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Vorrichtung zum portionierten und durch eine Messeinrichtung registrierten Ausschank
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum portionierten und durch eine Messeinrichtung registrierten Ausschank von Flüssigkeiten, insbesondere Spirituosen, aus Flaschen, mit Sicherung gegen unbefugte Abnahme durch eine Plombe u. dgl. Für den Ausschank von Spirituosen aus Flaschen sind schon die verschiedensten Portionier-und Messeinrichtungen bekanntgewor- den, welche jedoch durchwegs nicht allen Anforderungen, die an solche Einrichtungen gestellt werden, Rechnung tragen. Vor allem ist bei den bekannten Einrichtungen vielfach nicht erreicht, dass Verfälschungen des Flascheninhaltes, d. h. der Austausch der Originalfüllung des Herstellens durch eine minderwertige Flüssigkeit durch den Zwischenhändler unmöglich gemacht werden.
Zu diesem Zwecke muss die neuerliche Füllung der Flasche ohne Abnahme der Ausschankeinrichtung von der Flasche, z. B. durch einen Lufteinlasskanal, ausgeschlossen sein. Ferner muss die Abnahme der Ausschankeinrichtung nur unter Verletzung einer Plombe od. dgl. möglich sein. Schliesslich darf die Messeinrichtung nicht nur eine ungefähre, sondern muss eine exakte Registrierung der ausgeschenkten Flüssigkeit ermöglichen, so dass nicht nur etwa die Zahl der ausgeschenkten mehr oder weniger gefüllten Gläser ersichtlich wird, sondern unabhängig von der Art der Betätigung beim Ausschank die entnommene Menge jederzeit genau ablesbar ist.
Dieser letzteren Bedingung ist beispielsweise nicht entsprochen, wenn lediglich ein Messraum durch Ansaugen gefüllt und dieser Messraum dann durch Kippen der Flasche entleert wird, weil in diesem Fall keine Gewähr dafür gegeben ist, dass der Messraum von dem Kippen auch tatsächlich zur Gänze und nicht etwa nur teilweise angefüllt wird. Erst ein genaues Registrieren des Ausschankes ermöglicht es beispielsweise bei Personalwechsel, die bisher ausgeschenkten Mengen zahlenmässig einfach abzulesen und abzurechnen und dem übernehmenden Personal den noch in der Flasche verbliebenen Rest ohne jedes Miss-
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gen zur Gänze erfüllt.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die mit der Messeinrichtung in Verbindung stehende Portioniereinrichtung über einen verschlusskappenartig auf einen Randwulst der Flasche aufgesetzten Anschlussteil an der Flasche plombierbar und flüssigkeitsdicht befestigt ist, wobei der Anschlussteil seinerseits mit einem in die Flasche hineinragenden Steigrohr gasdicht verbunden ist und ein das Steigrohr gegen Rückfliessen abschliessendes Bodenventil enthält, dass ferner an der Vorrichtung Offnungen zur Belüftung, der Flasche vorgesehen, sind, deren geringer Querschnitt und räumliche Anordnung eine Wiederfüllung der Flasche auf diesem Wege ausschliessen und dass schliesslich die Portioniervorrichtung einen zwischen Anschlägen verschiebbaren Messko1ben aufweist,
welcher mit dem Bodenventil im Anschlussteil zwecks Förderung der Flüssigkeit zusammenar- beitet, ein Überströmventil besitzt und mit der Fortschalteinrichtung. eines Zählwerkes im Eingriff steht. Der Messkolben steht vorzugsweise unter Wirkung einer Rückstellfeder und ist durch ein Handbetätigungsglied verschiebbar, das seinerseits über einen Klinkenhebel auf ein feingezahntes Eingangsrad des Zählwerkes einwirkt, wodurch auch Teilhübe des Messkolbens am Zählwerk registriert werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus dem nachstehend an Hand der Zeich- nung näher erläuterten Ausführungsbeispiel her- vor. Fig. 1 der Zeichnung zeigt im lotrechten Axialschnitt eine Messkolben-Portionier-Vorrichtung, welche auf einem mit Randwulst versehe- nen Flaschenkopf montiert ist, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 das Klinkengesperre, in der Schnittebene 777-777 der Fig. 2 gesehen, und Fig. 4 einen nach Linie IV-IV der Fig. 1 geführten Schnitt durch den Ventilschaft, von unten gesehen.
Die zählende Ausschank-und Portionier-Vor- richtung nach den Fig. 1-4 besitzt ein im we-
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Gehäuse.genau zylindrischen Bohrung 38 des Gehäuses 30, dem Messzylinder, ist der Dosier- oder Messkolben 31 vertikal verschiebbar gelagert, wel-
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cher an seinem Aussenumfang einen oder mehrere federnde und ringförmig um ihn herumlaufende Dichtwulste 32 und in der Mitte eine zylindrische Bohrung besitzt, durch welche der Stiel 34 eines Druckknopfes 33 hindurchragt. Der Druckknopf 33 ist in einer zylindrischen Bohrung des Gehäuses 30 vertikal so weit verschiebbar, bis die Unterkante 35 seines äusseren Umfanges auf den Zwischenboden 36 des Gehäuses 30 auftrifft.
Durch die Druckfeder 37 wird er anschliessend wieder nach oben in seine Ausgangsstellung zurückbefördert.
Am Stiel 34 des Druckknopfes 33 ist der Ven- tilkörper 39 des Kolbenventils befestigt. Dieser ist im Durchmesser grösser als der Stiel 34 und besitzt an seinem äusseren Umfang einen ringförmigen, elastischen Dichtwulst 40, der in eine am Boden des Kolbens 31 befindliche ringförmige Nut passt und infolge des starken Aufwärtsdruckes der Feder 37 eine exakte Abdichtung zwischen dem Ventilsitz am Kolben 31 und dem Ventilkörper 39 bewerkstelligt. Der Stiel 34 des Druckknopfes 33 bildet an seinem unteren Ende einen in seinem Durchmesser schwächeren Ventilschaft, welcher etwas länger ist, als die Dicke des Kolbens 31 beträgt.
Dadurch besitzt der Stiel 34 des Druckknopfes 33 eine ringförmige Schulter 41, welche sich beim Abwärtsdrücken des Druckknopfes 33 auf den Rand der Bohrung des Messkolbens 37 abstützt und dadurch den Messkolben 31 mitnimmt. Dt der Ventilschaft aber etwas länger ist, als der Messkolben 31 dick ist, wird beim Abwärtsdrücken der Dichtwulst 40 aus der ringförmigen Nut an der Kolbenunterseite herausgedrücKt, das Kolben ventil also geöffnet, so dass die Im Messzylinder 38 befindliche Flüssigkeit beim weiteren Abwärtsdrük- ken des Messkolbens 31 durch im Ventilschaft befindliche überströmkanäle 42 aufwärts über den Messkolben 37 hinauf gelangt.
Den unteren Abschluss des Pumpenzylinders bildet ein vorzugsweise aus Kunststoff bestehender Anschlussteil 43, der in der Mitte becherartig vertieft ist und hier In einer Kammer 43a ein Ventilplättchen 43b besitzt, welches das Bodenventil der Kolbenpumpe darstellt und an das zum Boden der Flasche reichende Steigrohr 12 anschliesst. Beim Abwärts- gehen des Messkolbens 31 ist das Bodenventil 43b geschlossen. Wird der Druckknopf 33 losgelassen, so schliesst die starke Druckfeder 37 zunächst das Kolbenventil 39, weil sich der Messkolben 31 im Messzylinder 38 wesentlich schwerer bewegen lässt als der Ventilschaft in der Kolbenbohrung.
Bei der weiteren Aufwärtsbewegung des Messkolbens 31 öffnet sich das Boden- ventil 43b und, lässt durch die Steigleitung 12 neue Flüssigkeit aus dem Inneren der Flasche 7 in den Messzylinder 38 nachströmen. Die oberhalb des Messkolbens 31 befindliche und als Inhalt des Messzylinders 38 genau abgemessene Flüssigkeitsmenge fliesst während der Aufwärtsbewegung des Messkolbens 31 durch das Aus- lauf röhr 44 aus und kann dort mit einem Glas bequem aufgefangen werden. Damit bei diesen
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37 gelangen kann, besitzt der Zwischenboden 36 einen den Stiel 34 des Druckknopfes 33 eng umschliessenden Dichtwulst 45.
Die dem ausgepumpten Flüssigkeitsquantum entsprechende Luftmenge wird dem Flascheninneren durch ein Luftausgleichsrohr 46 zugeführt. Dieses ist so eingerichtet, dass ein unbefugtes Nachfüllen der Flasche praktisch ausgeschlossen ist, wie aus Fig. 1 ohne weiteres erhellt.
Einer- seits hat das Luftausgleichsrohr 46 einen sehr geringen Querschnitt, anderseits mündet es nicht unmittelbar ins Freie, sondern endet in einer Bohrung unterhalb des Auslaufrohres 44 und ist mit der Aussenatmosphäre durch eine Nut 47'im Auslaufrohr 44 verbunden, welche von der oberen Endigung des Luftausgleichröhrchens 46 zu einer ebenfalls engen, danebenliegenden und ihrerseits erst nach unten und aussen führenden Bohrung 47 hinführt. Diese Anordnung hat den weiteren Vorteil, dass während des Transportes beispielsweise das Auslaufrohr lediglich um 1800 gedreht zu werden braucht, um die Verbindung zwischen Luftausgleichsrohr 46 und der nach aussen führenden Bohrung 47 zu unterbrechen,
so dass keine Flüssigkeit auslaufen kann.
Der Anschlussteil 43 besitzt an der Innenseite seines Mantelteiles einen Dichtwulst 48, welcher genau in die Rille des Flaschenkopfes 49 passt.
Am Aussenumfang des Dichtwulstes 48 ist eine Rille 50 vorgesehen, in welche ein entsprechender Dichtwulst des Gehäuses 30 einrastet. Dadurch ist der Messk01ben-Portionierer einerseits geschlossen und sitzt anderseits auf der Flasche fest, wo er durch eine Befestigungs-SpannschelIe 51 mit einer Plombe 52 gegen unbefugtes Lösen gesichert ist.
Das Zählen der Portionen erfolgt mittels eines Zählwerkes 33 von besonderer Bauart über ein Klinkengesperre (Fig. 3), welches so eingerichtet ist, dass bereits ein Bruchteil des gesamten Schaltweges (so wenig als sich das Kolbenventil beispielsweise öffnet, bevor der Messkolben sich nach unten zu bewegen beginnt) registriert, so dass es praktisch ausgeschlossen ist, dass Ware entnommen werden kann, ohne dass dieses dem Zählwerk mitgeteilt wurde. Der Hebel 54 des Klinkengesperres wird durch den Druckknopf 33 zwangsläufig betätigt (Fig. 1, 3), ohne, dass von aussen darauf Einfluss genommen werden kann.
Das Klinkengesperre wird jeweils durch eine Rückholfeder 55 in seine Ausgangsstellung zurückgebracht, wenn sich der Druckknopf nach oben bewegt. Eine mit dem Hebel 54 verbundene Feder 56 rückt bei Betätigung des Druckknopfes 33 das mit der Einerrolle des Zählwerkes 53 verbundene Klinkenrad 57 weiter. Eine zweite Feder 58 der gleichen Art, welche unterhalb des Klinkenra, des 57 im Zählwerkskörper verankert
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hen. Die seitliche Abdeckplatte 59 (Fig. 2), sowie die Scheibe des Zälwerkfensters 60 schlie- ssen unbefugte Einflussnahme auf den Zähler ohne Beschädigung aus.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum portionierten und, durch eine Messeinrichtung registrierten Ausschank von Flüssigkeiten, insbesondere Spirituosen, aus Flaschen, mit Sicherung gegen unbefugte Abnahme durch eine Plombe od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Messeinrichtung in Verbindung stehende Portioniervorrichtung (30) über einen verschlusskappenartig auf einen Randwulst (49) der Flasche aufgesetzten Anschlussteil (43) an der Flasche plombierbar und flüssigkeitsdicht befestigt ist, wobei der Anschlussteil seinerseits mit einem in die Flasche hineinragenden Steigrohr (12) gasdicht verbunden ist und ein das Steigrohr gegen Rückfliessen abschliessendes Bodenventil (43b) enthält, dass ferner an der Vorrichtung öffnungen (46, 47)
zur Belüftung der Flasche vorgesehen sind, deren geringer Querschnitt und räumliche Anordnung eine Wiederfüllung der Flasche auf diesem Wege ausschliessen, und dass schliesslich die Portioniervorrichtung (30) einen zwischen Anschlägen verschiebbaren Messkolben (31) aufweist, welcher mit dem Bodenventil (43b) im Anschlussteil (43) zwecks Förderung der Flüssigkeit zusammenarbeitet, ein Überströmventil (39) besitzt und mit der Fortschalteinrichtung (54) eines Zählwerkes (53) im Eingriff steht.