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Überwachungseinrichtung für programmgesteuerte, elektronische Rechenmaschinen, Anlagen und Geräte
Für programmgesteuerte Rechenmaschinen sind im wesentlichen zwei Arten von Kontrollmöglich- keiten bekannt, nämlich 1. in das Programm eingebaute numerische Rechenkontrollen und 2. in derMaschine selbst fest eingebaute Betriebskontrollen.
Zu der ersten Art von Rechenkontrollen, die der Programmierer in dasRechenprogramm einfügen kann, gehören z. B. Quersummenproben, die doppelte Ausführung von Operationen mit nachfolgender Kontrolle der Übereinstimmung der beiden Resultate, die Rückrechnung vor bestimmten Operationen und Vergleichen mit den Ausgangsgrössen, bei der z. B. auf eine Multiplikation eine Division als Probe folgt oder umgekehrt. Verstösst z. B. die Quersummenprobe gegen die Rechenregel oder wird bei der dop- pelten Ausführung von Operationen oder bei der Rückrechnung einer Operation eine Differenz festgestellt, so wird die Maschine automatisch gestoppt, so dass dann der entweder in der Programmierung oder in der Maschine liegende Fehler gesucht werden kann.
Durch diese Art von Rechenkontrollen wird die Programmierungsarbeit vergrössert und ein grösseres mathematisches Wissen des Programmierers vorausgesetzt. Ausserdem wird die Rechenzeit und die Belegung der Speicher wesentlich vergrössert. In der Praxis können derartige Kontrollen daher nur auf einige wenige Programmpunkt beschränkt werden.
Bei den in der Maschine selbst eingebauten Betriebskontrollen handelt es sich um zusätzliche Schaltungen, welche die Betriebssicherheit erhöhen sollen. Es wird z. B. bewusst eine Redundanz des Zahlenund Befehlsschlüssels zugelassen, die von der Maschine dazu ausgenutzt wird, zu prüfen, ob eine sinnvolle Information gelesen worden ist. Hiezu eignet sich z. B. der sogenannte 2-aus-5-Schlüssel, bei dem jede der Ziffern 0 bis 9 aus zwei Bits gebildet wird, während die übrigen drei fehlen. Kommen mehr oder weniger als zwei Bits in einer solchenFünfer-Kombination vor, so muss ein Fehler vorliegenunddie Maschine wird automatisch gestoppt. Auch Quersummenproben oder zwei die gleiche Operation durchführende, parallele Rechenwerke können für diesen Zweck fest in die Maschine eingebaut werden.
Treten Differenzen auf, so wiederholt die Maschine die letzte Operation so lange, bis Übereinstimmung der Er- gebnisse vorhanden ist oder stoppt, wenn eine solche Übereinstimmung nicht erreicht wird. Der Mehraufwand an Schaltkreisen für eine einigermassen ausreichende Kontrolle beträgt bis zu 30 lo, ist also recht erheblich.
Durch die Erfindung, die sowohl bei eigentlichen programmgesteurten Rechenanlagen als auch bei sonstigen programmgesteuerten Anlagen und Geräten, z. B. Steuerungsanlagen in der automatischen Fertigung, angewendet werden kann, wird eine visuelle Überwachung des Programmablaufs vorgeschlagen, durch welche auf die Art und den Ort des Fehlers leicht geschlossen werden kann.
Gemäss der Erfindung ist eine Überwachungseinrichtung für programmgesteuerte'elektronische Rechenmaschinen oder sonstige programmgesteuerte Anlagen und Geräte gekennzeichnet durch Mittel zur Ableitung einer den jeweiligen Stand des Befehlszählers und/oder eines Adressenregisters darstellenden Spannung sowie Mittel zur sichtbaren, analogen Darstellung des zeitlichen Verlaufs des Befehlszählerstandes und/oder des Standes des be- treffenden Adressenregisters unter Verwendung der erwähnten Spannung. Als Mittel zur sichtbaren Darstel-
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lung des zeitlichen Verlaufs kann z. B. ein Elektroner : strahloszUl0graph oder ein Koorainatenschreiber verwendet werden.
Dabei ist man bestrebt, ein Bild zu erzeugen, das dem Flussdiagramm des Programms möglichst analog ist. Der Befehlszähler einer programmgesteuerten Rechenanlagc z. B. gibt an, welcher Schritt des im Speicher festgelegten Programms im Augenblick vom Rechenwerk gerade durchgeführt wird. Nach Ausführung des Befehls wird im einfachsten Fall der nächste im Speichel festgelegte Befehl in das Befehlsregister überführt, während gleichzeitig der Befehlszählerstand um 1 erhöht wird. Im Falle von Programmschleifen wird auf einen im Speicher an früherer Stelle stehenden Befehl zurückgeschaltet und auch der Befehlszählerstand entsprechend sprungartig verkleinert. Ausserdem kann auch bei bestimm- ten Operationsfolgen, z. B.
Unterprogrammen, die an anderer Stelle des Speichers aufgezeichnet sind, der Befehlszählerstand entsprechend sprungartig verändert werden. Nach Ausführung der dort aufgezeichneten Operationen wird der Befehlszähler dann zurückspringen und dann programmgemäss von der alten Stelle ausgehend weiterzählen. Der zeitliche, teilweise kontinuierliche, teilweise sprunghafte, Ablauf des Befehlszählerstandes gibt somit eine bildlich Darstellung des Programmablaufs, wie weiter unten an einigen ausgewählten Beispielen gezeigt werden soll :
InFig. 1 ist das vereinfachte Blockschaltbild einer programmgesteuerten Ein-Adress-RechenanlageRA dargestellt. Zahlen und Befehle werden durch die Ein- und Ausgabe EA in den Speicher SP geleitet, der z. B. als Magnettrommelspeicher ausgeführt sein kann.
Mit dem Start der eigentlichen Rechnung wird durch das Steuerwerk SW Befehl für Befehl in das Befehlsregister, bestehend aus dem OperatorregisterOP und dem Adressenregister AS, gerufen und ausgeführt. Die Folge der Aufrufe von Befehlen wird durch den Befehlszähler BZ bestimmt. Im allgemeinen wird nach der Ausführung eines Befehls der Befehlszählerstand jeweils um "Eins" erhöht. Bei bedingten und unbedingten Sprungbefehlen wird jedoch die Adresse ersetzt und die Zählung wird dann von dieser neuen Adresse aus fortgesetzt. Bei jedem Schritt erhält das SteuerwerkSW seine Anweisungen aus dem Befehlsregister (AS/OP) und leitet dann die Operation, bis der Befehl vollständig ausgeführt ist. Nach Abschluss der Operation erhält der Befehlszähler BZ die Anweisung "Fortfahren", d. h.
Erhöhung der Adresse um 1 oder Sprung nach einer andern Adresse.
In Anwendung der Erfindung auf den als Beispiel beschriebenen Rechenautomaten wird der Befehlszählerstand BZ einem Digital-Analog-Wandler DA zugeleitet, in dem eine dem Befehlszählerstandproportionale elektrische Spannung erzeugt wird, die z. B. an das horizontale Ablenkplattenpaar einer Os- zillographenröhre OS gelegt wird. Ein solcher Digital-Analog-Wandler kann z. B. - wie dargestellt - aus einer Matrix aus Widerständen bestehen, in denen von den einzelnen Binärstellen des Befehlszähler, etwa über nicht dargestellte Röhren, Ströme erzeugt werden, wenn die betreffende Binärstelle eine"Eins"zeigt, die dem Stellenwert 1, 2, 4, 8, 16... der betreffenden Binärstellen proportional sind.
In dem gemeinsa- men Ableitwiderstand W der Widerstandsmatrix fliess, dann der Summenstrom, der ein analoges Mass für den jeweiligen Befehlizahlerstand ist. Dem Befehlszählerstand entspricht damit eine bestimmte proportionale Spannung am Widerstand W, die zur Horizontalauslenkung des Oszillographen OS verwendet wird.
Auf das vertikale Ablenkplattenpaar wird von einem Zeitablenkgerät ZA eine zeitproportionale Ablenkspannung gegeben. Diese kann von Hand oder durch zusätzliche Koinzidenz-Trigger K1 bzw. K 2 wieder auf den Anfangspunkt der Auslenkung, z. B. auf den oberen Rand des Oszillographenschirms, gebracht
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stellung des Befehlszählerstandes jeweils mit dem Augenblick beginnt, wenn gerade in dem entsprechenden Register BZ oder OP der betreffende Zählerstand bzw. Cperationstyp erreicht wird.
Fig. 2 - 6 zeige. 1Bilder für einige typische Programmabläufe, wie sie sich bei einer solchen Anwendung der Erfindung auf dem Oszillographenschirm darstellen. Dabei sei angenommen, dass der Kathodenstrahl durch die Zeitablenkung von oben nach unten ausgelenkt wird. Im Falle eines einfachen Geradeausprogramms, Bei dem sich der Befehlszählerstand jeweils nach jedem Schritt um 1 erhöht, wird dabei der Stiahl in diagonaler Richtung von links oben nach rechts unten wandern, wie dies in Fig. 2 angedeutet ist. Je nach der Geschwindigkeit, mit der die einzelnen Operationen durchgefuhlt werden, wird die aufgezeichnete Linie mehr oder weniger steil verlaufen. So zeigt der erste Teil der in Fig. 2 dargestellten Kurve überwiegend schnell verlaufende Operationen, z. B.
Additionen, und der zweite Teil der Kurve überwiegend langsamer verlaufende Operationen, wie z. B. Multiplikationen. Die Neigung, unter der sich Geradeausteile des Programms auf dem Schirm abzeichnen, ist ein Mass für die Operationsgeschwindigkeit und lässt schon gewisse Rückschlüsse auf die Operationsfolge zu.
Fig. 3 zeigt die Darstellung einesProgrammteils mit einer Programmschleife, bei dem eine bestimmte Befehlsfolge im Speicher mehrfach aufgerufen wird, wie dies z. B. bei Durchführung von Iterationen der Fall ist. Der Befehlszähler springt dann jeweils nach Erreichen eines bestimmten Standes wieder auf
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einen früheren Stand zurück und zeigt in der Wieaerholung dieses Vorganges an, dass die zwischen den beiden Befehlszählerständen liegenden Operationen mehrfach nacheinander (im dargestellten Beispiel z. B. 6-mal) durchgeführt werden.
Fig. 4 zeigt als Beispiel die Einfügung eines Unterprogramms in das Hauptprogramm. Ein Unterprogramm wird meist in einem andernBereich des Speichers liegen, was durch entsprechende Befehlszähler- stände gekennzeichnet ist. In diesem Falle springt also der Kathodenstrahl plötzlich waagrecht an eine andere Stelle, zeichnet dort das Unterprogramm auf, um dann auf den alten Befehlszählerstand zurückzuspringen und von dort aus das Hauptprogramm weiter anzuzeigen. Das Unterprogramm selbst kann natürlich auch seinerseits schleifenförmig, wie an Hand der Fig. 3 erläutert, ausgebildet sein.
Fig. 5 zeigt ein Bild, wie es entsteht, wenn ein Befehl im Befehlsregister stehen bleibt und mehrfach nacheinander ausgeführt wird, wobei ein solcher Befehl von einem andern Register (nicht in Fig. 1 dargestellt) gesteuert wird. Es entsteht dann eine senkrechte Linie auf der Braun'schen Röhre, da der Befehlszählerstand nicht verändert wird, während die Zeitablenkung weiterläuft.
Die vorstehend geschilderten Beispiele zeigen nur einige typische Formen der zeitlichen Darstellung des Befehlszählerstandes. In einem normalen Programm treten alle diese Formen an bestimmten Stellen auf und die Zusammenstellung und Verschachtelung der einzelnen Programmteile stellt sich daher in typischer Weise als entsprechender Linienzug auf dem Oszillographenschirm dar. An Hand des Speicherplanes
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ufBraun'schen Röhre verfolgen und Störungen an Abweichungen des Bildes leicht erkennen.
Zur genaueren Analyse einzelner Teile des Programms ist es vorteilhaft, sowohl den Massstab der (z. B. senkrechten) Zeitablenkung als auch den Massstab der dem Befehlszählerstand proportionalen (z. B. waagrechten) Ablenkung veränderlich zu gestalten.
Um eine gute Übersicht über den Programmablauf zu. bekommen, kann es vorteilhaft sein, Oszillographenröhren mit langer Nachleuchtdauer oder Dunkelschriftröhren zu verwenden, die z. B. jeweils nach Durchlaufen des ganzen Bildfeldes wieder gelöscht werden. Man kann auch bei Verwendung einer Dunkelschriftröhre das einmal geschriebene Bild stehen lassen und ein neues Bild darüber schreiben lassen, um aus den Abweichungen, die sich beim Aufeinanderschreiben der Bilder ergeben, Schlüsse zu ziehen. Bei solchen Untersuchungen treten dann z. B. Verzweigungen des Programms deutlicher hervor. Fig. 6gibt als Beispiel ein derartiges Bild, bei dem der Oszillograph auf einen bestimmten Befehlszählerstand innerhalb einer Schleife synchronisiert ist. Der Oszillograph gibt dann nach mehrfachem Durchlaufen der Schleife z.
B. die verschiedenen Äste einer Programmverzweigung wieder (im dargestellten Beispiel eine 3-fache Verzweigung), wobei die einzelnen Zweige sich im allgemeinen durch dünnere Linien darstellen als das Hauptprogramm, da sie weniger oft durchlaufen werden. Aus derartigen Bildern lässt sich also entscheiden, ob anProgrammpunkten, an denen die Maschine eine Entscheidung treffen muss, nach welchem Programm sie weiterrechnet, eine solche Entscheidung wirklich getroffen wird und wie sich die Entscheidungen etwa auf die einzelnen Möglichkeiten verteilen. Die sogenannten trommelgesteuerten Maschinen haben Eigenschaften, die eine zusätzliche Anmerkung erfordern.
Die gesamte Operationszeit setzt sich bei diesen Maschinen aus der eigentlichen Operarionszeit der arithmetischen Recheneinheiten und der Suchzeit für denSpeicherplatz zusammen. Die Suchzeit für den Speicherplatz ist dabei jedoch keine Konstante. Sie ist vielmehr zufällig und dauert im Maximalfall eine ganze Trommelumdrehung, im Mittel jedoch eine halbe Trommelumdrehung.
Das würde dazu führen, dass das Bild, das von Oszillographen oder Registriergerät entworfen wird, gewissen zufälligen Ereignissen unterworfen ist, während das Ziel war, das topologische Bild des Programmablaufs allein zu erhalten, Da bei trommelgesteuerten Maschinen für die Dauer der Suchzeit die arithmetischen Recheneinheiten stilliegen, ist es einfach, an den zugehörigen Steuereinrichtungen bei Beginn der Suchzeit ein Signal und nach Beendigung der Suchzeit ein zweites Signal abzuleiten. Diese beiden Signale werden dazu verwendet, während der Dauer der Suchzeit die
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entsteht.rung bestimmter Organisationsbefehle ein zusätzliches Signal aus der Rechenmaschine abzuleiten, durch welches der Elektronenstrahl veranlasst wird, eine besondere Marke, z.
B. einen kleinen Kreis, zu schrei- ben, durch den der betreffende, besonders interessierende Programmpunkt im Bild besonders hervorgehoben wird. Dabei wird z. B. ein für die bestimmte, zu kennzeichnende Operation typischer Impuls aus der Rechenmaschine abgeleitet und dazu verwendet, eine Torschaltung zu öffnen, durch welche geeignete Zusatzspannungen an die beiden Ablenkplattenpaare des Oszillographen gelegt werden, durch die ein
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kleiner Kreis an der betreffenden Stelle des Schirmes geschrieben wird.
Nach einiger Übung wird es dem Prcgrammierer möglich sein, für ein neu aufgestelltes Programm das zu erwartende Oszillogramm vorauszusagen. Dadurch ist es möglich, ein Überwachungsgerät gemäss der Erfindung als Hilfe für die Testung neuer Programme zu benutzen. Versagt ein neues Programm an irgendeiner Stelle, so kann derProgrammierer die Rechnung abbrechen und an Hand des aufgezeichneten Oszillogra. wms den Fehler in Ruhe suchen, während die Maschine bereits wieder durch andere Benutzer belegt werden kann.
Auch zur schrittweisen Prüfung eines neuen Prograrnmt, bei der die Operationen vom Kontrollpult her eine nach der andern ausgelöst werden, ist eine Überwachungseinrichtung gemäss der Erfindung sehr geeig- net. DerOszillographenstrahl wandert dann jeweils von Punkt zu Punkt und es lässt sich nachprüfen, ob der Befehlszählerstand sich nach dem vorgesehenen Programm richtig ändert.
Für den letztgenannten Zweck und auch bei der Durchführung von Routineprogrammen, wie z. B. Wettervorhersage-Berechnungen, bei denen heute vorwiegend angelernte Kräfte eingesetzt werden, kann man statt eines Elektronenstrahl-SicÌ1tgerätes auch vorteilhaft Registriergeräte verwenden. Dabei kann an Hand eines Toleranzschemas oder bereits früher aufgenommener Vergleichsoszillogramme das ordnungsgemässe Arbeiten der Maschine nachgeprüft werden.
Eine Erweiterung des im Vorstehenden erläuterten Erfindungsprinzips ist dadurch möglich, dass ausser dem Be. ehlszählerstand auch der Inhalt eines Adressenregisteis in analoger Form auf dem Schirm des Oszillographen oder durch das Registriergerät dargestellt wird. Die Folge der durch die Adresse angegebenen Speicherzellen wird zwar nur in besonderen Fällen von so regelmässiger Struktur sein, dass eine sichtbare Aufzeichnung von Interesse ist, in manchen Fällen kann jedoch ein für den Programmablauf typisches Bild erzeugt werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Speicherung der Zahlen- und Parameterwerte nach einem besonderen Schema geschieht, wie z. B. bei der Matrizenrechnung. beiPotenzreihenentwicklun- gen, Interpolationen usw.
Die bei derartigen Operationsfolgen auftretenden Strukturen des Bildes lassen ebenso wie die in den Fig. 2-6 an Beispielen dargestellten Bilder des Verlaufs des Befehlszählerstandes Rückschlüsse auf den Programm verlauf zu. Gemäss weiterer Erfindung kann daher auch in ähnlicher Weise, wie oben für denBefehlszählersand ausgeführt, der Stand eines Adressenregisters in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt werden. Die technische Durchführung geschieht ganz analog zu der oben für den Befehlszählerstand geschilderten Weise, so dass darauf hier nicht nochmals eingegangen zu werden braucht. Die Darstellung kann mit einem zweiten Oszillographenstrahl oder in an sich bekannter Weise durch Umtasten zwischen den beiden zugeordneten Digital-Analog-Wandlern mit einem Einstrahioszillographen geschehen.
Im folgenden soll eine weitere vorteilhafte Ausbildung von Überwachungseinrichtungen gemäss derEr- findung beschrieben werden, bei der zur visuellen Überwachung des Programmablaufs in der einen Koordinate eines kartesischen Koordinatensystems dei zeitliche Verlauf B (t) des Belehlszählersiandes selbst
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lenkrichtung eine dem Befehlszählersta. 1d proportionale Spannung (bzw. Strom) direkt und dessen anderer Ablenkrichtung dieselbe Spannung (bzw. Strom) über ein differenzierendes Netzwerk zugeführt wird.
Fig. 7 zeigt eine solche Überwachungseinrichtung in Anwendung auf eine Rechenanlage RA, wie sie auch als Beispiel in Fig. 1 dargestellt ist. Die eigentliche Rechenanlage selbst enthält also im wesentlichen die gleichen Teile, d. i. einen Speicher SP, ein Rechenwerk RW, ein Ein- und Ausgabewerk EA, ein Befehlsregister, bestehend aus Operationsregister OP und Adressenregister AS, ein Steuerwerk SW sowie den Befehlszähler BZ, von denen nur der letzte in Fig. 7 nochmals dargestellt ist.
Wie bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 wird auch im vorliegenden Falle aus dem Befehlszähler- stand in einem Digital-Analog-Wandler DA eine Analogspannung abgeleitet, die dem Befehlszählerstand etwa proportional ist. Diese Spannung wird dem einen z. B. senkrechten Ablenkplattenpaar des Oszillographen OS direkt zugeführt, so dass die Vertikalablenkung auf dem Oszillographenschirm ein Mass für den jeweiligen Befehlszählerstand ist. Die Analogspannung B (t) wird ausserdem einem differenzierenden
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= --ebenfallsAnalogspannung B. ist im Falle von Geradeausteilen des Programms vernachlässigbar klein und kann durch eine geeignete Vorspannung in dem Netzwerk DM auch ganz unterdrückt werden.
Sobald Spränge im Pro-
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gramm auftreten, wird dagegen die Spannung BO merklich von Null verschieden, u. zw. umso grösser, je grösser der Unterschied zwischen den beidenBefehlszählerständen ist, zwischen denen der Sprung ausgeführt wird. Dabei sei die Spannung so gepolt, dass bei einem Sprung auf einen kleineren Befehlszähler- stand, z. B. bei einer Prcgrammschleife, wenn also der Differentialquotient negativ ist, eine Auslenkung auf dem Oszillographenschirm nach rechts geschieht, während bei Sprüngen auf einen grösseren Befehls- zählerstand, d. h. bei positivem Differentialquotienten, die Auslenkung auf dem Bildschirm nach links geschehen soll.
Es ergibt sich dann eine Darstellung auf dem Schirm des Oszillographen, wie es beispielshalber für einen beliebig gewählten Programmverlauf in Fig. 8 wiedergegeben ist. Im Falle gewöhnlicher Elementaroperationen, bei denen der Befenlszählerstand nach jeder Operation um 1 erhöht wird, wandert der Strahl etwa auf der Mittellinie des Bildfeldes von oben nach unten. Der Analogwert B ist nahezu Null und kann gegebenenfalls auch-wie erwähnt-völlig unterdrückt werden. Im Falle eines Rücksprungs, z. B. von dem Punkt a auf den Punkt b steigt der Analogwert für B sprungartig auf einen negativen Wert, der der Grösse des Sprunges, also dem Abstand a - b entspricht, und lenkt den Strahl entsprechend nach rechts aus.
Es wird also eine Schleife vom Punkt a zurück zum Punkt b durch den rechten Halbteil des Oszillographen
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oder eine Verzweigung des Programmablaufs eintritt, wird der Strahl entsprechend nach links ausgelenkt, wie z. B. zwischen dem Punkt e einerseits und den Punkten f, g, h bzw. i anderseits dargestellt. Bei Beendigung eines Programm zyklus springt im dargestellten Beispiel derBefehlszähler vom Punkt k wieder auf den Anfangspunkt l zurück. Dieser Sprung besitzt, da er die grösste Sprungweite hat, auch die grösste seitliche Auslenkung.
Insgesamt ergibt sich auf dem Schirm des Oszillographen, insbesondere wenn man einen nachleuchtenden Schirm oder eine Blauschriftröhre verwendetem übersichtliches Bild, das noch mehr als die durch eine Einrichtung gemäss Fig. 1 erhaltenen Bilder der Fig. 2-6 der üblichen Darstellungsart eines Flussdiagramms für Rechenmaschiuenprogramme ähnlich ist.
Da die Aufzeichnung auf dem Schirm umso schwächer geschehen würde, je weiter der Sprung ist, d. h. je schneller der Elektronenstrahl über den Schirm bewegt wird, ist es vorteilhaft, die aus dem differenzierenden Netzwerk DN abgeleitete Spannung gleichzeitig noch dazu zu verwenden, den Strahl entsprechend der Änderungsgeschwindigkeit aufzuhellen. Zu diesem Zweck wird die Spannung B- einer Anordnung HS zur Helligkeitssteuerung des Kathodenstrahls derart zugeführt, dass der Strahl bei grösseren Werten der differenzierten Spannung heller gesteuert wird. Derartige Schaltungen sind an sich bekannt und brauchen deshalb nicht näher erläutert zu werden. Es kann weiterhin erforderlich sein, zur Erzielung einer exakteren Darstellung die Laufzeit des Signals im differenzierenden Netzwerk DN zu berücksichtigen.
Zu diesem Zweck kann, wie durch T angedeutet, in die Zuleitung des Signals B (t) zu den senkrechten Ablenkplatten ein Laufzeitglied eingeschaltet werden, welches die gleiche Laufzeit wie das differenzierende Netzwerk DN hat.
Überwachungseinrichtungen gemäss der Erfindung sind auch mit den eingangs erwähnten bekannten Kontrollmöglichkeiten kombiniert vorteilhaft anzuwenden. Während das Schwergewicht der eingangs erwähnten bekannten Verfahren darin liegt zu prüfen, ob arithmetische Operationen richtig ausgeführt werden, wird durch die erfindungsgemässe Überwachungseinrichtung die richtige Folge der Operationen laufend überprüft. Die beiden Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten ergänzen sich also in vorteilhafter Weise.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Überwachungseinrichtung für programmgesteuerte, elektronische Rechenmaschinen, Anlagen und Geräte, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Ableitung einer dem jeweiligen Stand des Befehlszählers und/oder eines Adressenregisters darstellenden Spannung sowie Mittel zur sichtbaren Darstellung des zeitlichen Verlaufs des Befehlszählerstandes und/oder des Standes des betreffenden Adressenregisters unter Verwendung der erwähnten Spannung vorgesehen sind.