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Verfahren zum Vorspannen von entlang ihrer Vorspannlänge auf einem Auflager aufliegenden Konstruktionsteilen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Vorspannen von entlang ihrer Vorspannlänge auf einem Auflager aufliegenden Konstruktionsteilen, wie dies beispielsweise bei Betonfahrbahnen oder Betonstartbahnen von Flugplätzen der Fall ist. Die Erfindung besteht hiebei im wesentlichen darin, dass der vorzuspannende Konstruktionsteil während des Vorspannens oder gegebenenfalls auch vorher einer im gleio- chen Sinn wie die Vorspannkräfte der im Konstruktionsteil verbleibenden Spannglieder wirkenden zusätzlichen Kraft unterworfen wird, welche nach erfolgter Vorspannung ausser Wirkung gesetzt wird.
Das Vorspannen vonKonstruktionsteilen erfolgt in bekannter Weise mit Spanngliedern, wie beispielsweise Kabeln, Stäben, Drähten usf., welche nach ihrer Vorspannung im Konstruktionsteil verbleiben und auf diesen Konstruktionsteil die Vorspannkräfte ausüben. Hiebei erfährt der Konstruktionsteil unter den Vorspannkräften eine elastische Formänderung u. zw. eine Verkürzung in Richtung der Vorspannung. Bei Konstruktionsteilen, welche entlang ihrer Vorspannlänge auf einem Auflager aufliegen, treten nun aber bei der elastischen Formänderung bzw. Verkürzung Reibungskräfte auf, welche überwunden werden müssen.
Die erfindungsgemässe Massnahme, den vorzuspannenden Konstruktionsteil einer im Sinne der Vorspannkräfte wirkenden zusätzlichen Kraft zu unterwerfen, ermöglicht nun, diese Reibung ganz o'aer teilweise durch diese zusätzliche Kraft zu überwinden, so dass die im Konstruktionsteil verbleibenden Spannglieder nicht durch die für die Überwindung dieser Reibung erforderliche Kraft belastet werden. Es wird auf diese Weise ermöglicht, die Spannglieder, welche im Konstruktionsteil verbleiben und daher verloren sind, schwächer zu dimensionieren und eine wesentliche Stahlersparnis zu erreichen, Gemäss der Erfindung ist diese zusätzliche Kraft zumindest gleich gross gewählt wie die Summe der zwischen dem vorzuspannendenKonstruktionsteil und dem Auflager auftretenden, einer elastischen Deformierung unter der Wirkung der Vorspannkräfte entgegenwirkenden Reibungskräfte.
Wenn diese zusätzliche Kraft gleich der Summe der Reibungskräfte gewählt wird, so kann die gesamte Reibung zwischen den vorzuspannenden Konstruktionsteilen und dem Auflager durch diese zusätzliche Kraft überwunden werden, so dass die im Konstruktionsteil verbleibenden vorgespannten Bewehrungen ausschliesslich entsprechend der Höhe der gewünschten Vorspannung bemessen werden müssen. Diese zusätzliche Kraft kann aber gemäss der Erfindung auch grösser gewählt werden als die Summe der zwischen dem vorzuspannenden Konstruktionsteil und dem Auflager auftretenden, einer elastischen Deformierung unter der Wirkung der Vorspannkräfte entgegenwirkenden Reibungskräfte.
In diesem Falle können dann die im Konstruktionsteil verbleibenden Spannglieder entsprechend dem diese Reibungskräfte übersteigenden Wert der zusätzlichen Kraft schwächer dimensioniert werden, da nun die Reibung im Sinne der Vorspannung wirkt und die im Konstrukrionsteil verbleibenden Spannglieder unterstützt. Die Reibung zwischen dem Konstruktionsteil und dem Auflager wirkt hiebei einer Ausdehnung des durch die Spannglieder und die zusätzliche Kraft zusammengepressten Konstruktionsteiles entgegen und ergibt gleichzeitig eine Vorspannkraft, zusätzlich zu der durch die im Konstruktionsteil verbleibenden Spannglieder eingebrachten Spannkraft.
Gemäss der Erfindung kann nun diese zusätzliche Kraft etwa doppelt so gross gewählt werden als die Summe der zwischen dem vorzuspannenden Konstruktionsteil und dem Auflager auftretenden, einer elastischen Deformierung unter der Wirkung der Vorspannkräfte entgegenwirkenden Reibungskräfte. Auf diese Weise kann der volle Wert der Reibung im Sinne der Vorspannung des betreffenden Konstruktionsteiles ausgenützt werden, so dass mit einem Minimum an im Konstruktionsteil verbleibenden Spanngliedern das Auslangen gefunden werden kann.
Die zusätzliche Kraft kann in einfacher Weise durch hydraulische Pressen aufgewandt werden, wel-
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ehe auf das Ende de : vorzuspannenden Konstruktionsteiles wirken. Es kann aber gegebenenfalls eine Vorspannung mitKeilen erfolgen und es können auch im vorzuspannenden Konstruktiousteil zusätzlich Spannkabel vorgesehen werden, welche nach dem Vorspannen wieder entfernt werden.
D ! e charakteristischen Beispiele von solchen vorzuspannenden Bauteilen, welche entlang ihrer Vor- spannlage mit Reibung auf einem Auflager aufliegen, sind Betonstrassendecken und Rollbahnen bzw. Startbahnen von Flugfeldern. Hier liegt die Strassendecke bzw. die Rollbahn und Startbahn mit Reibung auf dem Erdboden bzw. auf dem Schotter od. dgl. auf und diese Reibung muss bei der Vorspannung überwunden weiden, um die Spannkräfte In die Strassendecke bzw. die Roll- oder Startbahn einzubauen. In diesem Falle können nun gemäss der Erfindung zwischen den einzelnen vorzuspannenden Feldern bzw.
Abschnitten, Streifen von etwa 30 cm Breite ausgespart werden, so dass zwischen die Enden der vorzuspannenden Felder oder Abschnitte hydraulische Pressen eingelegt werden können, durch welche die zusätzlichen Kräfte aufgewandt werden können. Nach dem Spannen der hydraulischen Pressen nach Vorspannung der in der Strassendecke bzw. in der Roll-oder Startbahn verbleibenden Spannglieder, können dann diese freigelassenen Streifen ausbetoniert werden und es können die hydraulischen Pressen entfernt werden. Die Strassendecke bzw. die Roll-oder Startbahn wird dann nicht nur durch die in ihr verbleibenden Spannglieder, sondern auch durch die Reibung auf der Unterlage unter Vorspannung gehalten, PATENTANSPRÜCHE :
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Verfahren zum Vorspannen von entlang ihrer Vorspannlänge auf einem Auflager aufliegenden Konstruktionsteilen, wie Betonfahrbahnen oder Betonstartbahnen, dadurch gekennzeichnet, dass der vorzuspannende Konstruktionsteil während des Vorspannen oder gegebenenfalls auch vorher einer im gleichen Sinn wie die Vorspannkräfte der im Konstruktionsteil verbleibenden Spannglieder wirkenden zusätzlichen Kraft unterworfen wird, welche nach erfolgter Vorspannung ausser Wirkung gesetzt wird.