbart gegenüberstehen. Mit 4 ist die Faltungslinie auf der andern Seite der Bahn bezeichnet. Fig. 2a gibt im Querschnitt die in Fig. 1 dargestellte Faltungsweise wieder. An Stelle dieser nahezu hälftigen Faltungsweise können auch andere Faltungen der Papierbahn in der Querbreite vorgenommen werden. Beispielsweise Ausführungsformen, ohne die Vielzahl dieser Möglichkeiten erschöpfend darzustellen, sind in den Fig. 2b und 2c gezeigt. In Fig. 2b ist eine Dreifachfaltung, in Fig. 2c eine Art schwalbenschwanzförmige Faltung gezeigt. Es lassen sich natürlich noch andere Faltungsweisen unter Vermehrung der Faltungszahlen durchführen.
Durch das Falten wird die Querbreite der Zellstoffbahn verkleinert, weil zwei oder mehr Zellstofflagen übereinander zu liegen kommen. Diese in der Breite verkleinerte Bahn wird nun zick-zack-förmig oder harmonikaartig gefaltet, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist.
Mit 5 ist beispielsweise eine Papiertaschentuch-bzw. Gesichtstuch-oder auch eine Windeltuchgrösse bezeichnet. Durch das harmonikaartige Falten entstehen die aneinander anschliessenden Felder 6,7, 8 und 9. Das benachbarte Taschentuch 10 ist in gleich grosse Faltungsfelder unterteilt. Die einzelnen Taschentücher sind durch Trennschnitte 11,12, 13, 13'usw. voneinander getrennt. Schmale Verbindungsstege 14,15 bzw. 14', 15' halten den Zusammenhang zwischen den benachbarten Taschentüchern aufrecht. An Stelle dieser geraden Trennschnitte können auch rund-oder anders geformte Perforationen treten. Auch können zahlreichere kleinere Trennschnitte gewählt werden.
Die Trennlinien können gewellt, gezackt oder in andern Kurven verlaufend, ausgebildet sein, sie können aber auch staffelweise hinterein-
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ander versetzt angeordnet sein, so dass auf diese Weise ein gewisser Zusammenhalt zwischen den benachbarten Taschentüchern vorhanden ist, weil die Stegbreite hiedurch vergrössert wird. Es ist also nach Form und Anordnung der Trennlinien grösste Freiheit gelassen, soweit verbindende Stege zwischen den Nachbartüchern vorhanden sind. i Die Trennlinien können, wie in den Fig. 2a, 2b und 2c beispielsweise dargestellt, auch schon vor dem Falten der Papierbahn hergestellt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Trennlinien nicht senkrecht zu der Randpartie 2 bzw. 3 der Zellstoffbahn, sondern in einem mehr oder minder dazu geneigten Winkel anzubringen.
Diese Ausführungsweise ist besonders dann vorteilhaft, wenn z. B. Kinderwindeln in dieser Weise verpackt werden sollen. So ergibt der natürliche Anwendungszweck, dass diese Windelabschnitte eine trapezförmige Gestalt erhalten sollen. Die einzelnen Trennabschnitte sind also so zueinander gewählt, dass sich gegeneinander versetzte trapezförmige Abschnitte ergeben.
Die Trennlinien 11,12, 13 usw. können beim Falten übereinander liegen, u. zw. vorzugsweise in einer Faltungslinie. Die Trennlinien 11,12, 13, 13'usw. zwischen den einzelnen benachbarten Tüchern liegen wohl übereinander, es ist aber nicht notwendig, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist, dass jeweils eine i Doppelfaltung vorkommt. Es kann auch sein, dass die Trennlinien 11,12 unmittelbar benachbart übereinander zu liegen kommen. Diese Ausführungsform ist besonders dann vorteilhaft, wenn eine mehrfache Querfaltung etwa nach Art der Fig. 2c ausgeführt wird, die eine Verschmälerung der Bahn bewirkt. Dann genügt es, nur einmal zu falten, etwa in der Weise, dass auch die Faltungslinie zwischen den Feldern 7 und 8 eine Trennlinie aufweist.
Nach den gleichen Überlegungen können aber auch sechs, acht oder noch mehr Faltungsfelder hergestellt werden, bevor eine Trennlinie hergestellt wird. Solche Verpackungsweisen sind besonders dann vorteilhaft, wenn wenige oder überhaupt keine Querfaltungen vorgenommen worden sind. In letzteren Fällen wird zunächst die Trennlinie in Form von Perforationen ausgeführt und dann erst wird die Bahn gegebenenfalls gefaltet. Dies kann dann von Vorteil sein, wenn es sich z. B. um mehrlagige Zellstoffwattevlieslagen handelt, wie dies beispielsweise bei Windeltüchern zutrifft. Hier sind saugfähige und feuchtigkeitsdichte Schichten übereinander, entsprechend dem bestimmungsgemässen Gebrauch, angeordnet.
Das eingangs erwähnte Verprägen oder Verpressen der Verbindungsstege kann vorzugsweise vor dem Schneiden ausgeführt werden.
Die so in mehreren Lagen übereinander in Zick-Zack-Faltung gestapelten Taschentücher bzw. Gesichtstücher oder Windeln weisen die Form eines Parallelepipedes auf, das nun in eine Hülle eingeschlagen wird. Die Öffnung zur Entnahme des Inhaltes in Form eines schmalen Schlitzes 17 befindet sich auf oder in der Nachbarschaft der Kantenlinie zwischen der Deckelfläche 16 und einer der Schmalseiten 18 oder 19, die gemäss der Erfindung den Trennlinien benachbart liegt. Dieser Schlitz ist nun entsprechend dem bestimmungsgemässen Zweck an seinen beiden Seiten verstärkt. Auf der Oberseite 20 genügt ein einfacher Umschlag der Hülle, wie er beispielsweise in Fig. 5a dargestellt ist. Die andere Schlitzseite ist jedoch eine mit versteifenden Mitteln ausgerüstete Lippe 21, die wenig in das Innere der Packung ragt.
Beispiele der Versteifungsmöglichkeiten sind in den Fig. 5b, 5c, 5d dargestellt. Versteifende Mittel für die beiden Öffnungsflächen 20 und 21, vorzugsweise der Lippe 21, sind Auftrag von Leim, Einlage von Kartons, Pappe, ein oder mehrere Drähte, Fäden, Blechstreifen, Kunststoffstreifen oder auch mehrfaches Falten. Es lassen sich noch viele Arten von einfachen versteifenden Mitteln aufführen.
Die Fig. 5b zeigt ein Beispiel für mehrfaches Bördeln oder Falten der Lippe 21. Fig. 5c bringt ein Beispiel für die Einlage von mehreren Drähten 22 aus Metall oder Kunststoffen oder Fäden zur Verstefung der Lippe 21. Schliesslich bringt Fig. 5d den Querschnitt einer Darstellung durch Einlagerung eines Streifens 23 aus Karton, Pappe oder Kunststoff.
Zweckmässigerweise ist die Deckelseite 16 der Umhüllung mit einer Daumenaussparung 24 versehen, um so das Erfassen des oben liegenden Taschentuchfeldes 6 zu erleichtern.
Die Umhüllung kann aus Papier, Pappe oder schwachem Karton bestehen. Es kann weiter Pergamentpapier gewählt werden, Zellglas, auch Kunststoffe sind geeignet. Solche Materialien bieten eine besonders vereinfachte Herstellung der Packungshülle, weil eine endlose ebene Bahn von Verpackungsmaterial, durch Trichter oder Löffel geführt, unter etwaigem Einlauf von Versteifungsmaterialien, wie z. B. Drähten 22 oder Bandstreifen 23, zu einer den Hüllenumrissen nach Fig. 3 entsprechenden Form gebracht werden kann, wobei auch ein mehrfacher Faltunuchlag z. B. nach Fig. 5b, ausführbar ist. In diese Bahn wird an geeigneter Stelle der zick-zack-förmig gefaltete, nach den obigen Darlegungen gesondert hergestellte Stapel von Taschentüchern u. dgl. eingeschoben. Dann werden die Seiten durch Verkleben oder Verheftung geschlossen.
Bei Kunststoffen kann das Seitwärtsverschliessen auch durch Verschweissen erfolgen. Eine vorteilhafte Ausführung besteht darin, zwei solcher Packungen über-oder nebeneinandergestellt, mit Klebestreifen zu einer Einheit zu verschliessen.