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Misch- und Dispergiervorrichtung
Es gibt bereits Misch- und Dispergiervorrichtungen, z. B. gemäss Schweizerpatent 288154, USA-Patent 2, 619, 330 und österr. Patent Nr. 172920, mit zwei zueinander koaxial angeordneten Haltern, von denen mindestens der eine drehbar ist und welche um einen zentralen, dem Eintritt des zu behandelnden Gutes dienenden Raum angeordnete Zerkleinerungsorgane aufweisen, von denen mindestens ein Teil scherend zusammenarbeitet.
Der drehbare Halter wird so angetrieben, dass zwischen beiden Haltern eine so hohe, eventuell bis zu Ultraschallwerten betragende Umlaufgeschwindigkeit auftritt, dass ein zu behandelndes Gemisch aus dem zentralen Raum vermöge der durch die Drehung bewirkten Zentrifugalkraft in den Bereich der Zusammenarbeitenden Kränze von Zerkleinerungsorganen gelangt, durch Prallschläge der Flanken sowie Scherwirkungen zwischen den Zerkleinerungsorganen der Kränze eine intensive Bearbeitung, Zerteilung, Quetschung und innige Durchmischung gegebenenfalls bis zur Überführung in echte Suspensionen sowie kolloidale Lösungen erfährt, hiebei eventuell auftretenden physikochemischen Effekten (z. B. elektrische Aufladung, Oxydation, Destruktion, Depolymerisation usw.) unterworfen und nach der Bearbeitung an der Peripherie des äusseren Kranzes ausgeschleudert wird.
Bei diesen bekannten Vorrichtungen tragen die Halterböden die Zerkleinerungsorgane auf ihren einander zugekehrten Seiten, sodass die Zerkleinereungsorgane zwischen den Böden gewissermassen wie in einem von den Böden begrenzten Gehäuse sitzen. Daher sind diese Vorrichtungen nur für flüssiges Behandlungsgut oder solches mit kleineren festen Bestandteilen geeignet, da das Gut nur durch besondere Öffnungen mit begrenzter lichten Weite in den Halterböden zum zentralen Raum gelangen kann.
Es besteht jedoch in verschiedenen Gebieten ein Bedürfnis nach einer Misch- und Dispergiervorrichtung, welche auch zur Bearbeitung von Gemischen aus Flüssigkeit und festen Bestandteilen gröberer Struktur geeignet ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, die Unzulänglichkeit der genannten Vorrichtungen zu vermeiden und ist dadurch gekennzeichnet, dass auf der Eintrittsseite des zentralen Raumes die freien Enden mindestens eines Teils der rotierenden Zerkleinerungsorgane zum Angriff des sich zum zentralen Raum bewegenden Gutes in axialer Richtung frei zugänglich sind.
Das Gemisch kann nun feste Bestandteile haben, deren Ausmass mindestens so gross ist, wie die lichte Weite des Eintritts in den zentralen Raum und doch von den in axialer Richtung frei zugänglichen Enden der rotierenden Zerkleinerungsorgane vorzerkleinert werden.
Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung können z. B. ganze Klumpen chemischer Rohstoffe, wie z. B. Kaolin, Harze, Farbpigmente, aber auch Obst, Zuckerrüben, Kartoffeln usw. mit einer Flüssigkeit in einem Arbeitsgang zerkleinert und in diesen dispergiert, sowie homogenisiert werden. Derartige Klumpen mussten bis jetzt zuerst vorzerkleinert werden, bevor sie in die Mischund Dispergiervorrichtung gebracht wurden. Ausserdem hat die erfindungsgemässe Vorrichtung auch die Vorteile der oben erwähnten, bekannten Vorrichtungen.
Die beiliegende Zeichnung zeigt mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes.
Fig. 1 ist eine teilweise geschnittene Ansicht einer ersten Ausführungsform.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. 1.
Die Fig. 3-6 zeigen im Vertikalschnitt vier weitere Varianten.
Die Fig. 7 und 8 veranschaulichen eine weitere Ausführungsform, wobei Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 8 darstellt, welche eine teilweise geschnittene Draufsicht ist.
Fig. 9-12 a stellen eine weitere Ausführungsform dar, wobei Fig. 9 dieses Gerät mit elektrisch beheizter Hülse (letztere im Schnitt) zeigt.
Fig. 10 und 10 a zeigen diese Dispergiervorrichtung ohne die heizbare Sterilisierhülse im Längsschnitt bzw. im Querschnitt entsprechend dem Schnitt X-X der Fig. 10, und Fig. 11 die gleiche Vorrichtung, an einem Laborstativ befestigt.
Fig. 12 und 12 a sind eine Ansicht der Vorrichtung, eingebracht in ein Becherglas, bzw. ein Querschnitt durch dieselbe entsprechend dem Schnitt XII-XII der Fig. 12.
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Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 1 ist zum Antrieb der Zentralwelle 5 am oberen Ende einer Hülse 2 ein hochtouriger elektrischer Motor 1 mit Griff 6, Drehzahlregler und Schalter 3 angeordnet. Am freien Ende der Hülse 2 ist ein sternförmiger Halter 7 mit Armen 12 befestigt, welche je einen, ein Zerkleinerungsorgan bildenden, axialgerichteten Zahn 8 tragen, die zusammen einen zur Drehachse konzentrischen Zahnkranz bilden. In diesem stillstehenden Kranz von Zerkleinerungsorganen befindet sich ein drehbarer, innerer Kranz von Zerkleinerungsorganen 4, die auf den sternförmigen Halter 9 angeordnet sind, der zentrisch an der Welle 5 befestigt ist und dessen Arme zusammen ebenfalls einen Kranz axial gerichteter Zähne 4 tragen, der auch konzentrisch zur Drehachse liegt. Die inneren, drehbaren Zähne 4 umschliessen einen zentralen Raum, dessen Eintrittsseite unten liegt.
Auf dieser Eintrittsseite sind die freien Enden der rotierenden Zähne 4 in axialer Richtung frei zugänglich und können somit in ihren Bereich gelangendes Gut zur Vorzerkleinerung angreifen. Die Zahnkränze berühren sich zwar nicht, liegen aber so eng nebeneinander, dass sienochgenügend Raum lassen, um das bearbeitete Gut unter Scherung, Quetschung und Prallung durchzulassen. Die Halter könnten auch volle oder durchbrochene Scheiben oder Glocken bilden.
Je nach dem zu bearbeitenden Gut sind die Zähne nach der in der Drehrichtung des Innenhalters vorlaufenden Seite zu geschärft. Die Zähne haben rechteckigen Querschnitt (Fig. 2) und können in ihrer einfachsten Form an ihrem freien Ende recht-oder spitzwinklig abgeschnitten sein. Der Querschnitt der Zähne kann auch quadratisch, rhombisch, oval, rund oder halbrund, trapezförmig, stromlinienförmig oder noch anders gestaltet sein.
Zum Gebrauch wird die als Eintauchgerät ausgebildete Vorrichtung am Griffe erfasst und mit dem unteren Ende der Hülse 2 in das zu bearbeitende Gemisch in einen Behälter eingetaucht und in Betrieb gesetzt. Dadurch rotieren die Zähne 4 des inneren Kranzes relativ zu den Zähnen 8 des äusseren Kranzes. Das innerhalb des rotierenden inneren Kranzes befindliche Gut wird damit in schnelle Rotation versetzt und zwischen den Organen 4 des inneren Kranzes rundherum geschleudert und gegen die Zähne 8 des äusseren Kranzes gepresst und besonders durch den Anprall gegen die Flanken der Zähne 8 zerschlagen und zerschert. Dabei tritt eventuell auch Kavitation auf.
Gleichzeitig wird insbesondere der bereits feiner zerkleinerte Teil des Gutes zwischen den Zähnen 4 und 8 zermahlen, bis zu sehr hohen Feinheitsgraden zerrieben und zuletzt durch die Lücken zwischen den Zähnen 8 hindurch in den Behälter ausgeschleudert. Hand in Hand damit geht eine innige Durchmischung einher gegebenenfalls bis zur Überführung des Gutes in echte Suspensionen oder kolloidale Lösungen.
Die bei der Arbeit auftretenden physiko-chemischen Effekte, wie insbesondere elektrische Aufladung, Jonisierung, Oxydation, Destruktion, Depolymerisation, Koagulation und Ausfällung u. dgl., sowie chemische Reaktionen usw. können hauptsächlicher oder zusätzlicher Zweck der Bearbeitung des Gutes sein und nach Bedarf durch Erwärmung, Kühlung, Zusätze während des Betriebes von Reagenzien oder weiteren Rohstoffen oder auch von Katalysatoren gelenkt werden, wobei durch die intensive Wirkung der Vorrichtung derartige Prozesse beschleunigt, begünstigt oder überhaupt erst ermöglicht werden.
Das in den Behälter ausgeschleuderte Gut wird infolge des Unterdruckes im inneren Kranz und des Überdruckes an der Peripherie des äusseren Kranzes in kontinuierlichen Umlauf und zu einer ständigen Vermischung sowie zu einer stetigen Rückkehr in den inneren Kranz zwecks erneuter und wachsend feinerer Zerkleinerung gebracht, bis der gewünschte Grad erreicht ist. Die Vorrichtung nach den Fig. 1-2 kann auch an einem Stativ, oder auch anders zweckmässig befestigt an Behältern montiert werden. Da der durch den inneren Kranz umschlosene zentrale Raum an einer Seite über den ganzen innern Durchmesser des inneren Kranzes frei zugänglich ist, können feste Bestandteile bearbeitet werden, deren Ausmass so gross ist, wie die Öffnung des inneren Kranzes.
Da die freien Enden der rotierenden Zähne 4 in axialer Richtung frei zugänglich, also nach aussen unverdeckt sind, können in deren Bereich gelangende feste Bestandteile vorzerkleinert werden, bis sie in den zentralen Raum eintreten können.
Bei den Ausführungsformen nach Fig. 3,4 und 5 ist der zentrale Raum nicht nach unten, sondern nach oben offen. Die Zahnkränze liegen im Innern eines Behandlungsbehälters 13 (Fig. 3), wobei die den äusseren Kranz tragende Hülse 2 am Behälter 13 verschraubt ist. In der Hülse 2 ist wieder die zentrale, rotierende Welle 5 gelagert, welche den Innenkranz trägt. In den Fig. 3,4 und 5 sind am Innenkranz beispielsweise messerförmige Verlängerungen 10 der als Zähne 4 ausgebildeten Zerkleinerungsorgane dargestellt, welche je nach Zweck und Art des Gutes eine geradlinige oder abgebogene Verlängerung der Zähne bilden können. Die Verlängerungen dienen der Vorzerkleinerung fester Bestandteile, insbesondere wenn diese grösser sind, als die lichte Weite des Eintrittes zum zentralen Raum.
Gebogene Verlängerungen haben auch eine den Umlauf im Behälter beeinflussende Wirkung, sodass diese Verlängerungen sich gegebenenfalls in ihrem Verlauf auch nach der Form und der Weite des Behälters richten müssen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 liegen die Zähne 4 und 8 der beiden Kränze auf einem sich nach oben öffnenden Konus. Diese erweiterte Form gestattet grobe Materialstücke leichter in den Innenkranz aufzunehmen. Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 5 haben die Zähne 4 des inneren Kranzes ebenfalls messerförmige Verlängerungen 10. Die verschiedenartige Abbiegung dieser Verlängerungen dient dem Zweck, möglichst
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alle Schichten sowohl des in den inneren Kranz einströmenden Gutes, als auch des aus dem äusseren Kranz ausströmenden und an der Behälterwandung hochsteigenden Gutes zu erfassen.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 6 stehen die Kränze wieder mit ihrer Öffnung nach oben im Innern eines stehenden Behälters 13. Das Gemisch im Behälter 13 wird in den inneren, vom Motor 1 angetriebenen, auf der Welle 5 sitzenden Kranz hineingesaugt. Der äussere Halter ist ähnlich befestigt wie in Fig. 4.
Ein von Hand oder automatisch betätigbarer Regulierschalter 15 dient zur Einstellung einer konstanten Drehzahl des Motors oder auch zur stossweisen periodischen oder aperiodischen Aufund Abregulierung der Drehzahl. Diese Möglichkeit kann auch bei den vorangehenden und nachfolgenden Beispielen vorgesehen werden.
Die freien Enden der Zähne 4 des inneren Halters sind abwechselnd durch Haken bzw.
Messer verlängert, welche dem weiter oben beschriebenen Zweck dienen. Auch liegen die Zähne 4 und 8 wie in Fig. 4 auf einem Konus.
In der Fig. 6 ist weiter eine Zusatzeinrichtung dargestellt, welche eine tellerförmige Schale 18 mit einem Anschlussstück 17 bildet. Diese Einrichtung soll die bei Rührwerken bekannten Nachteile vermeiden, wenn klebrige Harze od. dgl. Stoffe in Lösungsmitteln gelöst werden, wobei die an ihrer Oberfläche angelösten und weich werdenden Harze durch ihre hohe Adhäsion an den rotierenden Rührorganen und an dem Behälter aussergewöhnlich hohen Kraftaufwand erfordern und zur Arretierung des ganzen Rührapparates führen können. Die Zusatzeinrichtung ist dazu bestimmt, das zu lösende Harz zu tragen und den Raum um und in den Kränzen ausschliesslich dem Zwecke der Lösung zu reservieren.
Das auf dem Teller 18 liegende Harz wird vom Lösungsmittel umspült. Bei der Inbetriebsetzung der Dispergiervorrichtung wird das Lösungsmittel mit starker Strömung in Richtung der Pfeile X nach unten gesogen und strömt von oben im mittleren Teil des Behälters ebenso stark nach. Hiebei dringt es durch Löcher 19 im Boden des horizontalliegenden Tellers 18 in das Anschlussstück 17 und in den inneren Kranz ein, welcher es durch den äusseren Kranz hindurch gegen die Behälterwand ausschleudert. Es steigt dann an der letzteren nach oben, strömt um den Rand des Tellers 18 herum durch den Spalt 21 und gelangt erneut durch das Harz und durch die Löcher 19 hindurch in den Innenkranz usw. Dabei löst das Lösungsmittel das Harz auf und reichert sich dadurch fortlaufend mit Harz an.
Mit der gleichen Vorrichtung ist auch die Pigmentierung von Harzlösungen und/oder andern Bindemitteln möglich, indem die Pigmente einfach dem über den Teller stehenden Lösungsmittel oder der Harzlösung oder gegebenenfalls auch einem andern Bindemittel zugegeben und der Dispergierarbeit ausgesetzt werden.
Zur Befestigung der Zusatzeinrichtung ist der untere Rand des kapselförmigen Anschlussstückes 17 mit federnden Lappen 27 versehen, welche auf dem oberen Rand der äusseren Zerkleinerungorgane aufklemmbar sind. Die Schale 18 kann auch eine andere, als die in Fig. 6 dargestellte Gestalt haben. Sie kann auch an kleinen Konsolen 22 der Innenwandung des Behälters 13 befestigt sein (links in Fig. 6). Durch den Austritt 50 des Behälters 13 kann das aus der Vorrichtung radial ausgeschleuderte Gut direkt aus der Vorrichtung abgeführt werden, während das Rohgut dem zentralen Zuführungsraum zufliesst.
Der Behälter 13 kann z. B. mit Dampf, Elektrizität, Kühlwasser oder andern bekannten Mitteln je nach Bedarf beheizt oder gekühlt werden.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung der Fig. 6 ist im übrigen im wesentlichen gleich, wie im Zusammenhang mit Fig. 1 und 2 beschrieben.
Bei der Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8 weisen die beiden Halter je einen Doppelkranz von als Zerkleinerungsorgane ausgebildeten Zähnen auf. Der innere Halter sitzt fest auf der Zentralwelle 5 und hat einen scheibenförmigen Halterteil 9 und einen peripheren Kranz 21, der durch Arme 20 mit dem Teil 9 verbunden ist. Der Kranz 21 trägt den innersten Zahnkranz mit den Zähnen 4. Diese Zähne 4 sind an ihrer Aussenkante axial gerichtet und tragen am unteren Ende einen Kranz 25, welcher den inneren Zahnkranz 8 des äusseren Halters überbrückt. Wie aus Fig. 7 hervorgeht, ist die radiale Ausdehnung der Zähne 4 grösser als diejenige der Zähne 8. Damit wird eine Verbreiterung der in der Drehrichtung vorauslaufenden Flanke der Zähne 4 erreicht, was eine verstärkte Pumpwirkung ergibt.
Diese Zähne ersetzen also sinngemäss die Zentrifugalpumpe der eingangs erwähnten bekannten Vorrichtung. Die mit den Zähnen 4 zusammenarbeitenden Zähne 8 des äusseren Halters sitzen zusammen mit den Zähnen 8 a des äussersten Zahnkranzes an einem zur Drehachse koaxialen Ring 14, der durch Arme 12 a mit einer zentralen, mit der Hülse 2 verschraubten Muffe 7'verbunden ist. Innerhalb der Muffe 7'bzw. der Hülse 2 ist ein Kugellager 24 für die Zentralwelle 5 bzw. eine Packung 11 vorgesehen, welche das Innere von Muffe 7'und Hülse 2 abdichtet.
Zwischen den beiden Zahnkränzen des einen Halters befindet sich jeweils ein Zahnkranz des andern Halters, wobei die Zähne 8 und 8 a der Kränze des äusseren Halters, sowie die Zähne 4 des Innenkranzes hängend, die Zähne 4 a des äusseren beweglichen Kranzes dagegen stehend angeordnet sind. Benachbarte Zahnkränze berühren sich nicht. Anstatt Arme 20 mit dazwischen liegenden Öffnungen 23 vorzusehen, kann man auch den Boden als geschlossenen, glockenförmigen Halter ohne Öffnungen ausbilden. Die Zähne 4 des Innenkranzes sind mit messerförmigen Verlängerungen 10 versehen, die auch hakenförmig oder sonstwie zweckmässig ausgebildet sein können.
Diese Verlängerungen 10 sind, wie Fig. 8 rechts zeigt, an den Zähnen 4 angeschraubt, können jedoch auch als Messer oder Haken 10 a (links in Fig. 8) od. dgl. an den Zähnen 4 oder am Kranz 25 angegossen sein. Die Verlän-
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gerungen 10 bzw. 10 a divergieren auf einem Konus nach unten.
Die Vorrichtung der Fig. 7 und 8 kann entweder wie in Fig. 1 als Tauchgerät Verwendung finden, oder sie kann, wie in Fig. 6, stehend im Boden eines Behälters eingebaut sein.
Durch die Doppelzahnkränze der Halter wird die im Zusammenhang mit Fig. 1 geschilderte Misch- und Dispergierwirkung vervielfacht, also eine Vergrösserung der Leistung erreicht. Die Zirkulation des Gutes ist in Fig. 8 durch Pfeile x-y veranschaulicht. Anstatt zwei Zahnkränze pro Halter können deren mehr vorgesehen sein.
Das Gerät gemäss Fig. 9-12 a gestattet auf Grund seiner Kleinheit beispielsweise die Herstellung kleiner Mengen von Dispersionen oder Emulsionen in einem relativ enghalsigen Kolben, einer Flasche, einem kleinen Becherglas, nötigenfalls auch in einem Reagensglas (mit nur 12 bis 20 mm Durchmesser) od. dgl.
Gemäss Fig. 10 besitzt das Gerät einen nach unten geöffneten, drehbaren, von einem Motor od. dgl. angetriebenen Halter 30 mit einem Zahnkranz, welcher wegen der Kleinheit des Gerätes vorzugsweise nur zwei bis sechs Zähne 31 aufweist. Der drehbare Halter 30 einschliesslich der zentral angeordneten Antriebswelle 5 ist von einer rohrförmigen Hülse 32 umgeben, die ebenfalls nach unten zu offen ist und unten über den drehbaren Korb 30 hinausragt. In die Hülse 32 sind in der Höhe der Zähne 31 Löcher, Schlitze 33 od. dgl. vorgesehen, deren Kanten mit den hochtourig rotierenden Zähnen 31 scherend wirken und durch hochfrequente Prallschläge eine intensive Bearbeitung, Zerteilung, Quetschung und Homogenisierung des Gemisches bewirken.
Die Stege 34 der Schlitze 33 in der Hülse 32 können dabei einseitig entgegen der Drehrichtung des rotierenden Halters eventuell Anschärfungen erhalten, um im Zusammenwirken mit den eventeuell gleichfalls angeschärften Flanken der Zähne 31 des Halters 30 nötigensfalls eine noch wirkungsvollere Zerscherung fester Teile des Gemisches zu bewirken. Die freien Enden der Zähne 31 sind in axialer Richtung für den Angriff des Gutes frei zugänglich zur Vorzerkleinerung des letzteren.
Um eventuell zu grobe Bestandteile des Gemisches aus dem Inneren des ruhenden Halters fernzuhalten, ist die Hülse 32 nach unten zu verlängert und mit im Vergleich zu den Schlitzen 33 breiter gehaltenen Saugöffnungen 35 versehen. Schliesslich sind noch im unteren Rand der Hülse 32 Aussparungen 36 vorgesehen, deren stehengebliebene Teile 37 als Füsse zur Abstützung des Gerätes gegenüber dem Behälterboden dienen können und gleichfalls den Eintritt klumpiger oder grober Bestandteile des Gemisches in das Innere verhindern. Die Verlängerung mit den Schlitzen 35 kann auch weggelassen werden. Die rohrförmige Hülse 32 ermöglicht weiter in konstruktiv einfacher Weise die Anordnung einer Dichtung und der Lagerung 38 für die zentrale Antriebswelle 5.
Die eingetragenen Pfeile deuten die Zirkulation des Gemisches an. Der Misch- und Dispergier- vorgang ist im wesentlichen gleich, wie im Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben. An Stelle von Zähnen treten beim ruhenden Halter die Stege zwischen den Schlitzen 33.
Fig. 11 zeigt die Vorrichtung an einem Stativ 43. Sie taucht in einen Becher 44 ein, an dessen Stelle ein strichliert angedeutetes Reagensglas 45 treten könnte.
Da die relativ kleine Ausführungsform der Dispergiervorrichtung gemäss Fig. 9-12 a z. B. für ärztliche, pharmazeutische und biologische Zwecke Verwendung finden soll, kann sie mit einer Einrichtung 39 zum Sterilisieren desjenigen Geräteteiles versehen werden, welcher in das zu diepergierende Material getaucht wird, also des Rohres 32 mit den darin befindlichen Teilen. Diese Sterilisiervorrichtung besteht aus einer Hülse aus Metall oder einem andern geeigneten Material, innerhalb welcher sich ein elektrischer Heizwiderstand 41 befindet, dessen Temperatur gegebenenfalls durch einen Thermostaten überwacht werden kann. Es ist auch möglich, die Hülse durch eine offene Heizflamme auf die zur sicheren Sterilisation erforderliche Temperatur zu bringen, wobei sich diese Temperatur auf die Dispergiervorrichtung überträgt.
Nach dem Erkalten schützt die Hülse 39 der Sterilisiervorrichtung die Dispergiervorrichtung gegen eine Infektion. Sie umschliesst die letztere und wird erst vor dem erneuten Gebrauch der Dispergiervorrichtung von dieser abgezogen. Die Festlegung der Hülse 39 gegenüber dem Rohr 32 erfolgt über geeignete Klemmittel 42 am oberen Hülsenrand.
Bei allen gezeigten Beispielen könnte auch der äussere Halter rotierend, u. zw. relativ entgegengesetzt zum inneren Halter vorgesehen sein.
Die Wirkung der gezeigten und weiteren Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung wächst mit steigender (relativer) Umlaufgeschwindigkeit. Sie kann also durch Erhöhung der Drehzahl, und/oder durch Vergrösserung des Durchmessers der Zahnkränze und/oder der Zahl der Zähne gesteigert werden. Die Vergrösserung des Durchmessers wird womöglich in erster Linie zur Steigerung der Effektiv-Leistung, besonders auch in qualitativer Hinsicht vorgezogen. Die Drehzahl des rotierenden Halters kann auch sehr hoch, z. B. 50'000Umdr./Minute und höher gewählt werden, wenn nötig unter Verwendung einer Übersetzung zwischen Antrieb und Welle des rotierenden Halters.
Hat z. B. der rotierende Kranz sechs Zerkleinerungsorgane, der andere Kranz zwölf Organe und beträgt die relative Drehzahl 25'000/Minute, so erhält man eine Schlagfrequenz von 30'000/sec (30 kHz). Diese Frequenz kann durch Regulierung der Drehzahl nach Bedarf geändert werden. Eine sonst gleiche Vorrichtung hat bei je drei Organkränzen pro Halter und je zwanzig Zähne pro Kranz bei 30'000 Umdr. /Minute eine Frequenz von l'OOO'OOO/sec (1000 kHz).
Verlängerungen 10 wie sie im Zusammenhang mit Fig. 3,4, 5, 6 und 8 beschrieben sind und welche jede beliebige schnittgünstige Form haben
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können, können auch in den Beispielen der Fig. 1 und 10 und andern Verwendung finden. Gegebenenfalls können auch die ruhenden Kränze mit solchen Verlängerungen versehen werden.
Diese Verlängerungen wirken dann zusammen mit den Verlängerungen des rotierenden Kranzes als Scher- oder Reisswerkzeuge. Schliesslich könnte man auch mehr als nur zwei ineinanderliegende Halter vorsehen, von denen nur ein Teil oder alle drehbar vorgesehen sein können.
Als Antriebsvorrichtung können ausser hochtourigen Elektromotoren auch Luftturbinen und andere Antriebsmittel Verwendung finden.
Die Zähne benachbarter Kränze berühren sich in keinem der Beispiele.
Die Arbeitsflanken bildenden Durchbrechungen im peripheren Kranz brauchen nicht unbedingt Zahnlücken oder Schlitze zu sein, sondern können Bohrungen oder andersgeformte Löcher bis zu höchsten Feinheitsgraden (z. B. Sieb aus Blech, Folien oder Geweben) sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Misch- und Dispergiervorrichtung mit zwei zueinander koaxial angeordneten Organträgern z. B. in Form von Scheiben oder Zylindern, von denen mindestens der eine drehbar ist und welche um einen zentralen, dem Eintritt des zu behandelnden Gutes dienenden Raum angeordnete Zerkleinerungsorgane aufweisen, von denen mindestens ein Teil scherend zusammenarbeitet, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Eintrittsseite des zentralen Raumes die freien Enden mindestens eines Teils der rotierenden Zerkleinerungsorgane (4, 31, 10) zum Angriff des sich zum zentralen Raum bewegenden Gutes in der Einströmrichtung frei zugänglich sind.