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Mechanische Verriegelung für ausfahrbare Schalterwagen
In Hochspannungsschaltanlagen ist es vielfach üblich, den Leistungsschalter zusammen mit seinem
Antrieb, ferner die Wandler und die verschiedenen Mess- und Steuergeräte auf einem aus der Schaltzelle ausfahrbaren Wagen anzuordnen, der über Steck-oder Gleitkontakte mit dem ortsfesten Teil der Schalt- zelle, also im wesentlichen mit den Sammelschienen bzw. den Ableitungen in Verbindung gebracht wird.
Dabei ist die Anordnung der Mess- und Steuergeräte so getroffen, dass die Niederspannung führenden Geräte von den Hochspannung führenden bzw. hochspannungsgefährdeten streng getrennt sind understere stets, letztere jedoch nur in der sogenannten"Prüfstellung"über an der Vorderfront des Schalterwagens vorgese- hene Türen zugänglich sind.
Gegenstand der Erfindung sind Verriegelungsmassnahmen, die das Aus- oder Einfahren solcher Schalterwagen überwachen und sicherstellen. dass ein Ausfahren aus der Betriebsstellung in die Prüfstellung bzw. ein Einfahren von der Prüfstellung in die Betriebsstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter (u. zw. nach bewusster, nicht etwa über die Freiauslösung erfolgter Ausschaltung) und bei geschlossenen Türen zu den möglicherweise Hochspannung führenden oder gefährdeten Mess- oder Steuergeräten vorgenommen werden kann, bei Nichtzutreffen dieser Voraussetzungen aber gesperrt ist.
An sich sind mechanische Verriegelungen anSchaltzellen in Hochspannungsanlagen bekannt, u. zw. ist z. B. eine Ausführungsform mit am ausfahrbarenschalterwagen befindlichenwandlern und mit durch Türen am feststehenden Teil der Schaltzelle zugänglichen Mess- und Hilfsgeräten bekanntgeworden, wobei mit Hilfe dreier unabhängig voneinander arbeitender (d. h.
erst mittelbar in die gewünschte Wirkverbindung tretender) Verriegelungseinrichtungen des Wagens gegenüber dem feststehenden Zellenteil sichergestellt wird, dass die Türen in der Betriebsstellung des Wagens geschlossen gehalten werden, nur in der Prllfstel- lung des Wagens zu öffnen sind undvor demEinfahren desWagens von der Prüf-in die Betriebsstellung ge- schlossen werden undEin-undAusfahren desSchalterwagens nur bei offenem Leistungsschalter möglich ist.
Ziel derErfindung ist es, die beiSchaltzellen der genannten Art erforderlichen Verriegelungsmassnahmen zu vereinfachen, indem Ein- und Ausfahren durch ein und denselben Riegel gesperrt wird und diese Sperrung nur aufgehoben werden kann, wenn sowohl der Schalterantrieb in Ausschaltstellung ist als auch die Türen des Schalterwagens geschlossen smd.
Die Erfindung betrifft die mechanische Verriegelung für ausfahrbare Schalterwagen und an ihrerFrontseite angebrachte, hochspannungsführende oder hochspannungsgefährdete Geräte abschliessende Türen in Abhängigkeit von der relativen Lage zwischen Schalterwagen und feststehendem Teil der Schaltanlage, durch die sichergestellt wird, dass der Schalterwagen aus der Betriebsstellung in die Prüfstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter ausgefahren werden kann, dass die genannten Türen in der Betriebsstellung und auf dem Weg in die Prüfstellang geschlossen bleiben und dass der Schalterwagen aus der Prüfual- lung in die Betriebsstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter und geschlossenen Türen eingefahren werden kann,
wobei erfindungsgemäss die beiden Verriegelungen über zwei Sperrgestänge erfolgen, von denen eines über eine mit einer Sperrleiste zusammenarbeitende Rolle die Schalterwagentüren in der Betriebsstellung und während des grössten Teiles des Weges in die Prüfstellung verriegelt und das andere
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Sperrgestänge über einen mit der schon genannten Sperrleiste zusammenarbeitenden, der Rolle in Fahrtrichtung gegen die Prüfstellung nacheilenden Bolzen den Schalterwagen in der Betriebsstellung und die Schalterwagentüren auf dem gesamten Weg bis in die P.
rüfstellung vetriegelt und dass ferner Sperren volgesehen sind, die die Betätigung des zweiten Gestänges mit dem Ziel, die Aus-oder Einfahrtverriegelung freizugeben, bei eingeschaltetem Leistungsschalter und bei offenen Türen des Schalterwagens verhindern.
An Hand der Zeichnungen sei die Erfindung näher erläutert. Fig. l zeigt eine Ansicht eines Hochspannungsschaltschrankes mit ausfahrbarem Schalterwagen, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-B derFig. l und Fig. 3 die erfindungsgemässen Verriegelungsmassnahmenfür einen Hochspannungsschaltschrank nach den Fig. 1 und 2 im Schema dargestellt.
IndenFig. l und 2 bedeutet 1 den festen Schrankteil, bestehend aus dem Raum 2 für die von Stützisolatoren 3 getragenensammelschienen, einem Anschlussraum 4 für Hilfs- und Messleitungen und einem An- sehlussraum 5 für das Hochspannungskabel 6, 9 den Schalterwagen. der den Leistungsschalter 10 mit seinem Antrieb 11, Stromwandler 12, Spannungswandler 13 sowie Steckerdurchführungen 14 für die Verbindung mit den Sammelschienen bzw. mit der Ableitung (Kabelendverschluss) trägt.
Türen 15, 18, 19 und ein fe-
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AntriebZwischenwand 21 trägt die Stromwandler 12 und grenzt einen Raum 22 ab, der auch bei eingeschaltetem Leistungsschalter ohne Gefahr zugänglich ist und zur Aufnahme verschiedener Niederspannungsgeräte der im nachfolgenden näher beschriebenen Verriegelungselemente und einersteckvorrichtung 23 für verschie- dene Niederspannungshilfsleitungen dient. Die obere Tür 15 trägt verschiedene Messinstrumente 24, 25, 26, die mittlere Tür 18 Überstromzeitrelais 27 und das Paneel 20 ausser dem Leistungsschalter 10 und seinem Antrieb 11 noch ein Verriegelungsschloss 28. Mit 29 sind die Rollen des Schalterwagens bezeichnet, die in starr mit dem feststehenden Schrankteil l verbundenen Leitschienen 30 geführt sind.
Wie inFig. 3 schematisch angedeutet, wird der eingefahrene Schalterwagen an einer der beiden Leitschienen für dieFahrrollen durch eulewagensperre verriegelt. Diese Wagensperre besteht im wesentlichen aus einem gefederten Bolzen 31, der in einem mit dem Wagen verschweissten Gehäuse geführt ist und hinter einer mit derLeitschiene 30 verschweissten Sperrleiste 32 einrastet.
Diese Sperre kann über ein Hebelgestänge (einarmiger Hebel 33 mit dem Drehpunkt 34, Lasche 16, Stange 35, Stange 36, Kniehebel 37) vom Verriegelungsschloss 28 mittels Spezialschlüssel aufgehoben werden, dies jedoch nur dann, wenn sich der Schalter 10 und der Schalterantrieb 11 in der Aus-Stellung befinden (also die Freiauslösung allein genügt nicht, um die Sperrung aufheben zu können, sondern es muss, sollte eine solche erfolgt sein, trotzdem der Schalterantrieb rückgeholt werden, ehe der Wagen ausgefahren werden kann).
In der Fig. 3 ist diese Verriegelungssperre in Abhängigkeit vom Schaltzustand sowie die Art und Weise, wie das genannte Ge- stängevom Verriege1ungsschloss her angehoben werden kann. ganz schematisch dargestellt, Es ist selbstver- ständlich, dass es für die Sperre und auch für die Freigabe der Verriegelung eine ganze Reihe konstruktiver Lösungen gibt, von denen die jeweils zweckmässige zu finden dem Fachmann keine Schwierigkeiten ma- chen durfte. An die Stange 35 ist eine weitere Stange 38 angeschlossen, die bis in die Höhe der obersten Tür 15 der Schalterwagenfront reicht und bei angehobenem Sperrbolzen 31 durch Eingreifen in einen am Türflügel befestigten Bügel 39 ein Öffnen der Tür verhindert.
Da die oberste Tür 15 die mittlere Tür 18 übergreift, ist auch die mittlere Tür bei angehobenem Bolzen 31 gesperrt. Dem Bolzen 31 in Fahrtrichtung gegen die Prüfstreuung zu etwas vorauseilend ist weiterhin eine mit der genannten Sperrleiste 32 zusammenarbeitende Riegelrolle 40 vorgesehen, die über ein Gestänge (einarmiger Hebel 41 mit Drehpunkt 42, Lasche 43, Stange 44) die oberste Tür 15 durch Eingreifen in den schon genannten Bügel 39 in der Betriebsstellung und während eines Teiles des Fahrweges sperrt.
In dem von der obersten Tür 15 eingeschlossenen Raum ist eine Türsperrsicherung vorgesehen, bestehend im wesentlichen aus einer Klappe 45, die sich bei offener Tür etwa zufolge einer Federkraft gegen das Ende der Stange 38 legt, bei geschlossener Tür 15 jedoch etwa durch den Bügel 39 soweit zurückgedreht wird, dass die Stange 38 gehoben werden (sofeme dies natürlich nicht wegen des eingeschalteten Leistungsschalters verwehrt ist) und in den Bügel 39 eingreifen kann.
Um die relative Lage des Schalterwagens zum feststehenden Teil der Schaltzelle auch in der Prüf- stellung zu fixieren und ein ungewollt über die Prüfstellung hinausgehendes Ausfahren hintanzuhalten. ist an der zweitenLeitschiene für die Fahrrollen ein Sperrklotz vorgesehen, gegen den in der Prüfstellung und unmittelbar vor der Prüfstellung ein Sperrbolzen stösst, der wie der Bolzen 31 in einem mit dem Wagen verschweissten Gehäuse geführt ist. Dieser Sperrbolzen kann durch Niederdrücken eines sogenannten Transporthebels gehoben werden, wonach dann der Wagen aus der Prüfstellung in die sogenannte Transportlage bzw. aus derTransportlage in die Prl1fstellung gebracht werden kann.
Der Transporthebel ist nach Öffnen der unteren Wagentür 19 zugänglich. Ein in seiner Nähe angebrachtes Hinweisschilderinnert den ihnBetätigenden
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daran, vor der weiteren Ausfahrt des Schalterwagens die Steckvorrichtung 23 für die verschiedenen Nieder- spannungshUfsleitungen zu lösen bzw. vor der Einfahrt in die Pr ! 1fstellung die Steckverbindung herzustellen.
Durch die obenstehend geschilderten Verriegelungsmassnahmen istGewähr gegeben, dass auch bei Bedienung durch ungeschultes oder unvorsichtiges Personal mit Gefahr verbundene Handlungen (Schalterbetätigung und Wagenbewegung) sowie ein Berühren Hochspannung führender und hochspannungsgefährdeter Teile verhindert sind.
D. h. vor allem, es ist ein Ausfahren aus der Betriebsstellung in die Prüfstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter möglich. ein Einschalten des Leistungsschalters ist erst wieder in der Prüfstellung möglich. di. e beiden oberen Türen sind in der Betriebsstellung und auf dem gesamten Weg bis in die Prüfstellung verriegelt, und es ist ein Einfahren aus der Prüfstellung in die Betriebsstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter und bei geschlossenen oberen Türen möglich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mechanische Verriegelung für ausfahrbareSchalterwagen und an ihrerFrontseite angebrachte, hoch- spannungsführende oder hochspannungsgefährdete Geräte abschliessende Türen in Abhängigkeit von der relativen Lage zwischen Schalterwagen und feststehendem Teil der Schaltanlage, durch die sichergestellt wird, dass der Schalterwagen aus der Betriebsstellung in die Prüfstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter ausgefahren werden kann, dass die genannten Türen in der Betriebsstellung und auf dem Weg in die Prüfstellung geschlossen bleiben und dass derSchalterwagen aus der Prüfstellung in die Betriebsstellung nur bei ausgeschaltetem Leistungsschalter und geschlossenen Türen eingefahren werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Verriegelungen über zwei Sperrgestänge erfolgen,
von denen eines (41, 43,
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(32) zusammenarbeitendeBetriebsstellung und während des grössten Teiles des Weges in die Prüfstellung verriegelt und das andere Sperrgestänge (33, 16, 35) über einen mit der schon genannten Sperrleiste zusammenarbeitenden, der Rolle (40) in Fahrtrichtung gegen die Prüfstellung nacheilenden Bolzen (31) den Schalterwagen in der Betriebsstellung und die Schalterwagentüren auf dem gesamten Weg bis in die Prüfstellung verriegelt und dass ferner Sperren vorgesehen sind, die die Betätigung des zweiten Gestänges mit dem Ziel, die Aus- oder Einfahrtvemegelung freizugeben, bei eingeschaltetem Leistungsschalter und bei offenen Türen des Schalterwagens verhindern.