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Abzapf-Kolbenschieber für dickflüssige Stoffe, insbesondere Speiseeis
Die Erfindung betrifft einen Abzapf-Kolbenschieber für dickflüssige Stoffe, insbesondere Speiseeis.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen solchen Kolbenschieber zu schaffen, der einen einfachen Aufbau aufweist sowie leicht und wirtschaftlich, insbesondere aus nichtmetallischem, korrosionsbeständigem bzw. kälteisolierendem Material, wie z. B. Kunststoff hergestellt werden kann. Dabei soll dieser Kolbenschieber schnell und mühelos auseinandernehmbar und wieder zusammensetzbar sein, und alle seine inneren Dichtungsflächen bzw. Durchgangskanäle sollen zwecks Reinigung leicht und vollständig zugänglich sein.
Diese gute Reinigungsmöglichkeit ist besonders dann wichtig, wenn der Kolbenschieber zum Abzapfen von dickflüssigen Nahrungsmitteln und vor allem Speiseeis z. B. als Abzapforgan an kontinuierlichen Speiseeismaschinen benutzt wird.
Ferner soll der Kolbenschieber nach der Erfindung nicht klemmen und beim Schliessen möglichst alle Stoffreste, die an den inneren Wandungen des durchflossenen und bei geschlossenem Schieber mit der Ausflussöffnung in Verbindung stehenden Schiebergehäuseteiles haften bleiben können, selbsttätig ausstossen, um dadurch unerwünschte, nachträgliche Tropferscheinungen zu vermeiden. Auch diese angestrebte Wirkungsweise des Kolbenschiebers ist insbesondere bei seiner Verwendung an Speiseeismaschinen od. dgl. von Bedeutung, da sonst eventuelle, im Schiebergehäuse nach dem Schliessen des Schiebers verbleibende Speiseeisreste später tauen und aus der Ausflussöffnung tropfen würden.
Die Erfindung besteht nun darin. dass das hohlzylindrische und im wesentlichen vertikale Schiebergehäuse einen trichterförmig ausgebildeten Boden mit Ausflussöffnung und einen seitlichen, über diesem Boden einmündenden Eintrittskanal aufweist, und dass der durch die obere Kopfseite des Schiebergehäuses frei ein-und ausführbare Abschlusskolben ein unteres, zu dem Gehäuseboden genau passend profiliertes Kopfende aufweist und zwei im Abstand voneinander angeordnete Dichtungsringe trägt, die bei in Schliessstellung gesenktem Abschlusskolben etwas vor dem Anliegen des unteren Kolbenkopfendes gegen den Gehäuseboden je oberhalb und unterhalb des seitlichen Eintrittskanal zu liegen kommen.
Die Bewegungsvorrichtung des Abschlusskolbens kann verschiedenartig ausgebildet werden. Besonders zweckmässig hat sich jedoch wegen ihrer einfachen baulichen Ausbildung und der leichten Ausbaufähigkeit des Abschlusskolbens eine Ausführungsform erwiesen, bei der der Abschlusskolben oberhalb seines oberen Dichtungsringes eine seitliche, achsparallele Verzahnung od. dgl. aufweist, mit der ein am Schiebergehäuse drehbar gelagerter und durch einen Handgriff verdrehbarer Zahnsektor in Eingriff steht.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen mehrfachen Abzapf-Kolbenschieber der vorstehend beschriebenen Art zu schaffen, der an mehrere, verschiedene Zuleitungen und z. B. an mehrere, je eine Eissorte enthaltende GefrlerkammemeinerkontinuierlichenSpeiseeism < Mchine anschliessbar ist und das getrennte Abzapfen aus jeder einzelnen Zuleitung bzw. Gefrierkammer oder das Abzapfen einer Mischung aus zwei oder mehreren zugeleiteten Stoffen, z. B. aus zwei oder mehreren verschiedenen Eissorten. erlaubt.
Zu diesem Zweck wird ein solcher an sich bekannter Abzapf-Kolbenschieber benützt, bei dem drei Einzelschieber mit unabhängig voneinander bewegbaren Abschlusskolben in einem gemeinsamen Gehäusekörper vereinigt sind, wobei erfindungsgemäss zwei der Einzelschieber an je einen getrennten Eintrittska-
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nal und der andere, im allgemeinen mittig angeordnete Einzelschieber an beide Eintrittskanäle durch davon abgezweigte Zuleitungskanäle angeschlossen sind.
Weitere Merkmale der Erfindung sind aus nachstehender Beschreibung einiger Ausfilhrungsbeispiele zu ersehen, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigen Fig. 1 einen nach der Erfindung ausgebildeten Abzapf-Kolbenschieber in Vorderansicht, Fig. 2 eine Draufsicht des Kolbenschiebers nach Fig. 1 mit abgebrochenem Handgriff.
Fig. 3 den senkrechten Schnitt durch den Kolbenschieber nach den Fig. 1 und 2 bei seiner Anordnung als Abzapforgan an einer kontinuierlichen Speiseeismaschine, Fig. 4 einen dreifachen Abzapf-Kolbenschieber nach der Erfindung mit zwei seitlichen Einsorten-Abzapfschiebem und einem mittlerenMischungsschieber in Vorderansicht und teilweise im Schnitt bei ausgehobenemabschlusskolben, Fig. 5 einen waagrechten Querschnitt durch den Schieber nach Fig. 4 und Fig. 6 einen fünffachen AbzapfKolbenschieber mit drei Einsorten-Abzapfschiebem und zwei Mischungsschiebern in waagrechtem Querschnitt.
Bei der in den Fig. 1-3 dargestellten Ausführungsform besteht der Abzapf-Kolbenschieber aus einem hohlzylindrischen, im wesentlichen vertikalen Gehäuse 5, das in einem Stück mit einer zu der Zylinderachse parallelen, seitlichen Anschlussplatte 2 hergestellt ist. Diese Anschlussplatte 2 dient zur Befestigung des Kolbenschiebers an dem Behälter des abzuzapfenden dickflüssigen Stoffes, insbesondere an dem vorderen Kopfende der Gefrierkammer F einer kontinuierlichen Speiseeismaschine. In diesem letzteren, in Fig. 3 veranschaulichten Fall dient die Anschlussplatte 2 gleichzeitig auch zum Abschluss der Gefrierkammer F.
Das Schiebergehäuse 5 besitzt einen trichterförmigen, z. B. kegel- oder halbkugelförmigen Boden mit vorzugsweise mittiger Ausflussöffnung 8. Der Eintrittskanal 6 des Abzapfschiebers ist quer zu der Achse des Schiebergehäuses 5 gerichtet und oberhalb des trichterförmigen Gehäusebodens in der Anschlussplatte 2 vorgesehen, wobei er einerseits in das Innere des Schiebergehäuses 5 und anderseits auf die Aussenfläche der Anschlussplatte 2 mündet, z. B. direkt in die von dieser Platte abgeschlossene Gefrierkammer F der Speiseeismaschine oder in einen Vorratsbehälter od. dgl.
Selbstverständlich kann das Schiebergehäuse 5 an Stelle der Anschlussplatte 2 einen beliebigen rohrförmigen und den Eintrittskanal 6 bildenden Stutzen od. dgl. aufweisen.
In dem Schiebergehäuse 5 ist der Abschlusskolben 9 verschiebbar gelagert. Das untere Kopfende 109 dieses Abschlusskolbens 9 ist zu dem trichterförmigen Boden des Schiebergehäuses 5 genau passend profiliert und ist also z. B. kegel-oder halbkugelförmig ausgebildet. Oberhalb seines profilierten Kopfendes 109 weist der Abschlusskolben 9 zwei umlaufende. seitliche, untereinander im Abstand vorgesehene Nuten auf. in denen je ein Dichtungsring 14 eingeklemmt ist.
Die Auf- und Abwärtsbewegung des Abschlusskolbens9 erfolgt mit Hilfe eines Zahnsektors 10, der mit einem Handgriff 13 zusammenhängt und auf der Vorderseite des Schiebergehäuses 5 zwischen zwei daran angeformten., vorspringenden Flügeln 21 um einen Zapfen 11 drehbar gelagert ist. Dieser Zahnsektor 10 steht mit einer entsprechenden seitlichen, achsparallelen Verzahnung 209 des Abschlusskolbens 9 in Eingriff. Durch Verdrehen des Handgriffes 13 nach unten (siehe strichpunktiert eingezeichnete Stellung in Fig. 3) wird der Abschlusskolben 9 soweit gehoben, dass er den Eintrittskanal 6 freigibt und dadurch den Austritt des abzuzapfenden dickflüssigen Stoffes, z.
B. des aus der Gefrierkammer F herausgedrückten Speiseeises, durch den unteren Gehäuseteil und aus der Ausflussöffnung 8 des Gehäusebodens gestattet. Dabei stellen sich die beiden seitlichen Dichtungsringe 14 des Abschlusskolbens 9 oberhalb desEintrittska- nals 6 ein und bewirken dadurch den oberen, dichten Abschluss des Schiebergehäuses 5.
Wird der Handgriff 13 nach oben verschwenkt, so senkt sich der Abschlusskolben 9, bis sein unteres, profiliertes Kopfende 109 satt gegen den entsprechend geformten trichterförmigen Boden des Schiebergehäuses 5 anliegt, wobei einerseits die Ausflussöffnung 8 durch das Kopfende 109 des Abschlusskolbens 9 direkt verschlossen wird und anderseits die zwei seitlichenDichtungsringe 14 dieses Kolbens sich je oberhalb und unterhalb des Eintrittskanal 6 einstellen. Dadurch wird auch der Eintrittskanal abgeschlossen, u. zw. durch den oberen Dichtungsring 14 des Abschlusskolbens 9 in bezug auf das obere offene Ende des Schiebergehäuses 5 und durch den unteren Dichtungsring in bezug auf die Ausflussöffnung 8.
Es sei bemerkt, dass während des Schliessvorganges zuerst der untere Dichtungsring 14 des Abschlusskolbens 9 unterhalb des Eintrittskanals 6 zu liegen kommt und erst dann das untere profilierte Kolbenende 109 gegen den entsprechend geformten Gehäuseboden anliegt. Dabei werden durch die abstreichende Wirkung des unteren Dichtungsringes 14 einerseits und durch die anschliessende herausquetschende Wirkung zwischen Kolbenende 109 und Gehäuseboden anderseits alle eventuellen Reste des abgezapften Stoffes und insbesondere alle Speiseeisreste, die auf den Innenwandungen des Schiebergehäuses 5 haften geblieben sind, abgestreift und aus dem Gehäuse 5 durch die Ausflussöffnung 8 herausgedrückt. Infolgedessen werden unerwünschte Tropferscheinungen nach dem Abschluss des Abzapfschiebers vermieden.
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Der Abschlusskolben 9 kann ferner ohne weiteres aus dem oberen, offenen Ende des Schiebergehäuses 5 z. B. zu Reinigungszwecken herausgezogen werden. Man braucht dazu nur den Handgriff 13 soweit nach unten zu verdrehen, bis sich der Zahnsektor 10 aus der Verzahnung 209 des Abschlusskolbens 9 löst.
Der Kolben 9 kann dann an seinem oberen, aus dem Schiebergehäuse 5 vorspringenden Ende erfasst und ausgehoben werden. Das Wiedereinsetzen des Abschlusskolbens 9 erfolgt in umgekehrter, ähnlich einfacher Weise.
Nach dem Ausheben des Abschlusskolbens 9 sind alle Innenflächen des Schiebergehäuses 5 durch das breite obere Ende desselben ausserordentlich leicht zugänglich und können deshalb mit der insbesondere bei dickflüssigen Nahrungsmitteln bzw. Speiseeis erforderlichen Gründlichkeit und Häufigkeit gereinigt werden. Auch der breite Eintrittskanal 6 erweist sich ganz oder grösstenteils bei abgehobenem Abschlusskolben 9 vom Inneren des Schiebergehäuses 5 sehr leicht zugänglich.
Der vorstehend beschriebene Abzapf-Kolbenschieber wird ganz oder grösstenteils, z. B. nur mit Ausnahme des Drehzapfens 11, aus nichtmetallischem, korrosionsbeständigem und bei seiner Anwendung an Speiseeismaschinen auch kälteisolierendem Material, insbesondere Kunststoff, hergestellt. Es wird dadurch vermieden, dass die Aussenflächen des Abzapfschiebers durch das durchfliessende Speiseeis bzw. durch die angeschlossene Gefrierkammer so stark abgekühlt werden, dass sich darauf Eisniederschläge bilden, die nach Ausschalten der Speiseeismaschine tauen und lästige Pfützen am Boden bilden können. Ausserdem wird bei der dargestellten Ausführungsform ein einwandfreier kälteisolierender Abschluss der Gefrierkammer F durch die Platte 2 gewährleistet.
Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte Ausführungsform des Abzapf-Kolbenschiebers ist insbesondere für kontinuierliche Speiseeismaschinen mit zwei nebeneinanderliegenden, verschiedene Eissorten enthaltenden Gefrierkammer bestimmt. Bei dieser Ausbildung sind drei nebeneinander angeordnete Kolbenschieber 5. 105. 205 der in den Fig. 1-3 dargestellten Art zu einem mehrfachen Abzapfschieber in einem ein- zigen. gemeinsamen Gehäusekörper 1 vereinigt, der eine hinten angeformte Platte 102 aufweist.
Die Platte 102 dient zur Befestigung des Abzapfschiebers an der Speiseeismaschine und gleichzeitig auch zum dichten, kälteisolietendenAbschluss bei den Gefrierkammem. Zu diesem Zweck weist die Platte 102 zwei hintere kreisförmige Ausnehmungen 103,203 auf, die sich deckend auf das vordere offene Kopfende je einer Gefrierkammer legen. Jede Ausnehmung 103,203 ist mit einem umlaufenden. zylindrischen Randvorsprung 4 versehen, der dichtend in das offene Kopfende der entsprechenden Gefrierkammer eingreift.
Jeder einzelne Kolbenschieber 5, 105, 205 besitzt eine eigene Ausflussöffnung 8 bzw. 108, 208 und einen trichterförmigen Gehäuseboden. Die nicht dargestellten Abschlusskolben dieser Einzelschieber werden getrennt in der bereits beschriebenen Weise durch je einen Zahnsektor 10 mit entsprechendem Handgriff 13 bewegt, wobei die untereinander unabhängigen Zahnsektoren 10 auf einem gemeinsamen, durchgehenden Zapfen 11 drehbar gelagert und in je einer oberen Ausnehmung 12 des Gehäusekörpers 1 angeordnet sind.
Die zwei seitlichen Einzelschieber 105,205 stehen über je einen Eintrittskanal 106 bzw. 206 mit je einer Gefrierkammer bzw. mit der entsprechenden hinteren Ausnehmung 103, 203 der Platte 102 in Verbindung. Der mittlere Einzelschieber 5 ist dagegen mit beiden Gefrierkammern durch je zwei schräge, von beiden hinteren Ausnehmungen 103,203 der Platte 102 bzw. von beiden Eintrittskanälen 106, 206 der zwei seitlichen Einzelschieber 105,205 abgezweigte Zuleitungskanäle 107,207 verbunden. Es folgt daraus, dass die zwei verschiedenen, in den beiden Gefrierkammer enthaltenen Speiseeissorten jeweils getrennt durch den entsprechenden seitlichen Einzelschieber 105,205 (Einsorten-Abzapfschieber) abgezapft werden können, während der mittlere Einzelschieber 5 (Mischungsschieber) ein gleichteiliges Gemisch von beiden Speiseeissorten liefert.
In Weiterentwicklung des Erfindungsgedankens ist in Fig. 6 ein mehrfacher Abzapf-Kolbenschieberfür Speiseeismaschinen mit drei nebeneinanderliegenden Gefrierkammer dargestellt. In diesem Fall sind drei Einsorten-Abzapfschieber 105, 205,305 vorgesehen, die durch getrennte Eintrittskanäle 106, 206, 306 mit je einer Gefrierkammer in Verbindung stehen. Ferner sind zwei Mischungsschieber 5, 51 vorgesehen, die zwischen den Einsorten-Abzapfschiebern 105, 205,305 angeordnet und durch je zwei Zuleitungskanäle 7 bzw. 71 mit den Eintrittskanälen 106, 206 bzw. 206,306 der zwei benachbarten Einsorten- Abzapfschieber 105, 205 bzw. 205,305 verbunden sind.
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