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Verfahren zur Herstellung von selbstklebenden
Organopolysiloxanelastomeren
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Als Ausgangsstoffe für diese Kondensation kommen in Frage :
Lineare Diorganopolysiloxane mit Hydroxylendgruppen im Viskositätsbereich zwischen 5 und 100000 cSt/250, vorzugsweise im Viskositätsbereich zwischen 200 und 1000 cSt/25 , und cyclische Diorganopolysiloxane, wie Octamethylcyclotetrasiloxan.
Die Borsäure bzw. deren Alkylester dienen im vorliegenden Fall nicht als Kondensationskatalysatoren. Es wurde vielmehr gefunden, dass gleichzeitig einer der üblichen Polymerisations- bzw. Kondensationskatalysatoren für die Polymerisation von Diorganopolysiloxanen erforderlich ist. Werden die Borverbindungen allein zur Kondensation verwendet, tritt der erfindungsgemässe Effekt nicht auf.
Die zuzusetzenden Mengen an Borsäure bzw. deren Alkylester betragen zwischen 0, 001 und 0, 1 Gew.-%. Bei Zusatz höherer Mengen wird die Härtung verhindert. Bei Zusatz kleinerer Mengen tritt der erfindungsgemässe Effekt nicht auf. Vorzugsweise wird Borsäure verwendet, wenn ein höheres Molekulargewicht des Diorganopolysiloxans verlangt wird (Viskositäten über 200000 cSt). Bei der Herstellung von niedermolekularen Diorganopolysiloxanen kann man auch Borsäurealkylester, wie den Borsäure-tri- methyl-, -äthyl-, -butyl-, -hexyl-, -äthylhexylester, als Träger der Borsäure verwenden.
Cyclische Diorganopolysiloxane werden im allgemeinen für die Herstellung von Organopolysiloxanelastomeren mit Kaliumhydroxyd kondensiert. Im vorliegenden Fall hat es sich als zweckmässig erwiesen, die Polymerisation dercyclischen Diorganopolyxiloxane mit Kaliumborat, z. B. KaliummetaDorat, durchzuführen. Auf diese Weise wird gleichzeitig der Kondensationskatalysator und die Borverbindung in das Diorganopolysiloxan hineingebracht. Bei der Polymerisation von linearen Diorganopolysiloxanen mit Hydroxylendgruppen wird das Verfahren mit Phosphorstickstoffverbindungen gemäss der deutschen Patentschrift Nr. 930481 bevorzugt.
Es wurde ferner gefunden, dass man mit Hilfe der erfindungsgemäss verwendeten Massen bessere Verklebungen borfreier Organopolysiloxanelastomerer mit Metall als bisher erhält. Die bis jetzt meist verwendeten Verfahren zur Verklebung von Organopolysiloxanelastomeren mit Metallen, u. zw. Grundierung des Metalls mit einem Polyalkylsilicat und anschliessendes Aufhärten des Organopolysiloxanelastomeren auf das vorbehandelte Metall oder der Einsatz einer Zwischenschicht gemäss der deutschen Patentschrift Nr. 970125 zeigten nämlich gewisse Nachteile. Die erstere Methode liess sich nur dann mit Erfolg anwenden, wenn bei der Herstellung der Metallverklebung ein genügender Pressdruck angewendet werden konnte.
Sie eignete sich deshalb nicht zur Herstellung von Walzenbelägen, weil hier nur geringe Pressdrucke zur Anwendung gelangen können. Die zweite Methode hat den Nachteil, dass die verwendete Zwischenschicht eine geringere Festigkeit hat als die besten bis jetzt entwickelten Organopolysiloxanelastomeren, dass also bei besonderer Beanspruchung nicht der Elastomerenbelag auf der Walze, sondern die Zwischenschicht zerstört wurde. Es wurde gefunden, dass man bei Verwendung einer Zwischenschicht aus den erfindungsgemässen selbstklebenden Massen auch bei niedrigen Pressdrucken eine gute Verbindung erzielt, wenn das Metall vorher mit Polyäthylsilicat grundiert war und dass diese Zwischenschicht eine hervorragende me- chanische Festigkeit aufweist.
Eine weitere, noch nicht befriedigend gelöste Aufgabe war bis jetzt das Verbinden von Schichten aus Organopolysiloxanelastomeren miteinander und die Reparatur beschädigter Elastomerteile, z. B. die nachträgliche Reparatur mit Organopolysiloxanelastomeren isolierter Kabel. Es wurde gefunden, dass zwei gehärtete Organopolysiloxanelastomer-Stücke fest und unlösbar ohne Schwierigkeiten miteinander verbunden werden können, wenn man eine Zwischenschicht aus den erfindungsgemäss verwendeten Massen dazwischenlegt und anschliessend unter leichtem Druck härtet.
Desgleichen kann man beschädigte Stellen an mit Organopolysiloxanelastomer isolierten Kabeln einfach dadurch reparieren, dass man auf die beschädigten Stellen kleine Stücke der erfindungsgemäss verwendeten Massen aufdrückt und diese anschlie- ssend härtet. Die leichte Oberflächenklebrigkeit, die in diesem Falle an der Flickstelle auftritt, kann man durch Bepudern mit Talkum, Glimmermehl, Kieselsäurepulver usw. ohne weiteres beseitigen.
Wegen ihrer ausgezeichneten Haftung auf den Oberflächen der verschiedensten Werkstoffe lassen sich die erfindungsgemäss verwendeten Massen mit Vorteil als Unterfütterung von dentalen Prothesen, insbesondere aus Acrylatharzen, einsetzen.
Beispiel l : Zu 100 g eines linearen Dimethylpolysiloxans mit einer Viskosität von 600 cSt und
Hydroxylendgruppen gibt man 10 mg Borsäure in Form einer gesättigten wässerigen Lösung und kondensiert anschliessend durch Zusatz von 0, 1 g des trimeren Phosphornitrilchlorids, gelöst in 1 cm3 Methylen- chlorid bei 1200, bis die Masse so zäh geworden ist, dass sie mit einem Rührer nicht mehr bewegt werden kann. Nach dem Erkalten erhält man ein hochviskoses, leicht klebriges Dimethylpolysiloxan vom Molekulargewicht 350 000.
Zu 50 g des so erhaltenen Kondensats fügt man auf einem Walzwerk 20 g einer pyrogen in der Gas-
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