<Desc/Clms Page number 1>
Gerät zur Bodenverwundung und Pflanzlochherstellung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zur Bodenverwundung und Pflanzlochherstellung, insbesondere in der Forstwirtschaft. Vor allem in der Forstwirtschaft besteht das Bedürfnis, eine Bodenverwundung z. B. durch Heidelbeeren, Erika u. dgl. verunkrauteter Waldböden in möglichst rascher und durchgreifender Weise durchzuführen. Alle bisherigen Handarbeiten mit Hauen und Spitzhacken sind erfahrungsgemäss sehr anstrengend für den Arbeiter, unzureichend in der Grösse des Pflanzloches und Bodenlockerung und vor allem sehr kostspielig. Kann doch ein Arbeiter erfahrungsgemäss mit einem Handgerät nur 150 bis 200 Löcher oder Plätze in schwierigen Bodenverhältnissen herstellen.
Es. sind bereits Geräte zur Herstellung von Pflanzenlöchern bekannt geworden, bei welchen die flugelartig an einer Spindel angebrachten Schneidwerkzeuge maschinell angetrieben werden. Bei diesen Geräten handelt es sich um sogenannte Pflanzenlochbohrer, die für den Anschluss an das Getriebe von tragbaren Motorkettensägen oder an das Getriebe von tragbaren Motorbohrgeräten geeignet sind. Bei der bekannten Ausführung eines solchen Pflanzenlochbohrers ist an einem mit einem Vorbohrer versehenen Schaft ein unteres Messerkreuz befestigt, welchem in verschiedener Höhe feststeckbar ein weiteres, oberes Messerkreuz zugeordnet ist, wobei das obere Messerkreuz mittels einer Steckzapfenverbindung am Schaft des Pflanzenlochbohrers in verschiedenen Schafthöhen eingesteckt werden kann.
Die bekannte Ausführung eines Pflanzenlochbohrers ist nur begrenzt anwendbar, zumal der Arbeitsbereich dieses Gerätes infolge der Anordnung von Messerkreuzen äusserst beschränkt ist.
Gemäss der Erfindung wird ein an sich bekanntes Gerät zur Bodenverwundung und Pflanzlochherstellung für die Forstwirtschaft, bei welchem flügelartig an einer Spindel angeordnete Schneidwerkzeuge maschinell angetrieben sind, dadurch erfindungsgemäss ausgestaltet, dass die Schneidwerkzeuge als Scheiben ausgebildet sind, die um zur Bewegungsbahn schräg stehende Achsen an Querholmen, die an der Spindel angelenkt sind, drehbar gelagert sind.
Das erfindungsgemässe Gerät kann von einem tragbaren Leichtmotor mit untersetztem Getriebe an-
EMI1.1
beim Loslassen des Gasdrückers das Gerät sofort stillsteht, der Motor aber im Leerlauf weiterläuft. Auch schaltet diese Kupplung bei Überbelastung des Motors selbsttätig aus. Durch die Kreisbewegung des Gerätes zerkleinern die Scheiben das Oberflächenunkraut und dessen Wurzeln und befördern gleichzeitig, bedingt durch die Stellung der Scheiben, dieses über den Rand des kreisrunden Loches hinaus. Beim Weiterbohren wird die unter der verfilzen Decke liegende Erde gelockert und kann beliebig tief weitergegebohrt werden. Der Anwendungsbereich des Gerätes erstreckt sich in der Hauptsache auf Bodenverwundung vor Abfall der Samen in einem Samenjahr, sowohl auf guten als auch auf stark durch Rohhumus bedeckten und verunkrauteten Waldböden.
Bei einer entsprechenden Verstellung der Scheiben beeinträchtigen starke Wurzeln von Bäumen die Bodenverwundungsarbeit nicht allzu sehr, weil die Scheiben über diesen Widerstand darübergleiten. Auch sind Steine für das Gerät kein Hindernis, wenn die Grösse Faustgrösse nicht übersteigt, lediglich die Schneide der Scheiben muss dann öfter nachgeschärft werden.
Nach einer vorzugsweisen Ausführungsform der Erfindung sind die Scheiben an den Querholmen in unterschiedlichen Abständen von der Spindel angeordnet. Die Querholme schliessen gemäss der Erfindung mit der Spindel einen Winkel ein, der kleiner ist als 900, so dass sie also bei lotrechter Spindel nach aussen hin ansteigen. Auf diese Weise kommen die versetzten Schneidwerkzeuge nacheinander zur Wirkung und die Belastung der Bedienungsperson und des Motors ist damit weitgehend herabgesetzt. Ausser-
<Desc/Clms Page number 2>
dem entsteht ein leicht trichterförmiges Bohrloch im Boden, in dem sich das Niederschlagswasser günstig sammeln kann.
Die Erfindung erstreckt sich ferner darauf, dass die Scheiben an abgewinkelten, an den Querholmen verschwenk- und feststellbar befestigten Bolzen drehbar gelagert sind. Als vorzugsweiser Winkel für die Schrägstellung der Scheiben hat sich in der Praxis ein Winkel von etwa 450 ergeben. Ausserdem sieht die Erfindung vor, dass die auf dem einen Querholm mit Abstand voneinander angeordneten Scheiben gegen- über den auf dem andern Querholm angeordneten Scheiben auf Lücke liegen. Auf diese Weise wird eine gleichmässige Bodenverwundung erreicht. Die Verschwenkbarkeit der die Scheiben lagernden abgewinkelten Bolzen ergibt ausserdem die Möglichkeit, die Schrägstellung der Scheiben gegenüber ihrer Umlaufbahn zu verändern und damit die Schneidwirkung den Bodenverhältnissen anzupassen.
Gegenstand der Erfindung ist ferner, dass an der Spindel unterhalb der Querholme und innerhalb der der Spindel am nächsten liegenden Scheibe ein propellerartiges Schneidwerkzeug angeordnet ist, dessen Flügel zweckmässig schräg nach aufwärts verlaufen und zu den Querholmen um 900 versetzt sind.
Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnung näher erläutert, welche eine beispielsweise Ausführungsform eines Gerätes zur Bodenverwundung in Seitenansicht schematisch veranschaulicht.
Das erfindungsgemässe Gerät zur Bodenverwundung besitzt eine Spindel 1, die durch einen schematisch dargestellten und mit Handhaben 2 zur Führung des Gerätes versehenen Motor 3 in Umdrehung versetzt wird. An der Spindel 1 sind schräg nach aufwärts gerichtete Querholme 4 befestigt, welche zur Befestigung von als Scheiben 5 ausgebildeten Schneidwerkzeugen dienen. Die Scheiben 5 sind an abgewinkelten Bolzen 6 drehbar gelagert, wobei der eine Schenkel zur Lagerung der Scheiben 5 und der andere Schenkel zur Herstellung einer Verbindung mit den Querholmen 4 dient Zweckmässig ist durch entsprechende Rasten eine Verschwenkung der Scheibenbolzen verhindert, jedoch die Möglichkeit gegeben, nach Lockerung der Befestigungsmittel, z. B. von Schrauben 7, die Bolzen zu verschwenken und wieder zu fixieren.
Damit kann den Scheiben 5 gegenüber ihrer kreisförmigen Umlaufbahn eine andere Schrägstellung gegeben werden, wodurch die Schneidwirkung den Bodenverhältnissen angepasst werden kann.
Die Scheiben 5 sind ausserdem gegenüber der Vertikalen geneigt, u. zw. zweckmässig um etwa 450, d. h. die beiden Schenkel der Bolzen 6 stehen in einem Winkel von 1350 zueinander. Die Scheiben 5 sind ferner auf Lücke an den Querholmen angeordnet, so dass jede der Scheiben einen kreisringförmigen Bodenstreifen bearbeitet. Der Abstand der Scheiben ist so gewählt, dass eine geschlossene Kreisfläche bestrichen wird. Durch die Schrägstellung der Querholme 4 wird ausserdem erreicht, dass die Scheiben nacheinander zur Wirkung kommen und die gebildete Vertiefung schwach kegelförmig ist.
Um den zwischen der der Spindel 1 am nächsten liegenden Scheibe 5 weiter innen liegenden Bodenteil zu bearbeiten, ist an der Spindel ein propellerartiges Schneidwerkzeug 8 angeordnet, wobei die Flügel im Grundriss gesehen zwischen den Querholmen liegen, u. zw. gegenüber, diesen zweckmässig um 900 versetzt sind und nach oben hin leicht ansteigen. In der Praxis hat sich ein Neigungswinkel von etwa 400 bewährt. Auch die Flügel des propellerartigen Schneidwerkzeuges sind gegenüber der Vertikalen um etwa 450 schräg gestellt.
Der untere Teil l'der Spindel 1 ist schlank konisch ausgeführt und läuft dieser Teil in einen Herzbohrer aus, welcher das Eindringen des Gerätes in den Boden erleichtert und gleichzeitig ein Pflanzloch herstellt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Gerät zur Bodenverwundung und Pflanzlochherstellung, insbesondere in der Forstwirtschaft, bei welchem flügelartig an einer Spindel angeordnete Schneidwerkzeuge maschinell angetrieben sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidwerkzeuge als Scheiben (5) ausgebildet sind, die um zur Bewegungsbahn schräg stehende Achsen an Querholmen (4), die an der Spindel angelenkt sind, drehbar gelagert sind.