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Österreichische PATENTSCHRIFT N 17163. FRANZ SCHWENTERLEY IN BERLIN.
HubzählerfürZimmerturngeräte.
Der Erfindungsgegenstand ist bestimmt, in Verbindung mit Zimmerturngeräten verwendet zu werden, bei, welchen durch die Muskeltätigkeit des Übenden Gummistränge bezw. Federn gespannt oder Gewichte gehoben werden. Bei derartigen Geräten hat bisher eine selbsttätige Hubzähinng nicht stattgefunden, vielmehr ist nur der in einem bestimmten Zeitpunkt ausgeübte Zug gemessen worden. Die selbsttätige Hubzählung verdient aber demgegenüber den Vorzug, da sie sich auf die ganze Übung erstreckt. Auch ist sie insofern noch von besonderer Bedeutung, weil sie den Übenden, der jetzt nicht mehr mitzählt, davon abhält, in dem Wunsche, eine möglichst grosse Anzahl von Hüben zu erreichen, seine Kräfte überanzustrengen und sich dadurch zu schaden.
Zur Durchführung der selbsttätigen Hubzählung wird ein an einem Festpunkt oder einem Strange bezw. sonstigen Teile des Zimmerturngerätes befestigtes Zählwerk mit springenden oder schleichenden Ziffern verwendet, welches einen Hebel oder dgl. besitzt, der durch den auf das Zimmerturngerät ausgeübten Zug bewegt bezw. gedreht wird und dadurch die Fortschaltung des Zählwerkes bewirkt. Zweckmässig wirkt auf diesen Hebel oder dgl. eine Federkraft ein, die ihn nach eintretender IIerabminderung oder nach erfolgtem Aufhören des Zuges wieder in die Ruhelage zurückführt.
Die in Fig. 1 bis 5 dargestellte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist ein durch seine Einfachheit ausgezeichneter Hubzähler. Derselbe wird von einem Gehäuse 1 umschlossen, an welchem eine Klemmbacke. 8 befestigt ist. Eine zweite, in eine Platte 3 auslaufende Klemmbacke ist um einen Zapfen 5 drehbar. Gegen die Platte 3 drückt eine Feder 6, welche bewirkt, dass die beiden Klemmbacken bestrebt sind, sich einander zu nähern. Eine gleiche Klemmvorrichtung ist an einer Stange 7 befestigt, welche auf einem Bolzen 8 verschiebbar ist, der an seinem einen Ende mit dem Gehäuse 1 in irgendeiner zweckentsprechenden Weise in Verbindung steht.
An der Stange 7 ist ein um einen Zapfen 9 drehender Sperrkegel 10 befestigt, auf welchem eine Blattfeder 11 lastet.
Eine über den Bolzen 8 gestreifte Spiralfeder 12 sucht die Stange 7 in das Gehäuse 1 hineinzuziehen. Wird die Stange 7 aus dem Gehäuse 1 herausgezogen, dann greift der Sperrkugel 10 in einen Zahn des Schaltrades 13, welches um einen Schraubbolzen 14 drehbar ist und dreht dasselbe um einen Zahn weiter. Mit dem Schaltrad 13. an welchem
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Zählwerk wieder auf Null gestellt. Es geschieht'dies in der Weise, dass eine Stange 26, gegen welche eine Feder 27 presst, verschoben wird, wobei die Sperrnasen 17 und 22, welche an der Stange befestigt sind, aus den Zähnen der Sperräder 16 bezw. 21 aus- gehoben werden, worauf diese Räder durch feine Spiralfedern 28 bezw. 29 derart gedreht werden, dass die Zifferscheiben 15 und 20 in die Nullstellung gelangen.
Nach Aufhören des auf den Knopf ausgeübten Druckes verschiebt die Feder 27 die Stange 26 wieder derart, dass die Sperrnasen in die Sperräder eingreifen. Die beschriebene Vorrichtung wird ebenfalls in der gewünschten Weise wirken, wenn man sie nicht an einem dehnbaren
Strange 23, sondern etwa so befestigt, dass man das Gehäuse 1 mit einem Festpunkt verbindet und die Stange 7 mit irgendeinem bei der Übung bewegten Teile des Zimmer- turngerätes in Verbindung bringt. Auch kann die Benutzung der Zählvorrichtung derart bewirkt werden, dass das Gehäuse und die Stange 7 mit zwei Punkten an dem Gerät verbunden werden, die bei der Übung entgegengesetzt bewegt worden (siehe Fig. 10).
Auch kann beispielsweise das Gehäuse an der einen metallischen Fassung eines sogenannten
Brusterweiterers (siehe die deutsche Patentschrift Nr. 43389) befestigt und die Stange 7 durch eine Schnur oder dgl. mit der zweiten Fassung des Apparates in Verbindung gebracht werden ; bei dem Strecken der Stränge desselben wird die Zählung in der ge- wünschen Weise erfolgen.
Eine weitere, in der Zeichnung in Fig. 7 und 8 dargestellte Ausführungsform des
Erfindungsgegenstandes stimmt in allem wesentlichen mit der Vorrichtung nach Fig. 1 bis 5 überein. Nur ist hier die Stange 7 mit Zähnen 30 versehen. Diese kämmen mit einem die
Zifferscheibe 31 tragenden Zahnrad und drehen dasselbe entsprechend derjenigen Länge, um welche die Stange 7 bei einem Zuge aus dem Gehäuse herausgezogen wird. War der
Zug stark, dann wird die Stange fast ganz aus dem Gehäuse herausgezogen ; war er schwächer, so nimmt die Stange beim Aufhören des Zuges eine mittlere Stellung ein.
Kurz, der Weg, den die Stange zurücklegt, gibt unmittelbar ein Mass für die bei dem betreffenden Zuge ausgeübte Kraft. Bei der Rückwärtsbewegung geht die Stange 7 leer, sie dreht also die Zifferscheibe 31 nicht zurück. Die Drehung dieser Scheibe wird auf die weiteren Zifferscheiben 82, 33 eines Summierwerkes übertragen. Aus der Stellung dieser drei Scheiben kann die bei der Übung insgesamt aufgewendete Arbeit gemessen werden.
Durch Druck auf einen Knopf wird nicht nur der Hubzähler ausgelöst und auf Null gestellt, sondern auch der Kraftmesser, indem die Sperrklinke 35 ausgehoben und die
Zahnstange 7 um den Zapfen 37 gedreht wird, worauf eine Spiralfeder 36 zur Wirkung gelangt, die die Zahlscheiben des Kraftmessers in die Nullstellung zurückführt. Selbst- verständlich kann diese zur Kraftmessung dienende Vorrichtung auch ohne einen Hubzähler verwendet werden.