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Herdofen, insbesondere Siemens-Martin-Ofen zur Erzeugung von Stahl
Die Erfindung bezieht sich auf einen Herdofen, insbesondere Siemens-Martin-Ofen zur Erzeugung von Stahl, nach Patent Nr. 203528 mit einem länglichen, überdeckten Herdraum, in welchem eine ein- ziehbare, zum Absenken in eine Arbeitsstellung eingerichtete und in dieser Stellung gegen Verdrehen gesicherte Blaslanze zum Einführen eines S auerstoffstrahles auf die Beschickung des Ofens vorgesehen und zu- folge der Abwinkelung des unteren Lanzenendes gegenüber der Lanzenachse in der abgesenkten Arbeitsstellung der Sauerstoffstrahl auf die Beschickung in einer von der Vertikalen abweichenden und zur Längsmittelebene des Schmelzraumes parallelen Richtung auftrifft.
Die mit einer solchen zurückziehbaren Blaslanze verbundene Anlage wird gewöhnlich auf dem oberen Teil des Ofens angeordnet. Soll nun aber eine derartige Anlage bei einem bereits bestehenden Ofen angebracht werden, dann kann es vorkommen, dass sich auf Grund des ungenügenden Raumes oberhalb des Ofens gewisse Schwierigkeiten ergeben.
Ziel der Erfindung ist es, derartigen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen und eine Konstruktion zu schaffen, die trotzdem sämtliche Vorteile der bisherigen Anlagen aufweist.
Erreicht wird dies erfindungsgemäss dadurch, dass die Blaslanze, wie an sich bekannt, durch eine Seitenwand des Ofens, durch eine dort besonders vorgesehene Öffnung in den Ofenraum einführbar sowie zurückziehbar ist.
Nach einem Merkmal der Erfindung ist die seitlich eingeführte Sauerstofflanze in einem vor der Öffnung angeordneten Rahmen untergebracht, der eine Einrichtung zur Verschiebung der Sauerstofflanze trägt.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden im folgenden an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Darin zeigt Fig. 1 in schematischer Darstellung, teilweise im Schnitt, die Seitenansicht eines Siemens-Martin-Ofens samt Blaseinrichtung und Tragkonstruktion, Fig. 2 die Blaseinrichtung und Tragkonstruktion gemäss Fig. l in vergrössertem Massstab, Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 3 - 3 in Fig. 2 und Fig. 4 eine Draufsicht auf die Düse der Blaslanze gemäss Fig. 2.
In der Zeichnung ist ein Siemens-Martin-Ofen 10 mit einer Decke 11 und einer Rtickenwand 12 sowie einer in dieser angeordneten Blaseinrichtung 13 sichtbar gemacht. Die Blaseinrichtung 13 ist mit einer Blaslanze 14 versehen, die zum Einführen eines Sauerstoffstrahles auf die Beschickung des Ofens eingerichtet ist. Die Blaslanze 14 erstreckt sich durch eine Öffnung 15 in der Wand 12 des Ofens, die im Winkel von etwa 220 zur horizontalen Richtung geneigt ist. In der Öffnung 15 ist ein übliches wassergekühlte Wendelrohr 16 vorgesehen, welches die verschieblich angeordnete Blaslanze 14 umgibt. Das Kühlrohr 16 ist an seinem inneren Ende durch eine Leitung 17 mit einer Zuführungsleitung 18 und an seinem andern Ende durch eine Leitung 19 mit einer Rückführungsleitung 20 für das Kühlwasser verbunden.
Die Blaslanze 14 ist an ihrem hinteren oder äusseren Ende auf einem Stahlrahmen 21 verschieblich gelagert, der mit seinem unteren Ende z. B. durch einen Bolzen 22 schwenkbar an die Rückwand 12 des Ofens 10 angeschlossen ist. Der Stahlrahmen 21 trägt ferner ein Paar Befestigungsglieder oder Anschluss-
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flanschen 23, von denen eines an jeder Seite angeordnet ist und mit deren Hilfe er an den hinteren Stre- ben angeschraubt werden kann, wenn die Blaslanze 14 auf ihn aufgebracht ist und sich in der Arbeitsstel- lung in der Öffnung 15 des Ofens 10 befindet. Der Stahlrahmen 21 trägt ferner am vorderen Ende einen
Schutzschild 24, der mit feuerfesten Steinen verkleidet ist und die Öffnung 15 abschirmt, wenn sich die i Blaslanze 14 in der abgesenkten Arbeitsstellung befindet.
Die Abschirmung hat den Zweck, die Flamme von der Öffnung abzuhalten, so dass der Blaslanzenträger und die Steuervorrichtung desselben nicht be- schädigt werden.
Der Stahlrahmen 21 besitzt zwei im Abstand voneinander angeordnete Platten 25,26 (Fig. 3), die durch eine Anzahl Schraubenbolzen 27 miteinander verbunden sind, von denen jeder eine Rolle trägt. Die Rollen 28, 29 und 30 stützenund führen denKörper der Blaslanze 14 verschieblich in Richtung ihrer Längs- achse und sind zu diesem Zweck konkav gestaltet. Die Blaslanze 14 gleitet beim Einführen in den Ofen und beim Zurückziehen aus demselben auf den Rollen 28,29. Wenn die Blaslanze 14 ausgewechselt wer- den soll, wird vorerst die Rolle 30 entfernt, hierauf der Stahlrahmen 21, um die Herausnahme der Blas- lanze 14 zu ermöglichen, von den Verstrebungen gelöst und nach abwärts geschwenkt. i Der vom Ofen abgewendete rückwärtige Teil der Blaslanze 14 ist mit üblichen Durchlässen, so auch mit einer Wasserauslassöffnung 31 versehen.
Die Durchlässe sind mit Leitungen 32 und 33 mit der Was- serzufühmngsleitung 18 und mit der Wasserrückführungsleitung 20 zur Kühlung der Blaslanze 14 verbunden.
Ausserdem ist ein Anschluss an eine Sauerstoffzuleitung 34 vorgesehen. An ihrem rückwärtigen Teil trägt die
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ist innerhalb einer parallelwandigenführungsbahn 38., welche durch am rückwärtigen Teil des Stahlrahmens 21 befestigte Glieder 39 gebildet so angeordnet, dass sie während des Verschiebens und Zurückziehens der Blaslanze 14 innerhalb der Führungsbahn 38 gleitet und verhindert, dass sich die Blaslanze 14 am einen oder an- dern Ende ihrer Bahn neigt oder dreht und dadurch der Sauerstoffstrahl im Ofen in eine falsche i (iclitung gelenkt wird. Falls der Träger der Blaslanze 14 bricht, schlägt die Führungsstange 37 an die Platten 25, 26 an und verhindert auf diese Weise, dass die Düse 50 der Blaslanze 14 in das flüssige Metall taucht.
Um die Wasser- und Sauerstoffleitungen 32,33, 34 auch gegen die während des Abstiches auftretenden Ausstrahlungen und Flammeneinwirkungen zu schützen, kann, wie dies im Ausführungsbeispiel der Fall ist, ein weiterer, aus Stahl bestehender, hitzeabweisender Schild 40 unterhalb der Glieder 39 angeordnet werden. Der Schild 40 ist mittels eines Bügels 41 an der Blaslanze 14 befestigt.
Der Vorschub der Blaslanze 14 in den Ofen 10 wird weitgehend durch ihr Eigengewicht bewirkt. Diese Bewegung wird durch eine Anzahl von Gewichten 42 unterstützt, die mit einer Lasche 14a am rückwärtigen Ende der Blaslanze 14 durch ein über Rollen 44,45 laufendes Drahtkabel 43 verbunden sind. Die Rolle 44 ist zwischen den Platten 25, 26 des Stahlrahmens 21, die Rolle 45 dagegen am festen Unterbau des Ofens 10 angeordnet.
Die Zurückziehung der Blaslanze 14 erfolgt vorzugsweise durch eine elektrisch betriebene Winde 46 mit Hilfe eines Drahtkabel 47, welches mit einer Lasche 14b am rückwärtigen Ende der Lanze befestigt ist und über ein Rollenpaar 48, 49 läuft, die an Stützsäulen für die Anlage befestigt sind. Die Winde 46 kann von der Schalttafel für den Ofen 10 aus ferngesteuert werden.
Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Längsachse der Blaslanze 14 gegenüber der Horizontalen in einem Winkel von etwa 220 geneigt. Um zu verhindern, dass der flüssige Stahl während des Betriebes durch den aufprallenden Sauerstoffstrahl gegen die Wände des Ofens 10 geschleudert wird, ist es zweckmässig, diesen Winkel entsprechend zu vergrössern. Infolgedessen empfiehlt es sich,'die Düse 50 der Blaslanze 14 mit einem Winkel von etwa 300 zur Vertikalen, d. h. um einen Winkel von etwa 520 gegenüber der Horizontalen abzubiegen. Überdies wird die Düse 50 vorzugsweise auch so gebogen, dass ihre Richtung so weit wie möglich parallel zur Längsachse des Ofens 10 verläuft.
In der Arbeitsstellung ist die Mündung der Düse 50 etwa 10 cm oberhalb des Schlackenspiegels 51 im Ofen 10 angeordnet.
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