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Revolverkopf für Spitzendrehbänke oder Revolverdrehbänke
Bei Revolverdrehbänken mit waagrecht ge- lagertem Revolverkopf, dessen Achse tiefer als die Achse der Arbeitsspindel liegt und der mit einem zusätzlichen, an der senkrechten Vorder- seite des Bettes längsgeführten Querschlitten zusammenarbeitet, ist es bekannt, die Arbeits- spindel so weit aus der senkrechten Mittelebene des Revolverkopfes nach der Bedienungsseite hin vorzuverlegen, dass die Spindelachse bei gesperr- tem Revolverkopf mit der Achse eines Werkzeug- loches im vorderen, oberen Quadranten des
Revolverkopfes fluchtet, wobei der Querschlitten auf einer zur Arbeitsspindel hin soweit geneigten
Bahn quer beweglich ist, dass er nicht in den durch den Umriss des Revolverkopfes bean- spruchten Raum hineinragt.
Durch diese An- ordnung soll im Verhältnis zu Revolverdrehbänken, bei denen die Arbeitsspindel gegenüber dem obersten Werkzeugloch im Revolverkopf angeordnet ist, erreicht werden, dass die vorderen Werkzeuglöcher im Revolverkopf beim Bewegen des Querschlittens nicht durch diesen verdeckt werden, so dass sämtliche Werkzeuglöcher mit Werkzeugen versehen werden können und der Revolverkopf voll ausgenützt werden kann. Diese bekannte Ausführungsform hat aber mehrfache Nachteile. Vor allem ist der Querschlitten durch die Anordnung an der Vorderseite des Bettes so weit vorgebaut, dass dadurch die Zugänglichkeit zum Werkstück stark behindert wird.
Es treten aber auch starke Beanspruchungen auf, insbesondere dadurch, dass das auf die Revolverkopfachse wirkende Moment des resultierenden Schnittdruckes zufolge der Benutzung des Werkzeugloches im vorderen, oberen Quadranten und der dadurch bedingten verhältnismässig grossen Länge des Hebelarmes vom resultierenden Schnittdruck zur Revolverkopfachse bedeutend ist. Ferner wird bei Arbeiten, die ein Vorschieben des Werkzeuges zum Drehbankmittel erfordern, die freie Ausladung des Werkzeugträgers gross.
Die Erfindung zielt darauf ab, diese Nachteile zu beseitigen und damit auch die Vorteile zu verbinden, die eine Spitzendrehbank aufweist. Sie besteht darin, dass bei einer Spitzendrehbank oder Revolverdrehbank mit einem Kreuzsupport, dessen Querschieber über die Bettbreite verstellbar ist, an Stelle des Reitstockes bei ersterer, ein Revolverkopf vorgesehen ist, dessen Achse höher als die hiezu parallele Spindelachse der
Drehbank und seitlich dieser liegt, derart, dass die Achse eines Werkzeugloches des Revolver- kopfes im zur Bedienungsseite hin vorderen, unteren Quadranten desselben, vorzugsweise eines unter annähernd 45 zur Vertikal-oder Horizontal- ebene liegenden Werkzeugloches, mit der Spindel- achse bei verriegeltem Revolverkopf zusammen- fällt.
Durch diese Ausführung kann der Revolver- kopf ohne weiteres über die Führung des Quer- schiebers des Kreuzsupports und auch über den rückwärtigen Teil des Querschiebers hinweg- gehen, so dass der Revolverkopf bis an die Haupt- spindel herangebracht werden kann. Das Moment, welches sich aus dem resultierenden Schnittdruck oder Spitzendruck und dem Hebelarm zur
Revolverkopfachse ergibt, ist durch die Benutzung eines Werkzeugloches im vorderen, unteren Quadranten zufolge der Verkürzung des den Hebelarm bildenden senkrechten Abstandes der
Spitzendruckrichtung von der Revolverkopfachse auf ein Mindestmass verringert.
Der Kreuzsupport ist nicht mehr vorgebaut oder eventuell schräg gelegt, wie der bekannte Hilfssupport an der Aussenseite des Bettes, da ein üblicher Kreuzsupport mit Führungen an der oberen Bettseite Verwendung finden kann, der die Beanspruchungen bis zur vollen Leistungsfähigkeit der Drehbank aufzunehmen vermag. Dreharbeiten können bei normaler Einspannlänge der Werkzeuge erfolgen und es ist ohne weiteres möglich, Planarbeiten vom grössten Durchmesser bis zur Spindelmitte herunter auszuführen. Für zentrale Arbeiten bleibt die Auflage am Bettschlitten gewahrt, im Gegensatz zu dem ausladenden Werkzeug bei zentralen Arbeiten mit dem bekannten Hilfsschlitten.
Es ist ferner keine Spezialausführung erforderlich, vielmehr kann die erfindungsgemässe Ausführung an jeder üblichen Revolverdrehbank oder normalen Drehbank, bei letzterer an Stelle des Reitstockes, vorgesehen werden.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung dargestellt. Fig. l zeigt eine Drehbank im Schnitt nach der Linie I-I der Fig. 3, in Richtung der Pfeile gesehen, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Drehbank, Fig. 3 eine Seitenansicht hiezu und Fig. 4 eine vergrösserte Darstellung des Revolverkopfes in Ansicht.
Die Drehbank weist ein Bett 1 mit Spindelkasten 2 und Führungsbahnen 3 für den Kreuz-
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support 4 sowie Führungsbahnen 5 für den Revolversupport 6 auf. Der Kreuzsupport 4 ist in der bei Drehbänken üblichen Weise mit Querführungen 7 für den Querschlitten 8, einem Drehteil 9 und darauf gleitendem Messerschieber 10 mit Drehmesser 11 ausgebildet.
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parallel zu den Führungen 5 des Revolver- supports an der Oberseite des Bettes.
Der Revolversupport 6 besteht aus dem
Bettschlitten 12 und dem in diesem, wie üblich, geführten Revolverschlitten 13. Die Revolverkopfachse 14 liegt höher als die Spindelachse 15 und auf ihr sitzt der verriegelbare Revolverkopf 16 mit den Werkzeuglöchem. Der Revolverkopf kann daher über die Querführungen 7 und den rückwärtigen Teil 8'des Querschiebers 8 hinweggehen. Die Spindelachse 15 ist seitlich zur Revolverkopfachse 14 angeordnet, derart, dass sie dem Werkzeugloch 17 im zur Bedienungsseite hin vorderen, unteren Quadranten des Revolverkopfes, das annähernd unter 45 zur horizontalen oder vertikalen Ebene liegt, gegenübersteht, so dass die Spindelachse 15 und die Achse 18 dieses Werkzeugloches 17 zusammenfallen.
Bei dieser Anordnung sind die Arbeitsbedingungen am günstigsten, da einerseits bei Benutzung des untersten Werkzeugloches der Revolverkopf durch den Kreuzsupport verbaut würde bzw. die Werkzeuge im Wege stehen würden. Bei Höherverlegung in die horizontale Ebene durch die Revolverkopfachse 14 würde wieder der Vorteil des unbehinderten Vorschiebens des Revolverkopfes ebenso verloren gehen, wie bei der bekannten Revolverdrehbank unter Benutzung eines Werkzeugloches im vorderen, oberen Quadranten. Die Benutzung von Werkzeuglöchem in den beiden hinteren Quadranten des Revolverkopfes kommt nicht in Frage, da dadurch das Spitzendrehen nicht möglich wäre.
In den Revolverkopf kann eine Körnerspitze eingesetzt werden, die auf beliebige Weise mit einer Querverstellung in der Horizontalebene zum Justieren oder Drehen schlanker Konen versehen sein kann.
Mit dem Revolverkopf können sämtliche Revolverkopfarbeiten ausgeführt werden, z. B. Stangenarbeiten, Futterarbeiten. Bei Verwendung eines Kömers im Revolverkopf können sämtliche Dreharbeiten durchgeführt werden.
Von der Zugspindel der Maschine kann der Antrieb für die automatische Längsverschiebung des Revolverkopfes in den gleichen Vorschubgrenzen wie der Kreuzsupport mit automatischer Abstellung der Vorschübe für jedes Werkzeug durch auf einer Trommel sitzende Anschläge bewirkt werden. Zum Spitzendrehen wird der Revolverkopfschlitten in seiner Führung festgeklemmt, ebenso wie die Revolverkopfachse in ihrer Lagerung. Der Revolverkopf ist in bekannter Weise durch ein Handrad von einem Werkzeug zum anderen schaltbar, welche Bewegung auch wahlweise erweitert werden kann, um mit dem Revolverkopf plane Flächen zu bearbeiten. In diesem Zusammenhang ist auch eine übliche Einrichtung zur Verriegelung des Revolverkopfes vorgesehen.
Zum Spitzendrehen für Werkstücke von sehr kleinem Durchmesser, um unmittelbar bei der Spitze beginnen zu können, ohne die Werkzeuge mehr als gebräuchlich ausladen zu lassen, kann nach Fig. 4 der Revolverkopf 16 im Bereich des Werkzeugschiebers 10 mit einer Ausnehmung 20 versehen sein, die entweder ganz oder nur teilweise axial durchläuft. Die übrigen Teile des Kreuzsupports 4 sind nicht mehr im Vorschubbereich des Revolverkopfes. In Fig. 4 ist auch die Richtung des resultierenden Schnittdruckes P und der Hebelarm a zur Revolverkopfachse 14 dargestellt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Revolverkopf für Spitzendrehbänke oder Revolverdrehbänke mit einem Kreuzsupport, dessen Querschieber über die Bettbreite verstell-
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parallele Spindelachse (15) und seitlich dieser liegt, derart, dass die Achse (18) eines Werk-
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desselben, vorzugsweise eines unter annähernd 45 zur Vertikal-oder Horizontalebene liegenden Werkzeugloches, mit der Spindelachse (15) bei verriegeltem Revolverkopf zusammenfällt.