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Elektrisch beheizbare Bienenbeute
Für den guten Ertrag einer Bienenzuchtanlage ist ein günstiges Klima in den Beuten und warme Fütterung und Tränkung der Bienen von ausschlaggebender Bedeutung. Bezüglich des Klimas wurde schon versucht, die Beuten elektrisch zu beheizen. Es fehlt jedoch den bisher bekannten Anlagen die notwendige Einrichtung, unabsichtliche Unterbrechungen der Elektrizitätszufuhr zu überbrücken. Die bekannten beweglichen elektrischen Heizkörper (Heizfenster, Heizrahmen) sind ausserdem im Gebrauch durch laufend erforderliches Ein-und Ausbauen umständlich. Andere elektrische Heizeinrichtungen, welche fix unter oder neben den Beuten eingebaut sind, haben noch den Nachteil, dass sie durch ihren unerwünscht grossen Heizbereich und durch starke Luftbewegung hohe Wärmeverluste und daher einen schlechten Wirkungsgrad aufweisen.
Die Belüftung der Beuten während der Winterruhe wird so gehandhabt, dass bei nicht beheizten Beuten die Fluglöcher mehr oder weniger ge- öffnet werden, bei beheizten Beuten wird der in steter Umwälzung befindlichen Luft mehr oder weniger Frischluft zugesetzt. Die Zufuhr klimatisch gemilderter Luft während der Winter- ruhe ist daher bei nicht beheizten Beuten nur durch Übersiedlung derselben in mildere Gegen- den oder Räume (Hallen, Keller) möglich, bei beheizbaren Beuten unterbleibt sie während der Heizpausen. Für eine jederzeit gleichmässig warme Fütterung und Tränkung in den Beuten ist bis jetzt überhaupt noch keine stabile und leicht zu handhabende Einrichtung geschaffen worden. So hilft man sich mit Vorwärmen und warmer Verpackung des Futters, Einbringung vorgewärmter Steine (Ziegel) in die Beuten u. dgl. m., ohne jedoch den Zweck voll zu erreichen.
Die vorliegende Erfindung schliesst alle an- geführten Mängel dadurch aus, dass die Beute mit einer Wärmenische ausgestattet ist, in der sich ein elektrisch heizbarer Wärmeblock hoher
Wärmespeicherfähigkeit befindet. Der Wärme- block, der fix eingebaut oder herausnehmbar ist, nimmt ausser dem elektrischen Heizkörper noch einen oder mehrere Futtertröge auf. Die Wärme- nische befindet sich an der Beutenvorderwand und ist dort L. 1Ît einer Abschlusstür versehen, so dass der Wärmeblock, der elektrische Heiz- körper und die Futtertröge beutenaussenseitig zugänglich sind.
Schaltbare Luftkanäle dienen der Belüftung der Beuten aus dem in an sich bekannter Weise gut wärmeisolierten Bienenhausraum, wobei die Lufteintrittsmündung in die Beute unmittelbar neben den im Anwendungsfall verschlossenen Fluglöchern liegt. Am Bienenhaus mit elektrisch beheizbaren Beuten sind auf der Flugseite zum ein-oder mehrreihigen Einbau derselben aus waagrechten und senkrechten Leisten bestehende Rahmenstöcke vorgesehen, auf welchen die Beuten mit ihren Stirnflächen derart befestigt sind, dass sie den Bienenhausinnenraum an dieser Stelle dicht abschliessen. Dabei bilden die senkrechten Leisten durch grössere Tiefenabmessung zugleich Trennschiede zwischen den nebeneinanderliegenden Beuten.
Jede einzelne Beute ruht am Rahmenstock auf einer nach innen vorspringenden Zwischenleiste auf und ist mittels einer Halteschraube befestigt, so dass die einzelnen Beuten leicht und unabhängig voneinander ausgewechselt werden können.
Im nachstehenden wird die Erfindung durch ein Ausführungsbeispiel erläutert. Die Fig. l zeigt ein Bienenhaus mit elektrisch beheizbaren Beuten im Querschnitt, die Fig. 2 dasselbe in Ansicht und die Fig. 3 im Grundriss. Die Fig. 5 zeigt zwei im Bienenhaus übereinander eingebaute elektrisch beheizbare Beuten im Querschnitt, Fig. 6 eine solche Beute im Schnitt I-I nach der Linie der Fig. 5, Fig. 7 deren Grundriss im Schnitt in Höhe der Futtertröge und Fig. 8 die Vorderansicht. In Fig. 4 ist das Schaltschema der elektrischen Anlage ersichtlich.
Das Bienenhaus für elektrisch beheizbare Beuten ist zur Abschwächung der ständigen Aussenklimaschwankungen möglichst massiv gemauert, wärmehaltig und luftdicht ausgeführt.
Auf der Flugseite sind Rahmenstöcke eingebaut, in welche die Beuten 2 unabhängig voneinander eingefügt werden können. Die einzelnen Beuten ruhen auf den nach innen vorspringenden
Zwischenleisten 3 der Stöcke und werden durch leicht lösbare Schrauben 4, die sich im Mittel der oberen Rahmenstockleiste befinden, dicht an den Rahmen gepresst. Die senkrechten
Leisten 5 sind zugleich Trennschiede zwischen den nebeneinanderliegenden Beuten. Die Ober- lichten 6 haben Klappen 7, die der Lüftung und
Bienenflucht dienen. Ihre Öffnung ist in der Fluglochrichtung, so dass bei der Arbeit an den offenen Beuten kein Luftzug entsteht. Läden 8,
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die unter die Oberlichten eingeschoben werden können, dienen als Wärmeschutz im Winter.
Die elektrisch beheizbare Bienenbeute ist eine stabile Hinterbehandlungsbeute mit zwei übereinanderliegenden Wabenräumen, dem Unterraum 9 und dem Oberraum 10, die mit Rahmenwaben 11 und Abschlussfenster 12 eingerichtet sind. Den Unterraum verbindet ein seitlicher Ausschnitt im Unterboden mit dem darunter liegenden Vorraum 13, das dort befindliche Flugloch führt zur Flugnische 14. Der Oberraum ist vom Unterraum durch einen Zwischenboden getrennt, in dem bei Beuarf ein Absperrgitter eingesetzt werden kann. Vom Oberraum führt ein Fluglochkanal 15 zu einem zweiten Flugloch in der mit dem Unterraumflugloch gemeinsamen Flugnische.
Diese kann durch ein Teilbrett 16 in zwei Halbnischen mit je einem der beiden Fluglöcher geteilt werden oder durch Hochklappen des Flugbrettes nach aussen luft-und lichtdicht geschlossen werden. Die Fluglöcher lassen sich durch Keile teilweise oder ganz schliessen. Bei ganz verkeilten Fluglöchern er- möglicht ; e ein Luftkanal 17 für Unter-und Oberraum die Beutenbelüftung aus dem Bienen- hausraum durch Entfernen eines Pfropfens 18.
Jeder Luftkanal ist zweimal im rechten Winkel geführt, so dass kein Licht in die Beute eindringen kann. Er mündet, von einem bienendichten
Gitter 19 abgeschlossen, unmittelbar neben dem
Flugloch in das Beuteninnere.
Im vorderen Teil des Oberraumes befindet sich der Wärmeblock 20 mit einem elektrischen Heizkorper 21. Ersterer besteht grösstenteils aus einem Material mit hoher spezifischer Wärme, z. B. Magnesit-Beton, und hat den Zweck, die ihm durch die elektrische Widerstandsheizung übermittelte Wärme zu speichern und möglichst gleichmässig an den Unter-und Oberraum, insbesondere aber auch an den jeweiligen Inhalt der Futtertröge 22 abzugeben. Zeitweilige Ab- schaltungen der elektrischen Anlage werden infolge des Wärmespeichervermögens der Block- masse ausgeglichen. Der Wärmeblock sitzt fest auf einer Grundplatte, die in einer Ebene mit dem Zwischenboden liegt. Über der Grundplatte, gegen die Beutenseitenwände, sind im Block zwei symmetrische Ausnehmungen, die Futtertrog- räume.
Einer davon ist durch Schlitze in der
Grundplatte für dh Bienen des Unterraumes zugänglich, der andere schliesst sich an den
Fluglochkanal des Oberraumes an und bietet den dortigen Bienen einen Zugang von rückwärts, oberhalb der Grundplatte. Der Futtertrograum für den Oberraum liegt also im Zuge des Flug- lochkanals, der bei Bedarf an der Mündung zum Oberraum durch ein Brettchen gesperrt werden kann. Eine weitere Ausnehmung der Blockmasbe, mitten zwischen den Futtertrogräumen, ist der Sitz des elektrischen Heizkörpers.
'Futtertröge und Heizkörper sind von der Vorder- front der Beuten aus in den Wärmeblock ein- geschoben. Die zu diesem Zweck vorgesehenen
Durchbrüche der Oberraumstirnwand werden durch luftdichte und wärmeisolierende Deckel' abgeschlossen, die mit Stahlfedern festgehalten werden und leicht abnehmbar sind. Die beiden Futtertrogdeckel haben Fütterungslöcher 23 mit Pfropfenverschluss. Durch diese kann man, ohne den Futtertrogdeckel abheben und die Bienen stören zu müssen. Futterlösung oder Tränkwasser mit Hilfe eines Schlauches oder eines Kannenrohres in die Tröge giessen.
Jeder Futtertrog hat einen bienendichten Vorratsraum nht einer am Fütterungsloch liegenden Füllöffnung und einem Schwimmer 24, dessen Zeiger, neben der Füllöffnung durch das Fütterungsloch sichtbar, den jeweiligen Flüssigkeitsstand angibt. Neben dem Vorratsraum liegt, durch eine fast bis zum Trogboden reichende Scheidewand getrennt, der schmale Tränkeraum für die Bienen, in welchem ein Schwimmstäbchen 25 deren Ertrinken verhindert. Ein leichtes Gefälle des Trogbodens gegen den Tränkeraum verhütet den Verbleib von Futterresten im Vorratsraum. Auf dem Heizkörperdeckel befinden sich die Klemmen 26, an welche die Enden des in einen hitzefesten Isolierkörper gebetteten elektrischen Heizdrahtes angeschlossen sind.
In den für den Eingriff der Deckelschliessfedem vorgesehenen Nuten 27 ist noch Platz für die Unterbringung der elektrischen Verbindungsleitungen. Alle diese ge- nannten Einrichtungen für Fütterung und Heizung liegen vertieft in einer Nische, zur Unterscheidung von der Flugnische Wärmenische 28 genannt.
Eine Tür schliesst sie als Wärme-und Wetter- schutz von vorne ab.
Von rückwärts ist die Beute mit einer gemein- samen Tür für Vor-, Unter-und Oberraum verschlossen. Der Beuteboden steigt wie das
Flugbrett nach rückwärts an, so dass der Vorraum am Ende nur noch von geringer Höhe ist. Ein
Abschlussbrettchen 29 hält ihn, unabhängig von der Tür, nach hinten verschlossen. Es hat zwei verpfropfbare Schaulöcher und wird durch
Klemmung zwischen den zusammenlaufenden
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nehmen nach hinten, die gegenläufige Bewegung klemmt das Abschlussbrettchen wieder fest. Diese Einrichtung dient der Pollenfütterung im Vorraum. Das Futter wird dort in flachen Tassen eingeschoben. Der Unterraum ist vornehmlich Brutraum, ur Zeit der Haupttracht Brut-und Honigraum.
Der Brutraum kann dann zwecks Anwendung eines Baurahmenfensters (durch Einsetzen eines Absperrgitters und durch entsprechende Umstellung des mehrteiligen Unterbodens) nach hinten verlegt werden. Der Oberraum dient in der Zeit der Haupttracht als Honigraum. Nach dieser Zeit ist er Ablegerraum oder, bei Teilung durch ein Trennschied, vorne Ableger-und rückwärts Honigraum. Für den Fall, dass der Oberraum zur Gänze als Honigraum dienen soll, ist über dessen Flugloch ein kleines
Loch 30 als Bienenflucht vorgesehen. Ein sonsi dort angebrachter Verschlusspfropfen wird dann durch ein kurzes Glasrohr ersetzt und das Flug-
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loch verkeilt. Diese Bienenflucht dient dann nebenbei auch als Stocklüftung.
Die Beutentür, die Wärmenischentür und das als Flugnischenabschluss dienende Flugbrett haben Stahlfeder- verschlüsse, die ein dichtes, klapperfreies Schliessen bewirken.
Das Bienenhaus mit elektrisch beheizbaren Beuten hat eine geringe elektrische Anschlussleistung (Richtwert etwa 7-14 Watt je Beute), kann daher jeder vorhandenen Lichtanlage zugeschaltet werden. Zweckmässig wird es, wie in Fig. 4 dargestellt, über einen eigenen Stromkreis mit Abschmelzsicherungen 31 am elektrischen Lichtverteiler angeschlossen. In diesen Stromkreis wird an einer für den Imker zweckmässigen Stelle ein Schalter 32 zum Ein-und Ausschalten und ein Amperemeter 33 zur Überwachung der Anlage eingebaut. Die Heizkörper einer bestimmten Anzahl von Beuten (zweckmässig sechs Stück) werden zu einer Heizgruppe zusammengefasst und sind in dieser in Serie geschaltet. Die einzelnen Heizgruppen haben Parallelschaltung, u. zw. können bis zu sechs Heizgruppen über ein einziges Amperemeter geschaltet werden.
Bei einer annähernd gleichmässigen Skalenteilung lässt sich auf diesem mit Sicherheit der Ausfall einer Heiz- gruppe feststellen. Es erübrigt sich, hier auf Gross- anlagen näher einzugehen, deren Heizgruppen auf mehr als einen Stromkreis zu schalten und bei vorhandenem Drehstrom auf die einzelnen Phasen aufzuteilen sind.
Der elektrische Widerstandsdraht des Heiz- körpers ist so dimensioniert, dass er eine Tem- peratur von 80 0 C nicht übersteigt, daher feuer- sicher und von praktisch unbegrenzter Lebens- dauer ist. Zur selbsttätigen Regelung der
Temperatur in den Wabenräumen und des in die
Tröge eingebrachten Futters und Tränkwassers kann ein Temperaturkontakt 34 mit einem Ein- stellbereich von etwa 0 bis 300 C verwendet werden, der, in einem Futtertrogdeckel eingebaut, leicht in einer der Beuten an Stelle des normalen
Deckels anzubringen ist. Da dieser Temperatur- kontakt in der elektrischen Zuleitung liegt, schaltet er gleichzeitig sämtliche Heizgruppen einer Anlage und schafft dadurch annähernd gleiche Temperaturverhältnisse in allen Beuten.
Gegenüber den bisher bekannten Bienenbeuten weist die hier beschriebene nachstehende Vorzüge auf : Die Temperaturverhältnisse der Beuten- räume können, unabhängig von der Aussen- temperatur, weitgehend geregelt werden. Die
Belüftung der Beuten erfolgt bei Sperrung der
Flugnische vom Innenraum des Biencnhauses aus.
Dieser hat bei guter wärmespeichernder und - schützender Bauart des Hauses sowie durch
Wärmeausstrahlung des Fussbodens und der
Beuten, unbeschadet von aussen auftretenden
Wetterschwankungen, ein ausgeglichenes, ge- mässiges Winterklima. Diese Einrichtungen be- günstigen daher sehr die Winterruhe der Bienen, ermöglichen aber auch die Flugsperre im Früh- jahr bei Winterrückschlägen, ohne dass die Brut- tätigkeit unterbrochen wird.
Das verabreichte flüssige Futter kann bis zum letzten Tropfen warm gehalten werden, auch das Tränkwasser, das vom F1ugbegi bis zum Eintritt von beständigem Warmwetter in den Futtertrog des Oberraumes gefüllt wird. Hiebei ist der Zugang für die Bienen vom Flugloch des Oberraumes aus, wobei dieser durch ein Brettchen hinter dem Futtertrog gesperrt bleibt. Das Hochklappen des Flugbrettes bei bienenmörderischem Wetter unterbricht daher weder Tränkung noch Fütterung, da auch das Pollenfutter innerhalb der Beute, u. zw. im Vorraum gereicht wird. Warme Futterlösung, warmes Tränkwasser, Pollenfutter und regelbares Klima in den Beuten-alles unabhängig von der Naturermöglichen eine frühzeitige, rückschlagfreie Brut. Sofort nach dem Reinigungsflug kann daher eine geplante Vereinigung von Völkern und die Reizfütterung bedenkenlos erfolgen.
Die Völker des Bienenhauses mit elektrisch beheizten Beuten gehen dadurch in voller Stärke in die erste
Frühjahrstracht und bringen dann einen von anderen Bienenzuchtanlagen eines Ortes uner- reichbaren Ertrag. Im weiteren Verlauf der Flug- zeit lassen sich trachtlose Zwischenzeit er. und
Wetterrückschläge durch künstliche Futter-und
Wärmenachhilfe in idealster Weise überbrücken und damit auch das Schwarmfieber hintanhalten.
Nach Schluss der Haupttracht lässt sich der r) ber- raum der Beuten teilweise oder ganz als Ableger- raum einrichten. Die Beuten lassen sich leicht in den Rahmenstock des Bienenhauses einzeln ein-und ausbauen. Fehlende Beuten werden durch Läden in der Grösse der Stockvorderfront ersetzt. Die erforderliche Vervollständigung einer
Heizgruppe geschieht durch freie Aufhängung der fehlenden Anzahl von Heizkörpern im Bienen- haus, dem die ausstrahlende Wärme zugute kommt. Die Anlage ist gegen Störungen in der Elektrizitätsanlieferung unempfindlich, da die
Wärme im Wärme block auf viele Stunden ge- speichert wird. Die Wartung eines Bienenhauses mit elektrisch beheizbaren Beuten verlangt nicht mehr Zeit als die nichtelektrischen Anlagen gleicher Kapazität. Die Arbeit ist nur, ent-
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