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Österreichische
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ST. LOUIS PLATE GLASS Co. iN ST. LOUIS (V. ST. A.).
Verfahren zum Walzen von Glasplatten.
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Walzen, welches die erforderliche Schleifarbeit vermindert, da eine dünnere Platte mit Hilfe desselben hergestellt werden kann. Gleichzeitig sollen mit diesem Verfahren die Unregel- mässigkeiten auf der Oberfläche. der Glasplatte verringert und die Zahl der in derselben enthaltenen Luftblasen vermindert werden. Bisher wurde bei der Herstellung von Walzenglas die Glasmasse auf eine Metallplatte gegossen, worauf darüber eine schwere Walze gerollt wurde, die auf seitlichen Streifen aufruhte, wobei die Dicke dieser Streifen die Dicke der zu erzeugenden Glasplatte bestimmte.
Bei Anwendung dieses Verfahrens erzeugt die infolge der Temperaturdifferenzen eine plötzliche Erstarrung herbeiführende Wirkung zwischen Tisch und Walze eine unel) ene Oberfläche auf dem Glase, die Luft wird hineingezogen und erscheint in Form kleiner Bläschen nahe der Oberfläche. Es war daher er- forderiich, beide Seiten der gewalzten Platte bis auf eine hinreichende Tiefe abzuschleifen, um diese Unregelmässigkeiten und Luftblasen zu beseitigen. Die vorliegende Erfindung er- möglichst, eine dünnere Platte, d. h. eine Platte, deren Stärke jener näher kommt, welche die endgiitig zu erzeugende Platte haben soll. zu erzeugen, wobei die obere Seite der Platte nächst der Walze eine fenerpolierte Oberfläche eerhält.
Zu diesem Zwecke wird durch die
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ein Elektrizitätsleiter ist ; diese Eigentümlichkeit wird bei dem vorliegenden Verfahren ausgenützt, um der Glasplatte während des Walzens eine bessere Oberfläche zu erteilen.
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Querschnitt in grösserem Massstabe darstellt.
Ein Tisch 2, dessen Füsse 3 auf Isolatoren 4 aufruhen, ist hohl und durch Wasser gekühlt, weiches durch das Rohr 5 eintritt und den Hohlraum bei der am entgegengesetzten Ende befindlichen Ableitung 6 verlässt, so dass während des Walzens eine ständige Wasserzirkulation erhalten werden kann. Die seitlichen Streifen 7, auf welchen die Walze 8 auf-
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derart verbunden ist, dass das Kuhhvasser durch den einen Zapfen in den Wasserraum eintritt und bei dem anderen Zapfen aus demselben austritt. Eine Klemme 11 ist an dem oberen Teile des Tisches angeordnet, während die zweite Klemme. M mit Bürsten 13 in Verbindung steht, welche auf der Oberfläche der Walze aufruhen.
Die Zuleitungen des Stromes kommen zweckmässig von den Klemmen eines Transformators, der. vorteilhaft Wechselstrom von niederer Spannung und grosser Stromstärke liefert.
Beim Gebrauche des Apparates wird die Glasmasse in bekannter Weise auf dem
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zwischen Tisch und Walze an jenem Teil der Glasmasse durch dieselbe, an welcher sich die Walze befindet und vielleicht zum Teil auch durch die zunächst gelegenen Teile. In jenem Teil der Glasmasse, durch welche in jedem Augenblicke der Strom zwischen Tisch und Walze hindurchgeht, wird infolge des Widerstandes, welchen der Strom bei diesem Durchgänge erfährt, ein hoher llitzegrad erzeugt, durch welchen die Glasmasse auf eine höhere Temperatur gebracht wird, so dass sie schmilzt und heisser ist, als die Glasmasse vor und hinter der Walze. Die Länge dieses erhitzten Teiles der Glasmasse ist von dem durchgehenden Strom abhängig.
Wenn sich nun die Walze weiter bewegt, werden die nacheinander geschmolzenen Teile der Glasmasse der 1\'llhlenden Wirkung der Luft ausgesetzt, wodurch die obere Seite der Platte ein feuerpoliertes Aussehen erhält. Die Vorteile des vorliegenden Verfahrens werden durch den Durchgang des Stromes zwischen Tisch und Walze oder umgekehrt erreicht, da hiedurch die Zahl der Luftblasen vermindert und eine bessere Oberfläche erzielt wird. Die Arbeit, sowie die Kosten des Schleifens werden daher wesentlich vermindert. Die Isolationen für die Walze können dadurch entbehrlich werden, dass die Walze über den Tisch, unabhängig von demselben geführt wird.
In einem solchen
Falle kann die Walze abwärts einstellbar sein und geht über dieselbe Glasplatte hin und zurück, um Unregelmässigkeiten, welche durch einen einmaligen Gang der Walze entstanden sein sollten, zu beseitigen. Die Wasserkühlung kann auch weggelassen werden, obgleich deren Anwendung zweckdienlich ist, um ein zu starkes Erhitzen des Tisches und der Walze, wenn deren Teile nach und nach der Wirkung des elektrischen Stromes ausgesetzt werden, zu verhindern.
Auch können statt einer Walze deren zwei oder mehr angewendet oder sonstige konstruktive Abänderungen der Vorrichtung gemacht werden, ohne von dem
Wesen der vorliegenden Erfindung, welches darin besteht, dass das Glas während des
Walzens durch einen elektrischen Strom erhitzt wird, welcher der Reihe nach durch die einzelnen Teile der Glasmasse zwischen Tisch und der Walze in deren jeweilige Stellung hindurchgeht, abzuweichen.