AT212568B - Härter für Aminoplaste - Google Patents

Härter für Aminoplaste

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Henkel & Cie Gmbh
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  Härter für Aminoplaste 
Es ist bekannt, dass die als Aminoplaste bezeichneten   harzartigen haltbaren Kondensationsprodukte   von NH-Gruppen enthaltenden Verbindungen, wie Harnstoff, Thioharnstoff, Guanidin, Dicyandiamid, Guanin, Melamin u. dgl., mit Aldehyden, insbesondere mit Formaldehyden, oftmals beim Erhitzen ohne Härtungsbeschleuniger nur langsam oder unvollkommen härten, so dass bei der Anwendung der Aminoplaste als Pressmassen, Leime, Textilveredlungsmittel, Bindemittel beliebiger Art, Vergütungsmittel für Oberflächen u. dgl. zweckmässig Beschleuniger zugesetzt werden. Als Beschleuniger für Aminoplaste sind zahlreiche anorganische oder organische Stoffe, vor allem sauren Charakters, bekannt, z. B.

   Ammoniumsalze, organische Säuren, wie   Ameisensäure,   Oxalsäure, Salicylsäure   u.   dgl., Stoffe   mit reaktionsfähi-   gem Halogen, wie z. B. Benzylchlorid, chloressigsaure Salze und viele andere mehr. Man setzt derartige   Härtungsmittel   bisher im allgemeinen unmittelbar vor der Härtung zu, da   beim Mischen der Härtungsmit-   
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 unbrauchbar wird. Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Aminoplaste, insbesondere der härtbaren Harnstoff-und Melaminharze, ist die Anwendung als Holzleim. Man verwendet für diesen Zweck pulverförmige,   lagerfähige   Kondensationsprodukte, die unmittelbar vor der Verwendung als Klebstoffe in Wasser gelöst oder angerührt werden. Der Zusatz des Härters erfolgt während des Auflösen des Aminoplastpulvers oder danach.

   Man hat nun versucht, die Beschleuniger so zu präparieren, dass sie dem trockenen Aminoplast sofort nach seiner Herstellung zugesetzt werden und erst beim Anrühren in Wasser wirksam werden. So hat man z. B. gewisse anorganische oder organische saugfähige Feststoffe, wie Stärke, Holzmehl, Faserstoffe, mit Lösungen der   Härtungsmittel   imprägniert und hat diese den pulverförmigen Aminoplasten zugesetzt. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, die kleinen Teilchen eines festen Härtungsmittels mit einer Schutzschicht zu versehen, die eine Einwirkung des Härtungsmittels verhindert, solange der Klebstoff sich im trockenen Zustand befindet. Diese Versuche haben nicht den gewünschten Erfolg gehabt, denn es gelang nicht, den pulverförmigen Härter in technisch leicht durchzuführender Weise sicher von dem Aminoplastpulver zu trennen. 



   Erfindungsgemäss wird nun ein Härter vorgeschlagen, der aus von einer Schicht eines Fettsäureamids umschlossenen Partikeln besteht. Die mit einer Schutzschicht zu versehenen Härter ergeben zusammen mit Aminoplasten lagerfähige Gemische. Die erfindungsgemässen Härter werden erhalten, indem man 
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 mittel gelöst ist, in dem der Härter selbst praktisch unlöslich ist. suspendiert. 



   Der als Härter wirkende Stoff darf in der heissen Lösung des Schutzmittels nicht schmelzen oder ver- ändert werden.   Zweckmässigerweise   kommen feste Stoffe zur Anwendung, die nicht unter 1000 C schmelzen. Der Schutzstoff muss einen Schmelz- oder Erweichungspunkt haben, der über der Temperatur der üblichen Lagerungsbedingungen der   Aminoplastklebstoffe   liegt. Der Schmelz- oder Erweichungspunkt liegt vorzugsweise oberhalb von 500 C. 



   Vorteilhaft ist das   im Lösungsmittel   gelöste   Fettsäureamid   bei erhöhten Temperaturen sehr viel besser löslich als bei niederen, so dass es sich bei der Abkühlung nahezu quantitativ wieder ausscheidet. Die Ab- 
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 pendierten feinen Festteilchen des Härters, die so mit einer beliebig dicken Schicht des Schutzstoffes überzogen werden. Die Dicke dieser Schicht lässt tich je nach dem Verhältnis von gelöstem Stoff zu sus-   pendiertem Härter   variieren. Die   präparierten,   mit dem Schutz- und Hilfsstoff   versehenen Härter haben   allgemein einen Gehalt des Härtungsmittels von 50 bis   80ja,   vorzugsweise   60%.   

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   Dadurch, dass der Schutzstoff an den Einzelteilchen des Härters auskristallisiert, die beim Abkühlen der Lösung vermutlich als   Kristal1isationskeime   wirken, ist jedes Korn des Härtungsmittels sicher von einer Schicht des Schutzstoffes umschlossen. Der so gebildete Härter braucht daher nur gesichtet zu werden. Es entstehen auch nicht wie bei den bekannten Verfahren kompakte Massen, die gemahlen werden 
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 bestehenden Teilchen gelangen können, die dann vorzeitig mit den Aminoplasten reagieren. 



   Als Härtungsmittel eignen sich erfindungsgemäss alle festen,   bei Temperaturen bis zu 1000 C   nicht schmelzenden oder sich nicht zersetzenden bekannten Härter für Aminoplaste, beispielsweise   chloressig-     saures Natrium, Oxalsäure, Adipinsäure. Ein bevorzugtes Härtungsmittel Ist Ammoniumchlorid.    



     Die Härter müssen   in fein gepulvertem Zustand vorliegen. Die Korngrösse der Einzelteilchen kann je- doch in weiten Grenzen schwanken und beträgt vorzugsweise nicht mehr als 0, 5 mm. 



   Es kommen solche Lösungsmittel zur Anwendung, in denen der Härter auch bei höheren Tempera- turen nicht wesentlich löslich ist. Dient Ammoniumchlorid als Härter, so kann man zweckmässig als Lö- sungsmittel Alkohol, Benzol. Benzin   od.   dgL benutzen. Für Adipinsäure als Härtungsmittel empfiehlt sich die Verwendung von niederen   flüssigen   Kohlenwasserstoffen. 



   Bei Holzleimen, insbesondere Fugenleimen, die mit dem   erfindungsgemässen   Härter versetzt waren, zeigte sich, dass die nicht härtend wirkenden Schutzstoffe die Eigenschaften des gehärteten Endproduktes wesentlich verbessern können. 



   Bei der Verwendung von z. B. Stearinsäureamid, Capronsäureamid, Myristinsäureamid wurde eine plastifizierende Wirkung gefunden, da die Fugen durch die zugesetzen Säureamide weicher   undbicgsamer   sind und höhere Reisswerte besitzen. Auch die Amide weniger hochmolekularer Säuren, z. B. der Acryl- oder der   Methacrylsäure.   sind wirksam. Eine   Polymerisation-während   der Härtung dürfte die Ursache der gefundenen zusätzlichen Plastifizierung sein. 



   Ein weiterer Vorteil der Verwendung der Säureamide als Schutzstoff für die feinen Feststoffteilchen des Härters besteht darin, dass die angeführten Leimflotten bis zu einer Stunde und länger haltbar sind als ohne den genannten Zusatz. Die "Topfzeit" ist zwar abhängig von der Konzentration des Aminoplastleimes. Sie beträgt beispielsweise für einen unter Verwendung der erfindungsgemässen Härter hergestellten Fugenleim 3 1/2 Stunden, ohne dass sich die längere Beständigkeit der   Leimflotte   auf die Verleimung nachteilig auswirkte. 



   Das Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemässen Härters wird in der Weise durchgeführt, dass zunächst eine bei Temperaturen in der Nähe des Siedepunktes des Lösungsmittels nahezu gesättigte Lösung des vorzugsweise   oberhalb 500 C schmelzenden Fettsäureamids hergestellt wird. Das fein gepulverte     Härtungsmittel,   vorzugsweise Ammoniumchlorid. wird dann in diese heisse Lösung eingerührt. Man lässt unter Rühren erkalten, filtriert ab und verdampft die dem abfiltrierte, präparierten Härter noch anhaftenden Lösungsmittelreste ohne zu erwärmen.

   Der Temperaturunterschied zwischen dem Herstellen der Suspension des Härters in der gesättigten Lösung des Schutzstoffes und der Temperatur, bei der das präpa-   rierte Härtungsmittel abfiltriert   wird, wird vorteilhaft so gewählt, dass sich der Schutzstoff nahezu quantitativ auf dem Härter abscheidet. 



   Diese Arbeitsweise hat den zusätzlichen Vorteil, dass die technischen, meist dunkel gefärbten Säureamide während des Aufbringens als Schutzschicht gereinigt werden, wobei die unerwünschten dunklen Nebenprodukte in dem Lösungsmittel verbleiben. Das Lösungsmittel kann ohne Bedenken zu wiederholten Malen zur Durchführung des Prozesses verwendet werden. 



     Beispiel l :   50 kg eines Gemisches,   bestehend us 30-40 kgPalmitinsäureamid   und   60-70   kg Stearinsäureamid, werden in einem Rührkessel mit 100 kg Ammoniumchlorid versetzt und in 240 kg Trichloräthylen bei zirka   70 - 750   C erhitzt. Nach vollständiger Lösung des Säureamid-Gemisches wird unter kräftigem Rühren langsam bis auf   20    C abgekühlt. Der erhaltene Härter wird durch Filtration und Trocknen im Vakuumtrockenschrank bei maximal 350 C vom Lösungsmittel befreit und gesichtet. Die Ausbeute beträgt 9510 der eingesetzten Menge an Amid und Ammoniumchlorid, d. h. etwa 5% des Amids verbleiben in der Lösung, die beim nächsten Einsatz wieder verwendet wird. Der Gehalt an Ammonium- 
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 sung mit 60 Teilen Ammoniumchlorid versetzt.

   Unter kräftigem Rühren lässt man erkalten, trennt den entstandenen Härter in der üblichen Weise von   der Flüssigkeit   ab und trocknet. Die   Ausbeutebeträgtzirka   90% d. Th. Gehalt an Ammoniumchlorid : 70%. 



     Beispiel 3 :   50 Teile Acrylsäureamid werden in 250 Teilen siedenden Benzols unter kräftigem Rühren erhitzt und mit 50 Teilen Ammoniumchlorid versetzt. Das Reaktionsgemisch. wird unter Rühren langsam bis auf 200 C abgekühlt, die Flüssigkeit von dem entstandenen Härter abgetrennt und getrocknet. 



  Die Ausbeute beträgt   95%   d. Th. Gehalt an   Ammoniumchlorid : 52%.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Zur Verwendung bei härtbaren Aminoplasten bestimmte Härter, bestehend aus Partikeln eines härtend wirkenden Stoffes, die von einer Schicht eines Fettsäureamids umschlossen sind.
    Z. Härter nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der härtend wirkende Stoff oberhalb 1000 C schmilzt.
    3. Härter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der härtend wirkende Stoff Ammoniumchlorid ist.
    4. Härter nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fettsäureamid einen Schmelz- oder Erweichungspunkt oberhalb der Raumtemperatur, vorzugsweise oberhalb von 500 C, besitzt.
AT158958A 1957-06-28 1958-03-05 Härter für Aminoplaste AT212568B (de)

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