DE897155C - Verfahren zur Herstellung von Schleifmitteln - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schleifmitteln

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DE897155C DEP28751A DEP0028751A DE897155C DE 897155 C DE897155 C DE 897155C DE P28751 A DEP28751 A DE P28751A DE P0028751 A DEP0028751 A DE P0028751A DE 897155 C DE897155 C DE 897155C
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Schleifmitteln, wie z. B. Schleifscheiben oder Sandpapier, wobei Schleifkörner mit Hilfe eines Bindemittels miteinander und bzw. oder mit einer Unterlage verbunden werden.
Es ist bekannt, bei der Herstellung von Schleifmitteln als Bindemittel für die Schleifkörner eine wäßrige, etwa 6o%ige Dispersion eines Harnstoffformaldehydharzes zu verwenden, wie sie bei der Kondensationsreaktion zur Herstellung des Harzes anfällt. Wenn eine solche Lösung oder Suspension in Form eines Films ausgebreitet und vorzugsweise in Gegenwart eines Säure- oder Alkalikatalysators erhitzt wird, so wird der erhaltene Film hart und glasig. Wenn jedoch der Film für einige Tage oder Wochen der Luft ausgesetzt wird, so bekommt er entsprechend den atmosphärischen Bedingungen Risse. Wenn ein solches Harz bei der Herstellung von Sandpapier als Haftmittel zur Befestigung von Schleifkörnern auf einer Unterlage benutzt wird, so wird der Schleifmittelüberzug nach der Herstellung zunächst festgehalten, bekommt aber nach einiger Zeit eine solche Beschaffenheit, daß er sehr leicht entfernt werden kann, und solche Erzeugnisse sind für Schleifzwecke ungeeignet. Die Harnstoffharze sind verhältnismäßig billig. Sie können durch Anwendung von verhältnismäßig geringer Wärme, wie durch Erhitzung während einiger Stunden auf 52 bis 1070 in einen unschmelzbaren und unlöslichen Zustand übergeführt werden, indem sie eine feste und harzartige Beschaffenheit annehmen. Phenolaldehydharze, die gemeinhin mit dem geschützten Warenzeichen Bakelit bezeichnet werden,
sind fest, ergeben geeignete Bindemittel für Schleifmittel, jedoch erfordern sie eine verhältnismäßig lange Wärmebehandlung bei etwas höheren Temperaturen, nämlich bis zu 1500. Sie sind auch kostspieliger als Harnstoffharze. Die Entwicklung eines Harnstoffharzes, welches die anfängliche Festigkeit und die harzartige Beschaffenheit behält, ist daher ein schon ■ lange erstrebtes Ziel gewesen.
Die Erfindung ermöglicht es nun, bei der Herstellung von Schleifmitteln von Harnstofformaldehydharzen Gebrauch zu machen, ohne daß die obengenannten Mangel auftreten. Zu diesem Zweck findet erfindungsgemäß ein Bindemittel Verwendung, das wenigstens zu einem wesentlichen Teil aus dem Reaktionsprodukt eines Harnstofformaldehydharzes und Furfurylalkohol besteht. Zweckmäßig enthält das Bindemittel noch einen Katalysator oder Beschleuniger und bzw. oder einen inerten Füllstoff. Von der Menge des zugesetzten Katalysators hängt zu einem Teil die zu verwendende Menge Furfurylalkohol ab. Das Bindemittel kommt vorzugsweise in Form einer wäßrigen Dispersion zur Anwendung.
Die Füllstoffe verbessern in manchen Fällen nicht nur die Güte des Endproduktes, sondern sie haben noch zwei zusätzliche Vorzüge. Wenn ein Füllstoff dem flüssigen Haftmittel zugesetzt wird, wird die Viskosität der Überzugsmasse verbessert, was oft wünschenswert ist, insbesondere, wenn grobkörnige Erzeugnisse hergestellt werden und es notwendig ist, verhältnismäßig dicke Finne des Haftmittels zu verwenden. Die Füllstoffe sind auch verhältnismäßig billig und infolgedessen ermäßigen sich bei ihrer Anwendung die Gesamtkosten. Die Füllstoffe können organisch oder anorganisch sein. Füllstoffe, die angewendet wurden und sich als geeignet gezeigt haben, sind z. B. pulverisiertes Walnußschalenmehl, Kryolith, Flint oder Feuerstein und einige Arten von Ton.
Bei der Herstellung von Schleifmittehi ist es üblich, die Unterlage, wie z. B. Papier oder Gewebe, zunächst mit einem Film eines flüssigen Haftmittels zu überziehen und dann, während das Haftmittel noch flüssig und haftfähig ist, einen Überzug von Schleifkörnern aufzubringen. Es ist üblich, die Körner auf die Unterlage im Überfluß aufzubringen, wonach das Material umgewendet wird, um die nicht haftengebliebenen Körner zu entfernen. Die Körner können aufgebracht werden, indem man sie aus einem geeigneten Behälter herabrieseln läßt, oder sie können auch auf die mit dem Haftmittel überzogene Seite der Unterlage mittels des sogenannten elektrostatischen Niederschlages aufgeschleudert werden. Das letztere Verfahren ist in einer Anzahl von Patentschriften erläutert, wie z. B. in der USA.-Patentschrift 2 187 624.
Nach dem Aufbringen der Schleifkörner wird die mit dem Schleifmittel überzogene Unterlage, welche im allgemeinen aus einem Gewebe von ganz beträchtlicher Länge besteht, so behandelt, daß das Haftmittel fest wird. Wenn das Haftmittel als wäßrige Suspension aufgebracht worden ist, kann dieses durch Trocknen bei leicht erhöhten Temperaturen geschehen, um so das Wasser zu entfernen. Bei der vorliegenden Erfindung kann in diesem Zustand mit oder ohne Anwendung von Wärme gearbeitet werden, die ausreichend ist, um die Reaktion des Harnstoffharzes mit dem Furfurylalkohol herbeizuführen und es unschmelzbar und unlöslich zu machen.
Nach dem Trocknen oder Festwerden des ersten Grundüberzuges des Haftmittels wird den überzogenen Unterlagen im allgemeinen ein zweiter Fertigüberzug durch Aufbringen eines flüssigen Haftmittels auf die Oberseite der Schleifkörner gegeben. Dieser Fertigüberzug gibt dem Endprodukt eine zusätzliche Bindung und trägt so zur sicheren Befestigung der Körner auf der Unterlage bei. Nach dem Aufbringen des Fertigüberzuges muß dieser so behandelt werden, daß das Wasser entfernt und die Reaktion, die erforderlich ist, um das Harz unschmelzbar und unlöslich zu machen, vollendet wird. Dies kann durch Wärmebehandlung während einer ausreichenden Zeit bei geeigneter Temperatur erreicht werden, wobei die erforderliche Zeit und Temperatur etwa durch die Menge des dem Haftgemisch beigefügten Katalysators bestimmt werden.
An Stelle der Anwendung des mit Furfurylalkohol modifizierten Harnstoffharzes sowohl für den Grundals auch den Fertigüberzug, hat sich die Verwendung verschiedener Haftmittel für den einen oder anderen dieser Überzüge zuweilen als vorteilhaft erwiesen. So kann z. B. der Grundüberzug aus tierischem Leim bestehen, welcher als Haftmittel bei der Herstellung gewöhnlicher Arten von Schleifmittehi jahrelang verwendet worden ist, während für den Fertigüberzug modifiziertes Harnstoffharz verwendet wird. In ähnlicher Weise kann auch ein Phenolaldehydharz entweder für den Grund- oder Fertigüberzug und das modifizierte Harnstoffharz für den entsprechenden anderen verwendet werden. Im folgenden wird die Erfindung an einer Anzahl von Beispielen erläutert, wobei diese Beispiele selbstverständlich nur der Erläuterung und nicht der Beschränkung der Erfindung dienen.
Beispiel I
Schleifscheiben werden hergestellt durch Überziehen einer Seite einer mit Harz getränkten Gewebeschicht, die mit der nicht überzogenen Seite auf einer Platte aus Vulkanfiber befestigt wird. Dies geschieht durch Aufbringen von 7,7 bis 8,6 kg eines nassen Haftmittels auf ein Sandpapierries von 480 Bogen 229 X 293 mm auf die Unterlage als Grundüberzug. Danach folgt ein Überzug mit einem Überschuß von geschmolzenem Tonerdeschleif korn (Körnung 24). Die überzogenen Unterlagen werden gewendet, um den Überschuß an nicht haftenden Körnern zu entfernen. Hierbei verbleiben 42 kg Schleif körner je Ries. Der Grundüberzug wird durch Trocknen während 15 Minuten bei 66° gehärtet. Der Grundüberzug wird durch Mischung von 450 g Wasser, 440 g eines Katalysators und 400 g Furfurylalkohol mit 4000 g' einer wäßrigen Suspension eines Harnstofformaldehyd- iao harzes angesetzt.
Der Fertigüberzug wurde durch Verdünnung von Teilen des Grundüberzuges mit 10 Teilen Wasser angesetzt und nach dem oben beschriebenen Trocknen des Grundüberzuges wurden von dem Fertigüberzug 13,6 bis 15,9 kg pro Ries auf die Schleifkörner auf-
gebracht. Das Material wurde dann getrocknet und nach folgendem Schema unter Wärmebehandlung umgewandelt.
ι Stunde bei 520
ι - - 66°
i- - 79°
i- - 93°
2 Stunden - 107°
Das Harz war eine wäßrige Suspension des Anfangsproduktes aus der Reaktion von Harnstoff und Formaldehyd mit 80 % festen Bestandteilen. Der Katalysator war eine Ammoniaklösung, die ungefähr 20 % einer Mischung von Ammoniumthiocyanat und Thioharnstoff im Verhältnis von 9 Teilen Thiocyanat zu ι Teil Thioharnstoff enthält.
Die so hergestellten Schleifscheiben wurden auf einer Standardprüfmaschine geprüft, und es wurden dabei 169 g Stahl mit einem Verlust von 2 g Material der Scheibenoberfläche entfernt. Der Versuch wurde 12 Minuten lang fortgesetzt. Vergleichsweise waren Scheiben, die aus demselben Harz und Katalysator, jedoch ohne Furfurylalkohol hergestellt waren, nach einem Schleifen von nur 3 Minuten auf derselben Prüfmaschine vollkommen unbrauchbar.
Beispiel II
Die Scheiben wurden, wie in Beispiel I beschrieben, hergestellt, jedoch enthielt der Grundüberzug folgende Bestandteile:
Harnstofformaldehydharz 4000 g
Wasser 750 g
Katalysator 490 g
Furfurylalkohol 400 g
200 Maschen Walnußschalenmehl .. 620 g
Die hiernach hergestellten Scheiben entfernten bei einem in derselben Weise wie im Beispiel I angestellten Versuch 158 g Stahl bei einem Verlust von 2,6 g des Überzuges.
Beispiel III
Die Scheiben wurden wie im vorhergehenden Beispiel hergestellt, jedoch war der Grundüberzug von folgender Zusammensetzung:
Harnstofformaldehydharz 4000 g
Wasser 700 g
Katalysator 440 g
Furfurylalkohol 400 g
200 Maschen und feinere Kryolithe . 1780 g
Diese Scheiben entfernten bei der oben beschriebenen Prüfung 191 g Stahl mit einem Verlust von 3 g des Überzuges.
Beispiel IV
Die Schleifscheiben wurden auf einer Unterlage ähnlich der in den vorhergehenden Beispielen verwendeten hergestellt, wobei jedoch der Stoff vorher nicht mit Harz gesättigt war. Der benutzte Grundüberzug war ein hochwertiger tierischer Leim und wurde in einer Menge von 3,6 kg pro Ries des luftgetrockneten Leims verwendet. Der Fertigüberzug wurde aus einem bekannten Harnstoffharz, welches nur 60 °/o feste Bestandteile enthält, hergestellt. Die Zusammensetzung des Fertigüberzuges war folgende:
Harnstoffharz 4000 g
Beschleuniger 400 g
Furfurylalkohol 400 g
200 Maschen Walnußschalenmehl mit ^0
Teilchengrößendurchmesser
0,12 mm 800 g
13,6 bis 15,9 kg Naßgewicht Leim wurden pro Ries aufgebracht.
Das überzogene Material wurde wie in Beispiel I beschrieben behandelt. Davon geschnittene Scheiben entfernten 244 g Stahl mit einem Verlust von 15,3 g, wenn sie von Hand unter ähnlichen Bedingungen geprüft wurden, wie sie bei einem sehr kräftigen Schleifvorgang, für den solche Scheiben benutzt werden, vorliegen. Weitere Scheiben dieses Postens wurden 6 Monate später wieder geprüft und entfernten 250 g Stahl bei einem Scheibenverlust von 7 g.
Beispiel V 8s
Schleifpapier, das für die Herstellung von der Holzbearbeitung dienenden Riemen geeignet ist, wurde hergestellt mit einem Leimgrundüberzug, geschmolzenen Tonerdeschleifkörnern (Körnung 100) und einem mit Furfurylalkohol modifizierten Harnstoffharzleim. Der Fertigüberzug hatte folgende Zusammensetzung :
Harnstoffharz 2000 g
Beschleuniger 200 g 9^
Furfurylalkohol 150 g
Das Riemenmaterial wurde durch allmähliche Erhöhung der Temperatur auf 1070 in 6 Stunden und Beibehaltung dieser Temperatur für 2 Stunden umgewandelt. Aus diesem Material hergestellte Schleifriemen entfernten bei Prüfung in einer Standardprüfmaschine während 1 Stunde 2129 g von hartem Ahorn. Ein leimgebundener Standard-Holzbearbeitungsriemen derselben Korngröße entfernte unter den gleichen Versuchsbedingungen 1750 g Holz.
Beispiel VI
Schleifräder wurden durch Ansetzen einer Bindemittelmischung von folgender Gewichtszusammen-Setzung hergestellt:
Harnstoffharz 100 Teile
Beschleuniger 10
Furfurylalkohol 10
pulverisierter Feuerstein oder Flint 53 -
Diese Bindemittelmischung wurde danach mit geschmolzenem Tonerdekorn (Körnung 80) im Verhältnis von 20 Teilen der Bindemittelmischung zu 60 Teilen des Schleifkorns gründlich durchmischt. Dann wurde die Mischung in eine Form gebracht, mit einem Druck von 141 at gepreßt, 24 Stunden bei Raumtemperatur getrocknet und 6 Stunden bei 107° behandelt. Das Endprodukt wurde dann fertiggestellt und in der üblichen Weise mit einer Bleihülse versehen.
Obwohl sich die Eignung eines Haftmittels als Schleifbindemittel erst bei der Herstellung von Schleifmaterialien erweist, kann man sich auf Grund von Vorversuchen doch schon ein Bild von den Eigenschäften eines besonderen Haftmittels machen. Ein solcher Versuch besteht in der Herstellung von Abgüssen der Haftmittellösungen durch Füllen einer Form von ungefähr 38 mm im Durchmesser und 3,2 mm Tiefe mit dem flüssigen Haftmittel und anschließendem Trocknen und Umwandeln. Diese Abgüsse werden dann gestapelt und von Zeit zu Zeit daraufhin geprüft, ob sie brechen und reißen, oder sie können durch Erhitzung auf 107 bis 1210 während 80 bis 120 Stunden künstlich gealtert werden. Die durch Modifizierung von Harnstoffharzen mit verschiedenen Zusatzmitteln erzielte Verbesserung wurde nach diesem Verfahren erforscht, und man hat gefunden, daß bei einer Mischung von 100 Gewichtsteilen Harnstoffharz mit 10 Gewichtsteilen des Harnstoffharzbeschleunigers und Behandlung bei 520 während 16 Stunden, gefolgt von 6 Stunden bei 79°, die Abgüsse während der Umwandlungszeit des Harzes sämtlich zerbrochen waren. Jedoch waren Abgüsse, die aus einer ähnlichen Mischung mit einem Zusatz verschiedener Mengen von etwa 7 bis 10 Gewichtsteilen Furfurylalkohol hergestellt waren, sämtlich fehlerfrei und sind es auch etwa 8 Monate lang geblieben. Solche Abgüsse wurden auch nicht im geringsten durch den beschleunigten Alterungsprozeß (Erhitzung auf 1070 während 120 Stunden) angegriffen. In ähnlicher Weise wurden zufriedenstellende Ergebnisse erzielt durch Zufügen von inerten Füllstoffen, wie z. B. pulverisiertem Walnußschalenmehl, Kryolith und Feuerstein oder Flint zu den oben beschriebenen Furfurylalkohol-Harnstoff-Harz-Mischungen. Mit den Füllstoffen ohne Furfurylalkohol gemachte Abgüsse zerbrachen sämtlich während der Umwandlung des Harzes.
Die oben mit Bezug auf das Harnstoffharz beschriebenen vergleichbaren Ergebnisse wurden ebenfalls erhalten, wenn Abgüsse von Mischungen gemacht wurden, die 10 Teile Furfurylalkohol, 10 Teile des Beschleunigers und 100 Teile eines wie folgt hergestellten Harzes enthielten: 270 g einer wäßrigen Lösung von Formaldehyd, die 40 °/„ Formaldehyd enthielt, wurden unter Rückfluß zum Sieden gebracht. Der siedenden Mischung wurden 60 g von in 30 g heißem Wasser gelöstem Harnstoff zugesetzt. Die Reaktionsmischung wurde umgerührt und in einem Ölbad bei 100 bis 105° 2 Stunden lang erhitzt. Das erhaltene Erzeugnis wurde dann gefiltert und unter Vakuum bis zu einem Gehalt von 65 °/0 an festen Bestandteilen entwässert.
Außer der Ammoniaklösung von Natriumthiocyanat und Thioharnstoff können auch andere Beschleuniger verwendet werden. Diese besondere Beschleunigerlösung ist alkalisch und hat einen PH-Wert von 8,1. Bei Zusatz des Harnstoffharzes wird der pn-Wert jedoch auf 5,4 ermäßigt, welcher Wert auf der sauren Seite liegt. Andere Beschleuniger, die verwendet werden können und der Lösung sauren Charakter erteilen, sind Ammoniumsulfat, Aluminiumsulfat, Aluminiumchlorid und Eisenchlorid. Eine 20%ige Lösung von Ammoniumthiocyanat und Ammoniak, die selbst alkalisch ist, kann auch verwendet werden.
Die Menge von Furfurylallcohol, die zur Herstellung eines zufriedenstellenden Erzeugnisses erforderlich ist, ist unter anderem von der Menge des Beschleunigers abhängig. Die durch Veränderung der Menge des Modifizierungsmittels und des Katalysators erzielte Wirkung wurde mittels einer Reihe von Abgüssen beobachtet, die aus Mischungen aus Harnstoffharz, verschiedenen Mengen des Beschleunigers und verschiedenen Mengen von Furfurylalkohol bestanden. Wo nur 4 g des Beschleunigers auf 100 g der Harzlösung verwendet wurden, wurden nur 4 g Furfurylalkohol benötigt, um fehlerfreie Abgüsse zu machen. Andererseits wurden mindestens 6 g Furfurylalkohol zur Erzielung von fehlerfreien Abgüssen benötigt, wenn die Menge des Beschleunigers auf 10 g erhöht wurde. Wenn weniger als diese Menge verwendet wurde, zerbrachen die Abgüsse während der Behandlung in große Stücke.
Ein anderes Verfahren, um die Wirkung der Modifizierung des Harnstoffharzes mit Furfurylalkohol zu bestimmen, besteht in der Herstellung von Schleifpreßstücken und Prüfung ihrer Zerreißfestigkeit. Ein solcher Versuch wurde mit einer Mischung von 20 °/0 Harz mit 80 °/0 geschmolzenem Tonerdeschleifkorn (Körnung 80) gemacht, welche 4 Stunden bei 930 behandelt worden war, nachdem sie 16 Stunden bei Zimmertemperatur gestanden hatte. Das verwendete Harz war Harnstoff harz und der Beschleuniger war ein Harnstoffharzbeschleuniger. In jedem Falle wurden beim Ansetzen des Harzgemisches 10 g des Beschleunigers auf 100 g des Harzes verwendet.
Preßstücke aus solchem Gemisch und verschiedenen Füllstoffen, ohne Anwendung von Furfurylalkohol, hatten einen Festigkeitswert von 10,8 bis 28,7 at. Aus den gleichen Mischungen hergestellte Preßstücke, denen jedoch 10 Teile Furfurylalkohol zugesetzt waren, hatten eine Zerreißfestigkeit von 77,5 bis 97 at.
Die Gründe, aus denen das Furfurylalkohohnodifizierungsmittel das Harnstoffharzbindemittel verbessert, sind nicht bekannt, aber augenscheinlich reagiert der Furfurylalkohol chemisch mit dem Harz und bzw. oder dem Beschleuniger und womöglich in gewissem Ausmaß auch mit sich selbst, um so eine abweichende Harzart zu bilden. Furfurylalkohol hat einen Siedepunkt von ungefähr 1700 und bei Temperaturen, bei denen die Schleifmittelgemische und Versuchsstücke wie oben beschrieben behandelt wurden, einen erheblichen Dampfdruck.
Um diese Frage zu klären, wurden von abgewogenen Mengen von Gemischen Abgüsse gemacht. In dem einen Falle enthielten die Gemische ungefähr 100 g Harnstoffharz und 10 g Beschleuniger, im anderen Falle dieselbe Grundmischung unter Zusatz von 9 g Furfurylalkohol. Die Mischungen wurden 21 Stunden bei 66° behandelt, gefolgt von 6 Stunden bei 1040 und die behandelten Abgüsse wurden dann gewogen. Man fand, daß die Mischung, die keinen Furfurylalkohol nthielt, als Ergebnis der Behandlung 36 °/0, wohingegen die Furfurylalkohol enthaltende Mischung nur '31,5 % verloren hatte. Das scheint anzuzeigen, daß
der Furfurylalkohol sich nicht nur verflüchtigt, sondern tatsächlich reagiert, da der Verlust geringer ist als bei Nichtanwendung von Furfurylalkohol.
Die Erfindung ist an Hand einer Anzahl von Beispielen erläutert, und es sind Angaben über verschiedene Versuche gemacht worden, um die Wirkung bei Benutzung von Furfurylalkohol entweder allein oder zusammen mit Füllstoffen darzustellen. Weiterhin können in der Praxis andere Abwandlungen der Erfindung benutzt werden. Beispielsweise kann Furfurylalkohol den Reagentien in einem beliebigen Stadium des Verfahrens zugesetzt werden, wenn das Harnstofformaldehydharz hergestellt wird, statt daß man ihn der wäßrigen Suspension des Anfangsreaktionsproduktes, wie hierin beschrieben, zugibt. Es können aber auch andere Arten von Harzen verwendet werden, wie z. B. solche, die mit anderen Aldehyden oder mit modifizierten Harnstoffen wie Thioharnstoff hergestellt sind und welche hierin zusammen mit Harnstoff als ein Harnstoff bezeichnet werden. An Stelle des Harnstoffaldehydharzes können auch wäßrige Lösungen von Verbindungen verwendet werden, welche unter Harzbildung reagieren, wie z. B. Dimethylolharnstoff. In gleicher Weise können andere Füllstoffe oder Gemische davon verwendet werden. Hierbei können die Mengen der Schleifkörner und Bindemittel und die zur Erreichung der Reaktion erforderliche Wärmebehandlung verändert werden. Zu diesem Zweck ist es, sofern ein ausreichender Beschleuniger verwendet wird, nicht nötig, das Material zu erhitzen, da das Bindemittel unter Umständen bei gewöhnlicher Zimmertemperatur in den unschmelzbaren, unlöslichen Zustand übergeht, wenn genügend Zeit vorhanden ist.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die hierin beschriebenen besonderen Ausführungsbeispiele beschränkt. Sie können Abänderungen erfahren, ohne daß der Rahmen der Erfindung damit verlassen wird.

Claims (9)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung von Schleifmitteln, wie z. B. Schleifscheiben oder Sandpapier, wobei Schleifkörner mit Hilfe eines Bindemittels miteinander und bzw. oder mit einer Unterlage verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bindemittel Verwendung findet, das wenigstens zu einem wesentlichen Teil aus dem Reaktionsprodukt eines Harnstofformaldehydharzes und Furfurylalkohol besteht.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel zusammen mit einem Katalysator und bzw. oder einem inerten Füllstoff verwendet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Füllstoff aus Walnußschalenmehl, Kryolith, Feuerstein oder Flint besteht.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel in Form einer wäßrigen Dispersion zur Anwendung kommt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine wäßrige Dispersion mit ungefähr 60 % festen Bestandteilen und einem Verhältnis zwischen Furfurylalkohol und der Dispersion von ungefähr 4 bis 15, vorzugsweise 7 bis 10 Teilen auf 100 Teile der Dispersion Verwendung findet.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Dispersion mit 10 bis 20 Teilen eines sauren Katalysators verwendet wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der ρκ-Wert der Mischung zwischen 3 und 3,5 gehalten wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifkörner mit einer wäßrigen Dispersion überzogen werden, worauf das Wasser entfernt und das Bindemittel in einen dauerhaften, unschmelzbaren, unlöslichen Zustand übergeführt wird.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung von Sandpapier nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifkörner mittels eines Leimgrundüberzuges auf der Unterlage befestigt und dann mit dem Bindemittel überzogen werden.
    I 5543 11.53
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