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Verfahren zur Erzeugung latenter elektrostatischer Bilder
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bunden wird. Auch in verflüssigter Form (Schmelze) kann das Harz auf den Träger zur Bildung der Isolierschicht aufgetragen werden. Mit Vorteil verwendet man beispielsweise die folgenden wasserunlöslichen, bei gewöhnlichen Temperaturen gut isolierenden Kunstharze : Polyvinylchlorid, nachchloriertes Polyvinylchlorid, Mischpolymerisate aus Vinylchlorid und Butadien, nachchlorierten Kautschuk, Polystyrol, Polyterephthalsäureester, Polyäthylen, Polyvinylacetat, Cumaronharze, Maleinsäureharze, Ketonharze,
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und Vinylisobutyläther, Kolophonium-modifizierte Phenolharze, zyklisierten Kautschuk und Alkydharze.
Als Umwandlungsprodukte von Naturharzen eignen sich dimerisierte Abietinsäure, Harzester, z. B. Penta- erythritester von Harzsäuren, ferner Kalk- und Zinkharze. Unter den natürlichen Harzen eignen sich besonders Schellack, Kolophonium und Damarharz zur Verwendung gemäss der vorliegenden Erfindung. Die Harze können auch in Mischung miteinander angewendet werden. Vorteilhaft bemisst man die Dicke der Schicht auf 10-30 Il. Man kann auch dünnere Schichten von nur wenigen, z. B. 6, Mikron Dicke anwenden. Die zulässige Mindestdicke ist abhängig von dem Isolationsvermögen der verwendeten Schicht.
Zweckmässig wird man die Schicht so dünn halten, dass sie beim Aufbringen der elektrostatischen Ladung noch nicht durchschlagen wird, da sonst Fehlerstellen im Bildaufbau auftreten. Die Isolierschichten sind völlig lichtunempfindlich, auch nach der elektrostatischen Aufladung.
Als elektroleitfähige Träger können alle Unterlagen verwendet werden, die ausreichende elektrische Leitfähigkeit besitzen, also z. B. Folien oder Platten aus Metall, für elektrische Ladungen oberflächlich leitfähig gemachte Glasplatten, Papier, Platten oder Folien aus elektrisch leitendem faserfreiem Material (Kunststoffe, Harze). Als ausreichend elektrisch leitfähig im Sinne der vorliegenden Erfindung gelten solche Stoffe, deren spezifischer Widerstand höchstens 1011 Ohm. cm beträgt. Verwendet man Papier als Unterlage für die in der Wärme leitfähig werdende Schicht, so empfiehlt es sich, das Papier für die elektrothermographischen Isolierschichten gegen das Eindringen der Beschichtungslösung vorzubehandeln, z.
B. mit MethylceUulose in wässeriger Lösung oder Polyvinylalkohol in wässeriger Lösung oder mit der Lösung eines Mischpolymerisates aus Acrylsäuremethylester und Acrylnitril in Aceton und Methyläthylketon oder mit Lösungen von Polyamiden in wässerigen Alkoholen. Auch wässerige Dispersionen solcher zum Vorbehandeln der Papieroberfläche geeigneter Stoffe können verwendet werden.
Beispielsweise wird eine mit einer erfindungsgemässen Isolier-Harzschicht beschichtete Papierunterlage elektrostatisch aufgeladen, z. B. durch eine Coronaentladung, und unter einer positiven Vorlage einer kurzen Einwirkung von strahlender Wärme ausgesetzt. Auf der Harzschicht entsteht ein unsichtbares elektrostatisches Bild der Vorlage. An den dunklen Stellen der Vorlage wird die Wärme stärker absorbiert als an den hellen Stellen, so dass unter den dunklen Stellen der Vorlage der elektrische Widerstand des Harzes in der Schicht stärker sinkt als unter den hellen Stellen der Vorlage. Dies führt zu einer unterschiedlichen Entladung der Harzschicht und damit zur Entstehung eines negativen elektrostatischen Bildes.
Als Wärmequelle verwendet man vorteilhaft Ultrarotstrahlet. Es ist ferner vorteilhaft, die Wärmestrahlen möglichst kurze Zeit und intensiv einwirken zu lassen.
Entwickelt, d. h. sichtbar gemacht, werden die erfindungsgemäss hergestellten Bilder nach den von derElektrophotographie her bekannten Methoden, z. B. durch Einstäuben mit einem gefärbten Harzpuder.
Bei Verwendung eines Puders, der an den geladenen Stellen angezogen wird, entsteht einsichtbares negatives Bild, mit einem Puder, der abgestossen wird, ein Positiv.
Be is p ie I 1 : 10 g nach chloriertes polyvinylchlorid, beispielsweise 10 g des unter der Markenbe- zeichnung "Rhenoflex" im Handel erhältlichen Kunstharzes, werden in 300 cm3 Toluol gelöst. Mit dieser Lösung wird Papier, das mit einer wässerigen Polyvinylidenharzdispersion vorgestrichen ist, maschinell beschichtet. Die aufgebrachte Schicht wird bei etwa 600C getrocknet und das Papier dann auf ein Oberflächenpotential von etwa 300 V gegen Erde durch eine Coronaentladung positiv aufgeladen. Das elektrostatisch aufgeladene Papier setzt man unter einer wärmedurchlässigen positiven Vorlage, z.
B. einer Filmvorlage oder einem einseitig bedruckten Papierbogen, kurze Zeit der Einwirkung von strahlender Wärme aus. Es entsteht ein unsichtbares negatives elektrostatischesLadungsbild von dem Bild der Vorlage.
Um dieses negative Ladungsbild der Vorlage sichtbar zu machen, zu entwickeln, überpudert man es mit einem Entwickler, der durch inniges Vermischen von je 100 g Glasküge1chen von einer Korngrösse von 350 bis 400 J1. und 2, 5 g eines angefärbten Harzpulvers, sogenannten Toners, von der Korngrösse 20-50 J. 1. hergestellt ist. Der gefärbte Harzpuder wird an den Stellen der Harzschicht, die während der Wärmebestrahlung unter den hellen Teilen der Vorlage lagen und elektrostatisch positiv geladen sind, abgestossen, setzt sich aber an den bei der Bestrahlung unter den schwarzen Teilen der Vorlage gelegenen mehr oder weniger stark entladenen Stellen ab. Es entsteht ein positives Puderbild, das durch Wärme oder durch Einwirkung von Lösungsmitteldämpfen fixiert wird.
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Der oben angeführte Toner wird hergestellt, indem
30 g Polystyrole
30 g Maleinatharz, beispielsweise 30 g des unter der Markenbezeichnung"Beckacite"K 105 auf dem
Markt befindlichen Produktes,
3 g Russ, z. B. 3 g des Handelsproduktes Peerless Black Russ S 552, miteinander verschmolzen werden. Die Schmelze wird nach dem Erkalten gemahlen und gesichtet. Der ausgesiebte Anteil, der die Korngrössen von 20 bis 50 It enthält, wird als Toner zur Herstellung des Entwicklers für die elektrostatischen Ladungsbilder verwendet.
Beispiel 2 : Ein durch Extrusion mit Polyäthylen beschichtetes Papier, dessen Polyäthylenschicht etwa 15 It dick ist, wird mittels einer Corona-Entladungsvorrichtung elektrostatisch auf ein Oberflächenpotential von etwa 400 V gegen Erde positiv aufgeladen. Das elektrostatisch aufgeladene Papier wird mit der Schichtseite auf eine bedruckte Vorlage gelegt und von der schichtfreien Seite her unter einem Ultrarotstrahler einer kurzen kräftigen Wärmeeinwirkung ausgesetzt. Auf der Polyäthylenschicht entsteht ein seitenverkehrtes, elektrostatisches negatives Ladungsbild, das nach der im Beispiel 1 geschilderten Methode entwickelt wird. Man erhält ein positives Bild der Vorlage.
Wenn man auf dieses positive Puderbild einen Papierbogen, eine Kunststoff-Folie oder einTextilgewebe fest aufdrückt, so wird das Bild übertragen und man erhält auf dem Papier, der Folie oder dem Textilgewebe ein seitenrichtiges positives Bild der Vorlage. Bei der Herstellung des seitenrichtigen Bildes kann man auch, wie es an sich bekannt ist, ein elektrisches Feld an das Papier oder die Folie anlegen, welche das seitenrichtige Bild aufnimmt. Sind Papier oder Folie transparent, so erhält man Zwischenoriginale zum Weiterpausen, z. B. auf Lichtpauspapier.
Beispiel 3 : Eine auf Papier kaschierte oder gelegte Polyterephthalsäureesterfolie von der Dicke 6, 5 wird elektrostatisch aufgeladen und unter einer wärmedurchlässigen Vorlage, beispielsweise einem Schreibmaschinendurchschlag, im Kontaktverfahren mit Wärmestrahlung behandelt. Das durch Wärme entstandene negative elektrostatische Bild wird durch Einstäuben mit einem gefärbten Harzpuder sichtbar gemacht. Das Puderbild wird durch kurze Nachbehandlung mit Wärme fixiert.
Beispiel 4 : Papier wird maschinell mit einer Lösung von 60 g Polystyrol und 6 gTrikresylphosphat in 1000 cm3 Benzol beschichtet und bei etwa 600C getrocknet. Die gebildete trockene Harzschicht wird durch eine Coronaentladung auf ein Oberflächenpotential von etwa 400 V gegen Erde positiv aufgeladen. Eine einseitig bedruckte Papiervorlage wird mit der bedruckten Seite auf die aufgeladene Harzschicht aufgelegt und von der unbedruckten Seite her mit einem Ultrarotstrahler kurze Zeit erwärmt. Nach dem Entfernen der Vorlage wird die Harzschicht mit dem in Beispiel 1 beschriebenen Gemisch aus schwarzem Harzpuder und Glaskügelchen bestäubt. Es entsteht ein seitenverkehrtes Puderbild der einseitig bedruckten Vorlage, das durch Abdruck auf Papier, Kunststoff-Folie oder Textilgewebe übertragen werden kann.
Man erhält dann auf dem Papier, der Folie bzw. dem Textilgewebe ein seitenrichtiges Bild, das durch Wärme oder mit Lösungsmitteldämpfen fixiert wird.
Beispiel 5 : 4g eines Mischpolymerisates aus Styrol und Maleinsäureanhydrid werden in 40 cm3 Methyläthylketon gelöst. Mit dieser Lösung wird eine gebürstete Aluminiumfolie durch Aufstreichen beschichtet. Nach dem Trocknen der Schicht mit Warmluft wird die beschichtete Aluminiumfolie durch eine Coronaentladung elektrostatisch positiv aufgeladen und unter einer Vorlage mit Wärme bestrahlt, beispielsweise mit Ultrarotstrahler, wobei ein negatives, unsichtbares elektrostatisches Ladungsbild der Vorlage auf der Harzschicht entsteht. Man entwickelt das Bild mit dem in Beispiel 1 beschriebenen Entwickler und erhält ein positives Puderbild, das durch Wärmebehandlung fixiert wird. Es ist möglich, die Harzschicht bestehend aus dem Mischpolymerisat aus Styrol und Maleinsäureanhydrid mit einer alkalisch wässerigen Lösung zu entfernen.
Zurück bleibt das eingebrannte Puderbild, das man mit fetter Druckfarbe einfärbt, um die Aluminiumfolie dann als positive Druckform im Offsetdruck zu verwenden.