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Motorwählertriebwerk
Die Erfindung bezieht sich auf ein Motorwählertriebwerk für Fernmelde-, insbesondere Fernsprech- anlagen, welches zwei unter einem Winkel von vorzugsweise 900 gegeneinander angeordnete Magnet- spulen aufweist, welche durch einen nockengesteuerten Schalter in Abhängigkeit von der jeweiligen Stel- lung des Ankers des Triebwerkes zu den Achsen der Magnetspulen geschaltet werden.
Derartige Triebwerke, welche es gestatten, Schrittgeschwindigkeiten von etwa 80 bis 200 Schrit- ten/Sekunde zu erreichen, sind bekannt. Bei den bekannten Ausführungsformen dieser Triebwerke berei- tet die Justierung der Kontaktfederpakete des nockengesteuerten Schalters durch die Notwendigkeit eines erheblichen Aufwandes von Einstellhilfsmitteln wie Stecklehren und andern Messgeräten gewisse Schwierigkeiten, und sie beansprucht viel Zeit, ist daher auch teuer. Ferner besteht der Nachteil, dass die Änderung der einmal eingestellten Schrittgeschwindigkeit des Triebwerkes an einem Motor im Betrieb, also im eingebauten Zustand, nicht mehr möglich ist.
Eine solche Änderungsmöglichkeit der Schrittgeschwindigkeit ist aber sehr erwünscht, wenn es gilt, bei mehreren in einer Anlage vereinigten Motorwählern gleiche Schrittgeschwindigkeiten aller Wähler zu erzielen.
Ein konstruktiver Vorschlag zur Erleichterung der Justierung der Kontaktfedersätze eines Nockenschalters für Triebwerke von Motorwählern ist beispielsweise in der deutschen Patent, chrift Nr. 845061 zu finden. Die dort beschriebene Anordnung setzt jedoch voraus, dass der Anker mit einer Fünfeckscheibe ausgerüstet ist, und dass bei der Justierung der Anker in verschiedenen Stellungen mittels eines besonderen, keilförmigen : inzelstückes fixiert wird.
Demgegenüber bedarf es bei der erfindungsgemässen Anordnung zur Justierung der Lage der Kontaktfedersätze keiner besonderen Lehren oder Hilfsmittel im Triebwerk, und ausserdem ermöglicht die Erfindung eine noch einfachere und schnellere Justierung als die bisher bekannten Einrichtungen.
Dies wird im wesentlichen dadurch erreicht, dass die Kontakte des nockengesteuerten Schalters in ar sich bekannter Weise auf einem gemeinsamen Bauteil sitzen, wie dies beispielsweise die britische Patentschrift Nr. 404, 1i3 beschreibt, wobei jedoch die Federsätze auf Trägern montiert sind, die in Schlitzen der Einstellplatte radial verschiebbar und feststellbar angeordnet sind.
Bei der Erfindung handelt es sich demnach um ein Motorwählertriebwerk mit zwei wechselweise erregten, vorzugsweise unter einem Winkel von 900 gegeneinander angeordneten Magnetspulen, welche durch einen nockengesteuerten Schalter mit justierbaren Kontaktfedersätzen in Abhängigkeit von der jeweiligen Stellung des Ankers des Motortriebwerkes zu den Achsen der Magnetspulen geschaltet werden, für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist,
dass zwecks Erleichterung und Vereinfachung der Justierung der Lage der Kontaktfedersätze des nockengesteuerten Schalters gegenüber dem Triebwerksanker und zur Ermöglichung einer durch die Veränderung der erwähnten Lage erzielbaren Veränderung der Schrittgeschwindigkeit des Triebwerkes im Betrieb des Motorwählers als gemeinsamer Träger der die Unterbrecherfederpakete des nockengesteuerten Schalters aufnehmenden Federpaketträger eine um die Triebwerkswelle einstellbar verdrehbare, feststellbare Einstellplatte vorgesehen ist, die unter dem gleichen Winkel, den die Achsen der Magnetspulen des Triebwerkes miteinander einschliessen, angeordnete Schlitze aufweist, in welchen die Federpaketträger der Unterbrecherfederpa- kete des nockengesteuerten Schalters radial zur Triebwerkswelle verschiebbar und feststellbar sind.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, an Hand deren ? uch der Vorgang bei der Justierung beschrieben werden soll.
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Auf dem Triebwerksgehäuse 1 sind die beiden Magnetspulen 2 und 3 derart befestigt, dass ihre Achsen, wie bereits erwähnt, einen Winkel von vorzugsweise 900 miteinander einschliessen. Ferner ist die Triebwerkswelle 4 in dem Triebwerksgehäuse 1 gelagert. Der Z-förmige Anker 5 an sich bekannter Ausführung sitzt auf der Triebwerkswelle 4 fest aufgekeilt. Diese trägt ausserdem die zweiteilige Nockenscheibe 6, welche die beiden Federpakete 7 und 8 des nockengesteuerten Schalters betätigt, der die beiden Magnetspulen 2 und 3 in ebenfalls bekannter Weise wechselzeitig ein-und ausschaltet und so die Erregung der Magnetspulen 2,3 steuert.
Zur einwandfreien Funktion des Triebwerkes bei gleichmässigem Lauf und zur Einregelung der Schrittgeschwindigkeit desselben ist es-wie bekannt-erforderlich, dass die Federpakete 7 und 8 des nockengesteuerten Schalters jeweils in ganz bestimmten Relativstellungen des Ankers 5 zu den Achsen der Magnetspulen 2,3 ein-und ausgeschaltet werden. Damit diese Forderung erfüllt werden kann, muss die Relativstellung der Federpakete 7 und 8 zu den Achsen der Magnetspulen 2 und 3 und zur Trietwerkswelle 4 justicrbar sein, da die Relativstellung der Nockenscheibe 6 zum Anker 5 festgelegt ist.
Die Relativstellung der Federpakete 7 und 8 zu den Achsen der Magnetspulen 2 und 3 wird durch eine Verdrehung der Federpakete um die Triebwerkswelle 4 bewirkt, ohne dass die gegenseitige Lage der Federpakete 7 und 8 zueinander geändert wird. Diese Einstellung bewirkt eine Veränderung des Aus- und Einschaltzeitpunktes der Magnetspulen 2 und 3 bezüglich der jeweiligen Stellung des Ankers 5 zu den Achsen der Magnetspulen 2 und 3. Die Relativstellung der Federpakete 7 und 8 zu der Triebwerkswelle 4 wird durch Radialverschiebung der Federpakete 7 und 8 geändert. Diese Lageänderung bewirkt ebenfalls eine Änderung der Aus- und Einschaltzeitpunkte der Magnetspulen 2 und 3 relativ zur jeweiligen Ankerstellung im Sinne einer Verkürzung bzw. Verlängerung der Ausschaltedauer der Magnetspulen 2 und 3.
Dadurch, dass die Radialverstellung der Federpakete 7 und 8 in sinngemäss gleicher Weise immer für beide Federpakete vorgenommen werden muss, ergibt sich durch die Radialverstellung im Sinne einer Annäherung an die Triebwerkswelle 4 eine Verkürzung, bei einer Verstellung im Gegensinne eine Verlängerung jener Zeit, während der beide Magnetspulen 2 und 3 gleichzeitig erregt sind.
Zu dem Zweck, die Federpakete 7 und 8 gegenüber den Achsen der Magnetspulen 2 und 3 unter Beibehaltung ihrer Relativstellung zueinander verdrehen zu können, ist nach der Erfindung die Einstellplatte 9 vorgesehen, welche um die Triebwerkswelle 4 verdrehbar angeordnet ist und welche die Federpaketträger 10 und 11 aufnimmt, an denen die Federpakete 7 und 8 des nockengesteuerten Schalters befestigt sind. Die Ausgangsstellung der Einstellplatte 9 gegenüber den Achsen der Magnetspulen 2 und 3 ist durch zwei Passstiftlöcher 12 und 13 im Triebwerksgehäuse 1 festgelegt. Die Einstellplatte 9 ist durch Schrauben 14 und 15 am Triebwerksgehäuse 1 festgezogen. Die Verdrehung der Einstellplatte 9 zwecks Einstellung einer bestimmten Schrittgeschwindigkeit des Triebwerkes kann nach Lockern der Schrauben 14 und 15 erfolgen, worauf die Schrauben 14 und 15 wieder festgezogen werden.
Zur Radialverstellbarkeit der Federpakete 7 und 8 sind die Federpaketträger 10 und 11 nach der Erfindung in radial angeordneten Schlitzen 16 und 17 der Einstellplatte 9 angeordnet. Die Schlitze 16 und
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paketträger 10 und 11 sind durch Schrauben 18 und 19 in den Schlitzen 16 und 17 feststellbar.
Der Vorgang bei der Justierung geht folgendermassen vor sich : Zunächst werden die Federpaketträger 10 und 11 mit einer Messlehre auf gleiche Radialentfernung vom Mittel der Triebwerkswelle 4 eingestellt. Nach Festziehen der Schrauben 18 und 19 und Einsetzen von Passstiften in die Löcher 12 und 13 sowie Festziehen der Schrauben 14 und 15 wird die Schrittgeschwindigkeit des Wählers mittels Frequenzmessers in bekannter Weise bestimmt. Dann wird der in Drehrichtung des Triebwerkes gelegene Passstift aus dem Loch 13 entfernt und die Einstellplatte 9 nach Lockern der Schrauben 14 und 15 mittels einer zwischen die Einstellplatte 9 und den Passstift in Loch 12 eingeführten Messlehre um einen der Dicke der Messlehre entsprechenden kleinen Winkel verdreht, worauf die Schrauben 14 und 15 festgezogen und die Messung der Schrittgeschwindigkeit wiederholt wird.
Auf diese Weise ist die Einstellung einer gewünschten Schrittgeschwindigkeit des Triebwerkes in einfacher Art und in kurzer Zeit möglich.