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Vorrichtung zum Aufbringen einer Kunststoffschicht auf eine
Materialbahn
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Kunststoffschicht auf eine
Materialbahn, wie z. B. Papier, Folie, Tuch usw. Obwohl die erfindungsgemässe Vorrichtung zum Auf- bringen von aus den verschiedensten Kunststoffarten bestehenden Schichten anwendbar ist, wird sie in der Folge für die Anwendung von einer begrenzten Anzahl von Kunststoffen, insbesondere Polyäthylen- kunststoffen, beschrieben.
Die Aufbringung einer Kunststoffschicht auf eine Materialbahn erfolgt üblicherweise durch Aus- pressen eines heissen zähflüssigen Kunststoffilms aus einer Schlitzdüse, welche in geringem Abstand oberhalb eines zwischen einer Kühlwalze mit verhältnismässig grossem Durchmesser und einer verhält- nismässig kleinen, mit einem Gummibelag versehenen Anpresswalze gebildeten Etnlaufraum angeordnet ist.
Durch die besonders an den Kanten der heissen, zähflüssigen Kunststoffbahn auftretende grössere
Oberflächenspannung kommt es an eben diesen Kanten zu einer Wulstbildung, d. h. zu einer Verdickung der Kunststoffbahn. Als Folge davon war es bisher notwendig, an beiden Rändern der mit der Kunststoff- schicht versehenen Materialbahn einen Streifen von ungefähr 1 bis 2,5 cm abzuschneiden. Dies stellte naturgemäss eine Materialverschwendung dar, welche sich bei teueren Materialien, wie z. B. Zellophan, Metallfolie pd. dgl. besonders ungunstig auswirkt. Da der Kunststoff von der Materialbahn praktisch nicht mehr getrennt und nicht wieder verwendet werden kann, so geht hiebei auch der die Wulste bil- dende Kunststoff nutzlos verloren.
Es wurde nunbereits eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Kunststoffschicht auf eine Materialbahn bekannt, bei welcher der der Materialbahn zugeführte Kunststoff mit der Materialbahn zwischen einer Kühlwal- ze und. einer Anpresswalze hindurchgeführt wird und wobei der Kunststoff derMaterialbahn in einer die Breite derMaterialbahn übezehreitendenbreitezugeführt wird, um dann ein Abschneiden der freien Randwülste ohne dieMaterialbahnunddamit eineRückgewinnung des dieRandwülste bildenden Kunststoffes zu ermöglichen.
Dabei ist entweder die Anpresswalze als Ganzes oder nur in denjenigen Bereichen, in welchen der Kunststoff die Materialbahn überragt. abgedeckt, u. zw. im zweiten Falle durchstreifenförmige Elemente, wobei für diese Abdeckung ein sich vom Kunststoff leicht losendes Material, beispielsweise Polytetrafluoräthylen verwendet wird, wodurch vermieden werden soll, dass der Kunststoff an der Anpresswalze festhaftet. Diese Anordnung ist jedoch aus verschiedenen Gründen wenig vorteilhaft. Einerseits ist die direkte Beschichtung einer ganzen Walze oder auch nur eines Teiles einer solchen mit Polytetrafluor- äthylen sehr teuer, wobei noch die beschränkte Anwendbarkeit für nur eine oder wenige bestimmte Breiten gegeben ist, wenn die Walze nur in bestimmten Bereichen beschichtet ist.
Anderseits ist durch die Abnützung während des Gebrauches eine relativ häufige Erneuerung dieser Beschichtung erforderlich, wozu jedes Mal der Betrieb für längere Zeit unterbrochen und die Walze ausgebaut werden muss.
Demgegenüber ist die erfindungsgemässe Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, dass die streifenförmigen Elemente von dünnen flexiblen Rändern gebildet sind, deren Länge grösser ist als der Umfang der Anpresswalze. Hiedurch wird ein leichteres Loslösen des über die Materlalbahuränder vorstehenden Kunststoffes von der Anpresswalze erreicht und es ist damit weiters die Möglichkeit gegeben, die Vorrichtung dadurch an verschiedene Materialbahnbreiten anzupassen, dass man die um die Anpresswalze geführten Bänder entlang dieser Walze verstellt.
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Hiebei kann die Anordnung so getroffen sein, dass die über die Anpresswalze geführten Bänder über
Spannrollen geführt sind und knapp hinter der Anpressstelle von der Anpresswalze weggeführt sind.
Die über die Anpresswalze geführten Bänder können aus Polyäthyleil-Wachsmischungen, aus Poly- amidkunststoffen, Vinylkunststoffen und Acrylkunststoffen oder aus mit Silikongummi imprägniertem
Faserglas oder aus beidseitig mit Polytetrafluoräthylen überzogenem Faserglas bestehen.
In der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Vorrichtung an Hand eines Ausführungsbeispielesschema- tisch dargestellt.
Fig. l zeigt einen Teilschnitt durch die Vorrichtung, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie li-li der
Fig. 1 und Fig. 3 einen vergrösserten Querschnitt der beschichteten Materialbahn an der Stelle, wo das flexible, an der Kunststoffschicht nicht haftende Band mitläuft.
In Fig. l ist mit 10 eine Bahn aus Papier, Zellophan, Metallfolie oder einem andern geeigneten Ma- terial dargestellt, welche über eine mit Gummi belegte Anpresswalze 12 in den zwischen dieser Anpress- walze und einer Kühlwalze 14 befindlichen Einlaufraum geführt wird. Kunststoff tritt in Form einer Bahn
22 durch einen Schlitz in einer elektrisch geheizten Düse 18 aus. Diese Kunststoffbahn 22 wird in den zwischen der Kühlwalze 14 und der mit Gummi bedeckten Anpresswalze 12 vorhandenen Einlaufraum eingebracht und zwischen der vorgewärmten Bahn 10 und der Oberfläche der Kühlwalze hindurchgeführt.
Ein flexibles Band 28, das um Spannrollen 32 geführt ist, folgt wie ersichtlich durch schwaches Anhaften an den die Materialbahn, wie oben beschrieben, überragenden Kunststoffwulst für ein kurzes Stück und löst sich dann, ohne dass Rückstände des Kunststoffes auf dem Band verbleiben würden oder dieses beschädigt würde, von dem Kunststoff ab.
Wie in Fig. 2 dargestellt, ist die auf die Materialbahn 10 aufgetragene Kunststoffschicht etwas breiter als die Materialbahn, so dass sich die Wülste ausserhalb der Begrenzungslinien der Materialbahn bilden. Das Anhaften der über die Materialbahn hinausragenden Ränder des geschmolzenen Kunststoffes, die mit der Gummioberfläche der Anpresswalze 12 in Berührung kommen würden, wird dadurch verhindert, dass zwei dünne schmale Bänder 28 vorgesehen sind, welche von der Materialbahn 10 etwas überlappt werden und die Anpresswalze vor der Berührung mit dem Kunststoff schützen.
Wenn dafür Sorge getragen ist, dass die beschichtete Materialbahn während ihres Laufes überhaupt nicht oder nur um wenige Millimeter hin und her wandert, dÅann können die flexiblen Bänder 28 auch so angeordnet sein, dass sie Kante an Kante mit der Materialbahn 10 oder sogar in einem Abstand von wenigen Millimetern von der Materialbahn 10 liegen. In jedem Fall kann der vorstehende Kunststoffwulst nach Passieren der Kühltrommel 14 abgeschnitten und quantitativ rückgewonnen werden, ohne dass Verluste an der Materialbahn auftreten.
Um die Bänder 28 an Materialbahnen 10 verschiedener Breiten anpassen zu können, sind sie axial auf der Anpresswalze 12 verstellbar. Für diesen Zweck sind Führungsrollen 32 vorgesehen. Jede Rolle 32 ist in einem Arm 34 drehbar gelagert. Die Arme 34 sind an einer Stange 36, welche sich parallel zur Achse der Anpresswalze 12 erstreckt, in Richtung dieser Achse verstellbar angeordnet. Jeder Arm kann nach der Einstellung durch Anziehen einer Schraube 38, welche in eine Gewindebohrung des Armes 34 eingeschraubtund gegen die Stange 36 gedrückt wird, festgestellt werden. Die Bänder 28 können übrigens leicht ausgewechselt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Aufbringen einer Kunststoffschicht auf eine Materialbahn, wobei der der Ma- terialbalm zugeführte Kunststoff mit der Materialbahn zwischen einer Kühlwalze und einer Anpresswalze hindurchgeführt, und der Kunststoff der Materialbahn in einer die Breite der Materialbahn überschreitenden Breite zugeführt wird, und wobei die Anpresswalze in denjenigen Bereichen, in welchen der Kunststoff die Materialbahn überragt, durch streifenförmige Elemente aus einem sich vom Kunststoff leicht lösenden Material abgedeckt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die streifenförmigen Elemente von dünnen flexiblen Bändern gebildet sind, deren Länge grösser ist als der Umfang der Anpresswalze.