AT2079U1 - Leichtzuschlagstoff - Google Patents
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Abstract
Ein Trocken(-isolier)mörtel oder -putz enthält ein Bindemittel, wie Zement, Kalk oder Gips, wenigstens einen Leichtzuschlagstoff, wie geblähten Perlit oder expandiertes Polystyrol, sowie allenfalls für Steuerung der Verarbeitungseigenschaften des Frischmörtels oder -putzes zugesetzte Zusatzmittel. Die Teilchen des Leichtzuschlagstoffes sind mit einer Umhüllung aus einem anorganischen Material mit einer spezifischen Oberfläche nach Blaine von mehr als 8.000 cm2 /g (Feinstzusatz), oder bei der Verwendung eines Haftvermittlers mit einer spez. Oberfläche nach Blaine unter 8000 cm2 /g, z.B. Trass, Flugasche, Kalkstein, Zement, Microsilica umhüllt. Durch die Umhüllung der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes wird erreicht, daß die Oberflächenkräfte abgesättigt sind, so daß die Bindemittelanteile des Trocken(-isolier-)mörtels und -putzes besser anhaften und eine sehr gute Einbindung des Leichtzuschlagstoffes im Trockenmörtel sichergestellt wird. Dadurch wird auch erreicht, daß ungeachtet der großen Dichteunterschiede zwischen Bindemittel und Leichtzuschlagstoff weder bei der Lagerung noch beim Transport oder der Verarbeitung eine Entmischung auftritt.
Description
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Die Erfindung betrifft einen Trockenmörtel und einen Trocken-
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stoff. Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen des erfindungsgemässen Trockenmörtels oder Trockenputzes.
Trockenmörtel mit Bindemitteln, wie Zement, Kalk oder Gips, die Leichtzuschlagstoffe, wie geblähtes Perlit oder expandiertes Polystyrol (EPS), enthalten, neigen aufgrund des grossen Dichteunterschiedes zwischen dem Bindemittel und dem Leichtzuschlagstoff zu einer Entmischung bei der Produktion, der Lagerung und dem anschliessenden Transport zum Verbraucher.
Um die Nachteile dieser Neigung zum Entmischen möglichst gering zu halten und Qualitätsverluste beim Mörtel oder Putz, der unter Verwendung von Trockenmörteln oder-putzen hergestellt worden ist, möglichst zu vermeiden, werden solche Leichtmörtel in Säcken zu maximal 50 Liter abgefüllt.
Andererseits ist es bekannt, Mörtel oder Putze, insbesondere Mörtel- oder Putzsysteme, insbesondere wenn sie für die maschinelle Weiterverarbeitung bestimmt sind, in Silobehältern (Fassungsvermögen 5 bis 25 m3) von der Produktionsstätte zur Baustelle zu transportieren. Aufgrund der Entmischungsneigung von Trockenmörtel und Trockenputzen, die einen Gehalt an Leichtzuschlagstoffen aufweisen, ist dieses an sich wirtschaftlich günstige System für Leichtmörtel bislang, wenn überhaupt, nur sehr beschränkt verwendbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde einen Trockenmörtel und einen Trockenputz auf Basis eines insbesondere hydraulischen Bindemittels, vornehmlich auf Zementbasis, zur Verfügung zu stellen, der einen Leichtzuschlag enthält und dennoch nicht zur Entmischung neigt.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe mit einem Trockenmörtel und Trockenputz gemäss Anspruch 1 erreicht.
Bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Dadurch, dass bei dem erfindungsgemässen Trockenmörtel oder - putz, insbesondere dem erfindungsgemässen, wärmedämmenden Trockenmörtel oder Trockenputz, die einzelnen Teilchen des wenigstens einen Leichtzuschlagstoffes mit einer (anorganischen) Schicht umhüllt sind, ist die Entmischungsneigung weitestgehend beseitigt und in manchen Fällen überhaupt ausgeschaltet.
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Die Umhüllung, die in einem Verfahren gemäss der Erfindung aufgebracht werden kann, besteht aus pulverförmigen, anorganischen Stoffen, z. B. feingemahlenem Trass, Flugasche, Kalkstein, Zement, Microsilica, mit einer spezifischen Oberfläche nach Blaine von mehr als 8. 000 cm2jg.
Wenn, gemäss einem Vorschlag der Erfinder die Teilchen des Leichtzuschlagstoffes mit einem Haftvermittler (z. B. einer Dispersion) vorbehandelt sind, kann der als Umhüllung dienende, pulverförmige Stoff ein Füllstoff (z. B. Zement) mit einem Blaine-Wert deutlich unter 8000 cm2jg sein.
Durch die erfindungsgemäss auf den Teilchen des Leichtzuschlagstoffes, beispielsweise geblähter Perlit oder expandiertes Polystyrol, aufgebrachte Umhüllung werden die Oberflächen abgesättigt und die Bindemittelanteile können besser anhaften, wodurch eine ausgezeichnete Einbindung des Leichtzuschlagstoffes in den Trockenmörtel oder Trockenputz sichergestellt ist, und die oben erläuterte, an sich nachteilige Entmischungsneigung beseitigt bzw. verringert wird.
Beispielsweise kann ein Trockenmörtel oder Trockenputz, gemäss der Erfindung, die folgende Zusammensetzung aufweisen :
Bindemittel 78 bis 92 Masse-%
Feinstzusatz (als Umhüllung des Leichtzuschlagstoffes) 5 bis
18 Masse-%
Leichtzuschlag 3 bis 6 Masse-%
Zusatzmittel (Chemiekomponenten) 0, 01 bis 0, 5 Masse-%.
Als Bindemittel werden im erfindungsgemässen Trockenmörtel und - putz bevorzugt Portlandzement, Portlandzement mit Kalkhydrat, Gips, Gips und Kalkhydrat, hydraulische Kalke oder Putz- und Mauerbinder verwendet. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass die Art und Zusammensetzung des Bindemittels für die Erfindung nicht wesentlich ist, so dass im Rahmen der Erfindung grundsätzlich alle für Trockenmörtel und Trockenputze verwendbaren Bindemittel eingesetzt werden können.
Als pulverförmiger Stoff, der als Umhüllung der Teilchen des Zuschlagstoffes dient, finden bei der Erfindung feingemahlener Trass, feingemahlener Kalkstein, feingemahlene Flugasche, Microzement oder Microsilica Verwendung. Der Zusatz, der als Umhüllung für den Leichtzuschlagstoff bestimmt ist, besitzt eine spezifische Oberfläche nach Blaine von mehr als 8.000 cm2/g, vorzugsweise 15. 000 bis 25. 000 cm2/g. Wenn die Teilchen des Leichzuschlagstoffes
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mit einem Haftvermittler (Dispersion) vorbehandelt werden kann nach dem Aufbringen der Dispersion zur Umhüllung auch ein Füllstoff mit einem Blaine-Wert von deutlich unter 8000 cm2/g (z. B.
Zement) verwendet werden, die Dispersion dient als Haftvermittler.
Die Zusatzmittel (Additive, Chemiekomponenten), wie beispielsweise Methylcellulose, Stärkeether, Hydrophobierungsmittel und Luftporenbilder, dienen in erster Linie zur Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften des Frischmörtels oder-putzes.
Zum Herstellen des erfindungsgemässen Trockenmörtels oderputzes können die in der Branche üblichen Mischaggregate verwendet werden, in denen auch das erfindungsgemässe Verfahren zum Herstellen des Leichtzuschlagstoffes ausgeführt werden kann.
Wesentlich für das erfindungsgemässe Verfahren ist das Einhalten einer Mischfolge, wonach in einem ersten Mischvorgang der wenigstens ein Leichtzuschlagstoff mit dem Feinststoff vorgemischt und erst danach der bereits mit dem Feinstzusatz umhüllte Leichtzuschlagstoff mit den übrigen Komponenten (Bindemittel und Zusatzmittel) vermischt wird.
Beispielsweise kann bei dem Verfahren, gemäss der Erfindung wie folgt vorgegangen werden : a) Bei der Verwendung von Feinstzusätzen (spez. Oberfläche nach Blaine über 8000 cm2/g) werden vorzugsweise nachstehende Anteile der Komponenten verwendet :
Bindemittel : 78-92 Masse-%
Feinstzusatz : 5-18 Masse-%
Leichtzuschlag : 3-6 Masse-%
Chemiekomponenten : 0, 01-0, 5 Masse-%
Als Bindemittel werden bevorzugt Portlandzement, Portlandzementzement, und Kalkhydrat, Gips, Gips und Kalkhydrat, hydraulische Kalke oder Putz- und Mauerbinder verwendet.
Als Feinstzusatz finden feingemahlener Trass, feingemahlener Kalkstein, feingemahlene Flugasche, Microzement, oder Microsilica, mit einer spezifischen Oberfläche grösser als 8. 000 cm2jg, vorzugsweise 15. 000 bis 25. 000 cm2/g, Verwendung.
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Verbesserung der Verarbeitungseigenschaften des Frischmörtels.
Bei der Produktion des erfindungsgemässen Trockenmörtels können übliche Mischaggregate verwendet werden. Wichtig ist nur die Einhaltung einer genauen Mischfolge.
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In einem ersten Mischvorgang werden Leichtzuschlag und Feinstzusatz vorgemischt, wobei der anorganische, pulverförmige Stoff (d. i. der Feinstzusatz) an den Teilchen des Leichtzuschlagstoffes anhaftet und die Umhüllung derselben bildet. Im anschlie- ssenden Schritt wird der bereits umhüllte Leichtzuschlag mit den übrigen Komponenten (Bindemittel und Chemie) gemischt.
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zuschlagstoff vorzugsweise expandiertes Polystyrol, in einem ersten Schritt mit einer wasserverdünnbaren Dispersion (1 : 1 bis 1 : 10) im Masseverhältnis 2 Teilen Leichtzuschlagstoff zu 1 Teil verdünnte Dispersion bis 1 Teil Leichtzuschlagstoff zu 4 Teilen verdünnte Dispersion vermengt. Anschliessend wird der (pulverförmige) Feinstzusatz als Füllstoff, z. B. Kalksteinmehl, gemahlene Flugasche, gemahlener Trass, eingemischt.
Bei diesem Mischvorgang bildet sich auf der Oberfläche der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes eine dünne Schicht aus Feinststoff aus. Als letzter Vorbehandlungsschritt für den Leichtzuschlagstoff wird bei einer Temperatur von etwa 500C getrocknet.
Bei der Verwendung eines wie beschrieben vorbehandelten Leichtzuschlagstoffes in einem Mörtel oder Putz werden die einzelnen Bestandteile bevorzugt in nachstehend genannten Mengen eingesetzt :
Bindemittel 65 bis 92 Masse-%, vorbehandelter Leichtzuschlagstoff 8 bis 35 Masse-% und
Zusatzmittel (Chemiekomponenten) 0, 01 bis 0, 5 Masse-%.
Beispiel 1 :
Portlandzement PZ 475 67, 34 M-%,
Kalkhydrat 13, 86 M-%,
Trass feingemahlen 13, 86M-% (Blaine 22. 000 cm2/g), expandiertes Polystyrol 1/3mm 4, 62 M-%,
Methylcellulose 0, 16 M-%,
Hydrophobierungsmittel 0, 10 M-% und
Luftporenmittel 0, 06 M-%.
Der Leichtzuschlagstoff (expandiertes Polystyrol 1/3 mm) und der Trass wurden in einem Erstmischvorgang 60 Sekunden vorgemischt, wobei die oben vorgegebene Arbeitsweise eingehalten wurde.
Beispiel 2 :
2000 l expandiertes Polystyrol wurden in einem Intensivmischer (Fabrikat : Eyrich) mit 36 kg verdünnter Dispersion (1 Teil
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Dispersion-2 Teile Wasser) vorgemischt, und anschliessend mit 88 kg gemahlenem Trass vermengt. Die Trocknung erfolgte anschliessend über 8 Stunden bei 400C. Nach Zugabe der übrigen Komponenten des Trockenleichtmörtels (oder-putzes) wurde das Mischgut weitere 60 Sekunden homogenisiert.
So wurde ein Mörtel mit folgender Zusammensetzung erhalten :
Portlandzement PZ 475 66, 21 M-%,
Kalkhydrat 14, 01 M-%, vorbehandeltes expandiertes Polystrol 1/3 mm 19, 47 M-%, Methylcellulose 0, 15 M-%,
Hydrophobierungsmittel 0, 10 M-% und
Luftporenmittel 0, 06 M-%.
Die so erhaltenen erfindungsgemässen Trockenmörtel wurden in Silobehältern auf die Baustelle transportiert. Entmischungen konnten weder bei der Produktion, noch beim Transport oder beim Verarbeiten festgestellt werden, die maschinelle Verarbeitung ergab Mörtel mit den angestrebten, guten Verarbeitungseigenschaften.
Zusammenfassend kann ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wie folgt wiedergegeben werden :
Ein Trocken (-isolier-) mörtel oder-putz enthält ein Bindemittel, wie Zement, Kalk oder Gips, wenigstens einen Leichtzuschlagstoff, wie geblähten Perlit oder expandiertes Polystyrol, sowie allenfalls für Steuerung der Verarbeitungseigenschaften des Frischmörtels oder - putzes zugesetzte Zusatzmittel. Die Teilchen des Leichtzuschlagstoffes sind mit einer Umhüllung aus einem anorganischen Material mit einer spezifischen Oberfläche nach Blaine von mehr als 8. 000 cm2/g ("Feinstzusatz"), oder bei Verwendung eines Haftvermittlers mit einer spez. Oberfläche nach Blaine unter 8000 cm2/g, z. B. Trass, Flugasche, Kalkstein, Zement, Microsilica umhüllt.
Durch die Umhüllung der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes wird erreicht, dass die Oberflächenkräfte abgesättigt sind, so dass die Bindemittelanteile des Trocken (-isolier-) mörtels und-putzes besser anhaften und eine sehr gute Einbindung des Leichtzuschlagstoffes im Trockenmörtel sichergestellt wird. Dadurch wird auch erreicht, dass ungeachtet der grossen Dichteunterschiede zwischen Bindemittel und Leichtzuschlagstoff weder bei der Lagerung noch beim dem Transport oder der Verarbeitung eine Entmischung auftritt.
Claims (6)
- Ansprüche : 1. Trockenmörtel und-putz mit einem Gehalt an wenigstens einem Bindemittel und mit wenigstens einem Leichtzuschlagstoff, wobei die Teilchen des Leichtzuschlagstoffes mit einem pulverförmigen, anorganischen Stoff umhüllt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die spezifische Oberfläche des die Umhüllung der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes bildenden, anorganischen Stoffes nach Blaine grösser als 8. 000cm2/g ist und vorzugsweise 15. 000 bis 25. 000cm2/g beträgt.
- 2. Mörtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Leichtzuschlagstoff geblähter Perlit oder expandiertes Polystyrol ist.
- 3. Mörtel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes aus Trass, Flugasche, Kalkstein, Zement, Microsilica u. dgl. besteht.
- 4. Mörtel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Bindemittel 78 bis 92 Masse-%, der Anteil an Leichtzuschlagstoff 3 bis 6 Masse-%, der Anteil an die Umhüllung der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes bildendem, anorganischen Stoff 5 bis 18 Masse-% und der Anteil an Zusatzmitteln 0, 01 bis 0, 5 Masse-% beträgt.
- 5. Mörtel nach einem der Ansprüch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Portlandzement, Portlandzement und Kalkhydrat, Gips, Gips und Kalkhydrat, hydraulische Kalke oder Putzund Mauerbinder enthalten sind.
- 6. Verfahren zum Herstellen eines Leichtzuschlagstoffes zur Verwendung in einTrockenmörtel oder-putz nach einem der Ansprüche 1 bis i dadurch gekennzeichnet, dass der Leichtzuschlagstoff, mit einem pulverförmigen, anorganischen Stoff gemischt wird, und dass durch den Mischvorgang auf der Oberfläche der Teilchen des Leichtzuschlagstoffes eine Umhüllung aus dem pulverförmigen Stoff ausgebildet wird.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| MM9K | Lapse due to non-payment of renewal fee |