<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zur Befestigung eines Gegenstandes an eine Mauer od. dgl.
Es sind verschiedene Arten der Befestigung eines Gegenstandes an eine Mauer bekannt. Bei diesen bekannten Befestigungsarten bohrt man ein Loch in die Mauer, u. zw. unter Zuhilfenahme eines Bohr- meissels, eines Bohrers od. dgl., und führt in dieses Loch einen konischen Dübel aus Blei oder einem andern leichtverformbaren Werkstoff ein. Anschliessend schraubt man in diesen Dübel eine Schraube mit einem Durchmesser ein, der grösser ist als der Lochdurchmesser des Dübels, so dass dieser verformt wird und sich zuverlässig durch Verformung gegen die Wandung der Bohrung legt.
Diese bekannten Befestigungsarten zeigen zwar ausgezeichnete Ergebnisse, weisen indessen drei Nachteile auf. Einerseits muss man zwei verschiedene Befestigungselemente verwenden, nämlich die Schraube od. dgl. und den Dübel ; zum andern bestehen die Schrauben im allgemeinen aus Stahl und verrosten nach einer verhältnismässig kurzen Zeitspanne, was insbesondere im Hinblick auf das Aussehen dann unangenehm ist, wenn die Schraube sichtbar ist ; schliesslich geht die Befestigung mittels Schraubenzieher verhältnismässig langsam vor sich.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, diese Nachteile zu vermeiden und sieht eine Befestigungsvorrichtung aus plastischem Werkstoff, z. B. Rilsan oder Nylon, vor, die demgemäss nicht oxydieren kann und die durch einfaches Einschlagen mittels eines Hammers, also durch einen wesentlich einfacheren und schnelleren Arbeitsgang als bei den bekannten Vorrichtungen, befestigbar ist.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung mit Schaft und Kopf zur Befestigung eines Gegenstandes an eine Mauer od. dgl. unter Benutzung einer vorhandenen Bohrung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem einzigen Stück besteht und der zylindrische Schaft am Umfang biegsame, unelastische - vorzugs- weise dünn ausgebildete - Flügel, Scheiben, Rippen od. dgl. aufweist, wobei der Schaftdurchmesser kleiner und die grösste diametrale Abmessung der Flügel, Scheiben, Rippen od. dgl. grösser als der Durchmesser der Bohrung ist und der Kopf gegebenenfalls einen Haken, einen Ring, einen U-förmigen Fussteil, eine Spannschelle od. dgl. aufweist. Der Kopf, der gegebenenfalls als Rundkopf ausgebildet ist, dient als Anschlag für die Eindringtiefe der Vorrichtung.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes als Beispiel wiedergegeben. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Befestigungsvorrichtung vor deren Benutzung, wobei die Vorrichtung nach Art eines Nagels ausgebildet ist, mittels dessen ein beliebiger und mit einem entsprechenden Loch versehener Gegenstand an einer nicht dargestellten Mauer befestigt werden soll. Fig. 2 ist eine Stirnansicht in Richtung des Pfeiles II gegen die Vorrichtung nach Fig. 1. Fig. 3 ist ein der Fig. 1 entsprechender Schnitt durch die angewendete Vorrichtung nach Fig. 1.
Die Fig. 4 - 8 sind entsprechende Schnittdarstellungen zur Fig. 1 für verschiedene Gegenstände, die mit der Befestigungsvorrichtung zu einem einzigen Teil vereint sind.
Die Vorrichtung nach den Fig. 1 - 3 besteht aus einem Zylinder 1 von einem Durchmesser, der kleiner ist als der Durchmesser der Bohrung 2, in welche die Vorrichtung eingebracht werden soll, und ist aus plastischen Werkstoffen, wie z. B. Rilsan oder Nylon, Polyamiden, Polyurethanen, Polyestern oder
<Desc/Clms Page number 2>
andern ähnlichen Polymerisations- oder Kondensationsprodukten hergestellt. Am Umfang dieses Zylin- ders und aus einem Stück mit ihm bestehend sind Flügel 3 vorgesehen, die schmal und biegsam sind und einen Durchmesser aufweisen, der grösser als derjenige des Loches ist. In dem dargestellten Beispiel weist der Zylinder einen verbreiterten Kopf auf, der als Anschlagscheibe dient und ebenfalls aus einem Stück mit dem Zylinder besteht, dabei aber einen Durchmesser hat, der grösser als derjenige der Bohrung 2 ist.
Um einen Gegenstand mittels der vorstehend beschriebenen Vorrichtung zu befestigen, geht man in fol- gender Weise vor. Man bildet in bekannter Weise, z. B. durch einen Bohrmeissel, in der Mauer 5. an welche die Befestigungsvorrichtung angebracht werden soll, ein zylindrisches Loch, dessen Durchmesser zwischen dem Zylinderdurchmesser und dem der Flügel 3 liegt und dessen Tiefe zumindest gleich der
Länge des Zylinders 1 zwischen der unteren Stirnfläche der Anschlagscheibe und dem andern Ende des
Zylinders ist.
Man bringt den zu befestigenden Gegenstand an, der naturgemäss eine Bohrung von einem
Durchmesser aufweisen muss, der zwischen dem der Flügel 3 und der Anschlagscheibe 4 liegt, wobei die
Bohrung im Gegenstand mit der Öffnung des in die Mauer eingebrachten Loches zusammenfällt und führt den Zylinder in die Bohrung des zu befestigenden Gegenstandes und in die Bohrung der Mauer ein. Man übt anschliessend, z. B. durch Benutzung eines Hammers, einen Stoss im Sinne des Pfeiles F in Fig. 3 gegen die freie Fläche des Kopfes 4 aus. Es genügt hiebei eine Kraftaufwendung in der Grössenordnung von
100 g. um den Zylinder in das Loch soweit eindringen zu lassen, dass der Kopf 4 sich gegen den-zu befestigenden Gegenstand legt, der auf diese Weise zwischen Mauer und diesem Kopf eingeklemmt ist.
Wenn ein Gegenstand nicht zu befestigen ist, so legt sich der Kopf unmittelbar gegen die Mauer und begrenzt damit die Eindringtiefe des Zylinders unter der Wirkung des Stosses oder Schlages.
Während des Eindringens des mit seinen Flügeln 3 ausgestatteten Zylinders 1 in das Mauerloch 2 nehmen die Flügel 3. deren Durchmesser grösser ist als derjenige der Bohrung 2 in der Mauer, eine ke- gelstumpfförmige Lage ein, da der Zylinder und der ihm benachbarte Teil der Flügel keinen Widerstand finden, während der Umfang der Flügel sich gegenüber den Wänden der Bohrung 2 reibt und nur mit gewisser Verzögerung in die Bohrung eindringt. Zur gleichen Zeit legt sich die Fläche der Flügel in Wellen und faltet sich, da der Aussenumfang der Flügel der Befestigungsvorrichtung grösser ist als der Umfang der Bohrung in der Mauer, an welcher dieser Aussenumfang der Befestigungsflügel anliegt.
Wenn man die Befestigungsvorrichtung in entgegengesetzter Richtung unter Einwirkung einer Kraft in der Grössenordnung von 100 kg herauszureissen versucht, so dringen die Flügel auf Grund ihrer Schrägstellung (Fig. 3) mehr oder weniger in die Mauer ein und stützen sich auf jeden Fall gegen die Bohrungswandung in der Mauer ab, so dass das Herausziehen praktisch unmöglich ist oder zumindest eine beträchtliche Kraft erfordert. Diese zum Herausziehen erforderliche Kraft ist so gross, dass eine einmal herausgerissene Befestigungsvorrichtung Verformungen erlitten hat, die ihre Wiederverwendung unmöglich machen.
Bei der vorstehend behandelten Ausftihrungsform ist angenommen worden. dass die Vorrichtung gemäss der Erfindung auf eine Art von Nagel beschränkt ist. Indessen ist es erfindungsgemäss auch möglich. den zu befestigenden Gegenstand mit der Befestigungsvorrichtung aus einem Stück herzustellen. Dieser Gegenstand kann beliebig ausgebildet sein. Die Fig. 4 - 8 zeigen verschiedene Beispiele. In allen diesen Figuren sind die entsprechenden Teile mit entsprechenden Bezugszeichen, versehen.
In Fig. 4 ist der Kopf 4 der erfindungsgemässen Vorrichtung auf seiner einen Seite durch einen Haken 6 ergänzt, der mit dem Kopf aus einem Stück besteht.
Fig. 5 zeigt in gleicher Weise einen Ring 7 aus einem Stück mit der Anschlagscheibe 4.
Fig. 6 gibt eine elektrische Drahtklemme wieder, deren Fussteil 8 U-Form aufweist und mit dem Kopf 4 aus einem Stück besteht. Der Fussteil 8 nimmt den oder die Drähte 9 auf, die durch einen Hut 10 in bekannter Weise in den Grund der Ausnehmung des Fussteiles über einen inneren Finger 11 hineingedrückt werden. Fig. 7 zeigt eine Rosette. In diesem Fall ist der Kopf 4 lediglich kreisförmig ausgedehnt, um die Rosette zu bilden.
Gemäss Fig. 8 stellt der an die Mauer zu befestigende Gegenstand eine Schelle dar. Das Fussstück 12 dieser Spannschelle besteht aus einem Stück mit dem Kopf 4, und das biegsame Band 13, welches mit Zähnen 14 ausgestattet ist, kann um einen Gegenstand 15.-z. B. ein elektrisches Kabel, ein Rohr usw. geschlungen werden, der festzulegen ist, wobei das Band in eine Ausnehmung 16 eingeführt wird. um sich hier zu verankern.
Es versteht sich, dass die beschriebenen und dargestellten Ausführungsformen zahlreiche Abwandlungen erfahren können, ohne den Erfindungsgedanken zu verlassen. So ist es insbesondere möglich, die Art des Gegenstandes, der mit der Befestigungsvorrichtung gemäss der Erfindung vereint ist, nach völligem Belieben zu wählen. Anderseits ist das Herstellungsverfahren für die Befestigungsvorrichtung, ob diese
<Desc/Clms Page number 3>
nun mit dem Gegenstand verbunden ist, welcher zu befestigen ist, oder ob sie losgelöst von ihm ist, beliebig. So kann der Gegenstand sowohl im Formverfahren, d. h. durch Pressen. Spritzen. Giessen od. dgl.. in gleicher Weise aber auch im spanabhebenden Verfahren sowie auch aus andern Werkstoffen hergestellt werden.