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Vorrichtung zum Befeuchten der Oberseite einer bewegten Fläche
Für manche Gebiete der Technik, z. B. beim chemischen Präparieren langer Bahnen, insbesondere aber beim Vervielfältigen von Schriftoder Bildvorlagen nach dem Spiegelbild-Umdruckprinzip, besteht ein Bedürfnis danach, die nach oben weisende Seite einer bewegten Fläche (beim Vervielfältigen also die Oberseite des zu bedruckenden Papierblattes) mit einer pro Flächeneinheit genau bemessenen, sehr geringen Flüssigkeitsauftragung zu versehen, zu welchem Zwecke bereits unterschiedliche Vorrichtungen entwickelt worden sind.
Von einer solchen Vorrichtung wird, wenn sie in Verbindung mit Vervielfältigern der eben genannten Art verwendet werden soll, gefordert, dass siezwecks Geringhaltung von Verdunstungsverlusten-rasch entleert und-zwecks Wahrung raschester Betriebsbereitschaft des Gerätes- möglichst rasch wieder gefüllt werden könne.
Eine genaue Dosierung der aufgetragenen Flüssigkeitsmenge ist bei diesen Vervielfältigern wichtig, weil zu wenig Flüssigkeit blasse, schlecht lesbare Abzüge liefert, während ein Übermass an Lösungsmittel dem Original zu viel Farbe entzieht, wodurch die Zahl der deutlichen Abzüge sinkt und allenfalls auch das Original verschmiert wird.
Die Lösung der Aufgabe erhält durch die Forderung, dass gerade die Oberseite der bewegten Fläche zu befeuchten ist, ihr besonderes Gepräge. Beim Vervielfältigen nach dem Spiegelbild-Umdruckprinzip ist es wichtig, gerade die Oberseite des zu bedruckenden Blattes zu befeuchten, d. h. zu bedrucken, weil dann jedes den Apparat verlassende Blatt den Druck ohne weiteres sichtbar tragen wird, was eine sehr einfache Kontrolle des Kopiervorganges während des Betriebes ermöglicht, ohne dass es nötig ist, die den Apparat verlassenden Blätter zu wenden.
Die Erfindung bezieht sich auf jene bekannten Arten von Befeuchtungsvorrichtungen, die ein oberhalb der zu befeuchtenden Fläche angeordnetes, waagrecht verlaufendes, von der Flüssigkeit frei durchströmbares und mit einer Feuchtleiste versehenes Gehäuse aufweisen, das seitlich mit einem tiefergelegenen Flüssigkeitsvorratsbehälter durch eine Steigleitung in Verbindung steht. Eine solche Vorrichtung ist z. B. in der amerik. Patentschrift Nr. 2131 ; 824 be- schrieben. Diese bekannten Einrichtungen sind aber kompliziert, indem die Flüssigkeit mittels Pumpe durch das System im Überschuss gefördert wird. Diese Pumpe wird vom Geräteantrieb aus betätigt und bei Beginn der Arbeit müssen einige Pumpenhübe von Hand aus vollführt werden.
Die erfindungsgemässe Befeuchtungsvorrichtung ist besonders auch für Vervielfältiger der eingangs genannten Art von Vorteil, weil sie bei erheblich grösserer Einfachheit des Aufbaues, d. h. weitestgehender Vermeidung von bewegten Teilen, wie Pumpenkolben, Schöpfeinrichtungen, Durchflutungsbehelfen usw. die richtige eingestellte Flüssigkeitsmenge mit bisher nicht erreichter Genauigkeit einhält und dies auch dann, wenn es sich um kleinste Mengen handelt, wie sie für Vervielfältigungsapparate der genannten Art nicht mehr (sondern für andere Anwendungsgebiete) in Betracht kommen ; ferner zeichnet sich die vorliegende Vorrichtung durch sofortige Betriebsbereitschaft auch nach längeren Betriebspausen und die weitestgehende Vermeidung von Verdunstungsverlusten in den Betriebspausen aus.
Dies wird dadurch erreicht, dass die Flüssigkeit in dem die Feuchtleiste tragenden Gehäuse nach dem Barometerprinzip, d. h. durch Ausnützung des äusseren Luftdruckes gehalten wird.
Die vorliegende Einrichtung ist demnach so beschaffen, dass die oberhalb der zu befeuchtenden Fläche befindliche Flüssigkeitsmenge, die in dem Gehäuse eingeschlossen ist, das die Feuchtleiste trägt und die durch diese Leiste an die tiefer gelegene Fläche abgegeben wird, der auf Grund dieses Höhenunterschiedes vorhandenen Heberwirkung nicht folgen kann, weil sie daran durch entgegengesetzt wirkende Kräfte in der oder den Steigleitung (en) gehindert wird.
Zur Erläuterung weiterer Kennzeichen der Erfindung sei auf die schematischen Zeichnungen Bezug genommen, in denen Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Spiegelschrift-Umdruck- vervielfältigungsapparat und die Fig. 2 und 3 den eigentlichen Befeuchter in vergrössertem Massstab im Längs-und Querschnitt in jenem Zustand zeigen, den er nach einer längeren Betriebspause annimmt.
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In Fig. t bezeichnet I die das Original tragende Drucktrommel, 2 die Anpresswalze und 3 das zwischen diesen beiden Organen durch Drehung derselben durchgezogene zu bedruckende Papier- bhtt. Dieses wird auf der nach oben weisenden Seite durch eine Feuchtleiste 4 mit dem Farblösungsmittel versehen, das aus dem waagrecht über diesem Blatt liegenden Gehäuse 6 bezogen wird ; es steht mittels einer oder-besser-zwei seitlich angeordneten Steigleitungen 7 mit dem eigentlichen Flüssigkeitsbehälter 8 in Verbindung.
Wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich, besteht das die Feuchtleiste tragende Gehäuse aus einem waagrecht über dem Papierblatt angeordneten Rohr 6, über das ein die Feuchtleiste bildendes Filzband 11 geschlungen und bei 12 mittels Schrauben geklemmt ist. Diese Feuchtleiste erhält die Flüssigkeit durch mehrere Löcher 14, die der eigentlichen Feuchtleiste gegenüber liegen. Zwei Steigleitungen 15 und 16 verbinden die bisher beschriebenen Teile luftdicht mit dem bzw. den Flüssigkeitsvorratsbehältern 17, bzw.
18, wobei der Behälter 18 in einer noch zu beschreibenden Weise als Einfüllbehälter ausgestattet ist.
Im Betriebszustande ist das gesamte System mit Lösungsmittel gefüllt zu denken, d. h. dass dann auch die Rohre 15 und 16, sowie der Behälter 6 gefüllt sind. Dann wird die
Flüssigkeit, in dem Masse, wie sie durch die
Feuchtleiste 11 dem Rohr entzogen wird, aus den tiefer gelegenen Behältern 17, 18 ergänzt ; eine Überflutung des zu befeuchtenden Papierblattes 3 kann nicht eintreten, weil dem das Gewicht der in den Steigleitungen stehenden Flüssigkeitssäule entgegenwirkt.
Diese Wirkung wird offensichtlich um so grösser sein, je grösser der Höhenabstand des Rohres 6 von den Behältern 17 und 18 ist ; daraus ergibt sich eine einfache Möglichkeit, das Mass der von der
Feuchtleiste an die zu befeuchtende Oberseite der bewegten Fläche abzugebenden Flüssigkeits- menge zu regeln, indem dieser Höhenunterschied veränderlich ausgeführt wird. Im dargestellten
Beispiel sind zu diesem Zweck die Steigleitungen 15 und 16 dicht in den Führungen 15'und 16'ver- schieblich.
Die vor Beginn der Inbetriebnahme nötige vollständige Füllung des Befeuchters geschieht wie folgt : Zusätzliche Flüssigkeit wird durch das Einfüllrohr 20 eingegossen und steigt dann durch die Steigleitung 15 in das Rohr 6, füllt dieses aus und fliesst durch das zweite Steig- rohr 16 in die Wanne 17, wo sie sich sammelt.
Da das ganze System eine luftdicht verschlossene
Einheit bildet, wird die Flüssigkeit das Rohr 6 vollkommen gefüllt halten und dies hat zur Folge, dass sich die Feuchtleiste 11 durch die Öffnungen 14 hindurch sofort mit Flüssigkeit anreichert. Die Betriebsbereitschaft ist demnach sogleich gegeben. Nach beendigtem Kopier- vorgang soll die Einrichtung, zwecks Vermeidung von Verdunstungsverlusten, entleert werden. Zu diesem Zwecke ist ein normalerweise geschlossenes Ventil 21 vorgesehen ; wird dieses durch Druck entgegen seiner Schliessfeder geöffnet, so strömt Luft n das Innere des Systems, wodurch sich das Rohr sofort entleert. Weitere Verdunstungen sind dann praktisch unterbunden.
Um zu vermeiden, dass ein Lufteintritt in das Innere des Gehäuses 6 durch die Öffnungen 14 erfolgt, steht die Filzauflage um einen solchen Betrag a über das äusserste Loch 14 des Rohres 6 vor, dass wenigstens in nassem Zustande ein luftdichter Verschluss gesichert ist.
Es muss bemerkt werden, dass die Einrichtung auch dann funktioniert, wenn das Rohr 6 ganz oder teilweise mit saugfähigem Material gefüllt wäre. Da aber dieses Material dem Nachströmen der Flüssigkeit einen merklichen Widerstand entgegensetzt, könnte es in diesem Falle geschehen, dass bei raschem Betrieb nicht genügend Flüssigkeit nachströmt, d. h. dass etwa an die mittleren Bereiche der zu befeuchtenden Fläche nicht genügend Feuchtigkeit abgegeben wird. Um dies zu velhindern, müsste der Teil 6 soweit vergrössert werden, dass die darin gespeicherte Flüssigkeit ausreicht, um den klaglosen Betrieb des Apparates wenigstens für einen beschränkten Zeitraum zu gewährleisten.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Befeuchten der Oberseite einer bewegten Fläche, insbesondere des zu bedruckenden Papierblattes bei SpiegelschriftUmdruckvervielfältigungsgeräten mit einem über der zu befeuchtenden Fläche angeordneten, waagrecht verlaufenden) von der Flüssigkeit durchströmbaren, eine Feuchtleiste tragenden
Gehäuse, das seitlich mit einem tiefergelegenen
Flüssigkeitsvorratsbehälter durch wenigstens eine frei durchströmbare Steigleitung in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit in dem die Feuchtleiste (11) tragenden Gehäuse (6), das im Verein mit der bzw. den Steig- leitung (en) in gefülltem Zustande ein luftdichtes
System vorstellt, nach dem Barometerprinzip, d. h. durch Ausnützung des äusseren Luftdruckes gehalten wird.