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Um Ermüdungserscheinungen beim Gehen herabzusetzen, sind bei Schuhen verschiedener Art mannigfach ausgebildete Polstersohlen vorgeschlagen worden. Der übliche, insbesondere in der Vorfusspartie un- nachgiebige Schuhoberteil lässt jedoch beim Gehen die natürlichen Bewegungen der Fusselemente nichtzu.
Die beim Gehen erfolgende abwechselnde Abstützung des Körpers auf einen der beiden Füsse erfolgt unter Schwenkbewegungen der Beine, so dass das Körpergewicht abwechselnd auf die Vorfuss- und auf die Fersenpartie eines Fusses einwirkt. Hiebei übt der Vorfuss vornehmlich eine hebende und stabilisierende Tätigkeit aus. Auch die Fusssohle als solche sucht daher bei jedem Schritt im grossen und ganzen eine Schwenkbewegung auszuführen, an welcher sie aber durch die üblichen Schuhe, in welchen der Fuss mehr oder weniger fest eingespannt ist, erheblich gehindert wird.
Der erfindungsgemässe Schuh vermeidet diese Nachteile durch eine elastische Polstersohle, die unter dem Fussgewölbe eine Kuppe aufweist, die steifer ist als die unter Vorfuss- und Ferse angeordneten Sohlenpartien und durch einen mindestens in der Vorfusspartie elastischen Schuhoberteil. Die der natürlichen Fussbewegung beim Gehen annähernd entsprechende Wippbewegung um die unter dem Fussgewölbe angeordnete Kuppe wird durch die mindestens im Bereiche des Vorfusses elastische Ausbildung des Schuhoberteiles hemmungsfrei zugelassen. Damit ist durch die Erfindung ein fussbewegliches Schuhwerk geschaffen.
An Hand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele wird das Wesen der Erfindung noch nahez erläutert, ohne dass eine Einschränkung auf diese Beispiele erfolgen soll.
Die Fig. l, 2 und 3 sind Längsschnitte durch dem mit einer Polstersohle versehenen Schuh. Fig. 4 stellt eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Polstersohle in einer schematischen Längsansicht dar. Fig. 5 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie 20 - 21 der Fig. 4, Fig. 6 ein nach der Linie 22 - 23 der Fig. 4 geführter Querschnitt. Fig. 7 zeigt in einem analogen Querschnitt eine weitere Ausführungsmöglichkeit. Schliesslich ist in Fig. 8 in einem Längsschnitt, ebenfalls schematisch, noch eine Ausbildungsvariante der Polstersohle veranschaulicht.
Fig. 1 stellt einen aus der Sohle 1 und dem Oberteil 6 bestehenden und mit der Polstersohle 2 ausgestatteten Schuh in Ruhestellung, des die Sohle belastenden, nicht dargestellten Fusses, dar. Die Polstersohle 2 besteht beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1-3 im Vorderteil 3 und Absatzteil 5 aus einem andern Material als in dem unterhalb des Fussgewölbes befindlichen Teil 4, welcher die Kuppe 9 bildet. Da der Teil 4 steifer ist als die Teile 3 und 5, ergibt sich für die Polstersohle verschiedene Nachgiebigkeit in den Teilen 4 bzw. 3 und 5. Bei der durch den ruhenden nicht dargestellten Fuss belasteten Polstersohle 2 sind gemäss Fig. l die aus elastisch zusammendrückbarem Material bestehenden Teile 7 und 8 etwas zusammengepresst.
Da erfindungsgemäss die im Bereich 4 angeordnete Kuppe 9 der Sohle steifer ist als der Vorderteil 7 und der Absatzteil 8, so ist beim Gehen die der natürlichen Gehbewegung des Fusses entsprechende Wippbewegung durch Schwenken um eine im Bereich der Kuppe 9 liegende gedachte Achse gewährleistet.
Beim Ausführungsbeispiel ist die Kuppe 9 der Polstersohle aus einem wenig elastischen Material, beispielsweise aus Vollgummi, Kunststoff oder einem andern entsprechenden festen Material hergestellt, während der Vorderteil 7 und der Absatzteil 8 aus einem hochelastischem Material, beispielsweise aus Schaumgummí, bestehen. Die Sohlen teile 7. 8,9 sind vorteilhaft zu einer Einheit verbunden.
Bei der Gehbewegung wird die Polstersohle gemäss den Darstellungen in den Fig. 2 und 3 den verschiedenen Gehphasen des Fusses entsprechend verformt. Beim Belasten der Vorfusspartie 3 ergibt sich die in Fig. 2 dargestellte Lage. Bei nur wenig verformter Kuppe 9 wird der Vorderteil 7 der Sohle zusammenge- Schuh
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drückt, während der entlastete Absatzteil 8 desselben, infolge der Eigenschaft des Schwammgummi, ein grösseres Volumen einnimmt, als in der belasteten Ruhestellung gemäss Fig. 1. Die auf Fig. 3 bezogene Gehphase zeigt den Absatzteil 8 belastet und daher stark zusammengedrückt.
Die Kuppe 9 gestattet und erleidet nur geringe Verformung ; der Vorderteil 7 der Polstersohle 2 wird hingegen vollkommen entlastet ; die elastische Ausbildung des Schuhoberteiles 6 im Bereich des Vorfusses gestattet dem Fuss, um die Kuppe 9 unter Heben der Zehen zu schwenken, wodurch sich der in Fig. 3 dargestellte Längsschnittverlauf der Sohle mit volumsrn. ässig vergössertem Vorderteil 7 ergibt. Der Vergleich der Fig. 1, 2 und 3 veransebau- licht die durch die Erfindung hemmungsfrei ermöglichte, der natürlichen Gehbewegung des Fusses nahekommende Wippbewegung des Fusses um die Kuppe 9 der Polstersohle.
Die Darstellung der oberen Begrenzung des Schuhoberteiles 6 in den Fig. l, 2 und 3 zeigt die den elastischen Verformungen im Vorfussbereich entsprechende Gestaltveränderung des Schuhoberteiles beim Gehen.
Die elastische Ausbildung des Schuhoberteiles 6 muss nicht nur auf den Bereich des Vorfusses 3 beschränkt sein ; auch im Bereich der Ferse 5 kann der Schuhoberteil 6 eine gewisse elastische Verformbarkeit aufweisen. Jedoch muss der Fuss im Mittelbereich 4 des Schuhoberteiles im Sinne der Wippbewegung des Fusses um die Kuppe 9 möglichst festsitzen.
Für die erfindungsgemässe Ausbildung der Polstersohle 2 bestehen zahlreiche Möglichkeiten.
Die Polstersohle 2 gemäss Fig. 4 und 5 besteht unter dem Vorfuss und der Ferse aus Hohlkörpern 10, 10' und Verbindungsleitungen 11, 11'. Der* so gebildete einheitliche Hohlraum ist mit einem gasförmigen, flüssigen oder pastösen Medium gefüllt. Die Kuppe 9, als Fussgewölbestütze, wird durch einen eigenen Körper 12 gebildet. Da der gesamte, aus den Teilen 10, 11,, 11'. 10 ; bestehende Hohlkörper einen einzigen Hohlraum bildet, ist es klar, dass bei der Gehbewegung im Sinne der Stellungen gemäss den Fig. 2 und 3 das im Hohlkörper befindliche Medium, vorzugsweise Luft, entweder in den Absatzteil abströmt (Fig. 2), oder in den Vorderteil gepresst wird (Fig. 3).
Die Wirkung der Kuppe 9 unter dem Fussgewölbe ist durch den Körper 12 gewährleistet. Er kann aus Vollgummi, Kunststoff oder einem andern festen Material bestehen und in den Hohlkörper eingebaut oder an einer oder an beiden Aussenflächen des Hohlkörpers angeordnet sein. Die Fussgewölbestütze kann jedoch auch gemäss Fig. 7 aus einem eigenen Hohlkörper 13 mit gasförmiger, flüssiger oder pastöser Füllung bestehen. Die aneinanderliegenden Wände der Hohlkörper 10, 10' und 13 können zusammengeklebt sein. An den Hohlkörpern 10, 10'und 13 sind in bekannter Weise Aufblasventile 19,26 vorgesehen. Die erfindungsgemässe Wirkung kann durch einen grösseren Innendruck im Hohlkörper 13 im Vergleich zum Hohlkörper 10, 10'besonders begünstigt werden.
Zur Steigerung dieser Wirkung kann auch eine Füllung der Hohlkörper 10, 10'einerseits und 13 anderseits mit verschiedenen Medien vorgesehen sein, beispielsweise des Hohlkörpers 13 mit einer Flüssigkeit oder Paste und des Hohlkörpers 10, 10'mit Luft.
Eine weitere Ausbildungsmöglichkeit der Polstersohle ist in Fig. 8 schematisch veranschaulicht, wobei mehrere Stahl- oder Kunststoffedern zusammenwirken. Die Federn 16 im Mittelbereich 4 haben eine bedeutend geringere Nachgiebigkeit als die Federn 14,15 in den Bereichen 3 und 5. An Stelle der in Fig. 8 dargestellten Schraubenfedern können selbstverständlichBIattfedern in beliebiger Konstruktion treten. Auch kann eine Kombination verschiedener Federarten vorgenommen werden. Ebenso ist es möglich, Teile aus Vollgummi, Kunststoff bzw. Polsterungsmaterial mit Federn, Schwammgummiteilen und Hohlkörpern zu kombinieren oder Schaumgummiteile mit einer dichten Haut als Aufblaskörper zu verwenden.
Die kuppenartige Stützwirkung der Polstersohle kann regulierbar sein ; bei Ausbildung der Polstersohle als Aufblaskörper ist eine solche Regulierung in einfachster Weise durch Erhöhung oder Senkung des Füllungsgrades möglich. Zur Anpassung an den jeweils vorhandenen Leistungsbedarf können auswechselbare Polstersohlen mit verschieden starker elastischer Nachgiebigkeit und gegebenenfalls verschieden starken Kuppen unter dem Fussgewölbe vorgesehen sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schuh, gekennzeichnet durch eine elastische Polstersohle (2), die unter dem Fussgewölbe eine Kuppe (9) aufweist, die steifer ist als die unter Vorfuss und Ferse angeordneten Sohlenpartien1und durch einen mindestens im Bereich des Vorfusses elastischen Schuhoberteil.